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Kinofilm: Die Odyssee [Christopher Nolan] (2026) [Kino]

  • Werde ich mir anschauen

    Stimmen: 42 50,0%
  • Gesehen, für gut befunden

    Stimmen: 19 22,6%
  • Gesehen, kann man schauen, muss man aber nicht

    Stimmen: 4 4,8%
  • Gesehen, gefällt mir nicht

    Stimmen: 1 1,2%
  • Interessiert mich nicht

    Stimmen: 18 21,4%

  • Umfrageteilnehmer
    84

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Christopher Nolan. Die Odyssee. Griechische Mythologie und ein dreistündiges Epos. IMAX. Sich überschlagende Rezensionen.

Bei dieser Prämisse sollte man doch unmöglich enttäuscht aus dem Kino gehen, vor allem wenn man die eigenen Erwartungen gering hält. Und dennoch war dies der Fall. Warum?

Zunächst sei gesagt, dass mich der Film über die Laufzeit hinweg sicher auf einer niedrigschwelligen Ebene ganz gut unterhalten hat, denn durch das IMAX-Erlebnis, mit einer sichtfeldfüllenden Leinwand in 1.43:1 und tinnitusinduzierendem Soundsystem bis zur Übersteuerung, war es physisch und psychisch unmöglich auch nur irgendwie abzuschalten.
Der Film hat einen an einen Mast gebunden und sich selbst präsentiert.
Dies zum Positiven und das meine ich wirklich positiv, denn bis zum Abspann war es für mich tatsächlich ein recht beeindruckender Rausch der Bilder und Klänge, der mich doch sehr vereinnahmt und keineswegs durch die Intensität überfordert hat. Hat mir als Erlebnis als solches gut gefallen.

Ich bin keine Autorität bezüglich des Quellmaterials, da ich nur eine zusammenfassende Version des Textes aus meinem Sachbuch über griechische Mythologie kenne, daher kann ich hier kaum Bezüge ziehen und ein Film steht grundsätzlich ja für sich alleine und ist unabhängig von und nicht im Vergleich zu seiner Inspiration zu bewerten.

Warum hat der Film denn dann enttäuscht, wenn nicht durch die allgegenwärtige Kritik an der Umsetzung der Geschichte?

Nun, er hat sich trotz der erdrückenden Präsentation einfach leer angefühlt und ist für mich ein klassisches Blendwerk.
Ich weiß nicht, ob es an den IMAX Kameras lag oder ob es eine kreative Entscheidung war um mehr Intensität und Intimität zu suggerieren, aber der Film wird zum Großteil in Nahaufnahmen erzählt und für überdimensionale Fratzen gehe ich nicht in ein IMAX. Gerade bei dieser Prämisse erwartet man doch eine irgendwie geartete Epik, Grandezza, Schauwerte, Landschaften, Schlachten, Protz, you name it. Nichts davon ist vorhanden. Alles ist graubraun, alles sieht nach Ruine aus, Wald und Wiese. Das Designdepartment hat wohl seit dem ersten Fall der ersten Klappe Urlaub gemacht. Es gibt wirklich nichts im Film, was hier visuell anregend ist und eine gewisse Größe, die man sich bei dieser Epoche erhofft, vermittelt. Die Rüstungen sind mir historisch egal, ich weiß nicht wie sie aussahen und glaube auch keinem der es behauptet zu wissen. Cool waren sie im Film trotzdem nicht.
Einzige Agememnons Design war wirklich fett, dieser Helm mit der Wirbelsäule und die Rüstung komplett in schwarz hatte was, besonders bei der Schlacht um Troja, in der er wie die Personifizierung des Todes selbst vor den Toren stand. Hat für mich schon ein kleines Gänsehaut-Visual ergeben.
Anachronismen in der Sprache waren für mich durchaus unpassend, aber nicht weil man hätte Father statt Dad sagen sollen, die alten Griechen haben soweit ich weiß generell kein Englisch gesprochen, sondern weil ich so einen Ansatz wie Mel Gibson ihn mal in aramäisch verfolgte extrem cool finde. So ein Film in altgriechisch? Gerne! Aber bitte nicht finanziert von Elon Musk im Sinne des Kulturkampfs.

Die einzelnen Stationen des Odysseus, die abgearbeitet werden, werden genau dies. Abgearbeitet. Wir hetzen vom Zyklopen, zu den Riesen, zu Circe, zu Hades, zu den Sirenen, zu Scylla. Mal mit mehr, mal weniger Lust auf Verbleib, denn richtig genutzt wurden hier eigentlich nur der Zyklop, Hades und Circe, in Ansätzen. Immerhin gab es dort optisch und inhaltlich ein bisschen was zu bieten. Doch gerade die Riesen und Sirenen waren eine Randnotiz und bei Scylla hast du einfach gemerkt, dass Nolan sich wohl für den Einsatz von CGI schämt und ganz schnell weiter wollte. Mehr als ein Abhaken war das nicht.

Unterbrochen werden diese, wenigstens ganz unterhaltsamen Stationen, immer wieder von dem Locationwechsel nach Ithaka, wo Penelope uns jedes Mal sagt, dass sie Odysseus wieder sehen möchte während der Palast seit zehn Jahren von Leuten besetzt wird die sich an Odysseus Hab und Gut laben und Antinoos bedrohlich dreinblickt. Währenddessen irrt Telemachus umher und... redet. Mit Leuten. Über Dinge.
Diese Passagen bremsen den Film dermaßen aus, sind dermaßen uninteressant anzuschauen und ziehen sich dann auch noch wie Kaugummi.

