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Kinofilm: Die Odyssee [Christopher Nolan] (2026) [Kino]

  • Werde ich mir anschauen

    Stimmen: 36 38,7%
  • Gesehen, für gut befunden

    Stimmen: 30 32,3%
  • Gesehen, kann man schauen, muss man aber nicht

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Jetzt wird aber schon bisschen in den Krümeln gesucht. Ist ne altertümliche Fantasy-Geschichte. Legendär mit Sicherheit aber mehr auch nicht.
Nolan hat das aber nicht als Fantasy Geschichte umgesetzt, sondern als Film über einen desillusionierten Veteran aus einem Krieg, der die Verantwortung für die Zerstörung und Schändung einer Stadt trägt.
 
Es bleibt Nolans Interpretation eines reflektierenden Odysseus. Ein homerischer Held hätte sich nicht mal ansatzweise Gedanken über die Auslöschung einer Stadt gemacht. Es ging um Ruhm, um Beute, noch konkreter: um Beutemädchen, wie sie in der Ilias z. B. Agamemnon und Achill hatten. Achill reflektiert schon, aber darüber ob er ein langes und unbedeutenden oder kurzes, aber ruhmreiches Leben führen soll. Only the good die young!

Zum anderen erinnert uns das Mädchen an den Krieg, der insgeheim (auch oder vor allem) ein Genozid gegen die Zivilgesellschaft war und den "sauberen", sprich: übersichtlichen, ideologisch "ehrbaren" und symmetrischen Krieg von, modern gesprochen, Nationalstaaten durch eine ... List unterminiert.

Mit dieser Formulierung tue ich mich etwas schwer. Genozid ist ein eher moderner Begriff, der in diesem Kontext vielleicht unpassend ist. Kriegsverbrechen würde es eher treffen.
 
Mit dieser Formulierung tue ich mich etwas schwer. Genozid ist ein eher moderner Begriff, der in diesem Kontext vielleicht unpassend ist. Kriegsverbrechen würde es eher treffen.
Der Film hat doch aber auch eine moderne Lesart, von daher kann man die Begrifflichkeit doch gerne anwenden. Ich würde auch sagen dass "Kriegsverbrechen" die Auslöschung einer Zivilisation etwas verharmlost und mit neuem Wissen ist es auch möglich vergangene Dinge präzise zu beschreiben.
 
Nachtrag: Von der Auslöschung einer Zivilisation würde ich nur sprechen, wenn eine Kultur mitsamt ihrer Bevölkerung, Sprache und Traditionen vollständig verschwindet. Das ist hier nicht der Fall. Aber ich halte diese Diskussion speziell in diesem Faden für zu akademisch.
 
Mit dieser Formulierung tue ich mich etwas schwer. Genozid ist ein eher moderner Begriff, der in diesem Kontext vielleicht unpassend ist. Kriegsverbrechen würde es eher treffen.
Nachtrag: Von der Auslöschung einer Zivilisation würde ich nur sprechen, wenn eine Kultur mitsamt ihrer Bevölkerung, Sprache und Traditionen vollständig verschwindet. Das ist hier nicht der Fall. Aber ich halte diese Diskussion speziell in diesem Faden für zu akademisch.
Kriegsverbrechen ist ja ein genauso moderner Terminus, wie Genozid, wie du selbst schreibst, die antiken Griechen zu Homers Zeiten (sowie davor als auch danach) hatten einen vollkommen anderen Blick auf Krieg, der antike, homerische Heros definiert sich über den Kampf und Krieg, was ja auch nur noch wenig mit dem zu tun hat, was man heutzutage als Held verstehen würde.

