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Kings Tochter ist auch Priesterin. Ich bilde mir ein da immer eine gehörige Portion Zweifel und Kritik raus zu lesen, was Glaube im Allgemeinen angeht.
Ich hätte ihn eher als Agnostiker verortet. Vielleicht will er aber auch sein Tochter nicht beleidigen :D.
King war ja auch zeitlebens kritisch mit Religion auseinander gesetzt, aber das hat mit seinen ganz persönlichen Glauben ja erstmal nichts zu tun. Ein Agnostiker ist er jedenfalls nicht, er hat sich 2014 ausführlicher zu diesen Themen geäußert.

 
Zumindest habe ich heute The Dead Zone angefangen und in den ersten 100 Seiten nimmt er schon mal ordentlich eine Baptistin auseinander, die sich für 100$ eine Stück von Jesus Kreuz kauft und auf den Messias im UFO hofft. *g*
 
Heute Midnight in the Garden of Good and Evil von John Berendt in der Nachmittagssonne beendet und anschließend den Clint Eastwood Film geschaut. Der Roman ist ganz große klasse und man fühlt sich von Anfang an in das schwülwarme Savannah in Georgia versetzt. In der ersten Hälfte des Buches werden erstmal allerlei exzentrische Charaktere eingeführt und das Leben in diesem überschaubaren Städtchen beleuchtet bis es zu einem Todesfall kommt. Danach entwickelt sich das ganze zum Gerichtsdrama das sich im Buch über 8 Jahre und 3 Revisionen des Gerichtsurteils zieht. Der Leser ist zu diesem Zeitpunkt gefühlt Teil der Gesellschaft um die es sich dreht und das Lesen macht so sehr großen Spaß.
Und so sehr ich Eastwood schätze hat er mit seinem Film, trotz ausgezeichneter Besetzung, nicht den Ton getroffen den ich erwartet hatte. Zudem lässt er gefühlt 2/3 der Handlung bzw. des zeitlichen Geschehens unter der Tisch fallen trotz der stattlichen Laufzeit von 150 Minuten. Für Spacey und Cusack-Fans kann man den Film empfehlen und vereinzelte Szenen und Zitate sind auch gut umgesetzt. Für alle anderen empfehle ich es sich in der Sonne (mit einem alkoholischen Getränk wie das in Savannah so üblich ist) gemütlich zu machen und die 400 Seiten wegzulesen. Die Zeit vergeht wie im Fluge.
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When the Wolf Comes Home (2026, Nat Cassidy)

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Stephen King empfiehlt diesen, nun ja, "Werwolfroman". Wenn King, Tarantino und Konsorten Empfehlungen aussprechen, dann beharre ich naturgemäß auf (m)einer Grundskepsis. Diesmal sollte der Meister gleichwohl Recht behalten, und das machte mich traurig: Ich warte seit einiger Zeit auf den Moment, dass Stephen King himself wieder zu einem Roman wie When the Wolf Comes Home findet, zu jener bestechenden Richard-Bachman-Lakonie und verspielten Unvorhersehbarkeit. Man ahnt es - das metaphorisch und symbolisch zunächst ausgetretene Sujet der Werwolfsverwandlung, die an eine toxische, gewalttätige Vaterfigur gekoppelt ist (ich gähne laut!), sprengt sukzessive den Rahmen der Geschichte, in der (kleine, große) Angst den Motor ihrer Finten darstellt. Es fällt mir nicht leicht, darüber zu schreiben, ohne die (unzähligen) Finten zu verraten. So viel aber: Wer einem ungleichen Duo von der West- zur Ostküste folgen möchte, im Kofferraum hat es magische Kräfte verstaut, ein Werwolf, dessen kleinstes größtes Übel, sucht es heim, dem sei When the Wolf Comes Home ans Herz gelegt. Nicht viel drüber lesen, reingehen. Es wird halsbrecherisch, tragisch, und selbstverständlich unterhaltsam! {4/5 ❤️}
 
The Last Yakuza

Schon mit seinem ersten Buch, Tokyo Vice, konnte mich der Reporter Jake Adelstein begeistern und auch dieses Werk fand ich ziemlich lesenswert. Adelstein erzählt hier anhand des fiktiven Mafiosi Saigo die Geschichte der Yakuza in Japan, komzentriert sich dabei aber vor allem auf die Verbände abseits der großen Yamaguchi-gumi.
 
Fast an einem Tag durchgelesen. Wirklich interessante Geschichten über ihn, die Filmwelt und Hollywoodstars. Witzig, traurig und mit einem Blick hinter die Kulissen der Promiwelt. Er spricht auch über seine misslungenen und skandalösen Auftritte im deutschen Fernsehen.
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Link: https://youtu.be/YUeFSqt3_bg
 
Billy Summers (2021, Stephen King)

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Anfänglich ein Destillat aus The Dead Zone (1979) und 11/22/63 (2011), anschließend verfeinert Stephen King diese mehrmals sich transformierende, rührende Geschichte wortwörtlich literarisch. Es zieht den Protagonisten Billy Summers, ein Auftragskiller, schließlich in den Irak, ins Schreiben, ins Schaffen von Welt. Während sein letzter Job indirekt (finanziell) schiefgeht, trifft er folgenschwere Entscheidungen - die eine ist, dass er sich zwischenmenschlich wider Willen verausgabt. Letzter Job, Rache eben: Mich hat Billy Summers seit Erscheinen kalt gelassen. Schon wieder! Falsch gedacht, ich leiste Abbitte. Aus Kings (naturalistischerer) Werkphase, den Thriller umzugestalten, sticht dieser heraus. Jeder Leser, jeder alte, neue King-Leser, wird darin bedient. (Ab-)Warten, aber auch (Weg-)Bewegen erlangt Bedeutung, die narrativen Schichtungen (Identitäten, Rollen; Billy stellt sich "dumm", damit ihn seine Auftraggeber unterschätzen) verpassen dem Neo-Noir ein Upgrade. Ich war nicht von allem angetan. Kriegsliteratur langweilt mich tendenziell, nachgerade durchgeprügelt wirkt der Hintermann wie dessen Hintergrund. Dass ich allerdings noch einmal behaupten werde, mich zu Heckentieren hingezogen zu fühlen ... {3,5/5}

...

// Wenn der Roman die ersten 200 Seiten zu den restlichen 700 verlängert hätte, in denen Billy die Nachbarschaft kennenlernt und sich in seine Umgebung einfügt, wäre das der beste King ever geworden!
// Dran denken: Schreiben ist (Welt-)Heilung!
 
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