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Nicht übel. The Stand kommt - als Lesserlebnis - jener Reise im Buch nah. Danach fühlt man sich ... erschöpft.
Noch ist es nicht so weit, aktuell kann ich nicht genug bekommen und ärgere mich, ein eher langsamer Leser zu sein. *g* Mit etwa 30s/h wird es noch etwas dauern.


den Different Seasons haftet leider der "Makel" der medialen Überlagerung an: Die Texte wurden von den Filmen völlig ins Abseits gedrängt (dabei mag ich Apt Pupil auf dem Papier viel, viel mehr).
Findest du? Also Shawshank und Stand By Me finde ich in beiden Formen absolut gleichwertig. Den Film zu Apt Pupil kenne ich nicht, ist aus Different Seasons aber mein absoluter Favorit. Absolut fiese und psychologisch verstörende Novelle.

Ich hege ein nostalgisches Verhältnis zu der Sammlung Everything's Eventual (Im Kabinett des Todes, 2002): erstes jemals gelesenes Stephen-King-Buch, und müsste ich eine seiner Kurzgeschichten nennen, die über allen anderen steht, dann wäre es The Man in the Black Suit. Findet sich dort. Gern notieren.
Steht griffbereit im Regal, ist notiert. :smiley:

Nach meiner Leseerfahrung, wonach ich bekanntlich mit einer Kurzgeschichtensammlung aus einer für King künstlerisch schwierigen Phase Anfang der Nullerjahre (nach seinem Unfall) begann und danach kreuz und quer den Kanon (70er/80er) abarbeitete: klar ersteres. Ich kenne es nicht anders. Gut daran ist, dass Kings Karriere selbst Sprünge zulässt, man kann sich quasi das raussuchen, zu dem man eher neigt. Seien es die Klassiker, die Epen, die obskuren Zwischenstücke (The Girl Who Loved Tom Gordon, Colorado Kid etc.), seine feministische Phase (90er), seine "Holly-Phase" (der Ausflug in den Krimi), den Richard-Bachmann-Neo-Noir (Roadwork :liebe:) oder Sachbücher und Kollaborationen (mit Peter Straub, Owen King).
Kings Karriere hat sich mehrfach transformiert; heute, wie mir scheint, wird er als Chronist amerikanischer Befindlichkeiten endlich verstärkt feuilletonistisch wahrgenommen. Ich finde, insbesondere die Phase zwischen 2006 (Lisey’s Story) und 2013 brachte erstaunliche (Spät-)Meisterwerke hervor, durch die sich King noch einmal veränderte.
Tipps: Duma Key (2008), 11/22/63 (2011; Top 3-5!) und Joyland (2013). In den letzten Jahren bin ich kritischer mit King, trotzdem lockt er mich noch immer.
Merci! Also was auch @Noir020 sagt. Dann werde ich da definitiv nach Gefühl gehen und weniger pedantisch nach Publikation. Zu letzterem neige ich ja manchmal, einfach um die Entwicklung nachvollziehen zu können und quasi ein Erlebnis zu simulieren, als wäre ich von Anfang an dabei gewesen. Hat definitiv etwas für sich, sorgt aber hin und wieder auch dafür, dass ich mich Dingen widme, für die ich zu jenem Zeitpunkt eher weniger in Stimmung bin, was den Werken dann auch nicht gerecht wird.

Witzig, durch die musste ich mich ein wenig quälen. :biggrin: Bei Christine bin ich #TeamCarpenter und bevorzuge, ein seltener Fall, den Film. (Selbst sein zweiter "Autohorrorroman" From a Buick 8 war nicht meins.)
Den Film mag ich auch sehr, sehr gerne. Mein mangelndes Interesse rührt auch natürlich daher, dass ich Autohorror wohl sehr schwierig über das Medium Buch zu transportieren finde, aber irgendwann sind die natürlich trotzdem dran.
 
