Welches Buch lest ihr gerade?

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Deep Space Hard Science Fiction
:liebe:
Mir fällt dazu zB der Xeelee-Zyklus von Baxter und der Contact-Zyklus von Benford ein. Diese dürften aber weiter als absolut unverfilmbar gelten. Aber die gehören zu den tollsten Leseabenteuern ever in dem SF-Genre bei mir. Beides HardSF mit SpaceOpera Elementen vom Feinsten.
Man muss aber Durchhaltevermögen mitbringen. Beide bestehen aus mehreren Büchern mit insgesamt mehreren tausend Seiten. Und ein Teil könnte inzwischen nur noch antiquarisch und vielleicht schwer zu finden sein. Bei Interesse bei Heyne nachsehen. In deren renommierter SF-Reihe sind die mal als DEA erschienen. Evtl gibt es Neuauflagen, da erfolgreich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich erwarte auch großes von der Project Hail Mary Verfilmung, Phil Lord und Chris Miller sind imo eine treffende Wahl für das Projekt und der Trailer, trotz seiner Spoilerrites, gewähren einen Einblick auf die fantastischen Weltraum Bilder.

Ich weiß nicht ... Ryan Gosling kann ich mir nach den ersten 100 Seiten des Buches schlecht in der Hauptrolle vorstellen ... überhaupt finde ich das reizvolle bei Andy Weir die wissenschaftlichen Grundlagen. Das muss im Film doch flachfallen oder irgendwie durch Voiceover oder so geregelt werden. Der Film reizt mich schon wieder nicht. :zwinker:
 
Bin vor zwei Tagen mit Misery von Stephen King fertig geworden. Das war einer der wenigen älteren Romane von ihm die ich noch nicht gelesen hatte. Und obwohl ich den Film schon bestimmt 10 mal gesehen habe (zuletzt direkt jetzt erst im Anschluss an das Buch) und immer noch ausgezeichnet finde wurde ich vom Buch teilweise überrascht. Der Einstieg ist im Buch deutlich abrupter als im Film. Auch wird Annie Wilkes im Buch von Anfang an als kranke, böse Person dargestellt. Im Film schien sie zumindest zu Anfang noch etwas sympathischer. Der Subplot mit der Verlegerin kommt im Buch gar nicht vor, dafür wird Annies Vergangenheit etwas ausführlicher beleuchtet. Auffällig ist auch wie exzessiv und blutig bei King Gewaltspitzen
(das Abhacken eines Fußes und das Abschneiden eines Daumens sowie der Rasenmäher-Mord an einem Polizisten)
beschrieben werden die im Film, zumindest was den gore angeht, deutlich abgemildert wurden. Das passt aber auch sehr zur sonstigen Inszenierung des Films der ja recht geerdet daherkommt. King ist hier etwas sehr over the top was den Irrsinn noch etwas kranker erscheinen lässt.
Etwas schade finde ich im Nachhinein das abgeänderte Ende des Films. Im Buch ist es so
dass Paul Sheldon whrend des Schreibens von Misery's Return immer mehr davon überzeugt ist dass dies sein bestes Werk ist und am Ende auch nicht dieses Manuskript verbrennt sondern einen Dummy, nur um das fertig geschriebene Buch dann zu veröffentlichen nachdem er Annie besiegt hat. Das gibt seinem Triumph über Annie eine zusätzlich positive Note.
Alles in allem ein großartiger Roman von King den man auch Fans des Films ans Herz legen kann.
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Ich habe heute Nacht "Der Inselcop von L. A.: Der erste Fall für Detective Stilwell" von Michael Connelly beendet:

