Welches Buch lest ihr gerade?

  • Ersteller Ersteller $IR
  • Erstellt am Erstellt am
  • Antworten Antworten 472
  • Aufrufe Aufrufe 39.367
  • Letzter Beitrag Neueste Aktivitäten

Welcome to Movieside!

Register to become a member of the Movieside community and get Access to all content. Sustainable language settings (German or English) will be available after registration and logging in. Please be aware that the forum's main language is German.

Joachim Meyerhoff: ACH DIESE LÜCKE, DIESE ENTSETZLICHE LÜCKE

Nachdem ich die beiden Vorgänger aus dem Zyklus ALLE TOTEN FLIEGEN HOCH schon gelesen habe (1. AMERIKA - geradezu verschlungen; 2. WANN WIRD ES ENDLICH WIEDER SO, WIE ES NIE WAR - etwas sperriger, weil sprunghafter, aber trotzdem großartig), habe ich mir aus Anlass der aktuellen, erfolgreichen gleichnamigen Verfilmungvon Simon Verhoeven nun das Buch gegönnt und bin bereits fast durch. Es ist für mich gleichauf mit AMERIKA - es fällt ebenso schwer, es spätabends aus der Hand zu legen. Natürlich sehe ich hier die fantastischen Schauspieler Senta Berger und Michael Wittenborn aus dem Film als Großeltern vor mir - kein Nachteil, aber eine Einschränkung der eigenen Fantasie. Nun, das ist nicht zu ändern. Dieses skurrile, aber warmherzige, oft sehr witzige, aber auch tragische Buch vom jungen Meyerhoff und seinem Weg durch die Schauspielschule kann ich wärmstens empfehlen. Ich würde - obwohl es keine Fortsetzungen sind - trotzdem empfehlen, vorne, also mit dem ersten Band, AMERIKA, zu beginnen.
 
Hat er das Buch eigentlich wie die Bachman Vorgänger auch schon vor Carrie geschrieben? Kann ich mir schwer vorstellen. Das Buch ist dafür deutlich zu erwachsen.
Fällt zeitlich zusammen, aber mMn nicht ganz.

Er schreibt in The Bachman Books (1985):
I wrote five novels before Carrie. Two of them were bad, one was indifferent, and I thought two of them were pretty good. The two good ones were Getting It On (which became Rage when it was published) and The Long Walk. Getting It On was begun in 1966, when I was a senior in high school. I later found it moldering away in an old box in the cellar of the house where I'd grown up-- this rediscovery was in 1970 and I finished the novel in 1971. The Long Walk was written in the fall of 1966 and the spring of 1967, when i was a freshman at college.

Über Roadwork im Speziellen:
I think it was an effort to make some sense of my mother's painful death the year before.

Seine Mutter starb 1973, Carrie wurde im Jahr darauf, 1974, veröffentlicht. Sprich: Roadwork schrieb er ebenfalls 1974, aber unmittelbar nach Carrie.

---

Die Timeline stellt sich aller Wahrscheinlichkeit nach folgendermaßen dar:

- Rage/Aftermath (geschrieben 1966; beendet 1971)
- The Long Walk (geschrieben 1966/1967)
- The Gunslinger (Ideenfindung, Schreibbeginn 1970; VÖ des ersten Kapitels 1978; beendet 1982)
- Sword in the Darkness (1970)
- Carrie/Blaze (beide vermutlich geschrieben 1973; Carrie veröffentlicht 1974)
- Roadwork (geschrieben 1974)

-----

Poste mal dein Ranking! Würde mich schwer interessieren. :classicsmiley:
  1. It (1986)
  2. Gerald's Game (1992)
  3. 11/22/63 (2011)
  4. Roadwork (1981)
  5. Pet Sematary (1983)
  6. Love (2006)
  7. Joyland (2013)
  8. Misery (1987)
  9. Duma Key (2008)
  10. Revival (2014)
(Ohne TDT - mir würde ein Ranking der einzelnen Bücher schwerfallen; ich sehe ich als außenstehendes Gesamtkunstwerk!)

Honorable Mentions: Dolores (1992), Sara (1998), The Stand (1978/1985)
 
Dann will ich auch mal.

1. The Stand
2. Salem´s Lot
3. It
4. 11/22/63
5. Lisey´s Story
6. Duma Key
7. Black House
8. Under The Dome
9. Insomnia
10. Dead Zone

The Dark Tower kann ich eigentlich auch nur als Gesamtwerk bewerten. Aber müsste ich ein Buch wählen, wäre das "Drei".
 