Nicht übel. The Stand kommt - als Lesserlebnis - jener Reise im Buch nah. Danach fühlt man sich ... erschöpft.
Noch ist es nicht so weit, aktuell kann ich nicht genug bekommen und ärgere mich, ein eher langsamer Leser zu sein. *g* Mit etwa 30s/h wird es noch etwas dauern.


den Different Seasons haftet leider der "Makel" der medialen Überlagerung an: Die Texte wurden von den Filmen völlig ins Abseits gedrängt (dabei mag ich Apt Pupil auf dem Papier viel, viel mehr).
Findest du? Also Shawshank und Stand By Me finde ich in beiden Formen absolut gleichwertig. Den Film zu Apt Pupil kenne ich nicht, ist aus Different Seasons aber mein absoluter Favorit. Absolut fiese und psychologisch verstörende Novelle.

Ich hege ein nostalgisches Verhältnis zu der Sammlung Everything's Eventual (Im Kabinett des Todes, 2002): erstes jemals gelesenes Stephen-King-Buch, und müsste ich eine seiner Kurzgeschichten nennen, die über allen anderen steht, dann wäre es The Man in the Black Suit. Findet sich dort. Gern notieren.
Steht griffbereit im Regal, ist notiert. :smiley:

Nach meiner Leseerfahrung, wonach ich bekanntlich mit einer Kurzgeschichtensammlung aus einer für King künstlerisch schwierigen Phase Anfang der Nullerjahre (nach seinem Unfall) begann und danach kreuz und quer den Kanon (70er/80er) abarbeitete: klar ersteres. Ich kenne es nicht anders. Gut daran ist, dass Kings Karriere selbst Sprünge zulässt, man kann sich quasi das raussuchen, zu dem man eher neigt. Seien es die Klassiker, die Epen, die obskuren Zwischenstücke (The Girl Who Loved Tom Gordon, Colorado Kid etc.), seine feministische Phase (90er), seine "Holly-Phase" (der Ausflug in den Krimi), den Richard-Bachmann-Neo-Noir (Roadwork :liebe:) oder Sachbücher und Kollaborationen (mit Peter Straub, Owen King).
Kings Karriere hat sich mehrfach transformiert; heute, wie mir scheint, wird er als Chronist amerikanischer Befindlichkeiten endlich verstärkt feuilletonistisch wahrgenommen. Ich finde, insbesondere die Phase zwischen 2006 (Lisey’s Story) und 2013 brachte erstaunliche (Spät-)Meisterwerke hervor, durch die sich King noch einmal veränderte.
Tipps: Duma Key (2008), 11/22/63 (2011; Top 3-5!) und Joyland (2013). In den letzten Jahren bin ich kritischer mit King, trotzdem lockt er mich noch immer.
Merci! Also was auch @Noir020 sagt. Dann werde ich da definitiv nach Gefühl gehen und weniger pedantisch nach Publikation. Zu letzterem neige ich ja manchmal, einfach um die Entwicklung nachvollziehen zu können und quasi ein Erlebnis zu simulieren, als wäre ich von Anfang an dabei gewesen. Hat definitiv etwas für sich, sorgt aber hin und wieder auch dafür, dass ich mich Dingen widme, für die ich zu jenem Zeitpunkt eher weniger in Stimmung bin, was den Werken dann auch nicht gerecht wird.

Witzig, durch die musste ich mich ein wenig quälen. :biggrin: Bei Christine bin ich #TeamCarpenter und bevorzuge, ein seltener Fall, den Film. (Selbst sein zweiter "Autohorrorroman" From a Buick 8 war nicht meins.)
Den Film mag ich auch sehr, sehr gerne. Mein mangelndes Interesse rührt auch natürlich daher, dass ich Autohorror wohl sehr schwierig über das Medium Buch zu transportieren finde, aber irgendwann sind die natürlich trotzdem dran.
Interessant wie King wohl auf dich jetzt wirken wird.

Ich habe mit King sehr früh angefangen. Also vor 35 Jahren.
Ich kenne es demzufolge nicht anders als seine Romane chronologisch zu lesen.
"The Stand" war gleich mein erster Roman von ihm und meiner Meinung nach ist es auch einer seiner Besten. Es ist auch mein Lieblingsroman von ihm. Ich hatte das Buch tatsächlich nochmal in der Pandemie gelesen und irrwitzigerweise hat es mir Trost gespendet.

