Es ging mir nicht nur um Kumbbis Meinungsäußerung, sondern tatsächlich generell an diese Art der kritischen Auseinandersetzung, die hier vorherrscht, in meinen Augen sollte man das Werk betrachten, was man aus ihm heraus lesen kann und das dann sezieren. Es ist doch z.B. kein valider Kritikpunkt an einer Verfilmung der Odyssee, fehlende Schlachten zu bemängeln, dass gibt die Geschichte doch von sich aus schon nicht her.
Du machst es ja ganz richtig, hast die Anti-Kriegs-Botschaft heraus gearbeitet und argumentierst am Text warum sie deiner Ansicht nach nicht greift
Ist das nicht etwas anmaßend zu fordern, wie die Stoßrichtung einer Kritik zum Film auszusehen hat, damit das Ganze hier Akzeptanz findet? Zu beurteilen, wann eine Filmkritik „richtig gemacht“ ist?! Lieber
@Noir020, du könntest nochmal über deinen Satz „Du machst es ja schon ganz ruchtig…“ und die daraus ableitbaren Implikationen nachdenken ….. 😉
Hab ich mit einem Wort die ganzen hier geäußerten positiven Bewertungen dieses Films bewertet oder in Frage gestellt? Ich hab rein an der Sache und rein aus meinem Blickwinkel geurteilt.
Bei einem Werk, das mich in seiner gesamten Präsentation so wenig wie dieses überzeugt, will ich nichts mehr herauslesen - ehrlich gesagt ist hier für mich Hopfen und Malz verloren, Da noch irgendwas an Geschichte zu sezieren.
Ich gehe ins Kino bzw sehe mir einen Film an und dann wird bewertet, ob mir dieser Film gefällt oder nicht und ob ich diesen Film als Film gut finde oder nicht und benenne auch klar, warum das so ist.
Und wenn man bei einem 250 Mio Film nicht mehr kritisieren darf, dass das alles IN MEINEN AUGEN eher nach 50 Mio aussieht, dass die gesamte visuelle Darstellung und Umsetzung IN MEINEN AUGEN einfach schlecht ist, dass es in MEINEN AUGEN nicht viel mehr ist als repetetives Abfilmen von paar Leuten vor kargen Kulissen, die dümmliche schmonzettenhafte Dialoge deklamieren, wann sollte man das denn sonst dürfen?
Zumal bei jemand wie Nolan……….
Wenn mich dieserHaufen negativer Fakten nicht überzeugt, dann ist es mir egal, ob Nolan das so wollte. Ich bewerte einen Film dahingehend, ob mich das Ergebnis und Erlebnis als Kinobesucher überzeugt und ob es dem entspricht, was nach meiner Ansicht einen guten Film in diesem Genre ausmachen SOLLTE, was überhaupt einen guten Film ausmacht, und nicht, ob das Ergebnis das ist, was der Regisseur sich hier vorgestellt hat.
In einem Restaurant bewerte ich das Gericht dahin gehend, ob es a) für das, als was es nominell angeboten wird, gut gekocht wurde und b) mir auch schmeckt. Wenn ein Schweinebraten nur eine labbrige Kruste hat, völlig trocken und ungewürzt schmeckt und sich zäh kaut, dann sag ich, dass der Koch keine Ahnung von Schweinebraten hat (vor allem, wenn ich in meinem Leben schon 100te hervorragende Schweinebraten gegessen habe und durchaus auch offen bin für interessante Ansätze) und die Basics(!) von Schweinebraten schlichtweg nicht beherrscht bzw. In diesem Fall generell von gutem kochen. Und dann benenne ich das: dass das ein SCHLECHTER Schweinebraten ist. Da ist es mir völlig egal, ob dieser schweinebraten genau den Vorstellungen des Kochs von schweinebraten entspricht und er nach Ansicht des Kochs genau so fad, zäh und langweilig schmecken sollte. Dann bleibt es ein schlechter Braten und generell sogar ein schlechtes Essen.
Die Analogie zu Nolans Odyssee schafft ihr selbst… nur so viel: Nolans Odyssee ist nicht nur kein Epos, es ist einfach ein schlechter Film. Und warum das mMn so ist, habe ich zur Genüge weiter oben ausgeführt- ihr müsst die Meinung nicht teilen, aber worauf ich meine Meinung abstütze und begründe, das solltet ihr schon mir überlassen.
Nein, ich bemängele keine fehlenden schlachten bei der ODYSSEE (🤣) und könnte durchaus den Film auf einer ganz anderen Ebene bewerten - als jemand, der das Trum im Original (im griechischen) gelesen und sich mit der homerischen Welt und auch möglichen aktuellen Blicken und Interpretationen darauf während seiner Schullaufbahn beschäftigt hat, hielte ich mich dazu intellektuell durchaus immer noch in der Lage 😉- ich hab mich nur dazu entschieden, dieses Werk auf einer weit oberflächlicheren Ebene zu zerpflücken, weil mich diese in meinen Augen komplett versagende Oberfläche davon abgehalten hat, auch nur den geringsten Drang zu verspüren, tiefer zu steigen- das ist es mir schlichtweg nicht wert und das ist der Film auch nicht wert.
Die meisten anderen Nolan Filme si d das wert, dieses unter die Oberfläche steigen, dieser hier nicht. Mir nicht. Nolan wird’s überleben.
Der nächste Nolan kriegt ne neue Chance…
Just my 2 ct