ja dann kann ich mir aber auch die 2D Fassung anschauen
Wenn du bei einem Film mehr 3D willst als in der Realität, musst du dir Animation ansehen, die auf entsprechende Effekte getrimmt ist.
ne ich will nicht unbedingt mehr 3D als in der Realität, ich sage nur dass ich Titanic lieber in 2D schaue weil das letzte Drittel eh zum Großteil aus Fernaufnahmen besteht, wo die 3D Brille für mich keinen wirklichen nutzen hat.
Wie man dagegen den erstklassigen konvertierten Jurassic Park als so-la la bezeichnen kann, endzieht sich absolut meinem verständnis. Geradezu meisterhafte Plastizität bis zum Abspann!
Die Szene als Tim mit dem Auto im Baum hängt, bringt mich jedes mal wieder zum Staunen.
Aber ja, ich habe mir auch schon Filme nur wegen dem 3D effekt geholt wenn ich gehört habe die sollen spektakulär aussehen. Natürlich nur wenn mich die Filme interessieren.
Als nächstes dann „Minions & Monster“ auf der AVP. Den würde ich mir nur mal „irgendwann“ ansehen wenn er nur 2D erscheinen würde. Aber so wird er direkt gekauft
Ich glaube, wir reden hier über drei völlig unterschiedliche Qualitätsstufen.
T2 halte ich als 3D-Konvertierung tatsächlich für schlecht. Da fehlt mir über weite Strecken eine überzeugende räumliche Durchzeichnung. Vieles wirkt wie ausgeschnittene 2D-Ebenen, die lediglich in unterschiedlichen Abständen hintereinander angeordnet wurden. Genau dieser „Pappaufsteller-Effekt“ ist für mich das Gegenteil von gutem stereoskopischem 3D. Außerdem hat er extrem viele Nachtaufnahmen, harten Blaustich, Rauch, Mündungsfeuer und chromatische Aberrationen der damaligen Linsen. Das führt bei einer Konvertierung unweigerlich zu unsauberen Kanten und Artefakten. Das Budget für die 3D-Konvertierung in 2017 lag bei schätzungsweise
6 bis 7 Millionen Dollar – also nur rund einem Drittel von
Titanic.
Jurassic Park ist da schon besser. Da funktioniert die Tiefenstaffelung häufiger und es gibt durchaus Einstellungen, die räumlich überzeugen. Aber auch dort sieht man immer wieder die Grenzen einer nachträglichen Konvertierung. Er lebt von schnellen Schnitten im strömenden Regen und absoluter Dunkelheit. Regenpartikel und peitschenförmige Blätter im Dschungel lassen sich nachträglich kaum fehlerfrei in eine echte Z-Tiefe setzen. Das Ergebnis ist oft der berüchtigte „Karton-Effekt“ (flache Layer vor flachen Hintergründen). Er wurde in nur knapp
9 Monaten durchgepeitscht, um pünktlich zum 20. Jubiläum im Kino zu laufen. Interessanterweise war es sogar so, dass Steven Spielberg die Rohfassung von
Titanic 3D sah, absolut begeistert war und daraufhin genau dieselbe VFX-Firma (
Stereo D) für
Jurassic Park engagierte. Allerdings fehlten bei den Dinosauriern am Ende schlicht die Zeit, das Budget und die Detailversessenheit eines James Cameron, um dasselbe Niveau zu erreichen
Und dann kommt
Titanic.
Das ist für mich eine völlig andere Liga und eigentlich das beste Argument dafür, wie gewaltig der Aufwand sein muss, wenn eine nachträgliche 3D-Konvertierung wirklich überzeugen soll. Rund 18 Millionen Dollar, mehr als ein Jahr Arbeit und hunderte Künstler, dazu James Cameron, der die stereoskopische Gestaltung persönlich überwacht hat.
Das Ergebnis sieht man.
Bei
Titanic wurden eben nicht einfach Vordergrund, Personen und Hintergrund auseinandergezogen. Gesichter, Körper und Gegenstände bekommen tatsächlich Volumen. Die Räume funktionieren als Räume und nicht nur als hintereinandergelegte Bildebenen.
Deshalb würde ich es so einordnen:
T2: schlechte Konvertierung.
JP: brauchbare bis teilweise gute Konvertierung.
Titanic: absolute Referenzklasse bei 2D-zu-3D-Konvertierungen.
Wer
T2 oder
JP auf dasselbe Niveau wie
Titanic stellt, bewertet meiner Meinung nach hauptsächlich, ob ein Bild „irgendwie Tiefe“ hat. Aber genau das ist nicht der Maßstab.
Entscheidend ist, ob Gegenstände und Personen selbst Volumen besitzen, ob die Tiefenübergänge natürlich funktionieren und ob tatsächlich der Eindruck eines dreidimensionalen Raumes entsteht.
Und genau da liegen zwischen
T2, JP und
Titanic für mich Welten.