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Knapp ein Jahr ist es her, dass Detective Stilwell nach einigen internen Streitigkeiten mit seinen Vorgesetzten in Los Angeles auf die kleine Insel Santa Catalina versetzt wurde. Inzwischen hat er sich dort gut eingelebt, hat eine neue Freundin und leitet die kleine Polizeistation. Meist ist nicht viel los auf der Insel. Aktuell untersucht er den Tod eines unter Naturschutz stehenden Bisons. Als unter Wasser jedoch die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, spitzen sich die Ereignisse auf einmal zu. Stilwell beginnt zu ermitteln, obwohl sich um Mord eigentlich die Kollegen aus L.A. kümmern. Aber Zuständigkeiten hatten Stilwell noch nie von so etwas abgehalten. Vor allem nicht, wenn der Mordfall von einem Kollegen wie Ahearn untersucht wird, mit dem Stilwell schon an seiner vorherigen Dienststelle Probleme hatte. Deshalb halten Stil auch weder eindringliche Appelle vom Polizeichef noch subtile Drohungen von anderen Inselbewohnern von seinen Nachforschungen ab.
Lange Zeit wissen sowohl Leser als auch der Ermittler nicht, in welche Richtung der Fall überhaupt steuert. Erst kurz vor Schluss fallen alle Puzzleteile an ihren Platz. Bis dahin passiert viel. Vielleicht zu viel, denn bei den vielen agierenden Personen muss man schon aufpassen, um nicht den Überblick über die Handlung zu verlieren. Interessant fand ich zudem die vielen internen Regularien, mit denen der Inselcop zu kämpfen hat. Da wundert es nicht, dass er sich stellenweise darüber hinwegsetzt und sein eigenes Ding durchzieht.
Mit der neuen Stilwell-Reihe hat Michael Connelly das Rad zwar nicht neu erfunden, aber ihm ist ein interessanter neuer Charakter in einem komplett anderen Umfeld gelungen. Wer die Romane mit Harry Bosch und Renee Ballard mag, wird sicherlich auch mit dieser neuen Serie schnell warm werden.
 
Das Septemberhaus (2025, Carissa Orlando)

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An all' diejenigen, die von Geister(haus)geschichten übersättigt sind - nein, es gibt sie noch, die herausragenden Geister- und Geisterhausgeschichten. Wie Das Septemberhaus. Margaret und Hal erfüllen sich darin einen Traum und ziehen in ein altes viktorianisches Haus, dessen unheilvolle Vergangenheit sie alsbald heimsucht. Im Gegensatz zu den Konventionen des Genres werden Margaret und Hale nicht stufenweise von den Geistern des Hauses belästigt (Blutspuren bis -bäche an Wänden, Vögel, die gegen Fenster knallen, das Monster im Keller) - sie leben bereits ab dem ersten Kapitel mit ihnen, stellen Regeln auf und entwickeln Routinen darüber, was geboten und nicht geboten ist. Wenn der Mensch aber nur noch in Plänen und Routinen existiert, nimmt er sich selbst gefangen, entmündigt sich und legitimiert das Böse, indem er sich sagt, dass er engagierter seine Regeln befolgen sollte. Carissa Orlandos Debütroman ist im Kern ein psychologisches Drama, das in die Abgründe einer toxischen Ehe wie entfremdeten Mutter-Tochter-Beziehung führt, dennoch einiges an klassischem Horror bereithält (der Keller!) und sehr, sehr fesselt. Die Unnahbarkeit der Figuren sollte man jedoch aushalten können ... {4/5 ❤️}

...

Auf den Festa Verlag kann man sich verlassen!
 
Die Kannibalen von Candyland (2009 [2025 dt. VÖ], Carlton Mellick III)

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Wieder hat mich der Festa Verlag - auf die Empfehlung eines Bekannten hin - verzuckert, ja: überzuckert (und das ist wörtlich zu nehmen!). Nach Die Kannibalen von Candyland wird man in seinem Entschluss bestärkt, Süßigkeiten entweder zu reduzieren oder gleich zum Teufel zu jagen. Wie Franklin möchte man schließlich nicht enden, der, einer ausgewachsenen (wenngleich berechtigten) Paranoia anheimfallend, überzeugt ist, dass "Zuckermenschen" Kinder anlocken und fressen. Franklin landet irgendwann selbst dort, wo er als Mensch nicht willkommen ist - es sei denn, er lässt sich anketten, verstümmeln und seine Wunden mit Karamell verschließen (die fortan verwesen). Was habe ich da um Himmels Willen gelesen? Von einer Welt aus Süßigkeiten. Phantasmagorischer, geradezu originärer Ekel, allerdings kein Ekel des Ekel willens. Mellick III behandelt seine Monster wie Menschen, er wirft außerdem kulturtheoretische Geschlechterfragen in den Raum: Angenommen, in Candyland haben Mann und Frau jeweils auf sie zugeschnittene aktive wie passive Rollen zu erfüllen, dann könnte Franklin die Erfahrungen seiner Menschenwelt anwenden. (Zu) kurzes Ende, sonst Zucker. {3,5/5 ❤️}
 
