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Serie: Pluribus (Vince Gilligan) [Apple TV+]

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  • Gesehen, kann man schauen, muss man aber nicht

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  • Bin bei der vorherigen Staffel ausgestiegen

    Stimmen: 1 4,2%
  • Interessiert mich nicht

    Stimmen: 2 8,3%

  • Umfrageteilnehmer
    24

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Puh, also die Serie hat mich leider nicht 100% abgeholt. Habe extra gewartet bis diese vollständig vorliegt, bevor ich diese angesehen habe. Breaking Bad ist meine absolute Lieblingsserie und wenig überraschend bei dem Regisseur ist die visuelle Umsetzung auch hier super. Auch die Hauptdarstellerin macht das sehr und viele witzige Einfälle halten einen auch einigermaßen bei Laune.Bei Severance gab es ja viele Stimmen, dass innerhalb einer Staffel nicht viel passiert, aber hier passt das bzgl. der Handlung wirklich.
Mal schauen, wie sich das in Staffel 2 entwickelt, für mich leider nicht das erhoffe Serienhighlight.
 
Puh, also die Serie hat mich leider nicht 100% abgeholt. Habe extra gewartet bis diese vollständig vorliegt, bevor ich diese angesehen habe. Breaking Bad ist meine absolute Lieblingsserie und wenig überraschend bei dem Regisseur ist die visuelle Umsetzung auch hier super. Auch die Hauptdarstellerin macht das sehr und viele witzige Einfälle halten einen auch einigermaßen bei Laune.Bei Severance gab es ja viele Stimmen, dass innerhalb einer Staffel nicht viel passiert, aber hier passt das bzgl. der Handlung wirklich.
Mal schauen, wie sich das in Staffel 2 entwickelt, für mich leider nicht das erhoffe Serienhighlight.
Interessant, mich hat die serie voll abgeholt und im gegensatz zu better call saul finde ich hier die inszenatorische langsamkeit auch angemessen, da sie sich thematisch rechtfertigen lässt. Bei BCS hatte ich immer das gefühl, was dort in 2 staffeln passiert, wäre bei breaking bad in einer staffel abgehandelt worden. Bei pluribus ist der Rhythmus hingegen den charakteren angepasst, das (ein-)ordnende, das sortierende, das reflektierende.
 
Durch damit! Hm, Luft nach oben. Gehörig Luft nach oben.
Ich merkte, wie ich mich bei der Serie nach der formalen Erzählökonomie des Kinos zurücksehnte. Slow Cinema in allen Ehren - wenn zu ein- und demselben emotionalen Sachverhalt (Alleinsein, Einsamkeit, soziale Erschlaffung, existenzielle Isolation) stets vergleichbare Bilder und/oder Assoziationsketten über Minuten hinweg gefunden werden, nervt mich das. Was im Kino, selbst früher in BB/BCS via Montage gelöst worden ist, kreist hier nur um sich selbst, trotz trivialem soziologischen Erkenntnisgewinn (der Mensch braucht halt den Menschen, und wenn er frei jeder Schranken existieren darf, wirft er sich zum Teil ins Gelage, wa?) und repetitiver Charakterschablonen.

Weil @Matti Severance ansprach, fiel mir eine Parallele zu S2 auf - beide Serien scheinen mMn ihren "Kult" bereits unsympathisch mitzuproduzieren. Auch Pluribus steht hin und wieder kurz davor, in quirkiness zu ertrinken, der Serie fehlt die fahrige, aber liebenswürdige, emotional zupackende Energie von "Gilligan-Figuren".
Anstelle dessen werden Gags toterzählt (Anrufbeantworter), totinterpretiert (Wut, Drohne[n]) oder gleich zum Schenkelklopfer freigegeben (Atombombe). Kurzum: Skurrilität um der Skurrilität willen. Meh! Ich hatte das Gefühl, viele Stunden für ... was eigentlich genau "verschwendet" (dermaßen schlimm war es nicht!) zu haben?

...