Der Fall Trojas geht schon deutlich über das, was wir heute als Kriegsverbrechen verstehen würden hinaus, die Stadt wurde nieder gebrannt und geschliffen, die Böden gesalzeny die Brunnen vergiftet, die Bevölkerung wurde geschlachtet, vergewaltigt und im besten Falle in die Sklaverei verschleppt. Da die griechischen Völker sich in Stadtstaaten organisierten und identifizieren, ist es ein ziemlich vollendeter Völkermord, für diesen braucht es auch keine vollständige Auslöschung, es reicht der Wille und ein partielle Ausführung reichen vollkommen aus. Tatsächlich waren die wenigsten Genozide letztlich absolut. Das klingt jetzt alles sehr abgeklärter als ich draüber denke, immerhin reden wir über das wohl denkbar schlimmste Kollektivverbrechen, aber eine saubere Definition bedarf eine gewisse nüchterne Sachlichkeit. Zu dieser Form des Genozid kam es ja auch immer wieder in der Antike, ein weiteres bekanntes Beispiel dürfte die Zerstörung Karthagos während der punischen Kriege sein. In beiden Fällen starb auch defakto das kulturelle Erbe aus und ist nur noch aus der Perspektive der Gewinner erhalten geblieben.
 
Mit dieser Formulierung tue ich mich etwas schwer. Genozid ist ein eher moderner Begriff, der in diesem Kontext vielleicht unpassend ist. Kriegsverbrechen würde es eher treffen.
Nachtrag: Von der Auslöschung einer Zivilisation würde ich nur sprechen, wenn eine Kultur mitsamt ihrer Bevölkerung, Sprache und Traditionen vollständig verschwindet. Das ist hier nicht der Fall. Aber ich halte diese Diskussion speziell in diesem Faden für zu akademisch.
Kriegsverbrechen ist ja ein genauso moderner Terminus, wie Genozid, wie du selbst schreibst, die antiken Griechen zu Homers Zeiten (sowie davor als auch danach) hatten einen vollkommen anderen Blick auf Krieg, der antike, homerische Heros definiert sich über den Kampf und Krieg, was ja auch nur noch wenig mit dem zu tun hat, was man heutzutage als Held verstehen würde.

Der Fall Trojas geht schon deutlich über das, was wir heute als Kriegsverbrechen verstehen würden hinaus, die Stadt wurde nieder gebrannt und geschliffen, die Böden gesalzeny die Brunnen vergiftet, die Bevölkerung wurde geschlachtet, vergewaltigt und im besten Falle in die Sklaverei verschleppt. Da die griechischen Völker sich in Stadtstaaten organisierten und identifizieren, ist es ein ziemlich vollendeter Völkermord, für diesen braucht es auch keine vollständige Auslöschung, es reicht der Wille und ein partielle Ausführung reichen vollkommen aus. Tatsächlich waren die wenigsten Genozide letztlich absolut. Das klingt jetzt alles sehr abgeklärter als ich draüber denke, immerhin reden wir über das wohl denkbar schlimmste Kollektivverbrechen, aber eine saubere Definition bedarf eine gewisse nüchterne Sachlichkeit. Zu dieser Form des Genozid kam es ja auch immer wieder in der Antike, ein weiteres bekanntes Beispiel dürfte die Zerstörung Karthagos während der punischen Kriege sein. In beiden Fällen starb auch defakto das kulturelle Erbe aus und ist nur noch aus der Perspektive der Gewinner erhalten geblieben.
Dann könnte man hier aber genauso wie bei Oppenheimer kritisieren, dass Nolan die Opfer zu sehr verharmlost.
 
Mit dieser Formulierung tue ich mich etwas schwer. Genozid ist ein eher moderner Begriff, der in diesem Kontext vielleicht unpassend ist. Kriegsverbrechen würde es eher treffen.
Nachtrag: Von der Auslöschung einer Zivilisation würde ich nur sprechen, wenn eine Kultur mitsamt ihrer Bevölkerung, Sprache und Traditionen vollständig verschwindet. Das ist hier nicht der Fall. Aber ich halte diese Diskussion speziell in diesem Faden für zu akademisch.
Kriegsverbrechen ist ja ein genauso moderner Terminus, wie Genozid, wie du selbst schreibst, die antiken Griechen zu Homers Zeiten (sowie davor als auch danach) hatten einen vollkommen anderen Blick auf Krieg, der antike, homerische Heros definiert sich über den Kampf und Krieg, was ja auch nur noch wenig mit dem zu tun hat, was man heutzutage als Held verstehen würde.