Irgendwann kommt Odysseus dann natürlich zu Hause an. Der finale Kampf gegen die Hausbesetzer konterkariert dann eigentlich das, als was Odysseus den ganzen Film über dargestellt wird. Der große Taktiker, der sich aus jeder Situation gewieft befreien kann, packt die Keule aus und schnetzelt 100 Mann im Alleingang in Grund und Boden. Wow. Und das nach einem ewigen Monolog der uns darlegen soll, wie traumatisiert und beschämt er doch für die Gewalt in Troja sei. Ein Monolog unterlegt mit Bildern, die ohne jenen Monolog übrigens hätten auch verstanden werden können, denn die transportierte Idee des sich eigentlich versteckenden und traumatisierten Kriegs"helden" fand ich ja ganz nett.

Generell ist Nolan bei seiner Idee eines Antikriegsfilms wohl deutlich überfordert. Du machst keinen Antikriegsfilm wenn du die Botschaft selbst wieder unterminisiert und du machst auch keinen Antikriegsfilm, wenn du im selben Atemzug versuchst, die Action cool und unterhaltsam zu inszenieren, stylisch und mit hektischer Hollywood-Wackelkamera. So funktioniert das nicht und du hast deine eigene Idee nicht verstanden. Halt die Kamera drauf, zeige Gewalt, zeige Leid, lass niemanden gewinnen und alle verlieren. Es ist alles handzahm, er- und verträglich. Er traut sich nicht. Entweder weil er es nicht kann, oder weil für die Bekömmlichkeit des Massengeschmacks gefilmt werden muss, ich kann nur raten.

Bei der Erzählstruktur vom Spiel mit der Zeit zu sprechen überschätzt den Aspekt jedoch deutlich und vermutlich nur, weil es halt Nolan ist, der sowas eh immer macht. Dabei geschieht das erstens auch in der Vorlage und zweitens würde ich behaupten, dass eine Erzählung in Rückblenden, die wiederum linear geschieht und vom erzählenden Charakter quasi angekündigt wird, kaum als Spiel mit Zeit bezeichnet werden kann. Der Film ist im Kern einer der straightesten Nolans überhaupt geworden, was keine Kritik ist, sondern nur eine Anmerkung.

Der Cast hat bei mir Fragezeichen hinterlassen. Nicht weil mir irgendwelche Besetzungsentscheidungen aufgrund von Äußerlichkeiten missfallen, sondern weil mir missfällt, dass Zendaya, Mia Goth, Lupita Nyong'o, Elliot Page und Charlize Theron insgesamt etwa 14 Millionen an Gage erhalten haben und das für Rollen mit einer gesamten Screentime von geschätzt 5 Minuten. Mehr als einen oder zwei Drehtage dürfte da keiner gehabt haben. Ist das die Leistungsgesellschaft von der alle reden? Einen Tag arbeiten und siebenstellig kassieren! Fritz platzt vor Stolz und Bewunderung für diesen wirtschaftlichen Einsatz.
Alternativ hätte man diese kleinen Rollen auch talentiertem Nachwuchs anbieten können.
Der Main Cast war dann okay. Matt Damon hat seine Sache gut gemacht, Anne Hathaway, Tom Holland und Robert Pattinson sind offenbar am Set erschienen und haben getan, was sie tun mussten.

Muss man zu Göransson eigentlich noch Worte verlieren? Der Mann macht erweitertes Sounddesign. Ein Gedröhne von Anfang bis Ende. Ja, so als Erlebnis für die Sinne macht das Spaß, hat mir Filmmusik aber nichts mehr zu tun. Wer behauptet, sich an ein Stück aus dem Score zu erinnern, lügt.

Am Ende des Tages kann ich immerhin behaupten, den ersten vollständig in IMAX gedrehten Film in einem IMAX Kino in der original Aspect Ratio von 1.43:1 gesehen zu haben. Ähnlich neidisch auf mich werden zukünftige Generationen blicken, wie ich auf diejenigen, die den ersten Tonfilm im Kino erlebten. Ganz bestimmt!

2/5
 
Zuletzt bearbeitet:
Christopher Nolan. Die Odyssee. Griechische Mythologie und ein dreistündiges Epos. IMAX. Sich überschlagende Rezensionen.

Bei dieser Prämisse sollte man doch unmöglich enttäuscht aus dem Kino gehen, vor allem wenn man die eigenen Erwartungen gering hält. Und dennoch war dies der Fall. Warum?

Zunächst sei gesagt, dass mich der Film über die Laufzeit hinweg sicher auf einer niedrigschwelligen Ebene ganz gut unterhalten hat, denn durch das IMAX-Erlebnis, mit einer sichtfeldfüllenden Leinwand in 1.43:1 und tinnitusinduzierendem Soundsystem bis zur Übersteuerung, war es physisch und psychisch unmöglich auch nur irgendwie abzuschalten.
Der Film hat einen an einen Mast gebunden und sich selbst präsentiert.
Dies zum Positiven und das meine ich wirklich positiv, denn bis zum Abspann war es für mich tatsächlich ein recht beeindruckender Rausch der Bilder und Klänge, der mich doch sehr vereinnahmt und keineswegs durch die Intensität überfordert hat. Hat mir als Erlebnis als solches gut gefallen.

