PRESSEERKLÄRUNG PPWR - Stop des Versandes in das EU-Ausland!

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ACHTUNG!!! DAS GEHT EUCH ALLE AN!!!

PRESSEMITTEILUNG

Bürokratie-Wahnsinn PPWR: Warum wir ab dem 12. August den Stecker für den EU-Versand ziehen müssen

Kassel, 05. August 2026 – Während Brüssel sich für die neue Verpackungsverordnung (PPWR) feiert, stehen kleine und mittlere Online-Händler in Deutschland vor den Trümmern des europäischen Binnenmarktes. Die gut gemeinte Idee des freien Warenverkehrs wird durch ein bürokratisches Monster endgültig beerdigt.

Ab dem 12. August 2026 stellen wir den Versand in alle EU-Mitgliedstaaten (außerhalb Deutschlands) komplett ein.

Ein logistischer und wirtschaftlicher Rückschritt, erzwungen von einer Politik, die den Bezug zur wirtschaftlichen Realität völlig verloren hat.

Ein Paket, 26 unterschiedliche Gesetze
Die PPWR verlangt von Händlern ab dem Stichtag, für jedes einzelne EU-Land, in das auch nur ein einziges Paket verschickt wird, einen nationalen, kostenpflichtigen Bevollmächtigten („EPR-Authorized Representative“) zu ernennen und sich in den jeweiligen Landesregistern anzumelden. Anstatt eines einheitlichen europäischen Marktes kocht jedes der 26 anderen EU-Länder sein eigenes bürokratisches Süppchen – mit eigenen Formularen, eigenen Abgaben und eigenen Meldeportalen. Eine Bagatellgrenze für Kleinunternehmer? Fehlanzeige.

Wirtschaftlicher Selbstmord auf Raten
Für kleine Labels und Spezialshops bedeutet das: Die Fixkosten für Registrierungen und ausländische Agenturen fressen den Gewinn aus dem EU-Geschäft nicht nur auf, sie verwandeln ihn in ein massives Verlustgeschäft. Wer drei Pakete im Jahr nach Österreich oder Frankreich schickt, zahlt am Ende drauf, um die absurden Dokumentationspflichten zu erfüllen. Gleichzeitig drohen bei kleinsten Formfehlern existenzbedrohende Bußgelder von bis zu 200.000 Euro.

Die Absurdität der Praxis
Besonders grotesk: Der weltweite Versand in Nicht-EU-Staaten wie die Schweiz, die USA oder nach Großbritannien bleibt für uns unkompliziert und ohne diesen bürokratischen Overkill möglich. Ausgerechnet die Europäische Union schottet sich durch ihre eigene Überregulierung selbst ab und drängt die eigenen Händler dazu, den Handel mit den europäischen Nachbarn einzustellen.

Wir weigern uns, unsere Arbeitszeit für das Ausfüllen von Tonnen an ausländischen Formularen zu verschwenden, anstatt uns um unsere Kunden zu kümmern.

Ab dem 12. August 2026 bleibt unser Shop für Kundschaft aus dem EU-Ausland gesperrt. Der Versand erfolgt bis auf Weiteres nur noch innerhalb Deutschlands sowie weltweit in Drittstaaten außerhalb der EU, wie England, Schweiz und Norwegen und natürlich auch die USA.

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Als ich das letztens gelesen habe, dass das kommtn hatte ich genau das erwartet. Dass ihr das so macht ist komplett verständlich. Da wir uns hier ein deutsche Politik-Verbot im Forum gegeben habe erspare ich mir zu schreiben was mir da spontan durch den Kopf geht.
 
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Ich gehe mal davon aus, das betrifft Shops, wie DTM auch. D.H. die werden dann wahrscheinlich nicht mehr nach Deutschland liefern?
 
 
Neben der Bevollmächtigten-Pflicht sorgt die PPWR noch an anderer Stelle für Verunsicherung. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) – die in Deutschland zuständige Behörde für die Umsetzung des Verpackungsrechts – hat im Austausch mit dem Händlerbund eine Auslegung deutlich gemacht: Ein Händler werde demnach bereits dann zum „Erzeuger" von Versandpaketen im Sinne der EU-Verpackungsverordnung, wenn er lediglich ein Versandlabel auf den Karton klebt. Begründung: Das Versandetikett stelle eine wesentliche Veränderung der Verpackung dar.