Der Fall Trojas geht schon deutlich über das, was wir heute als Kriegsverbrechen verstehen würden hinaus, die Stadt wurde nieder gebrannt und geschliffen, die Böden gesalzeny die Brunnen vergiftet, die Bevölkerung wurde geschlachtet, vergewaltigt und im besten Falle in die Sklaverei verschleppt. Da die griechischen Völker sich in Stadtstaaten organisierten und identifizieren, ist es ein ziemlich vollendeter Völkermord, für diesen braucht es auch keine vollständige Auslöschung, es reicht der Wille und ein partielle Ausführung reichen vollkommen aus. Tatsächlich waren die wenigsten Genozide letztlich absolut. Das klingt jetzt alles sehr abgeklärter als ich draüber denke, immerhin reden wir über das wohl denkbar schlimmste Kollektivverbrechen, aber eine saubere Definition bedarf eine gewisse nüchterne Sachlichkeit. Zu dieser Form des Genozid kam es ja auch immer wieder in der Antike, ein weiteres bekanntes Beispiel dürfte die Zerstörung Karthagos während der punischen Kriege sein. In beiden Fällen starb auch defakto das kulturelle Erbe aus und ist nur noch aus der Perspektive der Gewinner erhalten geblieben.
Dann könnte man hier aber genauso wie bei Oppenheimer kritisieren, dass Nolan die Opfer zu sehr verharmlost.
Ich denke du meinst die Täter oder meinst du den der japanische oder trojanische Anteil an den Aggressionen nicht (ausreichend) berücksichtigt wird)? Führ mal bitte aus, inwiefern eine Verharmlosung stattfindet.
 
Mit dieser Formulierung tue ich mich etwas schwer. Genozid ist ein eher moderner Begriff, der in diesem Kontext vielleicht unpassend ist. Kriegsverbrechen würde es eher treffen.
Nachtrag: Von der Auslöschung einer Zivilisation würde ich nur sprechen, wenn eine Kultur mitsamt ihrer Bevölkerung, Sprache und Traditionen vollständig verschwindet. Das ist hier nicht der Fall. Aber ich halte diese Diskussion speziell in diesem Faden für zu akademisch.
Kriegsverbrechen ist ja ein genauso moderner Terminus, wie Genozid, wie du selbst schreibst, die antiken Griechen zu Homers Zeiten (sowie davor als auch danach) hatten einen vollkommen anderen Blick auf Krieg, der antike, homerische Heros definiert sich über den Kampf und Krieg, was ja auch nur noch wenig mit dem zu tun hat, was man heutzutage als Held verstehen würde.

Der Fall Trojas geht schon deutlich über das, was wir heute als Kriegsverbrechen verstehen würden hinaus, die Stadt wurde nieder gebrannt und geschliffen, die Böden gesalzeny die Brunnen vergiftet, die Bevölkerung wurde geschlachtet, vergewaltigt und im besten Falle in die Sklaverei verschleppt. Da die griechischen Völker sich in Stadtstaaten organisierten und identifizieren, ist es ein ziemlich vollendeter Völkermord, für diesen braucht es auch keine vollständige Auslöschung, es reicht der Wille und ein partielle Ausführung reichen vollkommen aus. Tatsächlich waren die wenigsten Genozide letztlich absolut. Das klingt jetzt alles sehr abgeklärter als ich draüber denke, immerhin reden wir über das wohl denkbar schlimmste Kollektivverbrechen, aber eine saubere Definition bedarf eine gewisse nüchterne Sachlichkeit. Zu dieser Form des Genozid kam es ja auch immer wieder in der Antike, ein weiteres bekanntes Beispiel dürfte die Zerstörung Karthagos während der punischen Kriege sein. In beiden Fällen starb auch defakto das kulturelle Erbe aus und ist nur noch aus der Perspektive der Gewinner erhalten geblieben.
Dann könnte man hier aber genauso wie bei Oppenheimer kritisieren, dass Nolan die Opfer zu sehr verharmlost.
Ich denke du meinst die Täter oder meinst du den der japanische oder trojanische Anteil an den Aggressionen nicht (ausreichend) berücksichtigt wird)? Führ mal bitte aus, inwiefern eine Verharmlosung stattfindet.
„… die Opferperspektive nicht genug zeigt“
 