"Christine" finde ich einfach nur fürchterlich und hier bin ich ganz bei @Der Philosoph Der Film sagt mir mehr zu.
"It" ist natürlich noch ein Riesenhighlight in Kings oeuvre. Das man nicht auslassen sollte.

Ich finde du solltest unbedingt seine Kurzgeschichtensammlungen mitnehmen.
Gerade "Nightmares and Dreamscapes," zu deutsch "Alpträume" und der Kurzgeschichtensammelband "Blut" der auch "Der Nebel" enthält. Sind für mich absolute Highlights in Kings Schaffen.

Die Spätphase ab ca. 2006 mit "Lisey’s Story", "Duma Key", "Under the Dome", und natürlich "11/22/63" (Der Anschlag) finde ich auch noch mal richtig stark.

Die Holly Gibney Romane nerven mich auch und den neusten lasse ich aus.

Zu der "Dark Tower"-Reihe:

Entweder kann man damit nicht viel anfangen oder man liebt es. Ich liebe es. Das ist mein "Herr der Ringe".
"Schwarz und "Drei" waren direkt meine nächsten Romane nach "The Stand" also Roman 2 und 3.
Ich gehöre zu den Fans die Jahrzehnte lang auf die Fortsetzungen warten mussten und gebangt hatten, ob die Reihe überhaupt beendet werden wird. Tatsächlich gibt es dann auch einen leichten stilistischen Bruch in den Büchern. Bedingt durch die lange Pause. Die ersten drei Teile sind für mich auch die stärksten. Sie gehören zu meiner Literatursozialisation dazu und sind auch sehr stark Nostalgie behaftet.
 
Interessant wie King wohl auf dich jetzt wirken wird.
Ach, ich fühle mich da jetzt schon ganz daheim. Die alten Verfilmungen mochte ich schon immer, das heimelige Gefühl, das vor allem durch diese sehr echt wirkenden Charaktere entsteht, ist natürlich auch in den Büchern da. Seine absolute Stärke.

Ich finde du solltest unbedingt seine Kurzgeschichtensammlungen mitnehmen.
Gerade "Nightmares and Dreamscapes," zu deutsch "Alpträume" und der Kurzgeschichtensammelband "Blut" der auch "Der Nebel" enthält. Sind für mich absolute Highlights in Kings Schaffen.
Keine Sorge, durch einen Anflug von Wahnsinn bin ich gerade schon am Anhäufen und stapele aktuell alle US Erstauflage der Taschenbuchausgaben hier in der Ecke. Aktuell ist noch einiges auf dem Weg und letzten Endes wird hier wahrscheinlich bis Sommer sein komplettes Schaffen stehen.
Übertrieben? Ach was.... :lol:

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Ich will noch ein wenig Liebe für Christine da lassen, mir gefällt der Roman tatsächlich besser, Carpenters Film ist aber auch nicht zu verachten. (Carpenter ist aber generell ein Regisseur, mit dem ich mich schwer tue. Klar sein The Thing ist großartig, aber...) Gleich zwei unpopuläre Meinungen. ^^

Es gibt aber einige sehr ordentliche King Verfilmungen und für King Ultras folgt nun eine weitere unpopuläre Meinung, ich mag The Shining nicht, aber finde Kubricks Interpretation großartig. :D Duck und weg.
 
Ich bin auch seit über 30 Jahren King Leser, bzw. war es, aber nur kurz was zur Turm Reihe. "Schwarz" hatte sich für mich wirklich recht holprig und schlecht gelesen, was natürlich auch an der Veröffentlichung gelegen hat, da alle Kapitel über drei, oder vier Jahre geschrieben und dann als Roman herausgebracht wurden.

Mit "Drei" hatte mich King aber und ich habe Eddie, Susanna, Oy und Jake sehr gern auf ihrer Reise begleitet und für mich sah Roland übrigens auch immer wie Clint aus :liebe:
"Glas" ist etwas anders, aber eine sehr schöne Geschichte, mit dem Ende von "Wolfsmond", wo sich
King selbst in die Geschichte schreibt,
bin ich bis heute nicht warm geworden und hat mir den Zyklus doch etwas vermiest, obwohl das alles doch noch zufriedenstellend beendet wurde.