Die Kannibalen von Candyland (2009 [2025 dt. VÖ], Carlton Mellick III)

Wieder hat mich der Festa Verlag - auf die Empfehlung eines Bekannten hin - verzuckert, ja: überzuckert (und das ist wörtlich zu nehmen!). Nach Die Kannibalen von Candyland wird man in seinem Entschluss bestärkt, Süßigkeiten entweder zu reduzieren oder gleich zum Teufel zu jagen. Wie Franklin möchte man schließlich nicht enden, der, einer ausgewachsenen (wenngleich berechtigten) Paranoia anheimfallend, überzeugt ist, dass "Zuckermenschen" Kinder anlocken und fressen. Franklin landet irgendwann selbst dort, wo er als Mensch nicht willkommen ist - es sei denn, er lässt sich anketten, verstümmeln und seine Wunden mit Karamell verschließen (die fortan verwesen). Was habe ich da um Himmels Willen gelesen? Von einer Welt aus Süßigkeiten. Phantasmagorischer, geradezu originärer Ekel, allerdings kein Ekel des Ekel willens. Mellick III behandelt seine Monster wie Menschen, er wirft außerdem kulturtheoretische Geschlechterfragen in den Raum: Angenommen, in Candyland haben Mann und Frau jeweils auf sie zugeschnittene aktive wie passive Rollen zu erfüllen, dann könnte Franklin die Erfahrungen seiner Menschenwelt anwenden. (Zu) kurzes Ende, sonst Zucker. {3,5/5 ❤️}

Mellick ist geil. :smiley: Warrior Wolf Women of the Wasteland ist sein geilster. :liebe: :anbei: Zumindest von denen, die ich von ihm bislang gelesen habe. :zwinker: Kann mir aber schwer vorstellen, dass er den toppen konnte.

Siehe hier: Welches Buch lest ihr gerade?
 
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Die Müll-Monster (1974)

Heftromane bieten sich als anspruchslose Quickies für zwischendurch geradezu an. Wobei in diesem Fall der von Dan Shocker (= Jürgen Grasmück) verfasste Roman aus dem Zauberkreis-Verlag gar kein Heft, sondern ein Taschenbüchlein ist. Und was sich der Autor da ausgedacht hat, ist launige Schundliteratur par excellence. Wobei dies überhaupt nicht böse oder abwertend gemeint ist, denn... ich liebe diesen Schund, hat er mir doch die Jugend ungemein versüßt. :liebe: Ohne damals je eines der Hefte selbst gekauft zu haben (Oma, Papa & den Tauschzentralen sei Dank) habe ich mich quer durch die diversen Horror-Reihen gelesen, von John Sinclair, Tony Ballard & Damona King über Professor Zamorra, Dorian Hunter & Coco Zamis bis hin zu Dr. Morton & Hohlbeins Hexer, wobei allerdings PSA-Agent Larry Brent aus dem Silber-Grusel-Krimi immer mein Favorit war. Der hatte die coolsten Abenteuer, die monströsesten Gegner, die heißesten Partnerinnen (Morna Ulbrandson) & natürlich die geilsten Titelbilder. Viele dieser Heftromane stapeln sich (leider nicht komplett) immer noch in meinem Keller. Aber ich schweife ab.

Die Müll-Monster ist ein flotter Mix aus Öko-Horror, Creature-Feature & Mad-Scientist-Schocker. Aus einem Versuchslabor entkommen bei einem Feuer radioaktiv bestrahlte Schnürfüßer & Spinnen, die bei einer illegalen Abfalldeponie mit chemischem Müll in Kontakt geraten, was die Schnürfüßer wachsen & die Spinnen intelligenter werden lässt. Die Viecher arbeiten dann zusammen. :aah: Gut, das ist alles weit hergeholt & bisweilen auch arg drüber, aber Grasmück machte daraus einmal mehr einen schmackhaften Cocktail, der sich angenehm weglesen lässt. Irgendwie ist es schon eine eigene Kunst, im vorgegebenen strengen Korsett (begrenzte Seitenzahl) Monat für Monat kurzweilige Genre-Kost abzuliefern. Im Vordergrund stehen ein hohes Tempo & krude Horror-Set-Pieces, die, wie bei diesem Autor nicht unüblich, manchmal auch in perverse & eklige Gefilde abdriften. So wird z. B. eine nackte Frau im Bett von Schnürfüßern attackiert, die nicht nur über ihren Körper wuseln, sondern auch in Nasenlöchern & Ohren krabbeln. Auf feine Charakterzeichnungen wird indes konsequent verzichtet. Yeah, ich mag diese Art Schund. :smiley:
 