Mit dieser Formulierung tue ich mich etwas schwer. Genozid ist ein eher moderner Begriff, der in diesem Kontext vielleicht unpassend ist. Kriegsverbrechen würde es eher treffen.
Nachtrag: Von der Auslöschung einer Zivilisation würde ich nur sprechen, wenn eine Kultur mitsamt ihrer Bevölkerung, Sprache und Traditionen vollständig verschwindet. Das ist hier nicht der Fall. Aber ich halte diese Diskussion speziell in diesem Faden für zu akademisch.
Kriegsverbrechen ist ja ein genauso moderner Terminus, wie Genozid, wie du selbst schreibst, die antiken Griechen zu Homers Zeiten (sowie davor als auch danach) hatten einen vollkommen anderen Blick auf Krieg, der antike, homerische Heros definiert sich über den Kampf und Krieg, was ja auch nur noch wenig mit dem zu tun hat, was man heutzutage als Held verstehen würde.

Der Fall Trojas geht schon deutlich über das, was wir heute als Kriegsverbrechen verstehen würden hinaus, die Stadt wurde nieder gebrannt und geschliffen, die Böden gesalzeny die Brunnen vergiftet, die Bevölkerung wurde geschlachtet, vergewaltigt und im besten Falle in die Sklaverei verschleppt. Da die griechischen Völker sich in Stadtstaaten organisierten und identifizieren, ist es ein ziemlich vollendeter Völkermord, für diesen braucht es auch keine vollständige Auslöschung, es reicht der Wille und ein partielle Ausführung reichen vollkommen aus. Tatsächlich waren die wenigsten Genozide letztlich absolut. Das klingt jetzt alles sehr abgeklärter als ich draüber denke, immerhin reden wir über das wohl denkbar schlimmste Kollektivverbrechen, aber eine saubere Definition bedarf eine gewisse nüchterne Sachlichkeit. Zu dieser Form des Genozid kam es ja auch immer wieder in der Antike, ein weiteres bekanntes Beispiel dürfte die Zerstörung Karthagos während der punischen Kriege sein. In beiden Fällen starb auch defakto das kulturelle Erbe aus und ist nur noch aus der Perspektive der Gewinner erhalten geblieben.
Ich weiß nicht, damals war das einfach die Art der Kriegsführung. Die antiken Gesellschaften waren sehr brutal. Hohe Kindersterblichkeit, geringe Lebenserwartung, Sklaverei, große Nachsicht und Milde war da selten.

Die heroischen und faier Kriegserzählungen sind immer und zu jeder Zeit Lügen gewesen. Krieg war und ist immer grausam. Auch im Mittelalter, frühe Neuzeit etc. wurden Landstriche verheert. War einfacher und billiger die Ressourcen des Gegners zu zustören als in offener Feldschlacht eine teure Armee zu riskieren. Im 19./20.Jahrhundert wurde es nur noch schlimmer.

Diese IMO Fakten des Krieges und die "Kosten" für jeden Krieger fängt der Film sehr gut ein.
 
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Mit dieser Formulierung tue ich mich etwas schwer. Genozid ist ein eher moderner Begriff, der in diesem Kontext vielleicht unpassend ist. Kriegsverbrechen würde es eher treffen.
Nachtrag: Von der Auslöschung einer Zivilisation würde ich nur sprechen, wenn eine Kultur mitsamt ihrer Bevölkerung, Sprache und Traditionen vollständig verschwindet. Das ist hier nicht der Fall. Aber ich halte diese Diskussion speziell in diesem Faden für zu akademisch.
Kriegsverbrechen ist ja ein genauso moderner Terminus, wie Genozid, wie du selbst schreibst, die antiken Griechen zu Homers Zeiten (sowie davor als auch danach) hatten einen vollkommen anderen Blick auf Krieg, der antike, homerische Heros definiert sich über den Kampf und Krieg, was ja auch nur noch wenig mit dem zu tun hat, was man heutzutage als Held verstehen würde.

