Gestern nach der Arbeit war mir mal wieder nach Kino. Wobei es heutzutage gar nicht mehr so einfach ist, am späten Nachmittag überhaupt einen passenden Film zu finden. In den glorreichen Zeiten der Kinos ging es teilweise schon um 14 Uhr los und gerade die 17 Uhr Schiene wurde ausufernd bespielt. Davon ist mittlerweile zumindest unter der Woche nicht mehr viel übrig.
So bin ich dann letztendlich bei Resident Evil gelandet. Der lief allerdings nur in 4DX, was ich eigentlich überhaupt nicht gebraucht hätte, in dem Fall aber alternativlos war.
Ein paar Sachen waren schon ziemlich cool. Wenn auf der Leinwand das Blut spritzt und man im Saal gleichzeitig feine Wasserperlchen abbekommt oder einem in der stürmisch kalten Winternacht plötzlich die Windgebläse ins Gesicht pusten, ist das irgendwie schon cool… An anderen Stellen war das ganze Gerüttel aber auch einfach nur nervig. Also ja, hätte ich nicht gebraucht, war dann halt so.
Zum Film selbst.
Ich hatte vorher schon einige Kritiken gelesen und muss sagen, ich wurde wirklich gut unterhalten. Zach Cregger hat da für meinen Geschmack insgesamt schon einiges richtig gemacht.
Mir hat zum Beispiel das Setting direkt zu Beginn gefallen. Diese tief verschneite Winterlandschaft, dazu die einsame Straße. Das hatte schon was und hat für mich auch sofort die richtige Stimmung erzeugt. Dazu fand ich auch die Musik beziehungsweise den Soundtrack wirklich stark. Nichts, was sich groß in den Vordergrund drängt, aber atmosphärisch hat das für mich sehr gut gepasst und gerade in einigen Szenen nochmal einiges ausgemacht.
Auch Austin Abrams als Bryan fand ich passend. Ich weiß, dass es da auch andere Meinungen gibt, aber für mich hat der funktioniert. Gerade weil er eben nicht wie der typische Actionheld wirkt, sondern eigentlich eher wie jemand, der mit der ganzen Situation ziemlich überfordert ist.
Es gibt auch einige Schmunzler im Film, die ich aber eigentlich fast immer solide/passend fand.
Und ganz ehrlich, so komplett abwegig fand ich manche Reaktionen gar nicht. Man versetze sich mal selbst in so eine Situation. Ich glaube, da würde man auch den ein oder anderen ziemlich dummen Spruch bringen oder irgendwas machen, bei dem andere anschließend sagen würden, wie kann man nur. Von daher hat mich das überhaupt nicht gestört.
Der Film nimmt auch ziemlich schnell Fahrt auf und hält das Tempo dann bis zum Schluss.
Normalerweise bin ich ja sowieso eher ein Freund von kürzeren Filmen und finde um die 100 Minuten meistens völlig ausreichend. Hier hätte ich mir ausnahmsweise aber vielleicht sogar noch zehn oder fünfzehn Minuten mehr gewünscht.
Das Ende beziehungsweise der Showdown ging mir etwas zu schnell und ich hätte mir da ehrlich gesagt eine andere Lösung gewünscht. Ohne jetzt zu spoilern, aber da wäre für mich noch ein bisschen mehr drin gewesen. Ist am Ende natürlich Geschmackssache.
Das ist eigentlich auch mein größter Kritikpunkt.
Mit den Spielen habe ich nur noch bedingt Berührungspunkte. Ich habe Resident Evil damals zu PS1 gespielt, aber das ist natürlich ewig her. Dementsprechend kann ich auch nicht beurteilen, wie viele Anspielungen da für Fans drinstecken oder was davon besonders nah an den Spielen ist.
Für mich hat der Film aber auch komplett für sich funktioniert.
Und das reicht mir ehrlich gesagt auch. Ich bin schon aus genügend Horrorfilmen enttäuscht aus dem Kino gegangen, bei denen ich mir danach gedacht habe, dass ich mir das eigentlich hätte sparen können. Das war hier definitiv nicht der Fall.
Ein Meilenstein ist RE sicher nicht. Aber ich wurde gut unterhalten, der Film war kurzweilig, teilweise schön blutig und hat mir deutlich mehr Spaß gemacht, als ich vorher erwartet hätte.
Von daher für mich auf jeden Fall ein gelungener Kinobesuch.
7/10