Mich hielt an der Serie höchstens das Prozesshafte, die Puzzleteil für Puzzleteil zusammengesteckte Welterkundung und deren eigenhändig zu ergründende Logik. Und, ich gebe zu: Rhea Seehorn brilliert, aber Karolina Wydra? Ich jubelte jedes Mal innerlich, als sie auftauchte. (Über Manousos leider nicht.)
 
@Der Philosoph
Puh, Deine Rezi macht kaum Lust über die ersten 2 Folgen hinaus weiterzuschauen.
Bei BCS wurde diese Langsamkeit und Quirkyness durch die starken Nebenfiguren wieder ausgeglichen, zumindest meistens.
Leider hat mich schon dort Seehorns Schauspiel eher kaltgelassen, deswegen ist für mich auch kaum vorstellbar, dass sie imstande ist diese Serie allein zu tragen.
 
Also wenn dir die ersten beiden Episoden schon nicht gefallen haben, werden es die nächsten 7 auch nicht.

Die Qualität ist eigentlich relativ konstant und ja .... die Story schreitet sehr sehr langsam voran.
 
Durch damit! Hm, Luft nach oben. Gehörig Luft nach oben.
Ich merkte, wie ich mich bei der Serie nach der formalen Erzählökonomie des Kinos zurücksehnte. Slow Cinema in allen Ehren - wenn zu ein- und demselben emotionalen Sachverhalt (Alleinsein, Einsamkeit, soziale Erschlaffung, existenzielle Isolation) stets vergleichbare Bilder und/oder Assoziationsketten über Minuten hinweg gefunden werden, nervt mich das. Was im Kino, selbst früher in BB/BCS via Montage gelöst worden ist, kreist hier nur um sich selbst, trotz trivialem soziologischen Erkenntnisgewinn (der Mensch braucht halt den Menschen, und wenn er frei jeder Schranken existieren darf, wirft er sich zum Teil ins Gelage, wa?) und repetitiver Charakterschablonen.

Weil @Matti Severance ansprach, fiel mir eine Parallele zu S2 auf - beide Serien scheinen mMn ihren "Kult" bereits unsympathisch mitzuproduzieren. Auch Pluribus steht hin und wieder kurz davor, in quirkiness zu ertrinken, der Serie fehlt die fahrige, aber liebenswürdige, emotional zupackende Energie von "Gilligan-Figuren".
Anstelle dessen werden Gags toterzählt (Anrufbeantworter), totinterpretiert (Wut, Drohne[n]) oder gleich zum Schenkelklopfer freigegeben (Atombombe). Kurzum: Skurrilität um der Skurrilität willen. Meh! Ich hatte das Gefühl, viele Stunden für ... was eigentlich genau "verschwendet" (dermaßen schlimm war es nicht!) zu haben?

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Mich hielt an der Serie höchstens das Prozesshafte, die Puzzleteil für Puzzleteil zusammengesteckte Welterkundung und deren eigenhändig zu ergründende Logik. Und, ich gebe zu: Rhea Seehorn brilliert, aber Karolina Wydra? Ich jubelte jedes Mal innerlich, als sie auftauchte. (Über Manousos leider nicht.)
Kann mit den Figuren auch null mitfühlen, obwohl ich diesen gerne zusehe.
Gerade die Gags mit Anrufbeantworter usw. sind schon klasse, aber das ist innerhalb einer Staffel schon extrem wenig Fortschritt in der Handlung.
Severance ist für mich persönlich eine Klasse darüber angesiedelt.
Hier geht die Handlung zwar auch langsam voran, aber es gibt halt ständig offene Fragen, welche einen bei Laune halten.
 