Der Fall Trojas geht schon deutlich über das, was wir heute als Kriegsverbrechen verstehen würden hinaus, die Stadt wurde nieder gebrannt und geschliffen, die Böden gesalzeny die Brunnen vergiftet, die Bevölkerung wurde geschlachtet, vergewaltigt und im besten Falle in die Sklaverei verschleppt. Da die griechischen Völker sich in Stadtstaaten organisierten und identifizieren, ist es ein ziemlich vollendeter Völkermord, für diesen braucht es auch keine vollständige Auslöschung, es reicht der Wille und ein partielle Ausführung reichen vollkommen aus. Tatsächlich waren die wenigsten Genozide letztlich absolut. Das klingt jetzt alles sehr abgeklärter als ich draüber denke, immerhin reden wir über das wohl denkbar schlimmste Kollektivverbrechen, aber eine saubere Definition bedarf eine gewisse nüchterne Sachlichkeit. Zu dieser Form des Genozid kam es ja auch immer wieder in der Antike, ein weiteres bekanntes Beispiel dürfte die Zerstörung Karthagos während der punischen Kriege sein. In beiden Fällen starb auch defakto das kulturelle Erbe aus und ist nur noch aus der Perspektive der Gewinner erhalten geblieben.
Ich weiß nicht, damals war das einfach die Art der Kriegsführung. Die antiken Gesellschaften waren sehr brutal. Hohe Kindersterblichkeit, geringe Lebenserwartung, Sklaverei, große Nachsicht und Milde war da selten.

Die heroischen und faier Kriegserzählungen sind immer und zu jeder Zeit Lügen gewesen. Krieg war und ist immer grausam. Auch im Mittelalter, frühe Neuzeit etc. wurden Landstriche verheert. War einfacher und billiger die Ressourcen des Gegners zu zustören als in offener Feldschlacht eine teure Armee zu riskieren. Im 19./20.Jahrhundert wurde es nur noch schlimmer.

Diese IMO Fakten des Krieges und die "Kosten" für jeden Krieger fängt der Film sehr gut ein.
Dem würde ich nicht wiedersprechen, es ging aber um das (Selbst)verständnis von Ehre des Kriegers, des Helden und die ist schon eine Verschiebung im Laufe der Jahrhunderte passiert. Die Realität des Krieges war aber selbstredend schon immer brutal und grausam.
Tatsächlich waren die wenigsten Genozide letztlich absolut.
Ich bin mit diesem Begriff etwas vorsichtig, weil er so allumfassend ist. Das trifft auf Troia meines Erachtens nicht zu. Genozid wird inzwischen inflationär gebraucht. Man kann schon noch differenzieren, wie ich meine.
Naja, eigentlich ist der Begriff doch eine relativ scharfe Abgrenzung. Es braucht den Willen zur Vernichtung eines Volkes, das zu vernichtende Volk und die Ausführung bzw. zu mindestens den Versuch. Also stellen sich nur zwei Fragen: War der Wille zu Vernichtung Trojas vorhanden? Ich denke hier kann man eindeutig mit einen Ja antworten. Kann man Troja bzw. die Trojaner als Volk ansehen? Wie von mir beschrieben, würde ich die Frage bejahen. Also sind wir quer Definition beim Völkermord, im Falle Trojas nach Homers Beschreibung auch ein entsprechend ausgeführter.
 
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Mit dieser Formulierung tue ich mich etwas schwer. Genozid ist ein eher moderner Begriff, der in diesem Kontext vielleicht unpassend ist. Kriegsverbrechen würde es eher treffen.
Nachtrag: Von der Auslöschung einer Zivilisation würde ich nur sprechen, wenn eine Kultur mitsamt ihrer Bevölkerung, Sprache und Traditionen vollständig verschwindet. Das ist hier nicht der Fall. Aber ich halte diese Diskussion speziell in diesem Faden für zu akademisch.
Kriegsverbrechen ist ja ein genauso moderner Terminus, wie Genozid, wie du selbst schreibst, die antiken Griechen zu Homers Zeiten (sowie davor als auch danach) hatten einen vollkommen anderen Blick auf Krieg, der antike, homerische Heros definiert sich über den Kampf und Krieg, was ja auch nur noch wenig mit dem zu tun hat, was man heutzutage als Held verstehen würde.