Da ja diese Woche die neue Verfilmung erscheint, habe ich mir heute in der Bibliothek Emily Brontës Sturmhöhe ausgeliehen. Mit 18 habe ich das Buch schon mal gelesen und sehr genossen - nicht zuletzt, weil in dieser Liebesgeschichte die Hauptfiguren einfach komplett gestörte A****löcher sind :biggrin: und genau dasselbe Vergnügen habe ich jetzt beim erneuten Lesen wieder: knapp 90 Seiten habe ich jetzt am Abend schon verschlungen.
 
Es hat ein paar Jahre gedauert, aber jetzt ist mein Asimov-Projekt abgeschlossen. Mit "Nemesis" habe ich vor Kurzem das letzte Buch des Roboter- und Foundation-Zyklus gelesen.
Und ich muss sagen: es war eine tolle Erfahrung! Wenn man so viel eines Autors nacheinander liest, erkennt man bald die Struktur seiner Geschichten und wie er Figuren- und Beziehungskonstellationen darstellt.
Die Robotergeschichten sind ein guter Start in das Asmiov-Universum. Sie sind kurz und abgeschlossen, zeigen aber zusammengenommen, wie er die nahe und mittelfristige Zukunft gesehen hat und führen einen an die größeren Geschichten ran: die "Detektivgeschichten" mit Elijah Baley in der ersten Zeit der Besiedelung der Galaxis und die weitere Zukunft um die Foundation, Hari Seldon und das Maultier. Zum Schluss dann die thematisch etwas losgelösten Geschichten der Ewigen und mit Nemesis ein Rückblick auf den Start der Menschheit ins All.
Alles in Allem eine großartige Reihe.
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Es hat ein paar Jahre gedauert, aber jetzt ist mein Asimov-Projekt abgeschlossen. Mit "Nemesis" habe ich vor Kurzem das letzte Buch des Roboter- und Foundation-Zyklus gelesen.
Und ich muss sagen: es war eine tolle Erfahrung! Wenn man so viel eines Autors nacheinander liest, erkennt man bald die Struktur seiner Geschichten und wie er Figuren- und Beziehungskonstellationen darstellt.
Die Robotergeschichten sind ein guter Start in das Asmiov-Universum. Sie sind kurz und abgeschlossen, zeigen aber zusammengenommen, wie er die nahe und mittelfristige Zukunft gesehen hat und führen einen an die größeren Geschichten ran: die "Detektivgeschichten" mit Elijah Baley in der ersten Zeit der Besiedelung der Galaxis und die weitere Zukunft um die Foundation, Hari Seldon und das Maultier. Zum Schluss dann die thematisch etwas losgelösten Geschichten der Ewigen und mit Nemesis ein Rückblick auf den Start der Menschheit ins All.
Alles in Allem eine großartige Reihe.
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Sehr cool, das hab ich vor ein paar Jahren zu Beginn der Foundation Serie auch alles nochmal als teils erstmals gelesen. Allerdings doch eher Veröffentlichungs chronologisch.

Asomov ist nicht mein liebster Golden Age Autor, dafür war er litarisch und stilistisch nicht gut genug, als auch ziemlich eingefahren, menschlich schwierig und seine Plots konnte er selten mit spannenden, authentischen Charakteren bereichern. Aber seine Ideen und das wissenschaftliche Fundament, bei aller technikgläubigkeit, sind zeitlos und wegweisend. Seine Robotergeschichten haben mir am meisten zugesagt und das Interesse dsran hat er ja auch im Verlauf seiner Karriere nie verloren, die Erkundung des Weltraums konnten ein Heinlein oder Clarke dann aber dovh besser vermitteln. Ich bin gerade dabei Harlan Ellison Dangerous Visions erneut zu lesen und Asimovs Vorworte sind famous, wenn Asimov mit der New Wave of Science-Fiction nie warm werden sollte.

