Man darf halt nicht bei Ticketmaster schauen.
Das sind aber keine speziellen Ticketmaster-Preise, sondern die offiziellen von Eventim in diesen gezeigten Reihen. Und die sind auch offiziell benannt nach Sonderkategorien.
Entschuldige, die Grafik habe ich gar nicht mit Eventim in Verbindung gebracht und selber nur die "normalen" Kategorien gesehen, wie auf dem Bild zu erkennen. Die anderen Plätzen laufen ja unter VIP und Premium-Kategorien. So genau hatte ich da nicht nachgeschaut, weil mich das Konzert nicht interessiert. Es wird aber immer Leute geben, die das bezahlen können und wollen. Das ist doch irgendwie das Verrückte. Kleine Bands haben Probleme, die Hallen so voll zu bekommen, daß es sich zu spielen lohnt und die großen bekommen die überteuerten Tickets aus der Hand gerissen.
Die ganzen verschiedenen Ticket-Pakete sind halt keine schöne Entwicklung. Es steht nicht mehr der größte Fan in der ersten Reihe, der tagelang ansteht, sondern der, mit dem meisten Geld. Hat mich letztes Jahr bei
Sabaton gestört. Es gab Early-Entry-Tickets und First-Entry-Tickets. Dazu noch spezielle Sitzplätze für weit über 200,00€. Wenn ich keine vernünftigen Karten für einen verünftigen Preis bekommen hätte, hätte ich verzichtet. Muß man halt selber für sich von Konzert zu Konzert entscheiden, auch wenn es manchmal ärgerlich ist.
Mindestens genau so genervt wie über die Preise bin ich darüber, dass es in Deutschland nur Sitzplätze gibt. Aber der Altersschnitt wird sicher bei 60 oder so liegen. In Amsterdam gibt's immerhin Steher. Noch ist bei einem Konzert sitzen definitiv keine erstrebenswerte Erfahrung für mich, dem Live Genuss zu fröhnen. Ich bewege mich gerne, recke die Faust und singe auch gerne mit. Konzerte sind so eher eine lebendige Erfahrung als statisch auf dem Sitz.
Ich finde auch, daß Stehkonzerte anders und intensiver sind. Man ist wirklich dabei, macht mit. Ist schon emotional ein anderes Erlebnis, als auf einem Sitzplatz genüßlich bespaßt zu werden. Trotzdem muß ich gestehen, daß wir uns langsam immer öfter nach Sitzplätzen umsehen. Das stundenlange Anstehen vorher, um nach vorne zu kommen, dann das stundenlange Anstehen in der Halle. Dann muß man alles mit Arbeit und Familie auf die Reihe bekommen, was bei uns in den letzten Jahren schwerer geworden ist. Und meine Freundin ist einen Kopf kleiner als ich und wir hatten schon Konzerte, von denen sie nichts gesehen hat. Dafür ist das Geld dann auch zu schade, nur um in der Menge zu stehen und eine gute Ausrede für Sitzplätze.

Zum Ausgleich besuchen wir aber genug kleine Konzerte in Clubs, da sind wir dann voll (vorne) mit dabei, damit sie was sieht. Blaze Bayley kommt dieses Jahr wieder zu uns und will nur 30,00€, daß drückt den Durchschnitt unserer Ticketpreise dann wieder nach unten und macht das Hobby (mal noch) bezahlbar.