@Der Philosoph
Puh, Deine Rezi macht kaum Lust über die ersten 2 Folgen hinaus weiterzuschauen.
Bei BCS wurde diese Langsamkeit und Quirkyness durch die starken Nebenfiguren wieder ausgeglichen, zumindest meistens.
Leider hat mich schon dort Seehorns Schauspiel eher kaltgelassen, deswegen ist für mich auch kaum vorstellbar, dass sie imstande ist diese Serie allein zu tragen.
Klingt jetzt wahrscheinlich böse, aber selbst bei einem Sprung zu Folge 9 könntest du dir inhaltlich das meiste zusammen reimen.
Gelangweilt habe ich mich bei den Folgen aber nie, da die Serie bzgl. Cinematography schon ziemlich geil gemacht ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Puh, also die Serie hat mich leider nicht 100% abgeholt. Habe extra gewartet bis diese vollständig vorliegt, bevor ich diese angesehen habe. Breaking Bad ist meine absolute Lieblingsserie und wenig überraschend bei dem Regisseur ist die visuelle Umsetzung auch hier super. Auch die Hauptdarstellerin macht das sehr und viele witzige Einfälle halten einen auch einigermaßen bei Laune.Bei Severance gab es ja viele Stimmen, dass innerhalb einer Staffel nicht viel passiert, aber hier passt das bzgl. der Handlung wirklich.
Mal schauen, wie sich das in Staffel 2 entwickelt, für mich leider nicht das erhoffe Serienhighlight.
Interessant, mich hat die serie voll abgeholt und im gegensatz zu better call saul finde ich hier die inszenatorische langsamkeit auch angemessen, da sie sich thematisch rechtfertigen lässt. Bei BCS hatte ich immer das gefühl, was dort in 2 staffeln passiert, wäre bei breaking bad in einer staffel abgehandelt worden. Bei pluribus ist der Rhythmus hingegen den charakteren angepasst, das (ein-)ordnende, das sortierende, das reflektierende.
Ich bin aus dem Grund bei BCS nie über Staffel 1 hinaus gekommen.
 
Puh, also die Serie hat mich leider nicht 100% abgeholt. Habe extra gewartet bis diese vollständig vorliegt, bevor ich diese angesehen habe. Breaking Bad ist meine absolute Lieblingsserie und wenig überraschend bei dem Regisseur ist die visuelle Umsetzung auch hier super. Auch die Hauptdarstellerin macht das sehr und viele witzige Einfälle halten einen auch einigermaßen bei Laune.Bei Severance gab es ja viele Stimmen, dass innerhalb einer Staffel nicht viel passiert, aber hier passt das bzgl. der Handlung wirklich.
Mal schauen, wie sich das in Staffel 2 entwickelt, für mich leider nicht das erhoffe Serienhighlight.
Interessant, mich hat die serie voll abgeholt und im gegensatz zu better call saul finde ich hier die inszenatorische langsamkeit auch angemessen, da sie sich thematisch rechtfertigen lässt. Bei BCS hatte ich immer das gefühl, was dort in 2 staffeln passiert, wäre bei breaking bad in einer staffel abgehandelt worden. Bei pluribus ist der Rhythmus hingegen den charakteren angepasst, das (ein-)ordnende, das sortierende, das reflektierende.
Ich bin aus dem Grund bei BCS nie über Staffel 1 hinaus gekommen.
Kann ich total nachvollziehen.
 
Durch damit! Hm, Luft nach oben. Gehörig Luft nach oben.
Ich merkte, wie ich mich bei der Serie nach der formalen Erzählökonomie des Kinos zurücksehnte. Slow Cinema in allen Ehren - wenn zu ein- und demselben emotionalen Sachverhalt (Alleinsein, Einsamkeit, soziale Erschlaffung, existenzielle Isolation) stets vergleichbare Bilder und/oder Assoziationsketten über Minuten hinweg gefunden werden, nervt mich das. Was im Kino, selbst früher in BB/BCS via Montage gelöst worden ist, kreist hier nur um sich selbst, trotz trivialem soziologischen Erkenntnisgewinn (der Mensch braucht halt den Menschen, und wenn er frei jeder Schranken existieren darf, wirft er sich zum Teil ins Gelage, wa?) und repetitiver Charakterschablonen.

Weil @Matti Severance ansprach, fiel mir eine Parallele zu S2 auf - beide Serien scheinen mMn ihren "Kult" bereits unsympathisch mitzuproduzieren. Auch Pluribus steht hin und wieder kurz davor, in quirkiness zu ertrinken, der Serie fehlt die fahrige, aber liebenswürdige, emotional zupackende Energie von "Gilligan-Figuren".
Anstelle dessen werden Gags toterzählt (Anrufbeantworter), totinterpretiert (Wut, Drohne[n]) oder gleich zum Schenkelklopfer freigegeben (Atombombe). Kurzum: Skurrilität um der Skurrilität willen. Meh! Ich hatte das Gefühl, viele Stunden für ... was eigentlich genau "verschwendet" (dermaßen schlimm war es nicht!) zu haben?

