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Kinofilm: Die Odyssee [Christopher Nolan] (2026) [Kino]

  • Werde ich mir anschauen

    Stimmen: 37 41,1%
  • Gesehen, für gut befunden

    Stimmen: 27 30,0%
  • Gesehen, kann man schauen, muss man aber nicht

    Stimmen: 5 5,6%
  • Gesehen, gefällt mir nicht

    Stimmen: 2 2,2%
  • Interessiert mich nicht

    Stimmen: 19 21,1%

  • Umfrageteilnehmer
    90

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Die Odyssee (Christopher Nolan, 2026)

Über Geschmack, so der allgemeine Tenor, lässt sich nicht streiten. Vielleicht ist das so. Wundern, ja wundern
kann man sich ob einiger Verrisse der jüngsten Zeit aber schon.
Da mir dieses filmanalytische Gen fehlt, gehe ich etwas anders an Filme heran wie Wichtigtuer mir hässlichen Mützen (nein, nicht Il Monco :D ).

Lustigerweise kann man die Kritikpunkte durchaus nachvollziehen aber die Gewichtung derer und Bewertungen wie 2/5 oder
weniger sind, meiner Meinung nach, völlig überzogen. Sicherlich hat man an Nolan einen anderen Anspruch als an Masters of The
Universe oder irgendeine Comicverfilmung aber meiner Meinung nach wird er diesen größtenteils gerecht. Mir scheint Nolan auseinander
zu nehmen ist gerade etwas in Mode

Die fehlende Emotionalität (kanns nicht mehr hören) kann ich hier in keinster Weise nachvollziehen. Man fiebert mit den Charakteren mit,
mag oder hasst sie. So wie in jedem anderen Monumentalschinken auch. Konflikte, Intrigen... alle da.
Anne Hathaway vermittelt uns das außerordentlich gut und man nimmt ihr ihre Sorge um Odysseus jederzeit ab.
Tom Holland macht seine Sache ebenfalls gut und Robert Pattinsons Entwicklung vom Kitsch-Vampir zum achtbaren Schauspieler ist beachtlich.
Die Rolle ist wie gemacht für ihn.
Mat Damon, wer hätte es gedacht, geht fast als Idealbesetzung durch, denn er gibt Odysseus eine Seele, einen Charakter und eine Persönlichkeit.
Dass man viele A-Schauspieler in Nebenrollen verheizt, geschenkt. Die Namen ziehen und man muss auch Geld verdienen. Hat ja auch funktioniert.

Nolan realistische Inszenierung des Films und die triste Farbgebung sowie die teilweise öden und kargen Landschaften und Bauten sind genau das
was ich so faszinierend finde. Damalige Bauten waren zweckdienlich, die Landschaften waren leer und öde und die Welt war so bunt wie heute.
Nämlich gar nicht. Vermittelt Aussichtslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit. Das was Odysseus Männer letztendlich erfahren müssen.
Wenn ich knallbunten Kitsch sehen will, und das will ich ab- und zu, schaue ich die 50er und 60er Jahre Filme.
Nolan geht da völlig anders ran. Alles wirkt echt und greifbar und das ist Nolans Stärke. Würde es Zyklopen, Untote und Hexen geben, würden
sie so aussehen.
Die verklärte Erzählung des Trojanischen Pferdes in einer realistischen Prämisse zu sehen war mal richtig klasse.
Klar sitzen die in ihrer eigenen Scheiße und Pisse und ersaufen teilweise erbärmlich.

Die Zyklopen Sequenz gehört mit zum besten was ich
inszenatorisch in den letzten Jahren auf der Leinwand sah.
Kein (sichtbares) CGI. Ganz großes Kino.
Das gilt auch für die Body-Horror Sequenz
bei der Hexe
. Den Film ab 12 freizugeben und somit 6 (!!) jährigen die Chance zu geben ihn in
Begleitung zu sehen, halte ich für recht fragwürdig. Dürfte für paar feuchte Hosen sorgen.
Überhaupt wurde, bis auf eine Ausnahme, auf das typische Hollywood Plastik-CGI verzichtet. Was für eine Wohltat.
Auch die Schiffe, Bauten, Probs… alles echt

