Unterhalten worden, aber skeptisch, eher nicht gesättigt das Kino verlassen.
Wie vermutet, stürzt sich Zach Cregger auf die strukturellen und mechanistischen Aspekte der (Spiele-)Vorlage - über Schlösser, Schusswaffen, ihren Gebrauch, wie man sie nachlädt und am effektivsten auf ein Ziel ausrichtet. Nebenher kanzelt er einen Babywunsch ab und schickt einen schlurfenden, omnipräsent schockierten Stoner in Bredouillen, die Mutationen bilden - Szenenmutationen, bevor Szenen auserzählt sind. Man kommt nicht dazu, sich aufzuregen, sein Resident Evil betreibe Pro-Life-Propaganda (dachte ich erst) oder unterminiere den T-Virus: Jede Szene provoziert ihre Parodie.
Formal hatte ich Spaß, Dariusz Wolski zu erleben. Long Shots, Anflüge von One Takes, dann paranoide, ruckartige, aber auch smoothe Bewegungen ... Das auf Situationen konzentrierte Drehbuch harmoniert zuweilen mit der raumgreifenden Kamera, deren "Raum" selten überhaupt verortbar scheint.
Am auffälligsten empfand ich demzufolge die geografische Nichtverortbarkeit der Landschaft, changierend zwischen amerikanischem Hinterland und, vermehrt, osteuropäischem Realismus (die Autos, die Straßen, die Häuser; die Menschenleere). Creggers und Wolskis Subjektivität, die Welt fragmentiert, um sie in Gestalt des Protagonisten hauptsächlich für ein Ziel zu überwinden, verrührt Anhaltspunkte definitiver Einordnung zu wahrem Horror, dem Horror des in eine fremde Welt Geworfenseins.
Ich hatte Angst vor dem Humor. Diese war mehr oder weniger unbegründet. Ich kam damit klar. Ich hätte es mir schlimmer vorgestellt. Kein, ohne Frage, wundersam intellektueller, höchsten Weihen gedenkender Humor, die Grenze zur Albernheit, zur Überreizung übertritt Cregger durchaus. Zach Cherry macht aber jeden Film gemütlicher (und auch, klar, lustiger)!
Man sollte den Film, der vor einem liegt, bewerten - nicht den, den man sich wünscht. Eine Ausnahme sei mir erlaubt. Mir hätte der Anfang, 30 Minuten ungefähr, auf 90 Minuten besser gefallen. Schnee, Spuren im Schnee, Laufen im Schnee, Erkunden im Schnee, rudimentäre Lichtquellen, Unkontrollierbarkeit, Ausweglosigkeit, Weite. Eben Hüttenhorror! Cregger geht später auf die Straße, ich fand jedoch, dass er dort die Atmosphäre zugunsten der Grobmotorik des Special-Effects-Teams abschwächt. Dazu das abrupte Ende (gefiel mir gar nicht).
Momentweise ein spitzenmäßig dampfender Hochleistungsunterhaltungstrip, unmittelbar auf dem Heimweg entschwand mir aber dieser wieder.
Ab und zu Big-Mac-Kino, ja, ich bin trotzdem der Meinung: Paul W. S. Anderson war formal doch sehr viel verwegener und radikaler, irgendwie vermisste ich (noch mehr) Persönlichkeit, Ikonografie und bleibende Eindrücke. {2,5/5 ❤️}