News Saló oder die 120 Tage von Sodom (5-Disc Limited Deluxe Edition) ab dem 31.07.2026 [4K Weltpremiere]

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Gerade auch geschaut. Technisch und von der Ausstattung her bietet Wicked mal wieder Referenz, da gibt es nix zu meckern. Das Bild ist fantastisch und der deutsche Ton (mit Ausnahme einer Szene) ist auch hervorragend.
Den Film selbst habe ich schon ewig nicht mehr gesehen und ich konnte mich kaum mehr an irgendwas erinnern. Gelangweilt hat mich das ganze nie, der Film kam mir sogar kurzweiliger und unterhaltsamer vor als ich ihn in Erinnerung hatte. Gut ist er zweifellos und auch souverän inszeniert. Trotzdem ist er für mich kein Meisterwerk wie z.B. Uhrwerk Orange, Komm und Sieh oder Schindler's Liste die auch grenzüberschreitend sind aber Gewalt und Sexualität nicht so provokativ zeigen. Saló ist für mich eher auf einer Wellenlänge mit Caligula weil man doch immer das Gefühl hat dass es Pasolini hier doch mehr darum ging zu provozieren und zu schocken was er auch geschafft hat. Die hintergründigere Message rückt hier durch die expliziteren Szenen etwas in den Hintergrund ohne aber verloren zu gehen.
Alles in allem aber sicher ein Film der diese tolle Restauration verdient hat und bei dem gerade das ausgiebige Bonusmaterial einen lohnenswerten Zusatz darstellt. Gerade läuft hier auch die Gesprächsrunde, eine schöne kleine Zeitkapsel die ich mir jetzt auch noch zu Ende anschaue.
 
Der ist Weltklasse...

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Der hier hingegen... Ähhhh ähhhh ähhhh stammel stammel...
Kein Wunder. WELT Mitarbeiter. Springer.

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Zuletzt bearbeitet:
Übrigens ist beim Konfektionieren wohl ein Fehler passiert. Die Film UHD war bei mir im unteren Tray. Habe also fast aus Versehen die Blu Ray geschaut. Normalerweise liegt das Hauptmedium ja ganz oben.
Du hast immer was zu Kacken, oder? Sollen wir dir nen Ersatz schicken?

Bei so unsachgemäßer Kritik würde ich gar nicht lange fackeln und einfach "Ringo" canceln!:150:
 
Der ist Weltklasse...

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Der hier hingegen... Ähhhh ähhhh ähhhh stammel stammel...
Kein Wunder. WELT Mitarbeiter. Springer.

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Die WDR-Runde war unumstritten für mich das Highlight der Box. Herrlich, wie sich viele Dinge zum Glück gewandelt haben und andere wiederum nicht. Hier war die Quotenfrau in der Runde ("Sekretärin") noch eine echte Quotenfrau. Unglaublich. Kam nie zu Wort und wenn, wurde sie sofort unterbrochen, ge-mansplaint und Zack hat man sie wieder nur ab und an mal überhaupt gesehen (und wenn dann nur im Anschnitt von hinten). Und sie haben auch so dezidiert eine "ahnungs- und meinungslose Hausfrau" ausgesucht, damit sie farb- und konturlos in der Runde sitzt und ja nicht stört oder gar aneckt. Ein irres, testosteronlastiges, schnupftabakschwangeres und zigarrenrauchumwobenes Stück Fernsehhistorie!
 
Der ist Weltklasse...

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Der hier hingegen... Ähhhh ähhhh ähhhh stammel stammel...
Kein Wunder. WELT Mitarbeiter. Springer.