Ich bin keine Autorität bezüglich des Quellmaterials, da ich nur eine zusammenfassende Version des Textes aus meinem Sachbuch über griechische Mythologie kenne, daher kann ich hier kaum Bezüge ziehen und ein Film steht grundsätzlich ja für sich alleine und ist unabhängig von und nicht im Vergleich zu seiner Inspiration zu bewerten.

Warum hat der Film denn dann enttäuscht, wenn nicht durch die allgegenwärtige Kritik an der Umsetzung der Geschichte?

Nun, er hat sich trotz der erdrückenden Präsentation einfach leer angefühlt und ist für mich ein klassisches Blendwerk.
Ich weiß nicht, ob es an den IMAX Kameras lag oder ob es eine kreative Entscheidung war um mehr Intensität und Intimität zu suggerieren, aber der Film wird zum Großteil in Nahaufnahmen erzählt und für überdimensionale Fratzen gehe ich nicht in ein IMAX. Gerade bei dieser Prämisse erwartet man doch eine irgendwie geartete Epik, Grandezza, Schauwerte, Landschaften, Schlachten, Protz, you name it. Nichts davon ist vorhanden. Alles ist graubraun, alles sieht nach Ruine aus, Wald und Wiese. Das Designdepartment hat wohl seit dem ersten Fall der ersten Klappe Urlaub gemacht. Es gibt wirklich nichts im Film, was hier visuell anregend ist und eine gewisse Größe, die man sich bei dieser Epoche erhofft, vermittelt. Die Rüstungen sind mir historisch egal, ich weiß nicht wie sie aussahen und glaube auch keinem der es behauptet zu wissen. Cool waren sie im Film trotzdem nicht.
Einzige Agememnons Design war wirklich fett, dieser Helm mit der Wirbelsäule und die Rüstung komplett in schwarz hatte was, besonders bei der Schlacht um Troja, in der er wie die Personifizierung des Todes selbst vor den Toren stand. Hat für mich schon ein kleines Gänsehaut-Visual ergeben.
Anachronismen in der Sprache waren für mich durchaus unpassend, aber nicht weil man hätte Father statt Dad sagen sollen, die alten Griechen haben soweit ich weiß generell kein Englisch gesprochen, sondern weil ich so einen Ansatz wie Mel Gibson ihn mal in aramäisch verfolgte extrem cool finde. So ein Film in altgriechisch? Gerne! Aber bitte nicht finanziert von Elon Musk im Sinne des Kulturkampfs.

Die einzelnen Stationen des Odysseus, die abgearbeitet werden, werden genau dies. Abgearbeitet. Wir hetzen vom Zyklopen, zu den Riesen, zu Circe, zu Hades, zu den Sirenen, zu Scylla. Mal mit mehr, mal weniger Lust auf Verbleib, denn richtig genutzt wurden hier eigentlich nur der Zyklop, Hades und Circe, in Ansätzen. Immerhin gab es dort optisch und inhaltlich ein bisschen was zu bieten. Doch gerade die Riesen und Sirenen waren eine Randnotiz und bei Scylla hast du einfach gemerkt, dass Nolan sich wohl für den Einsatz von CGI schämt und ganz schnell weiter wollte. Mehr als ein Abhaken war das nicht.

Unterbrochen werden diese, wenigstens ganz unterhaltsamen Stationen, immer wieder von dem Locationwechsel nach Ithaka, wo Penelope uns jedes Mal sagt, dass sie Odysseus wieder sehen möchte während der Palast seit zehn Jahren von Leuten besetzt wird die sich an Odysseus Hab und Gut laben und Antinoos bedrohlich dreinblickt. Währenddessen irrt Telemachus umher und... redet. Mit Leuten. Über Dinge.
Diese Passagen bremsen den Film dermaßen aus, sind dermaßen uninteressant anzuschauen und ziehen sich dann auch noch wie Kaugummi.

Irgendwann kommt Odysseus dann natürlich zu Hause an. Der finale Kampf gegen die Hausbesetzer konterkariert dann eigentlich das, als was Odysseus den ganzen Film über dargestellt wird. Der große Taktiker, der sich aus jeder Situation gewieft befreien kann, packt die Keule aus und schnetzelt 100 Mann im Alleingang in Grund und Boden. Wow. Und das nach einem ewigen Monolog der uns darlegen soll, wie traumatisiert und beschämt er doch für die Gewalt in Troja sei. Ein Monolog unterlegt mit Bildern, die ohne jenen Monolog übrigens hätten auch verstanden werden können, denn die transportierte Idee des sich eigentlich versteckenden und traumatisierten Kriegs"helden" fand ich ja ganz nett.

Generell ist Nolan bei seiner Idee eines Antikriegsfilms wohl deutlich überfordert. Du machst keinen Antikriegsfilm wenn du die Botschaft selbst wieder unterminisiert und du machst auch keinen Antikriegsfilm, wenn du im selben Atemzug versuchst, die Action cool und unterhaltsam zu inszenieren, stylisch und mit hektischer Hollywood-Wackelkamera. So funktioniert das nicht und du hast deine eigene Idee nicht verstanden. Halt die Kamera drauf, zeige Gewalt, zeige Leid, lass niemanden gewinnen und alle verlieren. Es ist alles handzahm, er- und verträglich. Er traut sich nicht. Entweder weil er es nicht kann, oder weil für die Bekömmlichkeit des Massengeschmacks gefilmt werden muss, ich kann nur raten.