Der Fall Trojas geht schon deutlich über das, was wir heute als Kriegsverbrechen verstehen würden hinaus, die Stadt wurde nieder gebrannt und geschliffen, die Böden gesalzeny die Brunnen vergiftet, die Bevölkerung wurde geschlachtet, vergewaltigt und im besten Falle in die Sklaverei verschleppt. Da die griechischen Völker sich in Stadtstaaten organisierten und identifizieren, ist es ein ziemlich vollendeter Völkermord, für diesen braucht es auch keine vollständige Auslöschung, es reicht der Wille und ein partielle Ausführung reichen vollkommen aus. Tatsächlich waren die wenigsten Genozide letztlich absolut. Das klingt jetzt alles sehr abgeklärter als ich draüber denke, immerhin reden wir über das wohl denkbar schlimmste Kollektivverbrechen, aber eine saubere Definition bedarf eine gewisse nüchterne Sachlichkeit. Zu dieser Form des Genozid kam es ja auch immer wieder in der Antike, ein weiteres bekanntes Beispiel dürfte die Zerstörung Karthagos während der punischen Kriege sein. In beiden Fällen starb auch defakto das kulturelle Erbe aus und ist nur noch aus der Perspektive der Gewinner erhalten geblieben.
Dann könnte man hier aber genauso wie bei Oppenheimer kritisieren, dass Nolan die Opfer zu sehr verharmlost.
Ich denke du meinst die Täter oder meinst du den der japanische oder trojanische Anteil an den Aggressionen nicht (ausreichend) berücksichtigt wird)? Führ mal bitte aus, inwiefern eine Verharmlosung stattfindet.
Letzteres. Bei oppenheimer werden die opfer von Hiroshima und Nagasaki überhaupt nicht gezeigt, es wird nur das traumatische erlebnis aus oppenheimers perspektive dargestellt. Bei troja sieht man die opfer trojas ja auch nicht wirklich, außer einige gesichtlose gestalten und dann halt zendaya. Troja bleibt anonym.
 
Irgendwann checken die Leute hoffentlich, wie absurd dieses Hiroshima-Argument in Bezug auf Oppenheimer ist. Die ganze Episode hätte überhaupt nicht in den Film gepasst und wäre eine totale Detour gewesen. Der Einsatz der Atombombe wird als psychologisches und politisches Nachbeben bei den Akteueren gezeigt, die für ihren Bau verantwortlich waren.
 
Mit dieser Formulierung tue ich mich etwas schwer. Genozid ist ein eher moderner Begriff, der in diesem Kontext vielleicht unpassend ist. Kriegsverbrechen würde es eher treffen.
Nachtrag: Von der Auslöschung einer Zivilisation würde ich nur sprechen, wenn eine Kultur mitsamt ihrer Bevölkerung, Sprache und Traditionen vollständig verschwindet. Das ist hier nicht der Fall. Aber ich halte diese Diskussion speziell in diesem Faden für zu akademisch.
Kriegsverbrechen ist ja ein genauso moderner Terminus, wie Genozid, wie du selbst schreibst, die antiken Griechen zu Homers Zeiten (sowie davor als auch danach) hatten einen vollkommen anderen Blick auf Krieg, der antike, homerische Heros definiert sich über den Kampf und Krieg, was ja auch nur noch wenig mit dem zu tun hat, was man heutzutage als Held verstehen würde.