Hat er das Buch eigentlich wie die Bachman Vorgänger auch schon vor Carrie geschrieben? Kann ich mir schwer vorstellen. Das Buch ist dafür deutlich zu erwachsen.
Fällt zeitlich zusammen, aber mMn nicht ganz.

Er schreibt in The Bachman Books (1985):
I wrote five novels before Carrie. Two of them were bad, one was indifferent, and I thought two of them were pretty good. The two good ones were Getting It On (which became Rage when it was published) and The Long Walk. Getting It On was begun in 1966, when I was a senior in high school. I later found it moldering away in an old box in the cellar of the house where I'd grown up-- this rediscovery was in 1970 and I finished the novel in 1971. The Long Walk was written in the fall of 1966 and the spring of 1967, when i was a freshman at college.

Über Roadwork im Speziellen:
I think it was an effort to make some sense of my mother's painful death the year before.

Seine Mutter starb 1973, Carrie wurde im Jahr darauf, 1974, veröffentlicht. Sprich: Roadwork schrieb er ebenfalls 1974, aber unmittelbar nach Carrie.

---

Die Timeline stellt sich aller Wahrscheinlichkeit nach folgendermaßen dar:

- Rage/Aftermath (geschrieben 1966; beendet 1971)
- The Long Walk (geschrieben 1966/1967)
- The Gunslinger (Ideenfindung, Schreibbeginn 1970; VÖ des ersten Kapitels 1978; beendet 1982)
- Sword in the Darkness (1970)
- Carrie/Blaze (beide vermutlich geschrieben 1973; Carrie veröffentlicht 1974)
- Roadwork (geschrieben 1974)

-----

Poste mal dein Ranking! Würde mich schwer interessieren. :classicsmiley:
  1. It (1986)
  2. Gerald's Game (1992)
  3. 11/22/63 (2011)
  4. Roadwork (1981)
  5. Pet Sematary (1983)
  6. Love (2006)
  7. Joyland (2013)
  8. Misery (1987)
  9. Duma Key (2008)
  10. Revival (2014)
(Ohne TDT - mir würde ein Ranking der einzelnen Bücher schwerfallen; ich sehe ich als außenstehendes Gesamtkunstwerk!)

Honorable Mentions: Dolores (1992), Sara (1998), The Stand (1978/1985)
Dann will ich auch mal.

1. The Stand
2. Salem´s Lot
3. It
4. 11/22/63
5. Lisey´s Story
6. Duma Key
7. Black House
8. Under The Dome
9. Insomnia
10. Dead Zone

The Dark Tower kann ich eigentlich auch nur als Gesamtwerk bewerten. Aber müsste ich ein Buch wählen, wäre das "Drei".

Sehr schön, da sind ja in beiden Top 10s ein paar Sachen, die man nicht überall sieht. Interessant auch, dass in beiden Listen Lisey's Story ist. Dazu lese ich immer Verrisse. King selbst listet es als eines seiner Favoriten.

Aber das ist auch das schöne an King. Die Prämissen und Geschichten sind so unterschiedlich, sprechen so unterschiedliche Themen an, die jeden Leser anders treffen (oder auch nicht) und man kann somit 100 Leuten fragen und 100 Top 10s bekommen. Vermutlich hat Roadwork auch bei mir deshalb so gut funktioniert, Trauer, das Gefühl von Ohnmacht, irrationale Handlungen, die einem nicht gerade einen leichter Weg ebnen. Wer das kennt, weiß, wie lebensnah und brilliant das Buch und der Charakter des Bart Dawes tatsächlich geschrieben ist.
 
Sehr schön, da sind ja in beiden Top 10s ein paar Sachen, die man nicht überall sieht. Interessant auch, dass in beiden Listen Lisey's Story ist. Dazu lese ich immer Verrisse. King selbst listet es als eines seiner Favoriten.
Das Lisey's Story allgemein keine gute Rezeption erhält, hatte ich gar nicht auf dem Schirm.
Ich habe mal ein paar Rankings durchforstet. Collider listet das Buch auf dem letzten Platz!
Eine Einschätzung der ich überhaupt nicht zustimmen kann.
Mich hatte das Buch damals sehr berührt. Es ist auf den zweiten Blick komplexer und vielschichtiger als die meisten Bücher von King.
 