Ich hab übrigens auch kürzlich eine lose, aber große Science-Fiction Saga erstmals vollständig abgeschlossen, nämlich den Hainisch Zyklus von Ursula K. Le Guin.
 
Ja, litarisch und stilistisch war das eher Standardkost. Ich habe irgendwann "Helliconia: Frühling" von Aldiss dazwischengeschoben, dass ist sprachlich schon eine ganz andere Liga. Ich hatte trotzdem viel Spaß beim Lesen, gerade seine Beschreibungen der Gesellschaftsformen auf den verschiedenen Planeten fand ich sehr interessant.


Ich hab übrigens auch kürzlich eine lose, aber große Science-Fiction Saga erstmals vollständig abgeschlossen, nämlich den Hainisch Zyklus von Ursula K. Le Guin.
Cool, vielleicht das nächste Projekt für mich :smiley:
 
Ja, litarisch und stilistisch war das eher Standardkost. Ich habe irgendwann "Helliconia: Frühling" von Aldiss dazwischengeschoben, dass ist sprachlich schon eine ganz andere Liga. Ich hatte trotzdem viel Spaß beim Lesen, gerade seine Beschreibungen der Gesellschaftsformen auf den verschiedenen Planeten fand ich sehr interessant.


Ich hab übrigens auch kürzlich eine lose, aber große Science-Fiction Saga erstmals vollständig abgeschlossen, nämlich den Hainisch Zyklus von Ursula K. Le Guin.
Cool, vielleicht das nächste Projekt für mich :smiley:
Kann Le Guin nur empfehlen und zwar so ziemlich alles was sie geschrieben hat, sie ist eine brilliante Schriftstellerin und eine wahre Naturgewalt durch die Literaturszene gefegt, als auch beständig dem Fandom nah und hat immer wieder ihr eigenens Werk reflektiert.

Helliconia kenn ich noch nicht, ich hab von Aldiss aber gerade Der lange Nachmittag der Erde fertig, als nächstes lese ich Spaceship von ihm, gerade will ich nämlich in das Thema Generationenraumschiff tiefer einsteigen. Mit Lost Paradieses hat Le Guin da übrigens auch einen grandiosen Beitrag zu geleistet, es ist auch glaub ich meine Lieblingsgeschichte von ihr.
 
Danke dir für die Empfehlung, Le Guin werde ich auf jeden Fall antesten. Die ersten Bücher im Hainisch Zyklus sind ja Rocannons Welt, Das zehnte Jahr und Stadt der Illusionen. Würdest du sagen, dass ist ein guter Start in das Le Guin-Œuvre oder sollte man woanders anfangen (bei Lost Paradieses z.B.)?
 
Du kannst bei Rocannons Welt anfangen, er Hainish Zyklus liest sich (fast immer) unabhängig von einander, es spielt alles in der selben Welt, aber eben liest sich auch jeder Roman und jede Kurzgeschichte für sich. Rocannons Welt ist als ihr Debüt Roman natürlich noch nicht so fein geschliffen im Stil wie ihr Hauptwerk und späteren Büchern, außerdem gibt's da noch kleine Abweichungen vom späteren Worldbuilding. Deshalb kann man auch gerne mit einigen Titeln anfangen, wofür sie wirklich berühmt wurde wie Die links Hand der Dunkelheit oder Freie Geister (The Dispossessed, auch als Planet der Habenichte oder Die Enteigneten veröffentlicht). Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich glaube ich zu Freie Geister greifen. Die Kurzgeschichten sollte man der Reihe nach Lesen, weil die meisten sind zwar auch unabhängig, aber es gibt in späteren Verlauf jeweils ein paar Geschichten die sich mehr oder weniger direkt fortsetzen. Außerdem gibt es 3 Stück die direkten Bezug auf Die linke Hand der Dunkelheit und Freie Geister nehmen, auf deren Welten spielen und sich erst richtig entfalten können wenn die Romane dazu gelesen wurden. Die Kurzgeschichten sind gerade erst gesammelt und chronologisch im Sammelband Der Tag vor der Revolution im Fischer Tor Verlag erschienen und füllen da die zweite Hälfte der Sammlung. Der erste Teil beinhaltet eine Auswahl von Kurzgeschichten außerhalb des Hainish Zyklus. Große Highlights sind da imo Die aus Omelas fortgehen, Schrödingers Kater und Das Gesichtsfeld, Highlights auf einen Konstant hohem Niveau.