Da sollte aber jeder selbst seine Erfahrung machen, den Turm Zyklus zu lesen lohnt sich auf alle Fälle, unabhängig von den Anspielungen und Verweisen in Kings anderen Romanen.
 
Zuletzt bearbeitet:
(Carpenter ist aber generell ein Regisseur, mit dem ich mich schwer tue. Klar sein The Thing ist großartig, aber...) Gleich zwei unpopuläre Meinungen. ^^
Aber hallo, sowas von unpopulär. Für mich DER Regisseur, der aus B-Stoff A-Material macht.
Es gibt aber einige sehr ordentliche King Verfilmungen und für King Ultras folgt nun eine weitere unpopuläre Meinung, ich mag The Shining nicht, aber finde Kubricks Interpretation großartig. :D Duck und weg.
The Shining habe ich kürzlich gelesen. Den Film verehre ich, umso gespannter war ich, was das Buch bietet. Dieses mochte ich auch, war jedoch sehr anders und das Meisterwerk von Film aus dem Kopf zu bekommen war natürlich schwierig. Wo Kubricks Film psychologischer Horror mit Anschlag auf die Sinne ist, ist Kings Roman deutlich dramaorientierter und introspektiver, mit echteren Charakteren. Gerade die ganzen Geisterbahneinlagen des Hotels, wie die Heckentiere, haben für mich in dem Kontext gar nicht funktioniert. Ich fand das Buch schlussendlich gut, würde Kubricks Interpretation der Idee jedoch jederzeit vorziehen. *auch duck*
 
und der Kurzgeschichtensammelband "Blut" der auch "Der Nebel" enthält.
… den ich angesichts des Affen erst letztes Jahr wieder rauskramen musste! The Raft hatte mir obendrein ein Freund empfohlen, die Kurzgeschichte illustriert den früheren (mMn radikaleren) Stephen King echt treffend. WTF-Momente, wohin man sieht. The Word Processor of the Gods fasziniert mich auch. Definitiv lesenswert.

Ich gehöre zu den Fans die Jahrzehnte lang auf die Fortsetzungen warten mussten und gebangt hatten, ob die Reihe überhaupt beendet werden wird.
Da war ich besser dran, offensichtlich. Schulfeierabendlektüre vor vielen, vielen Jahren; während ich auf den Bus wartete, las ich die Reihe und hatte arge Probleme, ihn nicht zu verpassen. Das Schuljahr endete passenderweise mit der Hälfte von Band 7. Schwarz stellte ich sogar vor (Buchvorstellung). Das müsste auch die Zeit gewesen sein, in der ich das Weltbild-Abo bzgl. der Hardcover-Ausgaben hatte … Schöne Zeit.

ich mag The Shining nicht, aber finde Kubricks Interpretation großartig. :D
Du magst keine lebendig gewordenen Feuerwehrschläuche und Heckentiere?! :zwinker2: Kubrick wusste halt, warum er diesen Quatsch strich (wobei der US-Cut wieder näher sich der Vorlage annähert - Jacks Alkoholproblem etc.). Aber ja, … schwierig. Wäre wahrscheinlich nicht in meiner Top 10. Der (auf jeden Fall bessere) Film ist in seiner Herangehensweise als Abstraktion denn Adaption ein Unikat.
 
