Den sowohl besungenen als auch verschriene noalanische "Realismus"-Fetisch hat er mit einen cleveren Trick seinen Modus Operandi eingefügt, er entzieht der Telemachie und der Rückkehr sämtliche übernatürlichen Elemente, während die Irrfahrten in ihrer ganzen phantastischen Pracht erzählt werden, selbstverständlich in seinen geerdeten Design, welches auch mit Ausnahme der Laistrygonen absolut überzeugnd daher kommt. Diese Zweischneidigkeit erlaubt sowohl die Lesart der phantastischen Realität, als auch die Irrfahrten als post-traumatische Bewältigungsstrategie, denn Nolan entzaubert den ehrenvollen Mythos, dem heroischen Akt des Krieges, hin zur Aufgabe und Vernichtung des zivilisierten Zusammenleben, nicht wegen einer Frau die tausend Schiffe in Bewegung zu versetzen mochte, sondern aufgrund maskulinen Geltungsdrang sowie Machtstreben. Dieser Odysseus erlebt seine Pein nicht aufgrund seiner Arroganz gegenüber den Göttern, sondern der fehlenden Akzeptanz der Konsequenzen seiner Taten, zum Tod geworden, Zerstörer von Welten. Die Missachtung der eigenen Grundsätze (Hier wieder eine Überbetonung des Offensichtlichen seitens Nolan) und die eigene, als überlegen empfundene Kultur, das selbzerstörerische Ende des bronzen Zeitalters einleitete ist ein wunderbarer Kniff, die Analogien zur Gegenwart drängen sich selbstverständlich auf. Leider entlässt Nolan am Ende doch geläutert buchstablich in den Sonnenuntergang, hier hätte ich mir dann doch den mutigen, finalen Schritt gewünscht. Nichtsdestotrotz ein bewegender Film.