Bei der Erzählstruktur vom Spiel mit der Zeit zu sprechen überschätzt den Aspekt jedoch deutlich und vermutlich nur, weil es halt Nolan ist, der sowas eh immer macht. Dabei geschieht das erstens auch in der Vorlage und zweitens würde ich behaupten, dass eine Erzählung in Rückblenden, die wiederum linear geschieht und vom erzählenden Charakter quasi angekündigt wird, kaum als Spiel mit Zeit bezeichnet werden kann. Der Film ist im Kern einer der straightesten Nolans überhaupt geworden, was keine Kritik ist, sondern nur eine Anmerkung.

Der Cast hat bei mir Fragezeichen hinterlassen. Nicht weil mir irgendwelche Besetzungsentscheidungen aufgrund von Äußerlichkeiten missfallen, sondern weil mir missfällt, dass Zendaya, Mia Goth, Lupita Nyong'o, Elliot Page und Charlize Theron insgesamt etwa 14 Millionen an Gage erhalten haben und das für Rollen mit einer gesamten Screentime von geschätzt 5 Minuten. Mehr als einen oder zwei Drehtage dürfte da keiner gehabt haben. Ist das die Leistungsgesellschaft von der alle reden? Einen Tag arbeiten und siebenstellig kassieren! Fritz platzt vor Stolz und Bewunderung für diesen wirtschaftlichen Einsatz.
Alternativ hätte man diese kleinen Rollen auch talentiertem Nachwuchs anbieten können.
Der Main Cast war dann okay. Matt Damon hat seine Sache gut gemacht, Anne Hathaway, Tom Holland und Robert Patron sondern sind offenbar am Set erschienen und haben getan, was sie tun mussten.

Muss man zu Göransson eigentlich noch Worte verlieren? Der Mann macht erweitertes Sounddesign. Ein Gedröhne von Anfang bis Ende. Ja, so als Erlebnis für die Sinne macht das Spaß, hat mir Filmmusik aber nichts mehr zu tun. Wer behauptet, sich an ein Stück aus dem Score zu erinnern, lügt.

Am Ende des Tages kann ich immerhin behaupten, den ersten vollständig in IMAX gedrehten Film in einem IMAX Kino in der original Aspect Ratio von 1.43:1 gesehen zu haben. Ähnlich neidisch auf mich werden zukünftige Generationen blicken, wie ich auf diejenigen, die den ersten Tonfilm im Kino erlebten. Ganz bestimmt!

2/5
Ich sag ja, das produktionsdesign ist eine absolute frechheit. Hier wurde dafür und sogar für die simplen kostüme ja schon der oscar gefordert :biggrin:
 
Christopher Nolan. Die Odyssee. Griechische Mythologie und ein dreistündiges Epos. IMAX. Sich überschlagende Rezensionen.

Bei dieser Prämisse sollte man doch unmöglich enttäuscht aus dem Kino gehen, vor allem wenn man die eigenen Erwartungen gering hält. Und dennoch war dies der Fall. Warum?

Zunächst sei gesagt, dass mich der Film über die Laufzeit hinweg sicher auf einer niedrigschwelligen Ebene ganz gut unterhalten hat, denn durch das IMAX-Erlebnis, mit einer sichtfeldfüllenden Leinwand in 1.43:1 und tinnitusinduzierendem Soundsystem bis zur Übersteuerung, war es physisch und psychisch unmöglich auch nur irgendwie abzuschalten.
Der Film hat einen an einen Mast gebunden und sich selbst präsentiert.
Dies zum Positiven und das meine ich wirklich positiv, denn bis zum Abspann war es für mich tatsächlich ein recht beeindruckender Rausch der Bilder und Klänge, der mich doch sehr vereinnahmt und keineswegs durch die Intensität überfordert hat. Hat mir als Erlebnis als solches gut gefallen.

Ich bin keine Autorität bezüglich des Quellmaterials, da ich nur eine zusammenfassende Version des Textes aus meinem Sachbuch über griechische Mythologie kenne, daher kann ich hier kaum Bezüge ziehen und ein Film steht grundsätzlich ja für sich alleine und ist unabhängig von und nicht im Vergleich zu seiner Inspiration zu bewerten.

Warum hat der Film denn dann enttäuscht, wenn nicht durch die allgegenwärtige Kritik an der Umsetzung der Geschichte?

