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Nun, Denis Scheck ist in dieser Hinsicht aber "einer von uns". Seine Wurzeln liegen in der Populärliteratur, vor allem bei SF und Fantasy, er liebt die Romane von Stephen King und George R. R. Martin und hat in seiner Druckfrisch-Sendung vor einigen Jahren z. B. die Gesamtausgabe der Tim-&-Struppi-Comics nachdrücklich empfohlen.
Hier ein kleines Beispiel für den Unterschied zwischen ihm und Thea Dorn, einer ebenfalls etablierten Literaturkritikerin:
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Link: https://www.youtube.com/watch?v=3XVjnNxz1K8
 
Nun, Denis Scheck ist in dieser Hinsicht aber "einer von uns". Seine Wurzeln liegen in der Populärliteratur, vor allem bei SF und Fantasy, er liebt die Romane von Stephen King und George R. R. Martin und hat in seiner Druckfrisch-Sendung vor einigen Jahren z. B. die Gesamtausgabe der Tim-&-Struppi-Comics nachdrücklich empfohlen.
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Auf Denis Scheck lasse ich nichts kommen. Natürlich sind Geschmäcker verschieden und man muss auch mit den "Experten" nicht immer einer Meinung sein. Aber ich schätze gerade seine Expertise und Meinung sehr. Er schwimmt auch nicht immer unbedingt mit dem Feuilleton mit.
 
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Phantoms (1983)

Jetzt hatte ich nach Geisterbahn plötzlich großen Bock auf einen Koontz, der mir früher nicht nur sehr gefallen hat, sondern bei dem ich mich damals auch ziemlich gegruselt habe. Also das Taschenbuch (DM 7,80) aus der (gar nicht so kleinen) Koontz-Ecke im Kellerschrank gefischt & gleich zu lesen begonnen. Unheil über der Stadt (= dt. Titel) kam damals mit dem Zusatz "Ein Zombie-Roman" auf den Markt, was totaler Schwachsinn ist. Im beschaulichen kalifornischen Bergstädtchen Snowfield mag es Phantome geben, aber Zombies gibt es da weit & breit keine. Die Geschichte beginnt damit, dass eine Ärztin mit ihrer jüngeren Schwester nach Snowfield zurückkehrt & feststellen muss, dass der Ort entvölkert ist, sieht man von einigen entstellten Leichen (bzw. Leichenteilen) ab.

Mehr will ich auch gar nicht verraten, denn wie gekonnt hier Koontz das Mystery für eine sehr lange Zeit im Dunkeln hält, ist nicht nur faszinierend, sondern auch richtig spannend & unheimlich. Zudem wachsen einem die Protagonist(inn)en ans Herz, sodass man gut mit ihnen miträtseln & mitfiebern kann. Die Bedrohung entpuppt sich schlussendlich als eine uralte, Blob-ähnliche Kreatur, die alle Jubeljahre an die Oberfläche kommt, um sich an den Menschen sattzufressen, bevor sie sich wieder für lange Zeit in den Untergrund zurückzieht. Die von einem Wissenschaftler verwendete Bezeichnung "Der Alte Feind" erinnert (bestimmt nicht zufällig) an H. P. Lovecrafts "Die Großen Alten" & da natürlich besonders an deren niedere Gehilfen, die Shoggothen. Gefällt mir nach wie vor sehr gut.
 
Hat sich hier schon jemand an diesen Schinken herangetraut? Ich hätte ja demnächst im Urlaub wieder mal Zeit für sowas 😉
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Hab mir das Buch jetzt mal geholt. Sieht auf jeden Fall schick aus 😉
Das man es hier nicht mit Heinrich Böll oder James Joyce zu tun hat ist mir auch klar, ist hier aber auch nicht unbedingt meine Erwartungshaltung.
Ich erwarte eine schön düstere neue Fantasywelt.
Von George R.R. Martin kommt ja wohl nix mehr.
Die Bezüge zur Harry Potter-Welt sind mir hier auch egal, da ich keins dieser Bücher bisher gelesen habe, bin also unvoreingenommen.
 
Und wenn „Alchemised“ mir nicht gefällt habe ich alternativ auch noch der ersten Teil der Don Winslow-Trilogie hier 😉
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Pfft. :22: Hat doch kaum Ähnlichkeit mit der Kim.

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Danke für den Hinweis. Ich wusste gar nicht, dass JMS eine Autobiografie verfasst hat. Schreib nach dem Lesen mal bitte, wie du das Buch fandest.
Ich komme nicht zum regelmäßigen lesen, aber das was ich bis jetzt gelesen habe (Kindheit) ist sehr sehr gut geschrieben, aber da es JMS ist, war das ohnehin zu erwarten.
 
