• Ersteller Ersteller leeloo
  • Erstellt am Erstellt am
  • Antworten Antworten 1.630
  • Aufrufe Aufrufe 110.255
  • Letzter Beitrag Neueste Aktivitäten
Bewertungen Gesamtwertung (nur Käufe bzw. Sichtungen) 4,70 Stern(e) 94 Erwartungen 75% mcr

Kinofilm: Die Odyssee [Christopher Nolan] (2026) [Kino]

  • Werde ich mir anschauen

    Stimmen: 36 38,7%
  • Gesehen, für gut befunden

    Stimmen: 30 32,3%
  • Gesehen, kann man schauen, muss man aber nicht

    Stimmen: 5 5,4%
  • Gesehen, gefällt mir nicht

    Stimmen: 2 2,2%
  • Interessiert mich nicht

    Stimmen: 20 21,5%

  • Umfrageteilnehmer
    93

Welcome to Movieside!

Register to become a member of the Movieside community and get Access to all content. Sustainable language settings (German or English) will be available after registration and logging in. Please be aware that the forum's main language is German.

Bzg. der Anachronismen, insbesondere dem Pferd, sehe ich da inzwischen eher eine bewusste Entscheidung um und eine lose Tradition solch gezielter Unstimmigkeiten in Filmen die sich mit Mythen auseinander setzen, gänzlich unterschiedlicher Natur. Enigmatisch wie in The Green Knight, kauzig* wie in Kampf der Titanen oder poppig wie in Disneys Herkules. Nolan ist der Bezug zu Gegenwart bzwm zu den dauernden gewaltvollen Umbrüchen der Menschheitsgeschichte sehr wichtig und mit seinen Anachronismen scheint er das zu verdeutlichen. In dem Sinne kann man auch das Casting von Travis Scott betrachten, Rap ist auf Lyric und Rythmus reduzierte Musik und schon eine folgerichtige moderne Antwort auf ein Vers-Epos.
Das Problem bei dem Pferd ist vor allem dass das völlig bescheuert ist, wie sie das Pferd halb im Meer stehen lassen und sich dann wundern, dass die Hälfte ertrinkt.
Das gegenargument ist, das die soldaten sonst misstrauisch gewesen wären, wenn das pferd dort wochenlang wie aus dem ei gepellt gestanden hätte. Dann hätte sinons geschichte keinen sinn mehr gemacht.
 
Hmm weiß ich ja nicht. Wenn das ein Geschenk sein soll, will man ja nicht, dass es ggf. durch das Wasser noch Schaden nimmt.
 
Bzg. der Anachronismen, insbesondere dem Pferd, sehe ich da inzwischen eher eine bewusste Entscheidung um und eine lose Tradition solch gezielter Unstimmigkeiten in Filmen die sich mit Mythen auseinander setzen, gänzlich unterschiedlicher Natur. Enigmatisch wie in The Green Knight, kauzig* wie in Kampf der Titanen oder poppig wie in Disneys Herkules. Nolan ist der Bezug zu Gegenwart bzwm zu den dauernden gewaltvollen Umbrüchen der Menschheitsgeschichte sehr wichtig und mit seinen Anachronismen scheint er das zu verdeutlichen. In dem Sinne kann man auch das Casting von Travis Scott betrachten, Rap ist auf Lyric und Rythmus reduzierte Musik und schon eine folgerichtige moderne Antwort auf ein Vers-Epos.
Das Problem bei dem Pferd ist vor allem dass das völlig bescheuert ist, wie sie das Pferd halb im Meer stehen lassen und sich dann wundern, dass die Hälfte ertrinkt.
Das Pferd wurde am Ufer zurück gelassen, weil es grieschich kontrolliert war und die einzige Möglichkeit für die Griechen das Pferd unbemerkt zu bauen. Überrascht waren sie deswegen also nicht, einfach nur guter Hoffnung das keine starke Flut ihren Plan zu nichte macht. Es gibt da auch noch eine religiöse Komponente, Poseidon ist nicht nur der Gott des Meeres, sondern auch der Pferde. Hier treffen also die Zuständigkeiten aufeinander. Übrigens die einzige Szene in der man Reiter im Film sieht.