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Mich hielt an der Serie höchstens das Prozesshafte, die Puzzleteil für Puzzleteil zusammengesteckte Welterkundung und deren eigenhändig zu ergründende Logik. Und, ich gebe zu: Rhea Seehorn brilliert, aber Karolina Wydra? Ich jubelte jedes Mal innerlich, als sie auftauchte. (Über Manousos leider nicht.)
Ich seh's nicht ganz so drastisch, empfinde aber auch eine gewisse Leere und das ganze Konzept hätte wahrscheinlich als abgeschlossene Mini-Serie gut funktioniert, meine Phantasie reicht, derzeit nicht aus, wie man die Erzählung in Zukunft interessant gestalten kann.

Spaß hatte ich aber teilweise schon, gerade die Menschheit reduziert auf mechanische Abläufe, ist ein tolles Motiv, was auch Variantenreich eingefangen wurde. Trotzdem beginnen die Bilder sich allzu schnell zu ermüden, konzeptionell bedingt fehlt es Rhea Seehorns Charakter an (menschlicher) Reibungsfläche, Einsamkeit und/oder Abschottung wurde schon eindringlicher und ergreifender porträtiert. Irgendwie enttäuschend, in guter Hoffnung das mich eine zweite Staffel doch noch mit nimmt. Und wenn nicht, hat Gilligan wohl doch einige Neukunden in die Nähe von Apples großartigen Sci-Fi Portfolio (und darüber hinaus) gebracht.
 
Theorie 1) Kein Kaneldeckel am Set und man wollte für die Kurze Szene nicht den Bagger kommen lassen?
Theorie 2) Reshoot nach Produktionsende und man wollte die ganze Crew nicht mehr für einen Außendreh zurück holen.
 
Durch damit! Hm, Luft nach oben. Gehörig Luft nach oben.
Ich merkte, wie ich mich bei der Serie nach der formalen Erzählökonomie des Kinos zurücksehnte. Slow Cinema in allen Ehren - wenn zu ein- und demselben emotionalen Sachverhalt (Alleinsein, Einsamkeit, soziale Erschlaffung, existenzielle Isolation) stets vergleichbare Bilder und/oder Assoziationsketten über Minuten hinweg gefunden werden, nervt mich das. Was im Kino, selbst früher in BB/BCS via Montage gelöst worden ist, kreist hier nur um sich selbst, trotz trivialem soziologischen Erkenntnisgewinn (der Mensch braucht halt den Menschen, und wenn er frei jeder Schranken existieren darf, wirft er sich zum Teil ins Gelage, wa?) und repetitiver Charakterschablonen.
Du möchtest eine langsame Erzählweise, aber bitte nicht ZU langsam. Du möchtest sehen, dass ein menschliches Indevideum kaum in der Lage ist, ohne soziale Kontakte langfristig zu "überleben", was du aber bitte in einem kurzen Zusammenschnitt von ein paar Sekunden erzählt bekommen willst. Dabei zeigt doch genau diese Erzählweise das Ausmaß von Isolation. In einem kurzen Zusammenschnitt kann dem Zuschauer diese Vereinsamung doch gar nicht fühlbar gemacht werden. Daran kranken doch genau jene "modernen" Produktionen, die du kritisierst - ich kann nicht mit den Figuren fühlen, weil sich viel zu wenig Zeit genommen wird um diese Emotionen nachzuvollziehbar zu machen.
Das Serienformat ist doch dafür genau der richtige Container. Ich habe die Erzählweise keinen Frame lang als zu zäh empfunden, sondern fand es sehr angenehm, mit der Figur in ihrer Trostlosigkeit zu bleiben, so dass mir am Ende der Gedanke kam: "Ok, es reicht, hol die Anderen zurück", ganz so wie die Figur auch. So, war es gedacht und so sollte es im besten Falle sein.
Anstelle dessen werden Gags toterzählt (Anrufbeantworter), totinterpretiert (Wut, Drohne[n]) oder gleich zum Schenkelklopfer freigegeben (Atombombe). Kurzum: Skurrilität um der Skurrilität willen. Meh! Ich hatte das Gefühl, viele Stunden für ... was eigentlich genau "verschwendet" (dermaßen schlimm war es nicht!) zu haben?
Auch hier empfand ich es genau umgekehrt. Genau dadurch, dass der Anrufbeantworter die selbe lange Nachricht immer und immer wieder abspielt, ist man genauso genervt davon wie Carol. Auch das ist ja so gewollt. Was jetzt genau beim 3 maligen Auftauchen der Drohne schlimm war, weiß ich nicht.
Ebenso die A-Bombe. Als Schluss-Gag empfand ich das als durchaus witzig. Genau deshalb weil sie 3 Folgen vorher erwähnt wurde und man diesen eventuellen Wunsch als absolut absurd abgetan hat. Diese Entscheidung jetzt unterstreicht doch, wie ernst es Carol mit der Abkehr von "den Anderen" geworden ist.
Man wird sehen, was es damit auf sich hat.
Insgesamt empfand ich die Serie, völlig konträr zu deiner Meinung, als äußerst unterhatsam und tatsächlich keine Sekunde langweilig. Ich freue mich sehr auf die nächste Staffel.