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Die WDR-Runde war unumstritten für mich das Highlight der Box. Herrlich, wie sich viele Dinge zum Glück gewandelt haben und andere wiederum nicht. Hier war die Quotenfrau in der Runde ("Sekretärin") noch eine echte Quotenfrau. Unglaublich. Kam nie zu Wort und wenn, wurde sie sofort unterbrochen, ge-mansplaint und Zack hat man sie wieder nur ab und an mal überhaupt gesehen (und wenn dann nur im Anschnitt von hinten). Und sie haben auch so dezidiert eine "ahnungs- und meinungslose Hausfrau" ausgesucht, damit sie farb- und konturlos in der Runde sitzt und ja nicht stört oder gar aneckt. Ein irres, testosteronlastiges, schnupftabakschwangeres und zigarrenrauchumwobenes Stück Fernsehhistorie!
Für mich auch ein perfekter Ausklang und Absacker für den Abend und den Film. Bin sehr froh, dass das in dem Set gelandet ist. Ich liebe solche Zeitkapseln. Hinsichtlich Springer hat sich da natürlich wenig geändert. Auch ernüchternd, aber zu erwarten. Wenn die Frau was gesagt hat, hat sie ja vor allem selten bis nie so geantwortet, wie es die konservativen Volksschützer dort gerne gehabt hätten. Sicher auch ein Grund für die ständige Unterbrechung, es soll ja keiner am TV mitbekommen, dass die Volksstimme am Tisch den Film weder pornographisch noch gewaltverherrlichend oder -verharmlosend fand. *g*
 
Nun noch ein paar Gedanken zum Film.

Salò war für mich eine Erstsichtung. Über dessen Existenz wusste ich so ziemlich seit ich mich tiefergehend für Filme interessiere, aber in den 15 Jahren habe ich es leider nicht auf die Reihe bekommen ihn mal zu sehen. Durch die schöne 4K Restauration von Wicked Vision war dies nun in bester Qualität möglich und ich war wirklich begeistert.
Ihm eilt ein Ruf vorraus und oft wird er ausschließlich auf die Abscheulichkeiten reduziert, dabei ist der selbstverwirklichende kreative Aspekt nebst Kritik an Faschismus, Kapitalismus und Konsumerismus, eine Dreifaltigkeit die Hand in Hand geht und sich gegenseitig bedingt, natürlich das wahre Freudbringende an diesem Machwerk.

Aber warum hatte ich denn Spaß daran, ich krankes Schwein? Nun, der Film ist in seiner Inszenierung zwar keineswegs subtil aber gerade deswegen mochte ich ihn so. Ich mag es, wenn sich Künstler radikal selbstverwirklichen, das Publikum anschreien und Täterschaft denenigen zeigen, die sie nicht sehen und wissen möchten.
Wenn Pasolini hier am feinen Tisch kot servieren lässt, dann sagt er: Die Menschen erhalten im Kapitalismus und Konsumerismus das, was die Obrigkeit für richtig empfindet zu servieren und ihr habt es zu fressen und ihr habt es zu mögen. Wenn Pasolini die Scheiße vom Boden fressen lässt, geschissen von den Herrschern, während draußen Kriegsgetöse zu hören ist, dann sagt er: Wer im Krieg gewinnt, sind die, die ihn anzetteln und wer die Scheiße im Krieg fressen muss sind die, die ihn nie wollten.
Das ist alles unfassbar einfach aber gerade deswegen so radikal und eindringlich, dass es mir eine wahre Freude ist zu wissen, dass dieser Film gemacht wurde und existiert. Die reine Beobachtung der Geschehnisse bleibt dabei natürlich unangenehm und intensiv.

Ebenso bieten sich bei einer Sichtung im Jahre 2026 moderne Lesarten an, wie frappierende Parallelen zu Finanzeliten die sich den Mensch zum Eigentum machen um die eigenen Gelüste zu befriedigen - Epstein & Konsorten. Zwar kein Phänomen der Moderne und ein Umstand der schon existiert, seit es herrschende und beherrschte Klassen gibt, allerdings ein neo-mittelalterliches Beispiel, das jeder kennen dürfte.

Nebst Aufrüttelung war der Film auch im klassischen Sinn nie langweilig, denn er zieht die Intensität der Handlungen nach Vorbild der Danteschen Höllenkreise immer weiter an. Nach der Aneignung des Leibs folgt die Auslebung der Macht, die Degradierung zum Objekt und wenn das nicht mehr reicht kann es nur noch in der vollkommenen Barbarei gipfeln. Erschütternd und so lange aktuell, so lange wir es zulassen.

Pasolinis letzter Film, kurz darauf wurde er ermordet. Besser kann man nicht abtreten.
 
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