Nun, er hat sich trotz der erdrückenden Präsentation einfach leer angefühlt und ist für mich ein klassisches Blendwerk.
Ich weiß nicht, ob es an den IMAX Kameras lag oder ob es eine kreative Entscheidung war um mehr Intensität und Intimität zu suggerieren, aber der Film wird zum Großteil in Nahaufnahmen erzählt und für überdimensionale Fratzen gehe ich nicht in ein IMAX. Gerade bei dieser Prämisse erwartet man doch eine irgendwie geartete Epik, Grandezza, Schauwerte, Landschaften, Schlachten, Protz, you name it. Nichts davon ist vorhanden. Alles ist graubraun, alles sieht nach Ruine aus, Wald und Wiese. Das Designdepartment hat wohl seit dem ersten Fall der ersten Klappe Urlaub gemacht. Es gibt wirklich nichts im Film, was hier visuell anregend ist und eine gewisse Größe, die man sich bei dieser Epoche erhofft, vermittelt. Die Rüstungen sind mir historisch egal, ich weiß nicht wie sie aussahen und glaube auch keinem der es behauptet zu wissen. Cool waren sie im Film trotzdem nicht.
Einzige Agememnons Design war wirklich fett, dieser Helm mit der Wirbelsäule und die Rüstung komplett in schwarz hatte was, besonders bei der Schlacht um Troja, in der er wie die Personifizierung des Todes selbst vor den Toren stand. Hat für mich schon ein kleines Gänsehaut-Visual ergeben.
Anachronismen in der Sprache waren für mich durchaus unpassend, aber nicht weil man hätte Father statt Dad sagen sollen, die alten Griechen haben soweit ich weiß generell kein Englisch gesprochen, sondern weil ich so einen Ansatz wie Mel Gibson ihn mal in aramäisch verfolgte extrem cool finde. So ein Film in altgriechisch? Gerne! Aber bitte nicht finanziert von Elon Musk im Sinne des Kulturkampfs.

Die einzelnen Stationen des Odysseus, die abgearbeitet werden, werden genau dies. Abgearbeitet. Wir hetzen vom Zyklopen, zu den Riesen, zu Circe, zu Hades, zu den Sirenen, zu Scylla. Mal mit mehr, mal weniger Lust auf Verbleib, denn richtig genutzt wurden hier eigentlich nur der Zyklop, Hades und Circe, in Ansätzen. Immerhin gab es dort optisch und inhaltlich ein bisschen was zu bieten. Doch gerade die Riesen und Sirenen waren eine Randnotiz und bei Scylla hast du einfach gemerkt, dass Nolan sich wohl für den Einsatz von CGI schämt und ganz schnell weiter wollte. Mehr als ein Abhaken war das nicht.

Unterbrochen werden diese, wenigstens ganz unterhaltsamen Stationen, immer wieder von dem Locationwechsel nach Ithaka, wo Penelope uns jedes Mal sagt, dass sie Odysseus wieder sehen möchte während der Palast seit zehn Jahren von Leuten besetzt wird die sich an Odysseus Hab und Gut laben und Antinoos bedrohlich dreinblickt. Währenddessen irrt Telemachus umher und... redet. Mit Leuten. Über Dinge.
Diese Passagen bremsen den Film dermaßen aus, sind dermaßen uninteressant anzuschauen und ziehen sich dann auch noch wie Kaugummi.

Irgendwann kommt Odysseus dann natürlich zu Hause an. Der finale Kampf gegen die Hausbesetzer konterkariert dann eigentlich das, als was Odysseus den ganzen Film über dargestellt wird. Der große Taktiker, der sich aus jeder Situation gewieft befreien kann, packt die Keule aus und schnetzelt 100 Mann im Alleingang in Grund und Boden. Wow. Und das nach einem ewigen Monolog der uns darlegen soll, wie traumatisiert und beschämt er doch für die Gewalt in Troja sei. Ein Monolog unterlegt mit Bildern, die ohne jenen Monolog übrigens hätten auch verstanden werden können, denn die transportierte Idee des sich eigentlich versteckenden und traumatisierten Kriegs"helden" fand ich ja ganz nett.

Generell ist Nolan bei seiner Idee eines Antikriegsfilms wohl deutlich überfordert. Du machst keinen Antikriegsfilm wenn du die Botschaft selbst wieder unterminisiert und du machst auch keinen Antikriegsfilm, wenn du im selben Atemzug versuchst, die Action cool und unterhaltsam zu inszenieren, stylisch und mit hektischer Hollywood-Wackelkamera. So funktioniert das nicht und du hast deine eigene Idee nicht verstanden. Halt die Kamera drauf, zeige Gewalt, zeige Leid, lass niemanden gewinnen und alle verlieren. Es ist alles handzahm, er- und verträglich. Er traut sich nicht. Entweder weil er es nicht kann, oder weil für die Bekömmlichkeit des Massengeschmacks gefilmt werden muss, ich kann nur raten.

Bei der Erzählstruktur vom Spiel mit der Zeit zu sprechen überschätzt den Aspekt jedoch deutlich und vermutlich nur, weil es halt Nolan ist, der sowas eh immer macht. Dabei geschieht das erstens auch in der Vorlage und zweitens würde ich behaupten, dass eine Erzählung in Rückblenden, die wiederum linear geschieht und vom erzählenden Charakter quasi angekündigt wird, kaum als Spiel mit Zeit bezeichnet werden kann. Der Film ist im Kern einer der straightesten Nolans überhaupt geworden, was keine Kritik ist, sondern nur eine Anmerkung.