Der Fall Trojas geht schon deutlich über das, was wir heute als Kriegsverbrechen verstehen würden hinaus, die Stadt wurde nieder gebrannt und geschliffen, die Böden gesalzeny die Brunnen vergiftet, die Bevölkerung wurde geschlachtet, vergewaltigt und im besten Falle in die Sklaverei verschleppt. Da die griechischen Völker sich in Stadtstaaten organisierten und identifizieren, ist es ein ziemlich vollendeter Völkermord, für diesen braucht es auch keine vollständige Auslöschung, es reicht der Wille und ein partielle Ausführung reichen vollkommen aus. Tatsächlich waren die wenigsten Genozide letztlich absolut. Das klingt jetzt alles sehr abgeklärter als ich draüber denke, immerhin reden wir über das wohl denkbar schlimmste Kollektivverbrechen, aber eine saubere Definition bedarf eine gewisse nüchterne Sachlichkeit. Zu dieser Form des Genozid kam es ja auch immer wieder in der Antike, ein weiteres bekanntes Beispiel dürfte die Zerstörung Karthagos während der punischen Kriege sein. In beiden Fällen starb auch defakto das kulturelle Erbe aus und ist nur noch aus der Perspektive der Gewinner erhalten geblieben.
Dann könnte man hier aber genauso wie bei Oppenheimer kritisieren, dass Nolan die Opfer zu sehr verharmlost.
Ich denke du meinst die Täter oder meinst du den der japanische oder trojanische Anteil an den Aggressionen nicht (ausreichend) berücksichtigt wird)? Führ mal bitte aus, inwiefern eine Verharmlosung stattfindet.
Letzteres. Bei oppenheimer werden die opfer von Hiroshima und Nagasaki überhaupt nicht gezeigt, es wird nur das traumatische erlebnis aus oppenheimers perspektive dargestellt. Bei troja sieht man die opfer trojas ja auch nicht wirklich, außer einige gesichtlose gestalten und dann halt zendaya. Troja bleibt anonym.
Kann ich tendenziell verstehen, aber da die Filme quasi aus der Perspektive der Täter erzählt werden und diese auch explizit als solche benennt, wenn auch nicht darauf reduziert, bin ich damit vollkommen fein und brauche keine explizite Perspektive der Opfer. Die Filme stehen ja auch nicht im Vakuum, man weiß ja um die Umstände und der Zuschauer trägt in der Regel auch Wissen mit herein. Da finde ich z.B. Wie der Wind sich hebt von Miyazaki schwieriger als Oppenheimer, wo die Auswirkungen auf den Krieg in nicht mal eine handvoll Bilder angedeutet wird, den militärischen Zweck sogar in einen Dialog weg lacht. Und selbst dafür wurde er von japanischen Nationalisten massiv angegangen. Japanische Filme über den Zweiten Weltkrieg sind überhaupt ein Paradebeispiel für das ignorieren der eigenen Verbrechen, die reine Konzentration auf das ihnen zugefügte Leid. Aber zurück zur Odyssee, ein weiterer Punkt bei Anti-Kriegsfilmen ist, dass die Darstellung von Krieg in Unterhaltungsmedien ihn auch immer irgendwie ästhetisiert, mal mehr mal weniger. Deswegen mag ich eine Reduzierung, Andeutung des Schreckens in der Regel auch lieber. Und gerade bei der Szene von Fall Trojas find ich das ziemlich gelungen, diese Silhouetten von Frauen gegenüber der Soldaten, unterlegt von Schreien. Fand ich unheimlich intensiv. Auch die verschiedene Art der Einsatz von Musik und Sounddesign bei den jeweiligen Erzählungen von Menelaos und Odysseus fand ich richtig toll. Pulsierender, aufwühlender Lärm vs. distanzierende, ruhige Klänge.
 
Mit dieser Formulierung tue ich mich etwas schwer. Genozid ist ein eher moderner Begriff, der in diesem Kontext vielleicht unpassend ist. Kriegsverbrechen würde es eher treffen.
Nachtrag: Von der Auslöschung einer Zivilisation würde ich nur sprechen, wenn eine Kultur mitsamt ihrer Bevölkerung, Sprache und Traditionen vollständig verschwindet. Das ist hier nicht der Fall. Aber ich halte diese Diskussion speziell in diesem Faden für zu akademisch.
Kriegsverbrechen ist ja ein genauso moderner Terminus, wie Genozid, wie du selbst schreibst, die antiken Griechen zu Homers Zeiten (sowie davor als auch danach) hatten einen vollkommen anderen Blick auf Krieg, der antike, homerische Heros definiert sich über den Kampf und Krieg, was ja auch nur noch wenig mit dem zu tun hat, was man heutzutage als Held verstehen würde.