… den ich angesichts des Affen erst letztes Jahr wieder rauskramen musste! The Raft hatte mir obendrein ein Freund empfohlen, die Kurzgeschichte illustriert den früheren (mMn radikaleren) Stephen King echt treffend. WTF-Momente, wohin man sieht. The Word Processor of the Gods fasziniert mich auch. Definitiv lesenswert.
In der Sammlung war auch The Jaunt enthalten, eine meiner liebsten King Kurzgeschichten, zugleich eine wunderbare Hommage an Alfred Besters The Stars Are My Destination. Wunderbar creepy und gleichzeitig klassiche Science-Fiction. Gelesen hab ich sie erstmals in den Anthologien, die bei uns einige Geschichten aus den Twilight Zone Magazin versammelte, dort unter den Titel FTL.
Du magst keine lebendig gewordenen Feuerwehrschläuche und Heckentiere?!:zwinker2:
Das sogar weniger, es lag mehr an der Externalisierung des Bösen in das Hotel bzw. die verrückten Kausalitäten, Kubrick schafft es viel besser trotz des übernachtürlichen in der menschlichen Seele nach den Ursache zu suchen. Hier macht es sich King imo, genau wie bei The Stand zu einfach. Da bevorzuge ich doch Kings differenzierten Blick auf den Menschen, sein Spätwerk ist dahingehend irgendwie erhabener, dafür waren früher seine Ideen spannender und origineller.
Aber hallo, sowas von unpopulär. Für mich DER Regisseur, der aus B-Stoff A-Material macht.
Da können wir an anderer stelle nochmal drüber quatschen. :)
 
den ich angesichts des Affen erst letztes Jahr wieder rauskramen musste! The Raft hatte mir obendrein ein Freund empfohlen, die Kurzgeschichte illustriert den früheren (mMn radikaleren) Stephen King echt treffend. WTF-Momente, wohin man sieht. The Word Processor of the Gods fasziniert mich auch. Definitiv lesenswert.

"The Raft" ist tatsächlich eine meiner Lieblingskurzgeschichten von King.
King ist da so kraftvoll und kompromisslos bis zum Nihilismus.
 
In der Strafkolonie (1919, Franz Kafka)

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Ich habe alles von Kafka gelesen, seine Romanfragmente mehrfach. In der Strafkolonie wirkt anders: betont pervers(er), ungewohnt explizit wie politisiert. Noch viel mehr (Körper-)Alptraum als (Struktur-)Bürokratie. Auch der historische Kontext zwischen Kolonialismus und Dystopie ist nicht durchgängig diffus. Ich muss, wenn ich diese Erzählung lese, stets an Papillon (1973), an Foucaults Überwachen und Strafen (1975) denken. Man kann endlos querlesen, dem Text weitere voranstellen, ihn motivisch überlagern, erweitern und fortschreiben. Die Barbarei der Tradition (Offizier), der Entzauberungsanspruch der Aufklärung (Reisender), Rationalisierung per se, die insgeheim den Weg zu den Konzentrationslagern ebnen wird - ein moderner, postmoderner Konflikt. Schreiben, Performen. Taschentücher verknüpfe ich hiermit automatisch, der "Sprung" des Reisenden ist indes ein Spruch nicht nach vorn, sondern zurück. Ich hatte überdies immer das Gefühl, dass die Schublade, in die Kafka von Deutschlehrwerken und -lehrern gesteckt wird (Expressionismus, Moderne) nicht ausreicht, zu sehr arbeitet er einer darauf aufbauenden Weltbeschreibung zu. {5/5 ❤️}
 
Der Nachbar (2025, Sebastian Fitzek)

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Fitzek und ich werden in diesem Leben nicht mehr die allergrößten Freunde. Je nachdem, welches Setting er findet, das mich mal mehr, mal weniger packt, stimmt es: Kennste einen Fitzek, kennste alle Fitzeks. Immerhin: Man hat seine Bücher schnell durch, die mechanische, papierne Schreibe, die an jedes Kapitelende einen Cliffhanger setzt, setzen muss, leitet direkt zur nächsten Seite. Der Nachbar ist selbst für Fitzek-Verhältnisse allerdings ein schläfriger, uninspirierter Hitchcock'scher Beitrag zum Thema "Stalking". Geflissentlich sabotiert Fitzek die spannendsten Aspekte der Geschichte, zum Beispiel den Kriechkeller eines Hauses (leider für eine Spannungspassage ungenutzt) oder einen Serientäter, der Säure auf Babys verschüttet. Was mich zu Fitzek hinzieht, ist oftmals die Frage, welches Comedy-Gold er auf den letzten Metern kredenzt, mit welcher finalen "Überraschung" er ... "überrascht", wie er die Geschichte nach Gutdünken überlädt. Aber auch da holt der Roman nicht genügend raus, fast zu routiniert darf Fitzek nicht der Fitzek sein, für den ich, wenn ich muss, Partei ergreifen würde. Einmal im Jahr lasse ich mir das ja gefallen, Sebastian! {1-2/5}
 
