Denke der erste 28 years war nicht das was viele erwartet haben als sie ins Kino gingen und ein großer Teil der Leute die diesen noch geschaut haben haben sich dann den zweiten Teil geschenkt.
Hatte es auch erst kürzlich mit einer Kollegin bei der Arbeit davon dass sie sich beide Filme eigentlich anschauen wollte (sie mag eigentlich Zombie-Filme). Aber aufgrund der Berichte über nackte Zombies entschied sie sich dan doch dagegen weil sie meinte dass Sexualisierung in solchen Filmen nichts verloren hätte. Mal ganz abgesehen davon dass ich hier trotz großem Schwengel nicht von Sexualisierung reden würde hat der erste Film in seiner Offenheit und auch Unkonventionalität viele junge Leute vor den Kopf gestoßen.
Gerade das zeigt ja, was irgendwie verkehrt läuft in der Gesellschaft oder wie verkrampft die Leute sind.
Wenn reihenweise Menschen zerfleischt, zerhackt und gegessen werden, nennt man das Unterhaltung, aber wenn ein paar Schwengel durch die Gegend baumeln, für ein paar Sekunden, wird man gleich "verstört" und "kann nicht damit umgehen".
Meine Güte.
Das sagt eigentlich mehr über die Menschen, die solche Filme konsumieren bzw. nicht konsumieren aus, als über den Film.
Auch wenn beide 28 Years Teile ihre Macken haben, finde ich aber auch, dass man Boyle anerkennen muss, dass er hier etwas außergewöhnliches geschaffen hat.
Viele haben eben einen simplen Zombie Reißer erwartet, aber er meditiert hier über das Leben und zeigt auch bewusst sehr leise Töne, zwischen dem Gemetzel. Das ist für so ein großes Projekt schon erstaunlich.
Aber das ist leider auch klar, dass ihm hier die Masse die kalte Schulter zeigt.
Bone Temple bekam einfach die finanzielle Quittung dafür, dass Teil 1 viel zu "artsy" für den gemeinen Zuseher war. Ich hatte bei der Sichtung im Kino auch so meine Probleme mit dem Teil und konnte ihn schwer einordenen, die Sehgewohnheiten haben einfach etwas anderes erwartet.
Erst im Laufe der Tage und Wochen hat er für mich dann gewonnen, als ich etwas mehr über ihn nachgedacht habe.
Auch wenn Teil 3 jetzt nicht mehr kommen sollte, stehen dennoch die "Years" Filme für eine gewagte Art des Filmemachens in einer Zeit, in der sowieso das meiste nur mehr mit Schablone kreiert wird.