Ich hätte zum Ganzen nur eine kritische Anmerkung in der Kontinuität:
Warum sagt Carol den Anderen nicht, dass sie sofort alle eingefrorenen Eizellen + extraierten Stammzellen von ihr haben möchte? So wie das bisher gelaufen ist, sollte man ihr diese dann sofort bringen und das Problem wäre erledigt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Durch damit! Hm, Luft nach oben. Gehörig Luft nach oben.
Ich merkte, wie ich mich bei der Serie nach der formalen Erzählökonomie des Kinos zurücksehnte. Slow Cinema in allen Ehren - wenn zu ein- und demselben emotionalen Sachverhalt (Alleinsein, Einsamkeit, soziale Erschlaffung, existenzielle Isolation) stets vergleichbare Bilder und/oder Assoziationsketten über Minuten hinweg gefunden werden, nervt mich das. Was im Kino, selbst früher in BB/BCS via Montage gelöst worden ist, kreist hier nur um sich selbst, trotz trivialem soziologischen Erkenntnisgewinn (der Mensch braucht halt den Menschen, und wenn er frei jeder Schranken existieren darf, wirft er sich zum Teil ins Gelage, wa?) und repetitiver Charakterschablonen.
Du möchtest eine langsame Erzählweise, aber bitte nicht ZU langsam. Du möchtest sehen, dass ein menschliches Indevideum kaum in der Lage ist, ohne soziale Kontakte langfristig zu "überleben", was du aber bitte in einem kurzen Zusammenschnitt von ein paar Sekunden erzählt bekommen willst. Dabei zeigt doch genau diese Erzählweise das Ausmaß von Isolation. In einem kurzen Zusammenschnitt kann dem Zuschauer diese Vereinsamung doch gar nicht fühlbar gemacht werden. Daran kranken doch genau jene "modernen" Produktionen, die du kritisierst - ich kann nicht mit den Figuren fühlen, weil sich viel zu wenig Zeit genommen wird um diese Emotionen nachzuvollziehbar zu machen.
Das Serienformat ist doch dafür genau der richtige Container. Ich habe die Erzählweise keinen Frame lang als zu zäh empfunden, sondern fand es sehr angenehm, mit der Figur in ihrer Trostlosigkeit zu bleiben, so dass mir am Ende der Gedanke kam: "Ok, es reicht, hol die Anderen zurück", ganz so wie die Figur auch. So, war es gedacht und so sollte es im besten Falle sein.
Anstelle dessen werden Gags toterzählt (Anrufbeantworter), totinterpretiert (Wut, Drohne[n]) oder gleich zum Schenkelklopfer freigegeben (Atombombe). Kurzum: Skurrilität um der Skurrilität willen. Meh! Ich hatte das Gefühl, viele Stunden für ... was eigentlich genau "verschwendet" (dermaßen schlimm war es nicht!) zu haben?
Auch hier empfand ich es genau umgekehrt. Genau dadurch, dass der Anrufbeantworter die selbe lange Nachricht immer und immer wieder abspielt, ist man genauso genervt davon wie Carol. Auch das ist ja so gewollt. Was jetzt genau beim 3 maligen Auftauchen der Drohne schlimm war, weiß ich nicht.
Ebenso die A-Bombe. Als Schluss-Gag empfand ich das als durchaus witzig. Genau deshalb weil sie 3 Folgen vorher erwähnt wurde und man diesen eventuellen Wunsch als absolut absurd abgetan hat. Diese Entscheidung jetzt unterstreicht doch, wie ernst es Carol mit der Abkehr von "den Anderen" geworden ist.
Man wird sehen, was es damit auf sich hat.
Insgesamt empfand ich die Serie, völlig konträr zu deiner Meinung, als äußerst unterhatsam und tatsächlich keine Sekunde langweilig. Ich freue mich sehr auf die nächste Staffel.