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Kristine Kathryn Rusch - Star Wars - Rebellion der Verlorenen

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Im Zentrum der Galaxis herrscht relativer Friede - doch plötzlich mehren sich die Zeichen, dass eine gewaltige Erschütterung bevorsteht. Jarril, ein ehemaliger Schmuggler-Freund von Han Solo, wird ermordet. Und kurz darauf explodiert im Senat der Neuen Republik eine Bombe ... Vieles deutet darauf hin, dass der einstige Jedi-Schüler Brakiss für diese Taten verantwortlich ist. Luke Skywalker folgt dem Abtrünnigen auf den öden Mond Telti. Schon bald muss er erkennen, dass hinter Brakiss weitaus gefährlichere Kräfte stehen - Kräfte, die eine skrupellose Rebellion gegen die Republik angezettelt haben und auf dem besten Wege sind, die gesamte Galaxis in Chaos und Finsternis zu stürzen...

Die Inhaltsangabe klingt spannender als der Roman dann letztendlich ist. Reicht leider nur für gehobenen Durchschnitt. Mit dem eigentlichen Antagonisten bin ich irgendwie nicht so richtig warm geworden. Und auch wenn Luke's ehemaliger Schüler Brakiss durchaus als zerrissener Charakter beschrieben wird, wirkt er teilweise dann doch eher wie ein zorniges Kind. Interessanterweise taucht der Charakter dann auch in der "Young Jedi Knights"-Reihe wieder auf, wo er deutlich besser charakterisiert wird. So bleibt ein unterhaltsames Buch, das insgesamt durchaus gute Szenen bietet, aber insgesamt nicht so richtig zündet.
 
Ich habe heute Nacht den Roman "Der deutsche Tycoon" von Christof Weigold beendet:

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Nach längerer Zeit im Exil kehrt Privatdetektiv Hardy Engel nach Los Angeles zurück. Ein alter Bekannter aus dem Filmgeschäft vermittelt ihm einen Job in der Branche. Als Hardy dabei auf den Produzenten Paul Bern trifft, staunt er nicht schlecht. Er hatte ihn vor vielen Jahren unter dem Namen Paul Levy kennengelernt und nie für möglich gehalten, den alten Freund noch einmal wiederzusehen. Deshalb zögert Hardy keine Sekunde, für ihn beim Filmstudio MGM zu arbeiten. Doch dann stirbt Paul plötzlich unter zweifelhaften Umständen und für Hardy steht fest, dass er unbedingt aufdecken muss, was mit seinem Freund wirklich passiert ist.
Im ersten Band der Reihe war Hardy schon „Der Mann, der nicht mitspielt“. Seither hat sich sowohl in der Stadt der Engel als auch in Hardys Privatleben viel getan. Die Stummfilmära ist längst vorüber, doch die Intrigen und vertuschten Skandale sind in Hollywood noch längst nicht vorüber. Mittlerweile kennt sich Hardy in der Filmbranche bestens aus und weiß, mit wem er worüber reden. Immer wieder trifft er auf Filmstars und ist mit manchen gut befreundet. Auch wenn in den vorherigen Teilen der Reihe Hardys Privatleben schon eine Rolle gespielt hat, wird es diesmal richtig persönlich. Ein Freund von ihm wird ermordet (Paul), ein anderer (Buck) hat Probleme mit der Mafia. Nicht zu vergessen Hardys Lebensgefährtin (Polly), die als Drehbuchautorin durchstarten will. Der Privatdetektiv hat also wie üblich viel zu tun. Während seiner Ermittlung spitzen sich die Ereignisse an praktisch jeder Front zu, bis es am Ende mal wieder um Leib und Leben geht. Hardy dabei zu begleiten, ist eine tolle Sache. Ich habe jede Seite dieses Noir-Krimis genossen. Jeder, der Lust auf einen atmosphärisch dichten Krimi im alten Hollywood hat, ist mit dieser Buchreihe genau richtig. Schade, dass nach Band Fünf bereits Schluss ist. Vorerst.
 