Lisey's Story müsste ich tatsächlich wieder lesen. Hab das seinerzeit kurz nach Erscheinen gelesen und kaum mehr Erinnerung dran. So geht es mir aber bei einigen King Büchern die ich vor längerer Zeit gelesen habe. Eine Top Ten finde ich schwierig da ich vieles nur einmal gelesen habe und mir die Zeit fehlt die Bücher nochmal zu lesen. Aber soweit ich das zusammen bekomme sieht meine Top 10 so aus:

1. The Stand
2. It
3. Insomnia
4. Salem's Lot
5. Pet Sematary
6. Tommyknockers
7. Misery
8. Desperation
9. The Dark Half
10. Cujo

Die Liste könnte sich aber je nach Stimmungslage etwas ändern und das ein- oder andere Buch dazu- oder wegwandern. Die Bachman-Bücher fand ich immer solide, schaffen es bei mir aber nicht in die Top 10. Regulators fand ich sogar sehr wirr und anstrengend zu lesen, der kommt für mich in der Bibliographie von King ziemlich weit hinten. The Dark Tower ist in seiner Gesamtheit ein Meisterwerk das für sich steht, da finde ich es schwierig es zwischen die regulären Novels einzuordnen.
 
Das Lisey's Story allgemein keine gute Rezeption erhält, hatte ich gar nicht auf dem Schirm.
Doch, doch. Leider! Veranschlagt auf einschlägigen Listen/Gruppen etc. fast durchgängig einen der hinteren Plätze. Kann das auch nicht verstehen. Wunderschön geschrieben - ich mein', guck' dir die assoziationsreiche Sprache an, die eine eigene Traumwelt-Terminologie erschafft. Nach meinem Dafürhalten war Stephen King selten sprachlich verspielter.
Wenn ich mich festlegen müsste, haben mir in Kings Œuvre speziell zwei Passagen wiederholt die Luft abgeschnürt: Jessies nächtlicher Besucher in Gerald's Game - und der Stalker Liseys in Lisey's Story.
Ich komme allgemein gut klar mit seinen feministischen Romanen (die größtenteils den Namen ihrer Protagonistinnen tragen; sowas wie Sara wird aber ähnlich vernachlässigt).

...

Die Apple-Serie von Pablo Larraín war jedenfalls ... gewöhnungsbedürftig. Mir gefiel sie lediglich in Teilen, grundsätzlich hat diese King'sche Facette, die bis heute andauert (Holly), aber die künstlerisch ambitionierteren, über die Vorlage hinausdenkenden Filme hervorgebracht (Flanagans Gerald's Game, Hackfords Dolores etc.).
 
Ontopic:

sokrates-gebundene-ausgabe-agnes-callard.webp


Nach einer Kurzbuchbesprechung bin ich auf das Buch aufmerksam geworden.
Agnes Callard ist Philosophieprofessorin an der University of Chicago und eine Sokrates-Expertin und wohl ein Fangirl seiner Methodik.
Nach einem interessanten Auftakt (die Tolstoi-Passage ist sehr anregend), habe ich ich mich leider durch die ersten zwei Drittel durchgekämpft.
Die etwas bemühten Gegenüberstellungen der sokratischen Methode auf so universelle Themen wie Politik, Liebe und Tod sind dann etwas anregender. Aber so ganz will das Buch bei mir nicht zünden. Ich bin aber wohl auch zu sehr Laie um mich in die sokratische Philosophie einzufinden. Zumal Callard selbst im Nachwort eingesteht diese nicht gelungen in die Schreibform transferiert zu haben.
Aber wie soll man auch die sokratische Methodik des Diskurses, die ausschließlich im Dialog (meistens) zweier Personen zur Anwendung kommt auf so existentielle Themen übertragen. Das bleibt sehr theoretisch und in der Praxis eher schwer umsetzbar.
Dabei ist die Sichtweise von Sokrates durchaus reizvoll, aber dann doch von einer fast utopischen Ideologie geprägt.
Natürlich sollten (auch) zwei strittige Parteien sich auf Augenhöhe treffen und von gegenseitigem Respekt und von Demut beflissen, miteinander Probleme und Konflikte lösen wollen und können und dabei stets das Gute und das Wissen im Vordergrund als Ziel anvisieren.
Allerdings ist das in der Praxis schwerlich umsetzbar und wer ständig die Wahrheit ausspricht, wird eher angefeindet. Sokrates wurde seinerzeit hingerichtet. Man kann durchaus Tugenden und Sichtweisen von diesem Buch mitnehmen, aber ein praktischer Leitfaden für die o.g. Themen ist das Buch für mich kaum.

Als nächstes gibt es etwas leichteres und vergnügliches.