den ich angesichts des Affen erst letztes Jahr wieder rauskramen musste! The Raft hatte mir obendrein ein Freund empfohlen, die Kurzgeschichte illustriert den früheren (mMn radikaleren) Stephen King echt treffend. WTF-Momente, wohin man sieht. The Word Processor of the Gods fasziniert mich auch. Definitiv lesenswert.

"The Raft" ist tatsächlich eine meiner Lieblingskurzgeschichten von King.
King ist da so kraftvoll und kompromisslos bis zum Nihilismus.

Mir fällt jetzt der Titel nicht ein, aber die Kurzgeschichte mit dem schiffbrüchigen Chirurgen, der sich selbst zu essen beginnt... Alter Falter! :50:
 
den ich angesichts des Affen erst letztes Jahr wieder rauskramen musste! The Raft hatte mir obendrein ein Freund empfohlen, die Kurzgeschichte illustriert den früheren (mMn radikaleren) Stephen King echt treffend. WTF-Momente, wohin man sieht. The Word Processor of the Gods fasziniert mich auch. Definitiv lesenswert.

"The Raft" ist tatsächlich eine meiner Lieblingskurzgeschichten von King.
King ist da so kraftvoll und kompromisslos bis zum Nihilismus.

Mir fällt jetzt der Titel nicht ein, aber die Kurzgeschichte mit dem schiffbrüchigen Chirurgen, der sich selbst zu essen beginnt... Alter Falter! :50:
Survivor Type
 
den ich angesichts des Affen erst letztes Jahr wieder rauskramen musste! The Raft hatte mir obendrein ein Freund empfohlen, die Kurzgeschichte illustriert den früheren (mMn radikaleren) Stephen King echt treffend. WTF-Momente, wohin man sieht. The Word Processor of the Gods fasziniert mich auch. Definitiv lesenswert.

"The Raft" ist tatsächlich eine meiner Lieblingskurzgeschichten von King.
King ist da so kraftvoll und kompromisslos bis zum Nihilismus.

Mir fällt jetzt der Titel nicht ein, aber die Kurzgeschichte mit dem schiffbrüchigen Chirurgen, der sich selbst zu essen beginnt... Alter Falter! :50:
Ja, die ist heftig.
 
Stephen King - The Stand (Complete & Uncut)

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Ich bin ein Mensch, der ungewisse Zeiten natürlich nicht mag, aber irgendwie doch so dieses gewisse innere Kribbeln schätzt, Weltgeschichte und verändernde Ereignisse live zu erleben, lebender Student und Zeuge der Conditio Humana zu sein. 9/11, Fukushima, Covid-19, Ukraine Überfall. Keine schönen Zeiten, aber immer wenn der Abgrund sich öffnet, kann ich kaum anders, als interessiert und erstaunt mit morbider Faszination in ihn hinein zu starren. Die Luft ist wie elektrisiert.

Und so ist es wenig erstaunlich, dass mir an The Stand, aufgeteilt in Book I, Book II und Book III, der Beginn in Book I durchaus am Besten gefallen hat, denn da vereint sich so einiges was eben in mir dieses Kribbeln auslöst.
Späterhinaus bekommt das Buch dann deutlich religiösere Untertöne, über die ich etwas hinwegkommen, vielleicht sogar hinwegschauen, musste. Aber da es sich um Fiktion und Phantastik handelt muss ich
einen personifizierten Teufel wie Randal Flagg und Gottes Sprachrohr Mother Abagail
nun auch nicht kritischer sehen als einen Sauron oder Gandalf. Das Buchcover suggeriert dies ja schon. Weiß gegen Schwarz.

