Bin ganz froh, dass ich meine Erwartungshaltung nach unten angepasst hatte. "Burn" ist für mich auf jeden Fall der schwächste Teil der Reihe, ich würde ihm wohlwollend aber noch eine 6,5/10 aufdrücken, weil man den durchaus schon gucken kann. Auf Letterboxed muss dann die 3,0/5 reichen.
Kurz zur Einordnung: Das 2013er Remake/Reboot fand ich genial, die Optik und die sehr ernste/böse Atmosphäre in Verbindung mit den harten Splattereffekten hatten mir echt sehr gut gefallen. "Rise" hatte im Vergleich schon deutlich nachgelassen, aber trotzdem noch gut unterhalten.
"Burn" ist jetzt halt nochmal drunter. Insgesamt etwas zu lang geraten, die Story mit dem ganzen Familiendrama ist zwar keine Katastrophe, aber irgendwo auch sehr unnötig und wenig passend im Gesamtkontext. Da wäre weniger mehr gewesen. Dass das Ganze insgesamt sehr konstruiert ist, schenke ich dem Film, da ich bei Logik und Story ehrlich gesagt keine allzu großen Erwartungen an solch einen Film stelle. Wenn die stimmig oder sogar mal richtig gut, ist das natürlich sehr willkommen, aber für mich keine Voraussetzung, um in dem Genre des Dämonensplatter gut unterhalten zu werden.
Wo der Film meiner Meinung nach abgeliefert hat, ist der Gorefaktor. Der war schon recht ordentlich und ich fand die Effekte auch größtenteils sehr gelungen. Hier wäre ich gespannt, was eine eventuelle Unrated-Fassung noch draufsetzen könnte, bei 2-3 Szenen wirkte es schon kurz so, als sei da etwas weggelassen, andere wiederum haben voll draufgehalten.
Was mir dagegen richtig auf den Keks ging, war der eingestreute Humor. Der Film von 2013 war dort ja komplett kompromisslos und ernst, was mir ehrlich gesagt am besten gefallen hat. "Rise" war im Vergleich etwas aufgelockterter, aber trotzdem für meinen Geschmack noch stimmig.
"Burn" hat nun mit der dementen Großmutter einen für mich völlig unpassenden und unnötigen Störfaktor eingebaut. Ansonsten ist die Atmosphäre hier ja auch, gerade wegen der Thematik um die Familiensituation, eher finster und ernst. Warum man hier jetzt immer wieder versuchen muss, das Ganze künstlich aufzulockern, verstehe ich grundsätzlich schonmal nicht. Wenn man es dem Publikum nicht zutraut, das auszuhalten, sollte man den Ansatz vielleicht direkt überdenken. Es dann aber noch so penetrant immer und immer wieder reinzudrücken... das wirkte für mich wie ein Fremdkörper. Und ja, für sich genommen, könnte man über die Sprüche/Momente ja noch schmunzeln. Aber es passiert hier wirklich sehr oft und in den unpassendsten Momenten. Und der Running Gag mit der "Diebin" war schon beim dritten Mal nur noch ärgerlich, beim gefühlt 5. Mal kann ich da echt nur noch mit den Augen rollen.
Insgesamt wie gesagt für mich durchaus guckbar und für Gorehounds schon auch befriedigend. In einem Rewatch der Reihe wird der Film für mich aber eher nicht mehr stattfinden. Für einen Platz im Regal, um den Monk zu befriedigen, wird der aber schon reichen, denke ich.
PS: Der französische "Rap/Hip Hop"-Song (ist er das wirklich? Nicht mein Genre, klang für mich aber eher schon poppig) war jetzt bei weitem nicht so schlimm wie angekündigt. Gar nicht meine Mucke, aber hat mich jetzt auch nicht dazu bewegt, das Kino zu verlassen und auf die Post-Credits-Szene zu verzichten.
PPS: Die Mid-Credits-Szene trifft wieder voll in meinen Abschnitt über den Humor. Furchtbar und unnötig, bitte einfach weglassen. Und die echte Post-Credits-Szene: Joahr, muss dann wohl sein, um da irgendwie Verbindungen herzustellen und anzuteaseren, da man die Reihe ja wohl noch etwas ausschlachten will. "Wrath" wird ja wohl hoffentlich erstmal in eine andere Richtung gehen.