Einige Kritikpunkte kann ich, wie gesagt, nachvollziehen. So zum Beispiel die recht episodenhafte Abwicklung der einzelnen Stationen
nach den Riesen. Mit den Sirenen hätte man ein starke Psycho Nummer abziehen können und Skylla? Die einzige Enttäuschung der Fabelwesen,
denn hier wurde CGI verwendet und kein Gutes. Sollte sich Nolan für diesen Einsatz schämen, dann zurecht. Schade, da hätte man was Großartiges
draus machen können.
Die verschiedenen Zeitebenen waren immer nachvollziehbar. Straightester Nolan bisher.
Der Fokuspuller hat aber tatsächlich öfter mal gepennt. Bei der Szenen zwischen Telemachus und Penelope hat er sichtlich Mühe
den Fokus zu ziehen. War aber auch extrem offenblendig gefilmt und Anne Hathaway bewegt sich arg schnell vor und zurück.
Im IMAX fällt das natürlich extrem auf.
Bei einer Szene zwischen Corey Hawkins, Pattinson und, ich glaube, Tom Holland ist es aber schlicht fehlerhaft. Dass Nolan sowas
durchgehen lässt, wundert mich. Vielleicht hat er da selbst den Fokus gezogen :D.
Die vielen Close-ups haben mich nicht gestört. Bei Dialogen sowieso nötig und bei den Kampf-Szenen auch okay. Gab genug epische Shots fürs
Auge und sorry, aber ich fand Gesichter und die (super) Rüstungen in Großformat ebenfalls beeindruckend.

Die Antikriegsbotschaft wird zum Schluss hin deutlich und ich brauche keinen Odysseus, der mir fast drei Stunden lang die Ohren voll labert
wie scheiße Krieg ist. Weiß ich bereits.

Das IMAX in Sinsheim hat Spaß gemacht und die Leinwand und das Format waren beeindruckend. Der Film hätte aber auch in Cinemascope funktioniert
und das wäre auch mein Wunschformat für die Heimkino Auswertung.

Nolan hat, für mich, wieder Großartiges abgeliefert. Die Kritikpunkte kosten dann allerdings die Höchstpunktzahl.

4/5
 
Die verklärte Erzählung des Trojanischen Pferdes in einer realistischen Prämisse zu sehen war mal richtig klasse.
Ja, und das Pferd aus zusammengesetzten Schiffswrackteilen sieht aus wie eine hochglanzpolierte Schachfigur ... hm ... realistische Prämisse. Jo. :67:
Ich meinte das Innere. Gargantuar in Interstellar war auch optisch etwas aufgehübscht. Mal abgesehen davon... Die können halt was :D
 
Die Antikriegsbotschaft wird zum Schluss hin deutlich und ich brauche keinen Odysseus, der mir fast drei Stunden lang die Ohren voll labert
wie scheiße Krieg ist. Weiß ich bereits.
Richtig, aber das ist ja nicht die Kritik, die Kritik ist eben genau dass er einen Monolog darüber hält und nur gesagt wird dass Krieg scheiße ist, es aber eben nicht gezeigt wird.

Wenn die Intention eine Antikriegsbotschat war, dann hat er da für mich zumindest leicht versagt, allein aus dem Grund, dass keine der gezeigten Kriegshandlungen konsequent genug gefilmt war um zu schockieren und aufzurütteln und die Konsequenz für Odysseus auch im letztendlich läuternden Schluss nicht drastisch genug war.

Soweit ich weiß hat der Film bei den Amis ein R-Rating bekommen und ich frage mich, weshalb. Sicher gibt's da ein paar düstere Szenen, aber die können kein Grund sein. Vielleicht hat Calypso für den Geschmack der Amis zu viel Haut gezeigt. *g*
Aber wenn du schon dieses Rating erwartest, dann kannst du als Regisseur im Bezug auf Krieg ja auch gerne radikal werden und zeigen, wie er aussieht.
Durch ein wenig abfackeln von Dächern und blutbefreites Abschlachten wird das jedoch nicht sehr deutlich und unterscheidet dann halt gelungene Filme dieser Art (Komm und sieh, Apocalypse Now, Paths Of Glory, Im Westen nichts neues, Human Condition oder Threads), nach deren Sichtung man völlig fertig ist, von der Odyssee, nach der man relativ gut gestimmt rausgehen kann und erst mal die Bilder und den Sound lobt. Schon mit Dunkirk hat er diese Botschaft völlig in den Sand gesetzt. Er kann sowas nicht, aber irgendwie fasziniert es ihn genug um an der Thematik jetzt schon seit einem Jahrzehnt rumzupopeln...