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Warrior Wolf Women of the Wasteland (2009)

Geiler Titel! Geiler Roman! Da kann echt niemand behaupten, er würde nicht das bekommen, was versprochen wurde. Amerika, in einer weit entfernten Zukunft, nach der Apokalypse. Im Wasteland, wo sich die Ausgestoßenen tummeln, regiert das Gesetz des Stärkeren. Fressen oder gefressen werden. Im "sicheren" McDonaldland sieht die Lage anders aus. Da wird malocht (für McDonald’s) & gefressen (Zeuch von McDonald’s) & gelebt (nach den Gesetzen von McDonald’s), wer dagegen aufbegehrt oder mutiert, fliegt raus & darf sein Glück im Wasteland versuchen. McDonaldland ist nämlich verseucht von Parasiten, welche für bizarre Veränderungen sorgen. Den Männern wachsen meist zusätzliche Gliedmaßen, die Frauen verwandeln sich langsam in Wölfinnen. Je öfter die Frauen Sex haben, desto rascher verwandeln sie sich. Deshalb ist auch der Sex streng reguliert. Also, für die Frauen. Die Männer dürfen ungestraft fappen & (wenn sie sich nicht erwischen lassen) vergewaltigen. In dieser schönen neuen Welt fliegt der Ich-Erzähler aus dem gelobten McDonaldland raus, wird von einer Gruppe Wolf Women gefangen genommen & blickt seinem baldigen Tod als lebendiges Spielzeug & Futter entgegen.

Das World-Building ist Autor Carlton Mellick III ganz famos gelungen. :anbei: Das ist alles gut durchdacht, wird nachvollziehbar geschildert & ist in sich wunderbar stimmig. Klar ist das, was da abgeht, oft grotesk, haarsträubend & komisch, doch gar nicht so selten bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Damit nicht genug krempelt Mellick die Werwolf-Mythologie auf links, da spielen Vollmonde & Silberkugeln keine Rollen mehr. Und eine Rückverwandlung spielt sich auch nicht. Einmal Wolf Woman, immer Wolf Woman, mit Endstation Wölfin im XXL-Format. Und die Wolf Women sind eine Schau. Mellick hat die Geschichte nämlich mit zahlreichen Illustrationen veredelt, sodass man sich die Wolf Women, die mir mit der Zeit echt ans Herz gewachsen sind (:liebe:), richtig gut vorstellen kann. Das funzt perfekt als Steilvorlage fürs Kopfkino. Neben deftigem Gemetzel & wilder Action kommt auch der Sex nicht zu kurz. Und, was ich persönlich ja am schönsten finde... so manches Mal ist das Geschehen auch richtig berührend, insbesondere zum bittersüßen Ende hin. :liebe: Also ja, diese post-apokalyptische Bizarro-Erzählung mit Furry-Touch hat mich vollauf begeistert. Und so erhöhe ich von "geiler Roman" auf "saugeiler Roman". :cool:
 
Night Dream (1997)

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In seinem Debüt Night Dream schildert Erfolgsregisseur und Oscarpreisträger Oliver Stone (Platoon) seine Zeit, in der er einst das Studium an der Yale-University hinschmeißt, das daraus angespannte Verhältnis zu seinem Vater eher noch verschlechtert; und das Leben mit seiner französischen Mutter, die ihren Oliverre unermeßlich liebt. Schlagartig ändert sich alles, als er sich 1967, gerade mal einundzwanzig Jahre, freiwillig als Infanterist in Vietnam meldet. In drastischer und grausamer Offenheit berichtet er in dem stark autobiographischen Werk sein Dasein. In den billigen Bars Saigons, wo noch billigere vietnamesische Huren ihre sexuellen Dienste anbieten. Und mittendrin ein desillusionierter Stone: in den Bars, beim Sex, im Dschungel, auf dem Schlachtfeld, im Krieg.

In ausdrucksstarker und sehr bildhafter Sprache umschreibt er die Geschehnisse, um das Töten und die Grausamkeiten faßbar zu machen. Auge um Auge mit dem Feind, entweder der Vietcong oder ich. Töten, um selbst zu überleben in den blutgetränkten Reisfeldern. Und nicht nur einmal springt er dem Tod von der Schippe…
 
Gerade lese ich Thomas Bernhards  Holzfällen, vor fast 10 Jahren erfolgte die Erstlesung. Ein großartiges, oft bitterböses Stück österreichischer Literatur.
 
Ich bin derzeit beim neuen Thomas Pynchon dran, Shadow Ticket (12 Jahre nach seinem letzten Roman erschienen!). Wann Film, PTA (hat auch gewisse Ähnlichkeiten zu Inherent Vice)? :zwinker:

...

Zuletzt Zwei Fremde im Zug (Patricia Highsmith) gelesen; deutlich psychologisch dichter und kaltblütiger gestrickt als die Hitchcock-Adaption (die bsp. vor einem weiteren Mord zurückschreckt). Viel Freude damit gehabt. Man erkannte auch, warum diese Konstruktion einer Männerkomplizenschaft (bis hin zur codierten unauslebbaren Liebschaft!) Hitchcock gefiel. Ich sag' nur: Rope!
 