In meinen Augen ist Nolans Odyssee ein reine Bewältigungsstrategie eines traumatisierten Menschen.
Ob man dafür allerdings unbedingt die Odyssee hernehmen musste als Grundlage, sei mal dahingestellt...
Warum nicht? Eigentlich ist sie Odyssee ein Stoff, der schon alleine von seiner Erzählstruktur sich gerade zu offeriert von Nolan adaptiert zu werden.
 
Und deswegen wurde das dann trotzdem nochmal mit Schwertern kontrolliert :daumenhoch:
 
Er erscheint auch immer nur in den Erinnerungsteilen, und bei ihm habe ich den Eindruck, daß er generell einen speziellen Status hat, denn Odysseus verhält sich ihm gegenüber immer unterwürfig.
Er sieht allerdings in der Erzählung von Menelaos gegenüber Telemachos genauso aus wie in der Erzählung von Odysseus.
 
@Der Philosoph wie siehst du das?
Nicht viel anders. Ich würde es unter "Materialisierung von Schuld" subsumieren. An irgendeinen Film hat mich diese Strategie erinnert, ich komme nur nicht drauf.
Das Mädchen in der Erscheinung, wie Odysseus es wahrnimmt, erinnert mMn zum einen an die Moral des Schuldigen, im Grunde das freudianische Über-Ich, das dem Bauch- und Tatmenschen Odysseus gegenübergestellt wird - Zendayas mahnender Blick, ihre ebenso mahnenden Augen ... all' das spricht Bände im Hinblick auf die Taten Odysseus'.
Zum anderen erinnert uns das Mädchen an den Krieg, der insgeheim (auch oder vor allem) ein Genozid gegen die Zivilgesellschaft war und den "sauberen", sprich: übersichtlichen, ideologisch "ehrbaren" und symmetrischen Krieg von, modern gesprochen, Nationalstaaten durch eine ... List unterminiert. Der Krieg wurde plötzlich dreckig, ausgetragen auf den Körpern der Wehrlosen. Im Film spricht Odysseus davon, wie sich eine zehnjährige Wut über Troja ergoss. Sofort musste ich an Mỹ Lai denken. Nolan will Troja, unter allen Umständen, fortschreiben und entmythologisieren. "Unser" Troja sind die Katastrophen des 20. Jahrhunderts.
Wenn die Farbe weiß Unschuld symbolisiert, dann sah Odysseus den Untergang Trojas in Gestalt des Mädchens als letzte fallende Bastion vor der Babarei. Verknüpft wird das Verhältnis zwischen Kind und Gott, der letzten destruktiven Grenzüberschreitung (beide werden, faktisch wie übertragen, geköpft), durch den entsprechenden Match Cut, auf dass eine neue (fatale!) Zeit der den Göttern und der Natur trotzenden Aufklärung beginnt.
In meinen Augen ist Nolans Odyssee ein reine Bewältigungsstrategie eines traumatisierten Menschen.
Ob man dafür allerdings unbedingt die Odyssee hernehmen musste als Grundlage, sei mal dahingestellt...
Finde ich durchaus nachvollziehbar - Homers Odyssee ist eine basale literarische Ursuppe. Mit Ausnahme des Faust (mutmaße ich!) sind die Türen des Stoffes unendlich weit geöffnet. Selbst Nolan tat gut daran, eine Auswahl zu treffen. Homer, selbstredend, aber auch Vergil und die Frankfurter Schule halten, mehr oder weniger, Einzug in seinen Film. Was neumodisch "Tropen" genannt wird, könnte in Wahrheit umfassender gar nicht sein: Ein Mann schippert gen Heimat und kommt nicht an, ist er ein Held, ein Antiheld? Da von Kulturepoche zu Kulturepoche das Bild des Mannes wie des Helden stets neu befragt wird, lohnt sich mMn zu jeder Zeit eine alternative Interpretation.
Unabhängig davon: Zeit, unendliche Zeit, das Erfahren von Zeit, das Vernichten von Zeit ist der Odyssee naturgemäß eingeschrieben, genau dies faszinierte mich immer am meisten. Zehn, 20 Jahre Zeit! Natürlich auch einen Filmemacher, der "Zeit" - wie Tarkowskij und Nolans Liebling Alain Resnais vor ihm - als sein (Lebens-)Projekt begreift.
 