"Die Sirenen des Titan" von Kurt Vonnegut liegen schon bereit.
 
aber die künstlerisch ambitionierteren, über die Vorlage hinausdenkenden Filme hervorgebracht (Flanagans Gerald's Game, Hackfords Dolores etc.).
Das sehe ich tatsächlich exakt genaus so! Spannend das du Gerald's Game so hoch hälst, ein imo sehr unterschätzter Roman von King und für mich ist die auslösende Prämisse auch eine sehr persönliche Angst. Da ich ungern bzw. eigentlich gar nicht ranke, würde mir das bei King schon schwer fallen, aber ich glaube ich habe die Tendenz seinen Kurzgeschichten eher zugetan zu sein, als seinen (teils überlangen) Romanen.
 
Welches Buch ist da dein liebstes? Ich habe nur Night Shift gelesen. Viel Licht, aber auch ein bisschen Schatten, einiges als frühe Gehversuche zu erkennen. Habe persönlich gemerkt, dass mir die Länge eigentlich egal ist. Ist ja wie bei Filmen, nach Roger Ebert: "No good movie is too long and no bad movie is short enough." :biggrin:
 
Hab mich die letzten Wochen eher wieder der Science Fiction zugewandt.
Odd John wirkt wie eine frühere Version der X-Men, sprich genetisch mutierte "super-humans" versuchen eine bessere Gesellschaft zu errichten. War sehr kurzweilig und mit einigen tollen Ideen. Das ganze in Tagebucheinträgen, ähnlich wie Dracula, zu erzählen lässt die Geschichte zudem noch etwas origineller erscheinen.
Das bereits empfohlene Rendezvous with Rama hat mir auch sehr gut gefallen. Clarke schafft es diese Kunstwelt sehr plastisch niederzuschreiben und man fragt sich bis zum Ende wo das hinführt. Eine Fortsetzung brauche ich hier nicht zumal ja auch hier schon Leute geschrieben haben dass diese deutlich schlechter sind.
In den letzten Nachtdiensten hat mich dann noch Next von Michael Crichton begleitet. Wie fast immer bei Crichton kurzweilig geschrieben verliert er sich hier leider etwas zu sehr in Nebenhandlungen. Das ganze wirkt dann auch spätestens ab dem Auftreten des "humanzee" etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen wohingegen alles davor vielleicht etwas zu nüchtern-wissenschaftlich daherkommt. Trotzdem ein guter pageturner, hab für die rund 500 Seiten nur 5 Nächte gebraucht und das trotz der etwas stressigen Arbeit.
20260521_043201.webp

Mal schauen was ich als nächstes lese. Muss die Tage noch zwei Perry Rhodan Hefte lesen damit ich da nicht den Faden verliere, danach wird man sehen. Der Stapel an ungelesenem ist noch recht groß.
 
Welches Buch ist da dein liebstes? Ich habe nur Night Shift gelesen. Viel Licht, aber auch ein bisschen Schatten, einiges als frühe Gehversuche zu erkennen. Habe persönlich gemerkt, dass mir die Länge eigentlich egal ist. Ist ja wie bei Filmen, nach Roger Ebert: "No good movie is too long and no bad movie is short enough." :biggrin:
Puh, also Different Seasons gefiel mir sehr gut, natürlich auch Skeleton Crew und Night Shift. Auch die jüngste Sammlungen If it bleeds und You Like It Darker fand ich Bockstark, da hat mir so gut wie jede Geschichte Spaß gemacht und einige waren wirklich herausragend. Also, ich empfinde Länge auch nicht als negativ, ich lese auch gerne sehr umfangreiche Romane oder vielbändige Reihen. Aber eine gewisse Vorliebe für kürzere Textformen wie die Novelle oder Kurzgeschichte kann ich nicht verhelen, einige Autoren haben sie zur Vollendung gebracht, King gehört für mich dazu. Und King ist imo jemand, der in seinen Romanen auch gerne mal etwas zu sehr mäandert und die Kurzgeschichte "zwingt" ihn sich aufs Wesentliche zu konzentrieren, ohne an Tiefe der Welt/Erzählung oder sprachlicher Qualtät zu sparen. Das Ebert Zitat ist aber klasse. xD

@yastreb Die Sirenen des Titan lese bzw. höre ich auch demnächst, Galápagos wird im Anschluss folgen.

@Agent Smith An Rendezvous with Rama fand ich besonders klasse, wie gut Clarke hier Erwartungen unterläuft. Eine Erstkontakt Geschichte und dann passiert "nichts"
.
 
Zurück
Oben Unten