Angefangen mit Project Hail Mary von Andy Weir. Liegt hier auch schon eine Weile rum. Ich dachte, ich lese es besser mal, bevor der Film kommt wird und man überall gespoilert wird.

The Martian hatte ich gelesen lange bevor die Verfilmung ein Thema war ... der Film hat mich auch nie interessiert.
 
Angefangen mit Project Hail Mary von Andy Weir. Liegt hier auch schon eine Weile rum. Ich dachte, ich lese es besser mal, bevor der Film kommt wird und man überall gespoilert wird.

The Martian hatte ich gelesen lange bevor die Verfilmung ein Thema war ... der Film hat mich auch nie interessiert.
Schau bloß die Trailer nicht, die spoilern nämlich schon genug. Die Verfilmung von The Martin ist aber tatsächlich überaus gelungen, Scott hat da wieder echt tolle Bilder gezaubert, auch wenn er erst recht spât in das Projekt eingestiegen ist und der Flair des Buches wurde auch fantastisch eingefangen, natürlich konnte der wissenschaftliche Aspekt nicht so ausführlich beschrieben werden, wie es in Romanform möglich ist.

Ich erwarte auch großes von der Project Hail Mary Verfilmung, Phil Lord und Chris Miller sind imo eine treffende Wahl für das Projekt und der Trailer, trotz seiner Spoilerrites, gewähren einen Einblick auf die fantastischen Weltraum Bilder. Wir bekommen auch viel zu selten solche Deep Space Hard Science Fiction Filme, schon deswegen freu ich mich wie Bolle drauf.
 
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The Dead Zone (1979)

Johnny Smith, ein junger, engagierter Lehrer, befindet sich gerade auf dem Heimweg, als sein Taxi vom Wagen eines leichtsinnigen Jugendlichen frontal gerammt wird. Wie durch ein Wunder überlebt Johnny den Crash, trägt jedoch schwere Kopfverletzungen davon & fällt in ein Koma. Nach ungefähr fünf Jahren erwacht er aus dem tiefen Schlaf, gesegnet mit einer unheimlichen Gabe (bzw. geschlagen mit einem lästigen Fluch). Denn manchmal, wenn er jemanden berührt, hat er eine Vision, welche unmittelbar mit dieser Person zusammenhängt. So "sieht" er z. B., dass es im Haus seiner Krankenschwester gerade zu brennen beginnt & dass die verschollene Mutter seines polnischen Arztes die Nazizeit überlebt hat. Und dass ein aufstrebender Politiker namens Greg Stillson in einigen Jahren Tod & Verderben über die Menschheit bringen wird.

Mit The Dead Zone hat Stephen King seinen bis dahin wohl vielschichtigsten Roman vorgelegt, der mich auf verschiedenen Ebenen - paranormales Drama, bittersüße Love-Story, aufwühlender Krimi, spannender Polit-Thriller - (bereits wiederholt) begeistert. Dass die Geschichte so wunderbar funktioniert, liegt auch an der Hauptfigur, diesen Durchschnittsamerikaner (sein Name wurde nicht zufällig gewählt), dessen schwieriges Leben der Autor so plausibel & glaubhaft schildert. Zwar wurde ihm etwas gegeben (worum er nicht gebeten hat), doch das ist kein Ersatz für das, was ihm genommen wurde. Fünf Jahre seines Lebens sind verloren, sein Körper ist beschädigt, sein Job ist weg, seine Freundin ist dahin, seine Eltern sind verändert & als Draufgabe halten ihn fast alle entweder für einen gewissenlosen Betrüger oder einen gruseligen Freak.

Und während King seinen zerrissenen Protagonisten um die schwerste Entscheidung seines Lebens ringen lässt, versetzt er den Leser so ganz nebenbei in seine Position & zwingt ihn mittels eines einfachen Gedankenspiels darüber nachzudenken, wie er/sie an dessen Stelle handeln würde. Mit dem Wissen von heute, würde man, wenn man die Möglichkeit hätte, mit einer Zeitmaschine in das Deutschland der 1930er-Jahre zurückreisen, um Hitler zu töten? Kings Schreibe ist angenehm fließend & packend, sodass es schwerfällt, das Buch zur Seite zu legen. Eine zu Herzen gehende Traurigkeit liegt über dem Geschehen, das Johnny auch nach Castle Rock führt, in diese (fiktive) Kleinstadt, die im King’schen Universum eine so große Rolle spielt. David Cronenberg hat das Buch, in dem eine panische Nebenfigur mit Carrie eine andere Schöpfung des Meisters erwähnt, großartig verfilmt.
 
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