REM (2026, Annika Strauss mit Sebastian Fitzek)
Wer einen Horrorsnack für zwischendurch sucht, der einem - gekonnt - Kalorien verabreicht, landet früher oder später bei dieser Kollaboration. Der Horror-nichtaffine Sebastian Fitzek holte sich Hilfe bei der Horror-affinen Annika Strauss. Ich tippe: Strauss strukturierte den Horror innerhalb jener Erzählstruktur, die Fitzek verfeinerte.
REM liest sich wie ein Fitzek-Horrorkrimi (Twists, Erklärbären, kürzeste Kapitel), der seine Ausweichmanöver aus den Interventionen Strauss' bezieht. Und die sind ... Mumpitz. Größtmöglicher Mumpitz. Aber
unterhaltsamer Mumpitz: Mithilfe einer Apparatur können Träume aufgezeichnet und abgespielt werden, die Nebenwirkung ist, dass, wenn die Technik nicht streikt, auch Alpträume aufgezeichnet, abgespielt und, schließlich, materialisiert werden.
REM hätte von Jason Blum stammen können, eine Geisterbahn jagt die nächste. Feuer, Traumfänger, das
Shining-Hotel. Moralkeule? Moralkeule! Grusel? Mitnichten. Ich konnte es nicht glauben, wie Fitzek (verzweifelt) seinen Stiefel durchzudrücken versucht - und wie (verzweifelt) Strauss "Horror" exploitativ implementiert. Andererseits: mehr solcher Schreibstubenexperimente, die bereit scheinen, den Rost der Formel (leicht) abzukratzen. {
3/5}