Klar kommt die Botschaft oberflächlich durch. Man kann sie verstehen. Die Meisterwerke in dieser Kategorie lassen dich aber auch fühlen und nach Sichtung bist du selbst fertig mit der Welt. Und an dem Punkt ist er dann halt irgendwie gescheitert. Natürlich hatte er auch eine Menge Geld einzuspielen, der Kompromiss von Kunst und Geld halt.

Was der nächste Film wird ist spannend. Als spirituellen Nachfolger von Oppenheimer muss nun nach Odyssee eigentlich etwas kommen, was die Zivilisation wieder aufbaut und gleichzeitig noch weiter in die Vergangenheit geht. Vielleicht ein Steinzeit Film für @schnitzel69.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nolan hat, für mich, wieder Großartiges
Wir sprechen uns in ein paar Jahren, wenn dir wieder auffällt, dass dir ein Nolan im Kino irgendwie gefallen hat aber du nie wieder Bock hattest ihn noch mal zu sehen! :biggrin:
Ich hab dadurch tatsächlich wieder Bock bekommen Tenet nochmal zu schauen. Das Zeit Thema ist e so ein Steckenpferd von mir und ich fand ihn damals ja auch gut.
Tenet verliert leider mit jeder sichtung. Der ist dann am besten wenn man nicht durchblickt und vom Spektakel überwältigt wird.
 
Die Antikriegsbotschaft wird zum Schluss hin deutlich und ich brauche keinen Odysseus, der mir fast drei Stunden lang die Ohren voll labert
wie scheiße Krieg ist. Weiß ich bereits.
Richtig, aber das ist ja nicht die Kritik, die Kritik ist eben genau dass er einen Monolog darüber hält und nur gesagt wird dass Krieg scheiße ist, es aber eben nicht gezeigt wird.

Wenn die Intention eine Antikriegsbotschat war, dann hat er da für mich zumindest leicht versagt, allein aus dem Grund, dass keine der gezeigten Kriegshandlungen konsequent genug gefilmt war um zu schockieren und aufzurütteln und die Konsequenz für Odysseus auch im letztendlich läuternden Schluss nicht drastisch genug war.

Soweit ich weiß hat der Film bei den Amis ein R-Rating bekommen und ich frage mich, weshalb. Sicher gibt's da ein paar düstere Szenen, aber die können kein Grund sein. Vielleicht hat Calypso für den Geschmack der Amis zu viel Haut gezeigt. *g*
Aber wenn du schon dieses Rating erwartest, dann kannst du als Regisseur im Bezug auf Krieg ja auch gerne radikal werden und zeigen, wie er aussieht.
Durch ein wenig abfackeln von Dächern und blutbefreites Abschlachten wird das jedoch nicht sehr deutlich und unterscheidet dann halt gelungene Filme dieser Art (Komm und sieh, Apocalypse Now, Paths Of Glory, Im Westen nichts neues, Human Condition oder Threads), nach deren Sichtung man völlig fertig ist, von der Odyssee, nach der man relativ gut gestimmt rausgehen kann und erst mal die Bilder und den Sound lobt. Schon mit Dunkirk hat er diese Botschaft völlig in den Sand gesetzt. Er kann sowas nicht, aber irgendwie fasziniert es ihn genug um an der Thematik jetzt schon seit einem Jahrzehnt rumzupopeln...

Klar kommt die Botschaft oberflächlich durch. Man kann sie verstehen. Die Meisterwerke in dieser Kategorie lassen dich aber auch fühlen und nach Sichtung bist du selbst fertig mit der Welt. Und an dem Punkt ist er dann halt irgendwie gescheitert. Natürlich hatte er auch eine Menge Geld einzuspielen, der Kompromiss von Kunst und Geld halt.