Dass King seine Enden nicht immer sauber landet war mir bewusst und so habe ich auch da nichts großes erwartet. Es verhält sich ähnlich wie mit Herr der Ringe, die Reise ist der Hauptfokus der Geschichte und das Ende franst dann etwas aus,
speziell die Sache mit der Atombombe. Ich weiß aber selbst nicht, was ich anders gemacht hätte.
ist aber nicht das, was in Erinnerung bleibt,
sondern Dinge wie der Tunnel durch den Larry geht; Frannie, die ihren Vater begräbt; Harold, der Frannies Tagebuch findet; Lloyd, der zum Kannibalen wird..."
Wobei ich Kings kritischen Subtext schätze,
Stu und Frannie die Free Zone in Boulder verlassen zu lassen und sich darüber zu wundern, ob es so gut sei, eine neue Gesellschaft aufzubauen, die in ihren Regeln und Normen die alte Gesellschaft spiegelt - weswegen sie überhaupt mitunter zu Grunde gegangen ist. Und mit "Life was such a wheel that no man could stand upon it for long. And it always, at the end, came round to the same place again." schließt King das Buch dann auch pessimistisch ab.

Ich habe im Nachhinein natürlich auch noch recherchiert, was der Originalversion fehlte und
eigentlich halte ich das Meiste für unverzichtbar, bis auf das längste Kapitel des Buchs: 50 Seiten Trashcan Man und The Kid. Ich habe sie mit großer Ablehnung gelesen und das wäre wirklich besser in der Ablage-P geblieben. Die anderen, introspektiveren Charaktermomente so wie die Zoom Out Kapitel über weitere Schicksale von random Menschen, während der Captain Trips Pandemie, fand ich alle super.

Da mich das Buch doch sehr gefesselt hat, konnte ich die 1141 Seiten in zwei Wochen verschlingen und da ich manchmal kaum genug bekommen konnte, habe ich mit Hilfe des Hörbuchs sogar vorm Schlafen und auf Autofahrten weiter gemacht. Tatsächlich auch mein erster Ü-1000er und was für einer.
 
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Und so ist es wenig erstaunlich, dass mir an The Stand, aufgeteilt in Book I, Book II und Book III, der Beginn in Book I durchaus am Besten gefallen hat, denn da vereint sich so einiges was eben in mir dieses Kribbeln auslöst.
Späterhinaus bekommt das Buch dann deutlich religiösere Untertöne, über die ich etwas hinwegkommen, vielleicht sogar hinwegschauen, musste. Aber da es sich um Fiktion und Phantastik handelt muss ich
Stephen King ist in einen methodistischen Haushalt aufgewachsen und auch nach eigenen Angaben ein gläubiger Mensch, ich hab mal den Kommentar über King gelesen das ich mal folgend paraphrasiere: Stephen King ist buchstäblich C. S. Lewis mit Sex, Gewalt und Flüchen. Kurz zur Einordnung: C.W. Lewis war unter dem Einfluss von u.a. J.R.R. Tolkien vom Atheisten zu einen der eifrigsten christlichen Apologeten seiner Zeit entwickelt, was sich auch stark in seinen Chroniken von Narnia wiederspiegelte, so unverscheleiert das Tolkien diesen Umstand auch kritisch kommentierte. Dem Vergleich mit Lewis würde ich aber stark widersprechen, denn Kings Religiösität und Verarbeitung von religösen Themen ist vorhanden, er hat The Stand auch als amerikanische Version vom Herr der Ringe (Auch eine stark von christlichen Motiven geprägte, allegorisch verpackte Geschichte) und als dunkle Geschichte des Christentum bezeichnet. Kings Werk ist aber auch von theistisch-kritischen und links-liberalen Elementen durchzogen, deswegen würde ich ihn eher mit Phillip Pullman vergleichen, dessen His Dark Materials ja eine kritische intertextuelle Antwort auf Chroniken von Narnia ist, der den Glauben bejaht, aber institutionalisierter Religion und ihre autoritären Marchstrukturen aufs schärfste kritisiert und der absoluten Unterordnung unter Gott ein freiheitliches humanistisches Gegenangebot offeriert. Das seh ich so auch bei King, wesewegen ich auch als bekennender Atheist viel Freude an seinen Werk habe, auch wenn kaum verklausuliert. Bei The Stand empfinde ich die Aufweichung des grandiosen Beginn durch das simple Gut/Böse Schema bedauerlich, ich mag aber auch wie du den dann doch überraschend gedämpften Schluss. Das erste Drittel ist aber zweifelsfrei ganz große amerikanische Gegenwartsliteratur, da will ich auch keine einzige Zeile der erweitrerten Fassung missen.
 
