Da ich gerade Children of Dune leses.... Herrje, da ist quasi nix korrekt, trotzdem macht das ein Heidenspaß.
Ich überführe die Frage mal in diesen Thread. :)
Ich bin neugierig, worauf genau beziehst du dich?
Heißt es nicht immer wer nix kann, schreibt Fantasy?
Da Fantasy Autoren in der Regel auch begnadete Science-Fiction schreiben, meine Meinung zu dieser Meinung:

Bzw. weil wir hier gerade bei Ursala K. Le Guin sind, sie hat es natürlich besonders präzise ausgedrückt:
So, besser spät als nie *g*. Ich hab Children jetzt dreiviertel durch aber im Grunde dürfte das allgemein bekannt sein.
Hauptsächlich die esoterisch-faschistischen Machtfantasien finde ich schon wertfrei dargelegt.
Paul isn kleiner (eigentlicher eher ein noch größerer) Adolf und Leto II ist auf dem besten Weg dahin und da ich ungefähr weiß was in Gottkaiser passiert
wird das wohl auch so sein. Jeder, der nicht in den Kram passt wird umgelegt. Alina ist eine Vollirre und Jessica ebenfalls eine dominante und rabiate Persönlichkeit.
Die zunehmende Religiosität und deren Bedeutung macht das Ganze auch schwierig für mich, da meiner Meinung nach eine so fortgeschrittene Zivilisation den Quatsch hinter sich lassen sollte.
Vielleicht irre ich mich da auch und überlese irgendwelche kritischen Zwischentöne. Keine Ahnung. Der Gottkaiser wird noch gelesen, dann ist mit Dune Schluss für mich.
Trotzdem mag ich die Bücher sehr.
P.S. Fantasy wird trotzdem nie mein Genre. Habs versucht und bin kläglich gescheitert. :D
Das Ding mit der Zivilisation in Dune ist ja, dass sie eben bewusst zu einen Zeitpunkt sich gegen (technischen) Fortschritt gestellt haben und die biologischen und geistigen Fähigkeiten des Menschen bis aufs letzte ausgereizt haben. Stichwort Butlers Dschihad und die großen Schulen. Die Gesellschaft ist eben nicht fortschrittlich, sondern stagniert und das seit Jahrtausenden, während die mächtigen den Status Quo aufrecht erhalten (Gilde, CHOAM, das imperiale Haus und der Landsraad/Großen und kleinen Häuser) oder in Verborgenen äußerst langfristige Pläne verfolgen (Bene Gesserit) oder den Seiltanz am Grat des Dogma vollführen (Bene Tleilax, Ixianer). Zudem Religion natürlich ein gesellschaftliches Phänomenen ist, welches fundamental in der Zivilisation verankert ist, als Atheist bin ich auch dazu geneigt es als Quatsch abzutun, aber Religion und Glaube ist eben so tief verwurzerlt und greift Grundbedürfnisse auf, die auch die Wissenschaft nicht zu bedienen vermag. Die Religiösität in Dune ist umfassend, Herbert bedient sich ihr als philosopisches Spielbrett, aber eben auch ganz eindeutig kritisch konotoiert, sobald Glaube institutionalisiert und ritualisiert wird (Sprich Religion), als auch zwangsläufig mit Machtstreben in Kontakt kommt und instrumentalisiert wird. Hier vorallem durch die Bene Gesserit. Und ja, die Charaktere hier sind alle Autokraten, aber das ist ja der Punkt, es geht darum das Macht korrupiert und zwar immer, absolute Macht korrupiert absolut. Das ist ja die Kernthese hinter Dune, es ist der kritische Zwischenton, genauer gesagt das übergreifende Thema, und gerade deswegen bekommen wir Macht(missbrauch) so unverblümt präsentiert und keinen moralischen Anker. Das ist aber meiner Meinung nach absolut nicht wertfrei, im Gegenteil. Wir haben ja auch runtergebrochen zwei verschiedene Modi der absoluten Macht, einmal die von Paul der zum einen von Geburt an geschliffen wurde und auf einen vorgefertigten Pfad geschubst wurde, und dann die mit ihr im buchstäblichen Sinne geboren wurden. Alia, Leto II und Ghanima. Und sie alle erweisen sich als unkontrollierbar von Mächten außerhalb, sei es die Bene Gesserit oder nahe Verwandte, gerne auch mal in Personalunion (Jessica) In Gottkaiser geht es dann ja letztlich um den Verlust dieser absoluten Macht (In diesem Falle der gottgleichen seherischen Fähigkeiten), bzw. letztlich die Abgabge, denn Herbert nimmt an, dass ab einen bestimmten Punkt Macht nicht mehr von außen gestürzt werden kann. Die Fremen sind ja auch ein guter Indikator für den Verlauf von Macht, einst Sklaven haben sie sich auf Arrakis eine Kultur geschaffen, die ihnen Freiheit brachte, die aber eben auch viel Arbeit bedeutete. Sie waren die einzigen, wirklich freien Menschen (free men -> Fremen) im Dune Universum, bis sie eben die Freiheit gegen das vermeintliche Paradies einzutauschen vermochten. Letztlich bedeute es aber das Ende ihrer Kultur und dann das Ende ihrer Freiheit. Das wird ja in Kinder schon deutlich, als Stilgar z.B. durch die Stadt streift und die neue Generation Fremen betrachtet, die schon kaum noch Wasserdiziplin mehr aufbringen. Im Gottkaiser sind sie dann vollkommen in Bedeutungslosigkeit versunken, werden noch zynisch von Leto als Museumsobjekte gehalten. Hier kann man in jedem Fall Ideologiekritik ansetzen, denn man kann das natürlich auch sehr regressiv lesen, ala: „Harte Zeiten schaffen starke Männer. Starke Männer schaffen gute Zeiten. Gute Zeiten schaffen schwache Männer. Und schwache Männer schaffen harte Zeiten“. (Und das wird auch durchaus so gelesen und vereinnahmt) Aber Herbert ging es vornehmlich, dass Freiheit ein verdammt hohes Gut ist und verteidigt gehört.
Gottkaiser ist aber wie schon öfter erwähnt, der beste Ausstiegspunkt aus der Reihe. in Ketzer und Ordensburg erzählt Herbert dann irgendwie eine vollkommen andere Sache, retcont ohne Ende und vorallem ist er so nervig horny. Auf der Habenseite stehen für mich noch ein paar coole Hintergründe zu Gottkaiser und den Bene Tleilax, aber im Großen und Ganzen revidiert er nur den großen kathartischen Moment, als die Menschheit in die Zersplitterung entlassen wird.
P.S. Sagt der Stephen King Leser.