Der Cast hat bei mir Fragezeichen hinterlassen. Nicht weil mir irgendwelche Besetzungsentscheidungen aufgrund von Äußerlichkeiten missfallen, sondern weil mir missfällt, dass Zendaya, Mia Goth, Lupita Nyong'o, Elliot Page und Charlize Theron insgesamt etwa 14 Millionen an Gage erhalten haben und das für Rollen mit einer gesamten Screentime von geschätzt 5 Minuten. Mehr als einen oder zwei Drehtage dürfte da keiner gehabt haben. Ist das die Leistungsgesellschaft von der alle reden? Einen Tag arbeiten und siebenstellig kassieren! Fritz platzt vor Stolz und Bewunderung für diesen wirtschaftlichen Einsatz.
Alternativ hätte man diese kleinen Rollen auch talentiertem Nachwuchs anbieten können.
Der Main Cast war dann okay. Matt Damon hat seine Sache gut gemacht, Anne Hathaway, Tom Holland und Robert Patron sondern sind offenbar am Set erschienen und haben getan, was sie tun mussten.

Muss man zu Göransson eigentlich noch Worte verlieren? Der Mann macht erweitertes Sounddesign. Ein Gedröhne von Anfang bis Ende. Ja, so als Erlebnis für die Sinne macht das Spaß, hat mir Filmmusik aber nichts mehr zu tun. Wer behauptet, sich an ein Stück aus dem Score zu erinnern, lügt.

Am Ende des Tages kann ich immerhin behaupten, den ersten vollständig in IMAX gedrehten Film in einem IMAX Kino in der original Aspect Ratio von 1.43:1 gesehen zu haben. Ähnlich neidisch auf mich werden zukünftige Generationen blicken, wie ich auf diejenigen, die den ersten Tonfilm im Kino erlebten. Ganz bestimmt!

2/5
Ich sag ja, das produktionsdesign ist eine absolute frechheit. Hier wurde dafür und sogar für die simplen kostüme ja schon der oscar gefordert :biggrin:
Wäre eine völlige Farce.
 
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Link: https://x.com/i/status/2080688325300461875


Eine Schweigesekunde für all die wichtige Arbeit:

odyssey.png
 
"Go woke, go broke" war Anfangs eine Kritik an der (überzogenden?) Inklusionsstrategie in Hollywood. Ist aber schnell zu einem rechten Kampfbegriff für Culture War und Klicks geworden.
Ich weiß jetzt nicht, wie du überzogen definierst, aber nicht-weiße oder queere Charaktere sind auch heute im Kino statistisch nicht überrepräsentiert. Dass die Repräsentation qualitativ häufig zu wünschen übrig lässt, steht auf einem anderen Blatt, aber das sollte man zu keinem Politikum machen.
Ich will das alles gar nicht in Frage stellen. Womöglich waren die bronzezeitlichen / mykenischen Menschen bzgl. Hautfarbe noch dunkler. Aber ist damit auch gesagt, dass es reihenweise Schwarzafrikaner in der damaligen Gesellschaft gab, wie es der Film suggeriert?
Es wird eher dadurch impliziert, dass die Bronzezeit von einem komplexen Handelssystem rund um den Mittelmeerraum geprägt war. Dass das ohne massive Migrationsbewegungen funktioniert hat, ist ausgeschlossen.

Und nein, ich denke nicht , dass dir irgendjemand hier Rassismus vorwirft. Nicht mal die Rassisten.

Eine Schweigesekunde für all die wichtige Arbeit:

odyssey.png
Ist er tot?
1784994629193.gif
 
Von allen Formaten hätte ich ja große Lust mir den Film in richtigem 70mm Celluloid anzuschauen, die Chancen dafür sind aber hier in der Nähe nicht gegeben. Den Film in diesem Format zu zeigen ist aber mal richtig Arbeit. Das ist ein ganz anderes Brett als das Abspielen von digitalen Dateien von einem Computer.
Ein Job den ich glaube auch umsonst machen würde 😉

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Link: https://youtu.be/tN05nzk9oT8?is=DRO64VLYvdZEwx1D
 
Ja, und kann auch ernüchternd sein, wie man in der Astor Lounge in München sehen kann. Eine 70mm-Projektion, bei der nur die Mitte des Bildes hell ausgeleuchtet ist, es zu den Rändern hin zunehmend düster wird. Das ganze dann noch mäßig scharf, und am oberen Bildrand unsauber abgekascht, sodass kein glatter Abschluss sondern ein fusseliger, unscharfer Rand sichtbar ist.
So kann man den Leuten den Genuss einer analogen Filmprojektion auch abgewöhnen, besonders wenn man für diesen Luxus auch noch einen Aufpreis nimmt. Aber Hauptsache, man bekommt den Burger und den Eimer Popcorn an seinen Sitzplatz geliefert.
:mecker:
 
Sichtung im IMAX Leonberg (sie werben dort mit dem Guiness World Record „Größte Leinwand der Welt“)

Ich habe den Film zusammen mit meinem Sohn und dessen Freund gesehen (beide Mitte 30). Wir waren allein von der schieren Größe der Leinwand sehr beeindruckt und ebenso von der Sound-Anlage.