Der Fall Trojas geht schon deutlich über das, was wir heute als Kriegsverbrechen verstehen würden hinaus, die Stadt wurde nieder gebrannt und geschliffen, die Böden gesalzeny die Brunnen vergiftet, die Bevölkerung wurde geschlachtet, vergewaltigt und im besten Falle in die Sklaverei verschleppt. Da die griechischen Völker sich in Stadtstaaten organisierten und identifizieren, ist es ein ziemlich vollendeter Völkermord, für diesen braucht es auch keine vollständige Auslöschung, es reicht der Wille und ein partielle Ausführung reichen vollkommen aus. Tatsächlich waren die wenigsten Genozide letztlich absolut. Das klingt jetzt alles sehr abgeklärter als ich draüber denke, immerhin reden wir über das wohl denkbar schlimmste Kollektivverbrechen, aber eine saubere Definition bedarf eine gewisse nüchterne Sachlichkeit. Zu dieser Form des Genozid kam es ja auch immer wieder in der Antike, ein weiteres bekanntes Beispiel dürfte die Zerstörung Karthagos während der punischen Kriege sein. In beiden Fällen starb auch defakto das kulturelle Erbe aus und ist nur noch aus der Perspektive der Gewinner erhalten geblieben.
Dann könnte man hier aber genauso wie bei Oppenheimer kritisieren, dass Nolan die Opfer zu sehr verharmlost.
Ich denke du meinst die Täter oder meinst du den der japanische oder trojanische Anteil an den Aggressionen nicht (ausreichend) berücksichtigt wird)? Führ mal bitte aus, inwiefern eine Verharmlosung stattfindet.
Letzteres. Bei oppenheimer werden die opfer von Hiroshima und Nagasaki überhaupt nicht gezeigt, es wird nur das traumatische erlebnis aus oppenheimers perspektive dargestellt. Bei troja sieht man die opfer trojas ja auch nicht wirklich, außer einige gesichtlose gestalten und dann halt zendaya. Troja bleibt anonym.
Kann ich tendenziell verstehen, aber da die Filme quasi aus der Perspektive der Täter erzählt werden und diese auch explizit als solche benennt, wenn auch nicht darauf reduziert, bin ich damit vollkommen fein und brauche keine explizite Perspektive der Opfer. Die Filme stehen ja auch nicht im Vakuum, man weiß ja um die Umstände und der Zuschauer trägt in der Regel auch Wissen mit herein. Da finde ich z.B. Wie der Wind sich hebt von Miyazaki schwieriger als Oppenheimer, wo die Auswirkungen auf den Krieg in nicht mal eine handvoll Bilder angedeutet wird, den militärischen Zweck sogar in einen Dialog weg lacht. Und selbst dafür wurde er von japanischen Nationalisten massiv angegangen. Japanische Filme über den Zweiten Weltkrieg sind überhaupt ein Paradebeispiel für das ignorieren der eigenen Verbrechen, die reine Konzentration auf das ihnen zugefügte Leid. Aber zurück zur Odyssee, ein weiterer Punkt bei Anti-Kriegsfilmen ist, dass die Darstellung von Krieg in Unterhaltungsmedien ihn auch immer irgendwie ästhetisiert, mal mehr mal weniger. Deswegen mag ich eine Reduzierung, Andeutung des Schreckens in der Regel auch lieber. Und gerade bei der Szene von Fall Trojas find ich das ziemlich gelungen, diese Silhouetten von Frauen gegenüber der Soldaten, unterlegt von Schreien. Fand ich unheimlich intensiv. Auch die verschiedene Art der Einsatz von Musik und Sounddesign bei den jeweiligen Erzählungen von Menelaos und Odysseus fand ich richtig toll. Pulsierender, aufwühlender Lärm vs. distanzierende, ruhige Klänge.
Trotzdem kann man Nolan hier feigheit vorwerfen und würde damit nichts falsches sagen. Alles eine frage der perspektive.
 
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