Kritik: REACHER – Staffel 4
Einfallsloses Malen nach Zahlen für den Schrottcontainer
Wertung: ★★★★☆☆☆☆☆☆ – 4 von 10 Sternen
(und das mit extrem viel Wohlwollen)
Man hätte es nach den ersten Folgen eigentlich schon ahnen können, aber das Finale von REACHER – Staffel 4 setzt dem Elend endgültig die Krone auf.
Was einmal als knackige, unterhaltsame Action-Serie gestartet ist, ist mittlerweile zu einer ideenlosen Schleife aus Wiederholungen verkommen. Bei dieser Staffel stimmt für mich von vorne bis hinten kaum noch etwas: weder die zähe Story noch das lustlose Acting, geschweige denn der Rest der Produktion.
Alles wirkt künstlich in die Länge gezogen. Ständig dieselben Settings, die gleichen generischen Bösewichte und Dialoge, bei denen man zunehmend das Gefühl bekommt, die Drehbuchautoren hätten irgendwann einfach die Copy-and-Paste-Taste entdeckt.
Besonders bitter stößt mir inzwischen das immer gleiche Muster der Kampfszenen auf.
Jack Reacher wird hier nicht mehr als cleverer, nahezu unaufhaltsamer Ermittler inszeniert, sondern als unsterblicher Superheld in einer völlig unglaubwürdigen Blase. Die Kämpfe sind teilweise geradezu lächerlich choreografiert und vor allem komplett ohne Konsequenzen geschrieben.
Nach den Gesetzen der Realität wäre Reacher in dieser Staffel mindestens fünfmal gestorben.
Aber egal, was passiert: Der Muskelberg steht einfach wieder auf, schüttelt sich kurz und marschiert weiter, als wäre nichts gewesen. Damit verschwinden irgendwann jede Fallhöhe und jegliche Spannung. Warum sollte man noch mitfiebern, wenn ohnehin vollkommen klar ist, dass dieser Mann offenbar nicht kaputtzukriegen ist?
Der absolute Oberbrüller ist allerdings das Finale.
Es ist für mich eine regelrechte Bankrotterklärung an die Kreativität. Wenn man als Zuschauer bereits 20 Minuten vor dem Abspann praktisch zu 100 Prozent weiß, was als Nächstes passieren wird, hat das Drehbuch ein Problem.
Klischee at its best.
⚠️ VORSICHT: Ab hier kleine Spoiler zum Finale!
Und natürlich bekommen wir auch noch das obligatorische Finale nach dem Finale serviert.
Erst kommt der keinesfalls fehlen dürfende:
„Ach komm, jetzt taucht DER Typ auch noch mal auf!“–Moment.
Kurz darauf folgt selbstverständlich die hanebüchene:
„Wie? Doch nicht tot? Das gibt’s ja gar nicht!“–Wendung.
Und schließlich schließt sich der Kreis, indem der Hauptprotagonist exakt das tut, was man schon zehn Minuten vorher laut vorausgesagt hat – obwohl die Szene eigentlich darauf ausgelegt ist, dass man genau das Gegenteil erwarten soll.
Ich betone: SOLL.
Klappt nur leider zu 100 Prozent NICHT!
Diese vierte Staffel ist für mich völlig vorhersehbar, über weite Strecken sterbenslangweilig und hat nahezu jeglichen Charme der ersten Tage verloren.
Das kann weg.