Bild
Präsentiert wurde er dort - wie hier schon des längeren erörtert - in 1,90:1 digitaler IMAX-Projektion. Diese Bildprojektion ist für sich genommen natürlich sehr beeindruckend, auch wenn es Dinge gibt, die ich persönlich nicht so gut finde. Aufgefallen sind uns drei zum Beispiel Randunschärfen wenn die Fokussierung auf den Bildmittelpunkt gerichtet ist. Natürlich ist das vom DP gewollt, aber bei einem solche Riesen-Bild fällt es einem auf wenn man nicht immer nur in die Mitte schaut. Generell bin ich kein Freund der von IMAX-Kameras produzierten Bilder, da ich immer den Eindruck habe einer Doku und nicht einem Spielfilm zuzuschauen. Ich war seit ich ins Kino ging Analog-Film gewohnt und IMAX vermittelt mir das nicht (ironischer Weise obwohl Nolan ja beansprucht genau das zu liefern). Bei Die Odyssee hat der DP Hoyte van Hoytema eine relativ entsättigte Farbgebung gewählt. Da ich nicht sicher war habe ich im Vergleich die IMAX-Szenen in Oppenheimer (auch aus anderen Gründen, siehe unten) angesehen und diese sind deutlich lebendiger. Heißt: es ist eine bewußte künstlerische Entscheidung, welche unterstreichen soll, dass wir hier im Reich des mythischen Gesanges unterwegs sind und nicht zwingend in der Realität. Ich habe Spiel mir das Lied vom Tod und Lawrence von Arabien in analoger Kinovorführung gesehen und an deren epische Wucht kommt das hier - leider - nicht im entferntesten heran. Trotz all dieser Vorbehalte bleibt es ein im modernen Kino selten erreichtes und so gut wie nie übertroffenes Niveau, das auf der goßen Leinwand gesehen zu haben ich froh bin.

Ton:
Das Sound-Design ist Nolan-typsich brachial, vor allem auf See (was aber nicht an Peter Weirs Meisterwerk Master and Commander ran kommt, allein schon weil sie zu kurz sind). Meinen beiden jungen Begleitern war das ganze sogar teilweise zu laut, da der Sound den Dialog übertönt hat. Die Musik ist komplett unerheblich und wenn es hoch kommt eine nette Ergänzung zum Sound-Design. Unsere einhellige Meinung war: Uns fehlt Hans Zimmer! Hier ein Sound-Track wie bei Inception oder Interstellar und man könnte von einem Epos sprechen.

Fazit:
Ich habe das zunächst als Sequel zu Oppenheimer gesehen (nicht nur meine Idee). Oppenheimer der moderne Prometheus, der den Menschen das Feuer brachte. Odysseus der eine ganz Welt vernichtet indem er durch die Missachtung von Zeus’ Gesetz den Untergang der mykenischen Zivilisation und das Ende der Bronze-Zeit einläutet. Daher habe ich nochmal Oppenheimer gesehen, welcher für mich der bessere Film ist. Zusammen mit der Dark-Knight-Trilogie kann man es auch als das Triptychon der gebrochenen Helden ansehen. In gewisser Weise - und hoffentlich - ist dieses Motiv mit der Odyssee in unterschiedlichen Facetten ausgeleuchtet und es wäre mal Zeit für was ganz neues von Nolan.

Den Kino-Besuch, für den wir insgesamt fast 600km gefahren sind, haben wir nicht bereut und es war ein Erlebnis. Noch schöner wäre gewesen wenn der Film besser gewesen wäre. Ich gebe ihm 7/10. Ob ich nochmal hier vor Ort in eine nicht-IMAX-Vorführung gehe weiß ich noch nicht, wahrscheinlich aber nicht.
 
Ja, und kann auch ernüchternd sein, wie man in der Astor Lounge in München sehen kann. Eine 70mm-Projektion, bei der nur die Mitte des Bildes hell ausgeleuchtet ist, es zu den Rändern hin zunehmend düster wird. Das ganze dann noch mäßig scharf, und am oberen Bildrand unsauber abgekascht, sodass kein glatter Abschluss sondern ein fusseliger, unscharfer Rand sichtbar ist.
So kann man den Leuten den Genuss einer analogen Filmprojektion auch abgewöhnen, besonders wenn man für diesen Luxus auch noch einen Aufpreis nimmt. Aber Hauptsache, man bekommt den Burger und den Eimer Popcorn an seinen Sitzplatz geliefert.
:mecker:
Schon sehr ernüchternd, erst recht für ein jüngeres Publikum, was bis jetzt keinen analog projizieren Film kennt und dem man sagt das 70mm das Maß aller Dinge sei.
Haben hier vor Ort auch ein Kino was sich für seine Filmauswahl feiern lässt aber wo jede Vorstellung technisch ein Graus ist, abgesehen von nervigen Kinobesuchern.
 
Die einzelnen Stationen des Odysseus, die abgearbeitet werden, werden genau dies. Abgearbeitet. Wir hetzen vom Zyklopen, zu den Riesen, zu Circe, zu Hades, zu den Sirenen, zu Scylla. Mal mit mehr, mal weniger Lust auf Verbleib, denn richtig genutzt wurden hier eigentlich nur der Zyklop, Hades und Circe, in Ansätzen.
Das wäre auch mein Kritikpunkt, wobei dies ein gewichtiger ist, weil es die Grundstruktur des Films betrifft. Ein nicht unbedeutender Teil fühlt sich nach abgehakter Checkliste an.
Es fehlt dort der organische Fluss, was es es schwierig macht, in die Charaktere einzutauchen.

Hätte ja große Lust mir den Film in richtigem 70mm Celluloid anzuschauen (...).
Habe den in der Lichtburg in Essen in 70 mm gesehen und war von der Projektion nicht begeistert, weil die hellen Bildbereiche in hoher Frequenz geflimmert haben (deutlich sichtbar vor allem in der ersten halben Stunde). Es hängt dort sehr viel von der Technik ab und anscheinend ist die nicht immer auf dem letzten Stand. Wenn das Leuchtmittel schwach ist, flimmert oder die Optik/Schärfe nicht optimal ist, nutzt dir auch der analoge 70-mm-Film nichts.
 