Was der nächste Film wird ist spannend. Als spirituellen Nachfolger von Oppenheimer muss nun nach Odyssee eigentlich etwas kommen, was die Zivilisation wieder aufbaut und gleichzeitig noch weiter in die Vergangenheit geht. Vielleicht ein Steinzeit Film für @schnitzel69.
Naja, du schreibst ja selbst, dass da Geld wieder rein muss. Blutige Schlachten brauche ich da nicht. Die Greul des Kriegels wurde in "Komm und sieh" auf den absoluten Höhepunkt gebracht. Es läuft ja letztendlich alles auf Troja hinaus und das Abschlachten Unschuldiger wurde
ausreichend präsentiert. Das brauche und erwarte ich nicht von Odyssee. Das was ich von so einem Film erwarte und brauche, hat Nolan mir gegeben. Dir nicht und das ist absolut okay.

P.S. wenn Nolan eine Steinzeitfilm dreht haue ich ihm persönlich die Keule auf die Omme.
 
Tenet verliert leider mit jeder sichtung. Der ist dann am besten wenn man nicht durchblickt und vom Spektakel überwältigt wird.
Der Film ist halt eigentlich komplett linear. Man muss sich von diesem Rückwärtsgimmick einfach frei machen, dann ist der Film direkt entzaubert.
Vielleicht schaue ich ihn auch irgendwann noch mal, aber bis dato hat er mir im Kino echt gereicht...

Manchmal glaube ich dass Prestige der persönlichste Film für Nolan war. Er wäre einfach selbst gerne Zauberer und vermittelt uns die eigentlich einfachsten Dinge als unfassbar komplex. :biggrin:
 
Die Antikriegsbotschaft wird zum Schluss hin deutlich und ich brauche keinen Odysseus, der mir fast drei Stunden lang die Ohren voll labert
wie scheiße Krieg ist. Weiß ich bereits.
Richtig, aber das ist ja nicht die Kritik, die Kritik ist eben genau dass er einen Monolog darüber hält und nur gesagt wird dass Krieg scheiße ist, es aber eben nicht gezeigt wird.

Wenn die Intention eine Antikriegsbotschat war, dann hat er da für mich zumindest leicht versagt, allein aus dem Grund, dass keine der gezeigten Kriegshandlungen konsequent genug gefilmt war um zu schockieren und aufzurütteln und die Konsequenz für Odysseus auch im letztendlich läuternden Schluss nicht drastisch genug war.

Soweit ich weiß hat der Film bei den Amis ein R-Rating bekommen und ich frage mich, weshalb. Sicher gibt's da ein paar düstere Szenen, aber die können kein Grund sein. Vielleicht hat Calypso für den Geschmack der Amis zu viel Haut gezeigt. *g*
Aber wenn du schon dieses Rating erwartest, dann kannst du als Regisseur im Bezug auf Krieg ja auch gerne radikal werden und zeigen, wie er aussieht.
Durch ein wenig abfackeln von Dächern und blutbefreites Abschlachten wird das jedoch nicht sehr deutlich und unterscheidet dann halt gelungene Filme dieser Art (Komm und sieh, Apocalypse Now, Paths Of Glory, Im Westen nichts neues, Human Condition oder Threads), nach deren Sichtung man völlig fertig ist, von der Odyssee, nach der man relativ gut gestimmt rausgehen kann und erst mal die Bilder und den Sound lobt. Schon mit Dunkirk hat er diese Botschaft völlig in den Sand gesetzt. Er kann sowas nicht, aber irgendwie fasziniert es ihn genug um an der Thematik jetzt schon seit einem Jahrzehnt rumzupopeln...

Klar kommt die Botschaft oberflächlich durch. Man kann sie verstehen. Die Meisterwerke in dieser Kategorie lassen dich aber auch fühlen und nach Sichtung bist du selbst fertig mit der Welt. Und an dem Punkt ist er dann halt irgendwie gescheitert. Natürlich hatte er auch eine Menge Geld einzuspielen, der Kompromiss von Kunst und Geld halt.