Und deswegen wurde das dann trotzdem nochmal mit Schwertern kontrolliert :daumenhoch:
Womit im Pferd sogar jemand erwischt wurde und der Kontrolleur hat anschließend nicht das doch höchstwahrscheinlich am Schwert klebende Blut bemängelt. *g*
Man sieht doch das sie das blut schnell noch mit einem tuch abwischen bevor die klinge verschwindet
Siehste. Schon gelöscht. Oh man. :D
Aber gut, hat mich eben auch gewundert, dass ich das nicht in meinem Review bemängelt habe, da wusste ich das vermutlich noch. Mein Filmgedächtnis ist einfach Arsch.
 
Und deswegen wurde das dann trotzdem nochmal mit Schwertern kontrolliert :daumenhoch:
Womit im Pferd sogar jemand erwischt wurde und der Kontrolleur hat anschließend nicht das doch höchstwahrscheinlich am Schwert klebende Blut bemängelt. *g*
Man sieht doch das sie das blut schnell noch mit einem tuch abwischen bevor die klinge verschwindet
Siehste. Schon gelöscht. Oh man. :D
Aber gut, hat mich eben auch gewundert, dass ich das nicht in meinem Review bemängelt habe, da wusste ich das vermutlich noch. Mein Filmgedächtnis ist einfach Arsch.
1785328520770.gif
 
Sicher, warum nicht? Agamemnon hat gegenüber Menelaos doch den selben Status wie gegenüber Odysseus.
Wenn man die Theorie zugrunde legt, dass nur die Geschehnisse auf Ithaka echt sind und alles andere eine Verarbeitung der Geschehnisse des Krieges in Odysseus' Kopf inkl. der übergroßen Erscheinung von Agamemnon in dieser schwarzen Rüstung als Symbol der Ursünde, dann ergibt es imho keinen Sinn, dass ein Dritter (Menelaos) exakt dasselbe "erinnert".
 
Bei Batman hatte ich dieses Problem nicht so wirklich. Die Erklärung "ist halt irgendwie krasse Technologie von der Wayne Cooperation" reicht mir da, um etwas überzogene Elemente hinzunehmen. Will sagen: Da gab es für mein Empfinden nicht so einen Bruch in der realistischen Darstellung.
Ah sorry, das hatte ich etwas zu knapp formuliert. Dass es technisch machbar wäre, den Tumbler (mittels kleiner Rampen und Schubdüsen) springen zu lassen, daran habe ich gar nicht so gezweifelt.

Mir ging es eher um den Aspekt, dass es imho schwierig bis unmöglich sein dürfte, dass eine durchschnittliche Dachkonstruktion es aushält, wenn ein tonnenschweres, gepanzertes Gefährt schwungvoll darauf landet.

Erst recht bei der amerikanische Leichtbauweise jüngerer Zeit, wo du schon eine Delle in die Wand haust, wenn du zu schwungvoll dagegen stolperst. Der Tumbler hätte imho eher früher als später einfach durch eines der Dächer brechen müssen.
 
der übergroßen Erscheinung von Agamemnon in dieser schwarzen Rüstung als Symbol der Ursünde, dann ergibt es imho keinen Sinn, dass ein Dritter (Menelaos) exakt dasselbe "erinnert".
Agamemnon hat stets den gleichen Status: den des übermächtigen Herren, dem man nicht widersprechen kann. Insofern ist seine "einmalige" Gestalt ja personenübergreifend zu sehen, für alle Vasallen der Griechen. Von mir aus mag er auch das Symbol der Ursünde sein - du meinst vermutlich den Krieg an sich, oder? Daher sehe ich da keinen Widerspruch, obwohl es die Erinnerung eines anderen Charakters ist.
 
Jetzt wird aber schon bisschen in den Krümeln gesucht. Ist ne altertümliche Fantasy-Geschichte. Legendär mit Sicherheit aber mehr auch nicht.
 
Zurück
Oben Unten