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Hier mit dem Multiversum ist man mehr Richtung Comics gegangen ohne dabei zu denken das es vielleicht etwas zu verrückt wird für den allgemeinen MCU Fan.
Als jemand der die Comics nicht kennt, war mir das was Marvel nach Endgame versucht hat zu etablieren, viel zu zerfahren und es war irgendwie nicht wirklich ersichtlich, wohin das Ganze führen sollte. Zumindest wäre mir das nicht so richtig klar geworden, wenn ich hier im Forum nicht die Beiträge von den Comic-Kennern mitgelesen hätte. Ja, Kang kam hier und da vor, aber es kam für mich nicht so rüber, dass der so eine große oder größere Bedrohung ist als Thanos (zumal es zahlreiche Kang-Varianten gab). Das hat man bei Thanos deutlich geschickter gemacht und ihn nach und nach einzuführen. Evtl. lag es auch daran, dass Teile dieses übergeordneten Kang-Handlungsstrangs auch in Serien ausgelagert wurden (Loki). Alles irgendwie zu viel.Bei der Multiversum Saga und ich beziehe die Serien auch mit ein, ging es in in alle Richtungen vom Thema her.
Dazu kommt noch, dass die Mid- und After-Credit-Szenen teils zu nichts geführt haben, zumindest nicht so wie bei den früheren Marvel-Filmen. Man hat es auch nicht geschafft, neue Charaktere vernünftig einzuführen. Wie erwähnt, "Shang-Chi and the Legend of the Then Rings" fand ich ziemlich gut und den Hauptcharakter auch interessant. Hatte für mich auch schon rumspekuliert, ob die Ringe irgendetwas mit den Armreifen von Ms. Marvel zu tun haben. Hätte hier gerne mehr von der Hintergrundstory erfahren, aber leider kam nichts mehr zu Shang-Chi.
Aus Blade wurde bislang auch nichts und bei einigen der letzten Filme, wie den The Eternals oder den zweiten Black-Panther-Film habe ich das Gefühl, dass die bislang für die Gesamt-Storyline nicht wirklich etwas beigetragen haben. Bei Black Widow wurde wenigstens Florence Pugh Charakter als Nachfolgerin von Scarlett Johansson sowie der Red Guardian eingeführt, deren Story mittlerweile schon weitergesponnen wurde.
Dann noch die seltsame Entscheidung Falcon zum nächsten Captain America zu machen, einen Charakter der vorher für mich eher wie ein Side-Kick wirkte und auch noch ein recht langweiliger. Ich hatte nach der Anspielung im zweiten Captain-America-Film eigentlich gehofft, dass evtl. Bucky irgendwann in die Fußstapfen des Cap treten würde. Das hätte auch gepasst, da er ebenfalls ein Super-Soldat ist, aus der selben Zeit wie Rogers stammt bzw. mit ihm befreundet war. Außerdem, im Vergleich zu Falcon, einfach der "coolere" Charakter ist. Aber wie gesagt, ich kenne die Comics nicht.
Ansonsten kamen die Thunderbolts und The Fantastic Four gefühlt etwas zu spät. Da wäre jeweils ein zweiter Film vor dem nächsten Avengers-Crossover schon nett gewesen. So wirkt das jetzt alles etwas gehetzt.
Mit dem exzessiven Einsatz des Multiversum hat man sich meiner Meinung nach auch einiges kaputt gemacht. Zwar ist es toll, dass frühere Superhelden-Varianten, wie Tobey Maguire und Andrew Garfields Spider-man zurückkehren konnten (auch wenn man bisher leider nichts weiter daraus macht), aber dass auch Varianten verstorbener Charakter einfach so wieder zurückkommen können, nimmt auch reichlich Spannung aus dem Ganzen und entwertet möglicherweise sogar einige Szenen im Nachhinein (Old-Steve-Rogers-Szene und Ironmans "Opfer"). Robert Downey jr. nun auf die Schnelle als Doctor Doom zurückzubringen, finde ich persönlich etwas billig. Hätte man ihn langsam mit Andeutungen eingeführt wäre es vielleicht noch ganz passabel geworden, aber so ist er halt zum Notnagel für die verpfuschte Kang-Storyline geworden (wobei es schon "nett" wäre, wenn man die in irgendeiner Form noch auflösen/zum Abschluss bringen würde und nicht nur max. in einem Nebensatz).
Soweit ich mich damals zurückerinnere, war es damals auch immer ganz was besonderes, wenn ein neuer Ramin-Spider-Man in den Kinos kam. Gerade Teil 2 fand ich damals extrem gut. Selbst Spider-Man 3, der durchaus seine Schwächen hat und etwas überladen wirkt, macht beim Schauen mehr Spaß als die letzten Marvel-Filme.This.
Allein wenn Du die ersten 2 technisch sicherlich überholten Raimi-Spidermänner mit dem Holland-Nonsens vergleichst.
Die Raimis kannst Du Dir immer wieder geben, von Klassikern zu sprechen ist sicher etwas vermessen, aber im Vergleich zu den aktuellen sind da Welten dazwischen.
Ich glaube für mich besteht bei den Marvel-Filmen mittlerweile darin das Problem, dass sie zwar handwerklich routiniert und kompetent umgesetzt sind, aber inhaltlich oft eher durchschnittlich wirken (für den Moment unterhaltsam, aber nichts was einem länger in Erinnerung bleibt). Man hat einfach das Gefühl, dass ein Film nach dem anderen runtergekurbelt wird.
Wenn ich da an Blade 1 + 2, die erst X-Men-Filme, Spider-Man 1 - 3, Hellboy 1 + 2, die Batman-Trilogie von Nolan oder sogar Superman Returns denke (Letzterer hatte wohl das beste Intro aller Superman-Filme)) hatte man die ganz anders und größer wahrgenommen als heutige Superhelden-Filme. Zumindest mir geht es so. Btw. Bryan Singer hat sich nach den Vorwürfen bzgl. sexuellen Missbrauch (weiß gar nicht, ob er überhaupt deshalb verurteilt wurde) usw. auch komplett aus Hollywood zurückgezogen oder wurde ge-cancelled? Fällt mir jetzt nur gerade so auf, wo ich über die alten Filme nachdenke.