Was der nächste Film wird ist spannend. Als spirituellen Nachfolger von Oppenheimer muss nun nach Odyssee eigentlich etwas kommen, was die Zivilisation wieder aufbaut und gleichzeitig noch weiter in die Vergangenheit geht. Vielleicht ein Steinzeit Film für @schnitzel69.
Naja, du schreibst ja selbst, dass da Geld wieder rein muss. Blutige Schlachten brauche ich da nicht. Die Greul des Kriegels wurde in "Komm und sieh" auf den absoluten Höhepunkt gebracht. Es läuft ja letztendlich alles auf Troja hinaus und das Abschlachten Unschuldiger wurde
ausreichend präsentiert. Das brauche und erwarte ich nicht von Odyssee. Das was ich von so einem Film erwarte und brauche, hat Nolan mir gegeben. Dir nicht und das ist absolut okay.

P.S. wenn Nolan eine Steinzeitfilm dreht haue ich ihm persönlich die Keule auf die Omme.
Cool, gerade die UHD bestellt :D
 
 
Keine Kritik, sondern nur eine reine Frage: Die Rüstungen sehen in den Szenen des Trailers stets "Nagelneu" und auf Hochglanz poliert auf....bekommen diese im Laufe der Geschichte auch "Gebrauchsspuren"?
 
Der Artikel ist aber ziemlich kurz und inhaltlich dürftig. Da hätte ich schon gern mehr Infos, was sie kritisiert.
 
Man könnte den Film nicht nur in Bezug auf den Inhalt zerlegen, wenn man das Epos heranzieht. Auch die Ausstattung würde ganz schlecht wegkommen.

Um nur wenige Beispiele zu nennen:
Das hölzerne Pferd ist viel zu realistisch für diese Zeit dargestellt. Wir sind in der Archaik, was die griechische Kunst anbelangt. Da gefällt mir das Pferd von Petersen sehr viel besser.
Gleiches gilt für die Skulpturen, die man im Film sehen kann. Entsprechen nicht dieser Zeit.

Die Waffen bzw. Schwerter aus Bronze sahen anders aus und waren nicht zum Fechten gedacht. Sie hätten sich beim ersten Schlag sofort verbogen. Schwerter in dieser Zeit waren nicht die wichtigste Waffe, sondern Speere, die ja auch teilweise verwendet werden. Schwerter wurden als Stichwaffe verwendet.

Auch die Stadt Troia entspricht nicht dem, was wir heute wissen. Es gab einen Palast auf dem Hügel und eine Unterstadt, die bis heute nicht ausgegraben, aber nachgewiesen wurde.
Der Riegel des Stadttores... naja.

Aber! Obwohl all diese Dinge nicht historisch akkurat sind, nimmt es mir nicht den Spaß am Film.
 
Ray Harryhausen ist quasi tot, 2026 verlangt nach (postheroischer) Dekonstruktion und der beliebten Traumaerzählung.
Man sollte aber auch so ehrlich sein, daß Nolan genau so etwas nie machen würde - das ist nicht sein Interesse, nicht sein Stil. Es war zu erwarten, daß er sich auf eine andere Weise ans Thema annähern würde. Ich hatte schon geahnt, daß man hier eben keinen zweiten Die Fahrten des Odysseus (1954) bekommen wird.
 
Das ist ja das eigentlich Spannende an sämtlichen Rezeptionsdokumenten: Man muss ihre Genese im jeweiligen Kontext betrachten.
So wird man in ein paar Jahrzehnten in Nolans Verfilmung (noch mehr als jetzt) den Geist unserer Zeit erkennen.
Die Verfilmung von 1954 mit Kirk Douglas hat ihren eigenen Charme und verfolgte natürlich ganz andere Ziele als Nolans Werk.
 
Die Verfilmung von 1954 mit Kirk Douglas hat ihren eigenen Charme und verfolgte natürlich ganz andere Ziele als Nolans Werk.
Ja, natürlich - aber wäre Die Odyssee von Universal als Auftragsarbeit an einem Spezialisten für Großprojekte dieser Art angetragen worden, hätte man eher einen Film wie Petersens Troja erwarten können.
 
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