Ich hätte zum Ganzen nur eine kritische Anmerkung in der Kontinuität:
Warum sagt Carol den Anderen nicht, dass sie sofort alle eingefrorenen Eizellen + extraierten Stammzellen von ihr haben möchte? So wie das bisher gelaufen ist, sollte man ihr diese dann sofort bringen und das Problem wäre erledigt.
Zu deinem letzten spoiler: in der serie wird irgendwann als analogie gesagt, das man einen ertrinkenden immer retten würde. Und aus ihrer sicht gilt es carol zu retten.
 
Du möchtest eine langsame Erzählweise, aber bitte nicht ZU langsam.
Ich "möchte" überhaupt nichts. Ich stelle lediglich das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag bei dieser Serie zur Diskussion. Heißt: Rechtfertigt eine knapp neunstündige Laufzeit (mitsamt ihrer filmischen Mittel) jenen Ertrag, der am Ende von S1 steht? Meiner Meinung nach nicht.
Der minutiös auf "Weltarbeit" abgestimmte Vince-Gilligan-Rhythmus (man kennt ihn aus seinen Vorgängerserien) nutzte sich für mich nun einmal (teilweise!) ab, die Darstellung von Leere/Isolation/Abkopplung (etc.) wurde zu einer (schein)avantgardistischen Nummernrevue der immergleichen Bilder und Praktiken. In BB/BCS führte dieser Rhythmus zu irgendetwas, einer Kulmination, einer Explosion, zumindest einer Perspektivenverschiebung; es lohnte sich, dranzubleiben. Man konnte damit arbeiten. Hier? Dutzenfach durchgenudelte Klischees von Siegel, über Kaufman bis hin zu Fleischer.
Du möchtest sehen, dass ein menschliches Indevideum kaum in der Lage ist, ohne soziale Kontakte langfristig zu "überleben", was du aber bitte in einem kurzen Zusammenschnitt von ein paar Sekunden erzählt bekommen willst. Dabei zeigt doch genau diese Erzählweise das Ausmaß von Isolation. In einem kurzen Zusammenschnitt kann dem Zuschauer diese Vereinsamung doch gar nicht fühlbar gemacht werden.
Nein, auch das möchte ich nicht. Das bietet mir diese Serie - unter anderem - soziologisch (profan) anhand der Carol-Figur an: Der Mensch ist sozial eingebunden; selbst wenn er versucht, einen Schutzwall um sich und andere zu errichten, wird er sich nach Kontakt/Nähe/Zugehörigkeit (etc.), eventuell sogar nach Schmerz (zurück)sehnen, kurzum: nach zwischenmenschlicher Routine. Echt, das war's?
Aber genau das wird doch von Anfang an transparent gemacht? Kam dir das nie redundant vor - neun Folgen hinweg? Irgendwann hat es jeder (und jede) kapiert, zumal die filmischen Mittel dies ebenfalls von Beginn an befeuerten: statische, präzise Kadrierungen, wenig (Kamera-)Bewegung, Weitwinkeleinstellungen, Kontraste zwischen Mensch, Architektur und Wüste, im Grunde das gesamte Arsenal an "Isolationstechnik", mit der Carol im entvölkerten Raum definiert wird. Problem: Dabei blieb es auch.
Der "kurze Zusammenschnitt" bezieht sich - um Gottes Willen! - nicht auf die gesamte Staffel, sondern auf ein Gefühl dort, wo pointierteres Erzählen in Gestalt einer Montage vielleicht (!) sinnvoller gewesen wäre, beispielsweise in Folge 7, wenn wir Carols (vergebliche) Zerstreuungsideen sehen, die in mühevollster Kleinstarbeit doch wieder nur ... nun ja: einen mMn unterkomplexen Gefühlskern zutage fördern (Aufwand/Ertrag).
Das Serienformat ist doch dafür genau der richtige Container.
Ich habe viele Serienformate zuletzt ähnlich empfunden: als redundant und repetitiv. Das "Serienformat" per se sagt erst mal überhaupt nichts aus, im Gegenteil: Es ist aus meiner Sicht zu anfällig für Überbetonungen, Überpsychologisierung, schlicht Zeitschinderei. Nicht, dass Pluribus von all' dem betroffen wäre. Ich bin der letzte, der Monotonie und/oder Wiederholung als eine Art Stilprinzip kategorisch nicht zur Kunstform erheben würde, aber hier stieß selbst ich an meine Grenzen (gut gemacht, Vince!).
Was jetzt genau beim 3 maligen Auftauchen der Drohne schlimm war, weiß ich nicht.
Ich glaube, das fällt mich unter "Humor" und ist 'ne persönliche Sache. "Schlimm" war die Drohne sicher nicht, ich umschrieb diese Momente, die zwischen Ernst und Unernst changieren, als quirkiness. Wenn mir jemand dreimal hintereinander den gleichen Witz in der Hoffnung erzählt, ich möge die Pointe doch endlich lustig(er) empfinden, schalte ich innerlich ab. Auf sich aufmerksam zu machen, indem man lustig, zumindest skurril sein will und der "Bombe" das letzte Bild schenkt - ich mein', ist das nicht ein bisschen billig? Einer der besseren Momente war für mich Carols iPhone in der Finalfolge, das magnetisch aus dem Gully gefischt wird.
Ich freue mich sehr auf die nächste Staffel.
Ich mich übrigens auch!
 