Verlorene Paradiese kann ich auch nur als Start ans Herz legen, die Novelle spielt nicht im Hainish Zyklus und liest sich verdammt flott weg. (Die Geschichte ist leider auf Deutsch hart vergriffen, man bekommt nichtmal das E-Book noch offiziell gekauft. Ich kann schon spoilern das der Caracosa Verlag im Frühjahr 2027 ihn einer schönen Ausgabe neu auflegen wird. Bis dahin gerne eine PN an mich, da werden sie geholfen. ;))

Ebenfalls nicht in Hainish Zyklus spielend, gut und kompakt zu lesen ist Die Geißel des Himmels, eine Geschichte zu Ehren von Philipp K. Dick und entsprechend geht's auch um die Natur der Realität. Mit Dick ging sie übrigens zur selben Zeit auf die selbe Hochschule, aber hatten dort keinen Kontakt. Vor kurzem hat es Hannes Riffel auf einen Vortrag ein wenig überspitzt ausgedrückt: Die Geißel des Himmels ist ein Philipp K. Dick Roman, der sich so liest als ob er schreiben könnte.

Um es nochmal kurz zusammen zu fassen:
Freie Geister
Verlorene Paradiese
Die linke Hand der Dunkelheit
Die Geißel des Himmels

So würde ich dir empfehlen zu beginnen, da hast du ein guten Überblick über die Autorin und eine Ahnung von ihrer Bandbreite. Ab dann den Rest des Zyklus chronologisch nach der Veröffentlichung. Und bei Gefallen auch alle anderen Geschichten, da gibt's eigentlich nichts schlechtes, ihr Werk ist aber das sei gesagt immer mehr an den gesellschaftlichen und philosophischen Aspekt der Science-Fiction als technischen oder naturwissenschaftlichen Abhandlungen gelegen.

Eine "Warnung" womit man auf keinen Fall anfangen sollte ist Immer nach Hause. Nicht weil es schlecht ist, auf keinen Fall und es gilt auch als ihr "Hauptwerk", aber es ist sehr speziell. Es ist kein Sachbuch, kein Roman aber auch keine Kurzgeschichten. Es ist eine Sammlung an Geschichten, Gedichten, Liedern, anthropologischen Betrachtungen, Legenden, Mythen. Und das Buch will nicht linear gelesen werden, es ist eine Entdeckungsreise der besonderen Art und sollte erst gelesen werden, wenn man mit Le Guin bereits vertrauter ist.

Sie hat noch soviel mehr zu bieten, wenn man epische Fantasy lesen will ist ihr Erdsee Zyklus nur ans Herz zu legen oder ich hab z.B. die zum Hainish Zyklus zugehörenden Novellen Das Wort für Welt ist Wald und Die Erzählung sträflicherweise noch gar nicht erwähnt. Aktuell lese ich ihren letzten Roman Lavina, die Geschichte des Aeneas aus der Perspektive seiner Frau.

Und noch eine Anmerkungen zu den Übersetzungen. Bei Fischer Tor und Caracosa sind ihre wichtigsten Geschichten neu aufgelegt und meist von Karen Nölle neu übersetzt worden und diese würde ich auch empfehlen. Es gibt auch zuvor durchaus brauchbare Auflagen, aber auch viel gekürztes und/oder sprachlich wird es Le Guin nicht gerecht. Bei den Romanen Rocannons Welt, Das zehnte Jahr und Stadt der Illusionen würde ich zu der Heyne Ausgabe Hainish -Drei Romane in einem Band tendieren, die leider gerade gebraucht sehr teuer ist. Da der Caracosa Verlag angekündigt hat, jedes Programm mit mindestens einen Titel von Le Guin im Programm zu haben und auch Fischer Tor Le Guin für sich wieder entseckt hat, kommt da sicher bald etwas wo man dann updaten kann. :)

Vielleicht ein wenig viel Text, aber ich hoffe es hilft und wenn du bis hierhin gekommen bist, Danke. ^^
 
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