Es gibt mittlerweile ein, wenn auch brüchiges, Waffenstillstandsabkommen zwischen der Hamas und Israel und die Kriegshandlungen ruhen momentan größtenteils. Demnach gibt es die zarte Hoffnung, dass sich die Lage in Gaza weiter entspannt und - falls die Hamas die Waffen abgibt (was natürlich noch fraglich ist) - weitere Schritte hin zum Frieden gemacht werden können.
Das nun einige Länder in dieser Situation weiterhin vehement für einen Ausschluss Israels vom ESC sind zeigt leider, dass es diesen Ländern (bzw. den dortigen ESC Entscheidungsträgern) eben doch nicht um den Krieg in Gaza und den dortigen Einsatz der israelischen Armee geht, sondern stattdessen um die Ablehnung der Juden allgemein.
Kauft nicht bei Juden, lasst die Juden nicht teilnehmen - ein immer wiederkehrendes Muster.
In meinen Augen beschämend und demaskierend.
Und damit sage ich natürlich nicht, dass man das Vorgehen der israelischen Armee und die israelische Regierung nicht kritisieren darf oder sollte, natürlich darf man das. Idealerweise in einem Kontext, der der dortigen Situation gerecht wird.
Aber ein Boykott ist imo vollkommen deplatziert.
Und wenn dann teilweise noch das Argument kommt, Israel sei ja gar nicht Teil der EU / Europas, zeigt dies noch viel deutlicher, dass es hier um Hass bzw. Abneigung geht. Das (also die Teilnahme diverser nicht-europäischer Länder in der Vergangenheit) hat vorher nämlich keine Sau interessiert, wird jetzt aber als Scheinargument hervorgeholt.
Es wäre toll, wenn der ESC und die Zuschauer in der Halle dafür sorgen würden, dass dies kein Wettbewerb wird, der durch Hass und Ablehnung auffällt sondern ein Wettbewerb, der vereint und der Toleranz zeigt. Wie soll so etwas denn sonst im Großen funktionieren, wenn es schon im Kleinen nicht umgesetzt werden kann?