Ich bin da ähnlich zwiegespalten. Einerseits gefällt mir das Konzept sehr gut, andererseits fühle ich mich verarscht. Hier wurde Kontent erzeugt um des Kontents willen.
Minimal erzählerischer Aufwand, inhaltlich redundant. Nur um den Streamingkunden am Abo zu halten.
Blöderweise will ich auch wissen wie es weiter geht und ich habe die Serie durchaus auch genossen.
 
Ich "möchte" überhaupt nichts. Ich stelle lediglich das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag bei dieser Serie zur Diskussion. Heißt: Rechtfertigt eine knapp neunstündige Laufzeit (mitsamt ihrer filmischen Mittel) jenen Ertrag, der am Ende von S1 steht? Meiner Meinung nach nicht.
Der minutiös auf "Weltarbeit" abgestimmte Vince-Gilligan-Rhythmus (man kennt ihn aus seinen Vorgängerserien) nutzte sich für mich nun einmal (teilweise!) ab, die Darstellung von Leere/Isolation/Abkopplung (etc.) wurde zu einer (schein)avantgardistischen Nummernrevue der immergleichen Bilder und Praktiken. In BB/BCS führte dieser Rhythmus zu irgendetwas, einer Kulmination, einer Explosion, zumindest einer Perspektivenverschiebung; es lohnte sich, dranzubleiben. Man konnte damit arbeiten. Hier? Dutzenfach durchgenudelte Klischees von Siegel, über Kaufman bis hin zu Fleischer.
Ich glaube Du verlangst hier etwas zu viel. Die Serie hat vor allem den Anspruch zu unterhalten und das schafft sie vorzüglich, jedenfalls bei mir. Die von Dir beschriebene Nummernrevue konnte ich nicht sehen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich Breaking Bad nie bis zum Ende geschaut habe und ich deshalb natürlich auch Better call Saul auf die Zeit danach verschoben habe. Leider fehlte mir bisher die Zeit für beide Serien. Ich bin also nicht "verwöhnt" von diesen Produktionen und gehe deshalb wohl offener an Pluribus heran, als Du.
Nein, auch das möchte ich nicht. Das bietet mir diese Serie - unter anderem - soziologisch (profan) anhand der Carol-Figur an: Der Mensch ist sozial eingebunden; selbst wenn er versucht, einen Schutzwall um sich und andere zu errichten, wird er sich nach Kontakt/Nähe/Zugehörigkeit (etc.), eventuell sogar nach Schmerz (zurück)sehnen, kurzum: nach zwischenmenschlicher Routine. Echt, das war's?
Aber genau das wird doch von Anfang an transparent gemacht? Kam dir das nie redundant vor - neun Folgen hinweg? Irgendwann hat es jeder (und jede) kapiert, zumal die filmischen Mittel dies ebenfalls von Beginn an befeuerten: statische, präzise Kadrierungen, wenig (Kamera-)Bewegung, Weitwinkeleinstellungen, Kontraste zwischen Mensch, Architektur und Wüste, im Grunde das gesamte Arsenal an "Isolationstechnik", mit der Carol im entvölkerten Raum definiert wird. Problem: Dabei blieb es auch.