Die einzelnen Stationen des Odysseus, die abgearbeitet werden, werden genau dies. Abgearbeitet. Wir hetzen vom Zyklopen, zu den Riesen, zu Circe, zu Hades, zu den Sirenen, zu Scylla. Mal mit mehr, mal weniger Lust auf Verbleib, denn richtig genutzt wurden hier eigentlich nur der Zyklop, Hades und Circe, in Ansätzen.
Das wäre auch mein Kritikpunkt, wobei dies ein gewichtiger ist, weil es die Grundstruktur des Films betrifft. Ein nicht unbedeutender Teil fühlt sich nach abgehakter Checkliste an.
Es fehlt dort der organische Fluss, was es es schwierig macht, in die Charaktere einzutauchen.

Hätte ja große Lust mir den Film in richtigem 70mm Celluloid anzuschauen (...).
Habe den in der Lichtburg in Essen in 70 mm gesehen und war von der Projektion nicht begeistert, weil die hellen Bildbereiche in hoher Frequenz geflimmert haben (deutlich sichtbar vor allem in der ersten halben Stunde). Es hängt dort sehr viel von der Technik ab und anscheinend ist die nicht immer auf dem letzten Stand. Wenn das Leuchtmittel schwach ist, flimmert oder die Optik/Schärfe nicht optimal ist, nutzt dir auch der analoge 70-mm-Film nichts.
Das ist ja auch das große Problem bei den ganzen 70mm Projektoren. Im Grunde sind die alle steinalt und wenn die nicht zu 100% top gewartet und eingestellt sind dann liefern die auch kein zufriedenstellendes Kinoerlebnis.
Dazu kommt ja auch noch die Frage wer das machen soll, das ganze Personal mit Expertise ist wohl lange, lange in Rente. Wenn dann in der Richtung auch kein Herzblut bei den Betreibern drin steckt kann das nur enttäuschend sein.
 
"Go woke, go broke" war Anfangs eine Kritik an der (überzogenden?) Inklusionsstrategie in Hollywood. Ist aber schnell zu einem rechten Kampfbegriff für Culture War und Klicks geworden.
Ich weiß jetzt nicht, wie du überzogen definierst, aber nicht-weiße oder queere Charaktere sind auch heute im Kino statistisch nicht überrepräsentiert. Dass die Repräsentation qualitativ häufig zu wünschen übrig lässt, steht auf einem anderen Blatt, aber das sollte man zu keinem Politikum machen.
Naja, die Masse an starken weiblichen Charakteren, welche ab Mitte der 2010er immer mehr wurden. Leider oft nicht überzeugend und schlecht geschrieben. Die Inklusion von nicht-weißen Charakteren, welche keinen Sinn macht.


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Link: https://www.youtube.com/watch?v=tKvDw6cfR3c

Wirkte IMO nicht immer natürlich, sondern von oben herab. Der rechte Backlash ließ ja auch nicht lange auf sich warten. (siehe Ghostbuster 2016, neue Star-Wars Reihe und vieles, vieles mehr)
 
Sen. Sa. Tio. Nell. :wow: :wow: :wow:

Die Stimmung. Die Musik. Die naturalistischen Bilder, nein, die komplette Inszenierung. Die humanistische Aussage. Der Cast. Der Drehbuchaufbau. Die antike Götterverständnis und der gleichzeitig moderne Ansatz.

Wahnsinn. Nolans Opus Magnum. Bin hin und weg.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Noch ein Zusatz:

Was Denis Villeneuve mit Dune fürs SciFi Genre geschaffen hat, ist Nolan hier für das historische Epos gelungen. Die beiden Filme gleichen sich doch SEHR!
 
Sen. Sa. Tio. Nell. :wow: :wow: :wow:

Die Stimmung. Die Musik. Die naturalistischen Bilder. Die humanistische Aussage. Der Cast. Der Drehbuchaufbau. Die antike Götterverständnis und der gleichzeitig moderne Ansatz.

Wahnsinn. Nolans Opus Magnus. Bin hin und weg.
Ich freue mich ehrlich für dich. Schade dass ich das nicht teilen kann.
 
Noch ein Zusatz:

Was Denis Villeneuve mit Dune fürs SciFi Genre geschaffen hat, ist Nolan hier für das historische Epos gelungen. Die beiden Filme gleichen sich doch SEHR!

Naja.....
Villeneuve zelebriert den Sandwurm....Nolan hätte den in paar Sekunden abgefrühstückt.
Und jeder Asterix Film hat ein besseres Götterverständnis als Nolans Odyssee.
Scheinbar sind nicht nur trölfzig Bildformate im Umlauf sondern auch unterschiedliche Schnittfassungen oder gar Filme? :blind:
Aufjedenfall haben wir was unterschiedliches gesehen.
 
Noch ein Zusatz:

Was Denis Villeneuve mit Dune fürs SciFi Genre geschaffen hat, ist Nolan hier für das historische Epos gelungen. Die beiden Filme gleichen sich doch SEHR!
Dann hoffe ich ja mal, dass Odyssee eher wie der hervorragende Dune 2 und nicht wie der eher langweilige Dune 1 ist :blind:
 
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