Und so ist es wenig erstaunlich, dass mir an The Stand, aufgeteilt in Book I, Book II und Book III, der Beginn in Book I durchaus am Besten gefallen hat, denn da vereint sich so einiges was eben in mir dieses Kribbeln auslöst.
Späterhinaus bekommt das Buch dann deutlich religiösere Untertöne, über die ich etwas hinwegkommen, vielleicht sogar hinwegschauen, musste. Aber da es sich um Fiktion und Phantastik handelt muss ich
Stephen King ist in einen methodistischen Haushalt aufgewachsen und auch nach eigenen Angaben ein gläubiger Mensch, ich hab mal den Kommentar über King gelesen das ich mal folgend paraphrasiere: Stephen King ist buchstäblich C. S. Lewis mit Sex, Gewalt und Flüchen. Kurz zur Einordnung: C.W. Lewis war unter dem Einfluss von u.a. J.R.R. Tolkien vom Atheisten zu einen der eifrigsten christlichen Apologeten seiner Zeit entwickelt, was sich auch stark in seinen Chroniken von Narnia wiederspiegelte, so unverscheleiert das Tolkien diesen Umstand auch kritisch kommentierte. Dem Vergleich mit Lewis würde ich aber stark widersprechen, denn Kings Religiösität und Verarbeitung von religösen Themen ist vorhanden, er hat The Stand auch als amerikanische Version vom Herr der Ringe (Auch eine stark von christlichen Motiven geprägte, allegorisch verpackte Geschichte) und als dunkle Geschichte des Christentum bezeichnet. Kings Werk ist aber auch von theistisch-kritischen und links-liberalen Elementen durchzogen, deswegen würde ich ihn eher mit Phillip Pullman vergleichen, dessen His Dark Materials ja eine kritische intertextuelle Antwort auf Chroniken von Narnia ist, der den Glauben bejaht, aber institutionalisierter Religion und ihre autoritären Marchstrukturen aufs schärfste kritisiert und der absoluten Unterordnung unter Gott ein freiheitliches humanistisches Gegenangebot offeriert. Das seh ich so auch bei King, wesewegen ich auch als bekennender Atheist viel Freude an seinen Werk habe, auch wenn kaum verklausuliert. Bei The Stand empfinde ich die Aufweichung des grandiosen Beginn durch das simple Gut/Böse Schema bedauerlich, ich mag aber auch wie du den dann doch überraschend gedämpften Schluss. Das erste Drittel ist aber zweifelsfrei ganz große amerikanische Gegenwartsliteratur, da will ich auch keine einzige Zeile der erweitrerten Fassung missen.
Ja, bedauerlich trifft es wohl am ehesten. :biggrin:
Aber das ist wohl sicher persönliche Prägung und Überzeugung die da mit reinspielt, weswegen ich meinen Missmut darüber auch nicht mehr Bedeutung beimessen möchte als nötig. King bietet inhaltlich genug, und präsentiert das für mich Kritische auch so, dass es mich nicht stört. Muss man erst mal schaffen. Die Herr der Ringe Parallelen sind auch schon der Wahnsinn. Speziell Trashcan Man, den man quasi als Gollum der Geschichte betrachten kann. :biggrin:
 
Kings Tochter ist auch Priesterin. Ich bilde mir ein da immer eine gehörige Portion Zweifel und Kritik raus zu lesen, was Glaube im Allgemeinen angeht.
Ich hätte ihn eher als Agnostiker verortet. Vielleicht will er aber auch sein Tochter nicht beleidigen :D.
 
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