Der "kurze Zusammenschnitt" bezieht sich - um Gottes Willen! - nicht auf die gesamte Staffel, sondern auf ein Gefühl dort, wo pointierteres Erzählen in Gestalt einer Montage vielleicht (!) sinnvoller gewesen wäre, beispielsweise in Folge 7, wenn wir Carols (vergebliche) Zerstreuungsideen sehen, die in mühevollster Kleinstarbeit doch wieder nur ... nun ja: einen mMn unterkomplexen Gefühlskern zutage fördern (Aufwand/Ertrag).
Dazu muss man aber fairerweise auch erwähnen, dass das Thema Isolation erst ab Folge 4 in den Focus rückt. Die Folgen 1 - 3 behandeln die Ankunft, die neue Situation, die anderen 12 Individuen und Carols Versuch, die Anderen auszutricksen.
Erst ab Folge 4 ist Carol alleine, nimmt aber während dessen ihre Tapes auf, findet die "Nahrung" der Anderen, und fährt nach Las Vegas, dazwischen gibt es eine Folge, die sich quasi komplett um Manousos dreht. Genug Stoff also für den Zuschauer, auch andere Situationen zu erkunden. Ab Folge 8 kommen dann auch schon die Anderen zurück. Bei Dir hört es sich so an, als wenn man Carol 9 Folgen dabei beobachtet, wie sie alleine umherirrt. Für mich war diese Mischung sehr unterhaltsam und Carols Einsamkeit lang genug im Focus, um mit ihr fühlen zu können.

Ich glaube, das fällt mich unter "Humor" und ist 'ne persönliche Sache. "Schlimm" war die Drohne sicher nicht, ich umschrieb diese Momente, die zwischen Ernst und Unernst changieren, als quirkiness. Wenn mir jemand dreimal hintereinander den gleichen Witz in der Hoffnung erzählt, ich möge die Pointe doch endlich lustig(er) empfinden, schalte ich innerlich ab. Auf sich aufmerksam zu machen, indem man lustig, zumindest skurril sein will und der "xxxxx" das letzte Bild schenkt - ich mein', ist das nicht ein bisschen billig?
Der Gag mit der Drohne zündet nur ein mal und genau das ist beabsichtigt. Alle weiteren Male sollen doch nur verdeutlichen, dass die Anderen keinesfalls mit ihr in persönlichen Kontakt treten wollen. Ich habe das nicht als Versuch empfunden, den Witz zu wiederholen. Die Sache mit
der Bombe
war, für mein Empfinden, nicht billig, sondern ein hervorragender Abschluss.

Ich mich übrigens auch!
Das kann ich kaum glauben, wenn ich Deine Kritik lese, die quasi kein gutes Haar an der Serie lässt.
 
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