Hier möchte ich nicht von richtig und falsch sprechen, da gibt es ja verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Die Szene selbst habe ich nun nicht mehr 100% im Kopf, aber mir erschließt sich nicht warum nur Odysseus in Troja Athene sehen sollte. Die Enthauptung einer Frau fand mMn durchaus statt, vielleicht steckte auch da schon Athene in dieser Frau, daher der Blick zu Odysseus, Zeus Gesetz hat ja eben genau den Ursprung, dass überall in allem und jedem Götter sein könnten. Der Zwischenschnitt mit der Statue erfolgt dann um gleichzeitig den Bruch mit den Göttern zu symbolisieren. Nolan halt, auch in seiner Bildsprache ist er nicht gerade dezent. *g*
Mir zumindest gefällt diese Lesart besser, da sie sich auch besser in die posttraumatische Belastungsstörung von Odysseus einfügt, da Götter immer andere Gestalt annehmen können und vor allem griechische Götter als launisch gelten, was perfekt dazu passt, sich Odysseus in der Gestalt eines der Opfer zu zeigen um ihn so fortwährend zu quälen. Athene schaut Odysseus, wenn sie ihm erscheint, auch immer sehr vorwurfsvoll an. Wobei man natürlich auch darüber streiten kann, wie die echte Form einer göttlichen Entität überhaupt ausschauen mag, und warum sie sich überhaupt so zeigen sollten, denn normalerweise haben das Götter laut Mythologie nicht getan, da Menschen diesen Anblick gar nicht ertragen können und mehr oder minder quasi tot umfallen dann. Daher zeigten sie sich zu 99% in Gestalt von Menschen, Tieren, Natur etc. und ich kann mir vorstellen, dass Nolan diesen Aspekt durchaus honoriert. Zwar können Helden der Sage, wie ursprünglich Odysseus, die wahre Gestalt durchblicken, aber Plottwist: Odysseus ist hier halt kein Held. Sollte dies Athenes wahre Form sein, dann hat der Bildhauer der Statue jedenfalls ordentlich daneben gehauen.