Ich war Ende September sehr umtriebig.
Zuerst war ich bei
Blaze Bayley, den ich leider das letzte Mal verpaßt habe, als er bei uns in Siegen gespielt hat. Zum ersten Mal hat er den kleinen Club ausverkauft und will nächstes Jahr an zwei Abenden spielen.
Vielleicht lag es daran, daß er hauptsächliche Lieder aus seiner Maiden-Zeit und nur vier eigene Lieder gesungen hat. Ich habe direkt an der Bühne gestanden und hätte mit der Nase Bass spielen können. Die haben zweieinhalb Stunden durchgespielt. Es wurde amtlich warm und feucht im Vortex. Was nicht zuletzt an Blaze und der spielfreudigen Band (Absolva) lag.
Das richtige Konzert, um sich den Alltagsfrust aus dem Schädel zu bangen.
Ein paar Tage später ging es nach Mannheim.
Bülent Ceylan hat mit seiner Band sein zweites Metal-Album vorgestellt. Angenehm am Balkon in der ersten Reihe gesessen. Alles im Blick und entspannter als das vorangegangene Konzert. Mir gefällt das neue Album besser, als sein Debut. Vielleicht, weil man sich an seinen Stil, inklusiver seiner deutschen Texte, gewöhnt hat. Mit seiner jungen Band hat er fast zwei Stunden gespielt und dabei fast das komplette neue Album durch, plus ein paar Lieder vom ersten. Man hat ihm angesehen, daß er mit Herzblut dabei ist. Wir hatten vergebens auf Doro als Special Guest gehofft. Tat dem Konzert aber keinen Abbruch, die Fahrt nach Mannheim hat sich gelohnt. Bülent macht auch als Musiker Spaß.
Lustigerweise hat meine Kollegin den Gitarristen ein paar Tage später bei Beatrice Egli live gesehen.
Einen Tag später war ich schon wieder unterwegs und stand in der Schlange, um mir eine Band anzuschauen, von der ich sieben Wochen vorher noch nichts gehört hatte. Die finnische Band
Poets of the Fall gaben in Köln ein ausverkauftes Konzert. Wenn eher unbekannte Bands Hallen ausverkaufen, sind meistens nur Fans vor Ort. Und ich, dieses Mal. Die haben Musik zu Computerspielen gemacht und sind daher auch einer Zielgruppe bekannt, zu der ich nicht gehöre. Mich hat ein Feunde Ende Juli auf die Band aufmerksam gemacht und mir gefallen die Alben sehr gut. Sehr abwechslungsreich und wecken oft Assoziationen mit anderen Bands/Liedern, behalten dabei aber irgendwie ihren eigenen Sound.
Die Stimmung in der Kantine war super. Die Finnen wurden regelrecht abgefeiert. Der Sänger hielt sich mit Ansagen zurück und nach siebzig Minuten wurden schon die Zugaben eingeleitet. Tolles Konzert und eine tolle Setlist, mit zwei Ausnahmen. Weiß nicht, warum man bei knapp neunzig Minuten zwei Instrumentalstücke spielen muß. Tat aber der Stimmung keinen Abbruch und mit "Carnival of Rust" vom gleichnamigen Album, das sein zwanzigstes Jubiläum feiert, war dann Ende. Ich würde wieder hingehen.

Dann war der Urlaub rum und ich mußte wieder arbeiten gehen. Aber die beiden nächsten Konzerte sind in Sichtweite.
