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Also ich bezog mich z.B. auf 249 und 261. "Echt" "realistische Effekte". Ich weiß ja was er damit meint, ich finde nur seine Ausdrucksweise falsch, da sie suggeriert das Effekte "realistisch" sein müssen, um gut zu sein. Ich denke aber wir sind uns wie gesagt generell einig, wenn wir auch ein paar Vokabeln abgleichen mussten.Stimmt ja alles, aber Darksaber hat doch gar nichts von realistisch geschrieben sondern real. Oder verstehe ich was falsch? Den Begriff "real" habe ich dann mit der Greifbarkeit näher versucht zu erläutern.Ich weiß was du meinst, stimme dir auch zu. Ich bezog mich auf die Aussage von Darsaber, Effekte müssten realistisch wirken ergo realistisch sein um gut zu sein. Dem würde ich wie bereits gesagt stark widersprechen, denn Film hat grundsätzlich mit der Realität nichts zu tun, es ist eine Illusion. Bilder wirken auf uns erst durch Color-Grading, Komposition, Lichtsetzung usw. als filmisch. Unbearbeite, sprich realistische Bilder empfinden wir als unfilmisch. Hinzu kommt unsere filmische sozialisierung durch vornehmlich westliches, insbesondere us-amerikaisches Kino, in anderen Regionen gelten ganz andere Konventionen und Ähstetikansprüche, wie etwa der japanische Tokusatsu Film oder explizit surrealistisch angelegte Filme wie die eines David Lynch, Tim Burton oder Wes Anderson. Harmoniert der Effekt mit dem visuellen Stil in seiner Gesamtheit, ist er gelungen, tut er es nicht, dann eher weniger. Damit möchte ich sagen, dass man keine globalisierte Wertungsskala anlegen kann, aber ich Effektarbeit durchaus für quantifizierbar halte, weil man eine Qualität in Sinne von Güte durchaus festmachen kann, mit Einschränkungen natürlich. Dann kommt es natürlich auch auf das Ähstetikempfinden des Rezipienten an, wo es dann naturgemäß wieder subjektiv wird. Deswegen jedenfalls lehne ich den Begriff "realistisch" als Qualitätsmerkmal ab, sondern würde Authentizität im Kontext der gewünschten Immersion sprechen und du beschreibst die Haptik, ein weiteres Qualitätsmerkmal, welches ich noch um ein erwartbares physikalisches Verhalten erweitern würde.Geht ja auch nicht um realistisch. Was ist an einem Tauntaun oder einem X-Wing schon realistisch? Real jedoch bedeutet, dass Filme ja auch die Sinne ansprechen und da gehört der Tastsinn natürlich dazu. Wenn ich das Gefühl habe das Gesehene berühren zu können, dann ist die Immersion umso höher.Ist ein Trugschluss, denn Effekte sind dann "gut", wenn sie sich in das visuelle Gesamtkonzept einfügen.
Es gibt da tatsächlich einen recht krassen Trick: Schau dir die Oberfläche von irgendeinem Material an und du kannst ziemlich genau erahnen wie es sich anfühlt es zu berühren oder gar abzulecken. Das wird dir bei CGI Produkten kaum gelingen.
Und da rede ich jetzt nicht von Avatar oder animierten Filmen deren Ziele ganz andere sind, sondern Filmen wie eben Star Wars, die gezeigt haben dass das alles mit praktischen Effekten und Matte Paintings (leider verloren gegangene Kunstform...) geht und dadurch ein greif- und erlebbarer Film mit Seele entstehen kann. Im Gegensatz zu den späteren Machwerken die nicht weiter entfernt von einer sinnlichen Filmerfahrung sein könnten, wie so manches was heute einfach durch den Computer gepresst wird.
Ebenso der Disconnect mit der Handlung und Umgebung der die Performances zwangsweise beeinträchtigen muss, wenn sich Schauspieler zu 90% der Dreharbeiten in der Greenscreen Hölle befinden und sich nur vorstellen können mit wem oder was und wo gerade interagiert wird. Von den Problemen die dadurch für stimmig Beleuchtung entstehen ganz abgesehen.
Kann ein Film trotzdem gelingen? Ja! In den Meisten fällen jedoch eher nicht, speziell wenn es aus dem Hause Disney kommt, wo die Kuh einfach nur gemolken werden will und qualitativ alles eher was von Billigfleisch für 3€ von Netto aus der Massentierhaltung hat. Da ist die OT und selbst Zeug wie Raimis Spider-Man oder Fox' X-Men Filme, um noch einen Heldenbezug zu haben, wahres Koberind.
Imo widersprechen wir uns gar nicht, sondern gehen die Fragestellung von unterschiedlichen Perspektiven an.

Aber nochmal zu Veranschaulichung, ich finde ein ganz wunderbares Beispiel wäre da Mad Max - Fury Road und Furiosa. Letztere wurde abgestraft, weil die Effekte schlechter seien, als in Fury Road. Was aber gar nicht stimmt, woran man sich störte war der gewählte Look, der von Fury Roads "realistischen" (jetzt immer im filmischen Kontext gemeint) abweicht. Die Effekte von Furiosa arbeiten der angestrebten Visualität zu und das definiert einen guten Effekt, genauso wie das bei Fury Road der Fall ist, nur auf einer "realistischeren" Art und Weise.
Oder Villeneuves Dune gegenüber Lynchs Dune, Villeneuve wollte eine möglichst "realistischen" Ansatz und das ist ihn auch in so gut wie jedem Frame gelungen. Lynch hatte diesen Anspruch nicht, die Effekte seines Filmes fallen qualitativ schwankend aus, aber nicht weil sie "unrealistisch" sind.
Ich hoffe damit wird klar was ich meine. :)
Edit:
@Darksaber
Dein Post hab ich übersehen, aber ich hoffe auch für dich wird deutlicher, was ich meinte.