In der Praxis würde das bedeuten: Jeder Onlinehändler müsste die verwendete Verpackung eigenständig kennzeichnen, registrieren und lizenzieren sowie eine Konformitätserklärung ausstellen. Ein Aufwand, den viele kleine Unternehmen kaum stemmen können, zumal der Verpackungshersteller diese Schritte in vielen Fällen bereits erledigt hat.
 
Dann gilt das auch bei, ebay, Amazon, wenn man da z.B. etwas aus Frankreich oder Spanien bestellen will ?
 
Kommt das eigentlich nur mir so vor, dass jedes Gesetz und jede Verordnung im privaten so wie im beruflichen, zu einer Verkomplizierung oder Verschlimmbesserung des ganzen Systems führt.
Nö … diese ganzen EU „Berufspolitiker“-Bürokraten sind meiner Meinung nach, irgendwo falsch abgebogen …
 
Kommt das eigentlich nur mir so vor, dass jedes Gesetz und jede Verordnung im privaten so wie im beruflichen, zu einer Verkomplizierung oder Verschlimmbesserung des ganzen Systems führt.
Nein. Meistens steckt ein sinnvoller, positiver Grundgedanke dahinter, wie hier z.B. Müllreduzierung, aber wenn sie dann über lange Zeit alle Gremien und Lobbyisten durchlaufen hat, alle Ecken und Kanten abgefeilt, und alle Befindlichkeiten berücksichtigt wurden, bleibt im besten Falle eine schlappe, wenig bewirkende, im schlimmsten Fall eine schwachsinnige, kontraproduktive Verordnung übrig. Die ärgert dann alle so lange maßlos, bis ein weiteres Mal alle Gremien und Lobbyisten………. :kaffee:
 
Ein Freund von mir sitzt momentan auch für die EVP im Europaparlament (Niels Geuking) und hat ebenfalls dafür gestimmt. Ich habe ihm gerade eine Whatsapp geschickt und gefragt warum er dafür gestimmt hat. Antwort:

"Zur Zustimmung zur EU-Verpackungsverordnung (PPWR)

Die PPWR ist kein Ressort, für das ich im Parlament zuständig bin. Dennoch habe ich für die Verordnung gestimmt, weil die EVP in den Verhandlungen einen pragmatischen Kurs durchgesetzt hat, der marktwirtschaftlich verträglich ist und gleichzeitig echte Familienanliegen berücksichtigt.

Was die EVP entschärft hat:
- Die ursprünglichen Vorschläge der Grünen und der Linken waren deutlich ambitionierter und ideologischer. Die EVP hat in den Trilog-Verhandlungen mehrere wichtige Korrekturen durchgesetzt:

1. Flexibilität bei Mehrwegzielen: Verpackungstypen mit einer Recyclingrate über 85 % in einem Mitgliedstaat sind von den Mehrwegzielen ausgenommen. Das schützt leistungsfähige Systeme wie Papier und Wellpappe, die bereits zu über 80 % recycelt werden.

2. Schutz der Agrar- und Lebensmittelkette: Die EVP hat verhindert, dass pauschale Mehrwegquoten die gesamte Lebensmittelverpackung treffen – mit erheblichen Auswirkungen auf Hygiene, Haltbarkeit und Lebensmittelsicherheit.

3. Kleinstunternehmen-Ausnahmen: Artikel 25 *erlaubt Mitgliedstaaten*, Kleinstunternehmen von Verpackungsverboten auszunehmen, wenn technisch keine Alternativen verfügbar sind. (-> Grüße gehen also raus nach Berlin. Stichwort: Goldstandard...)

4. Kein pauschaler Ersatz von Papier durch Kunststoff: Die Wellpappenindustrie hätte bei den ursprünglichen Plänen massiv auf Kunststoff umstellen müssen. Die EVP hat diesen Fehlanreiz korrigiert.


Im übrigen. Die Reaktion der Umweltverbände zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg waren, wie vir allem die Kritik der Umwelt-NGOs zeigt.

Sie bezeichnen die EVP-Änderungen als *„Versuch, die Wiederverwendung und die Abfallprävention zu untergraben"*.

Das ist das übliche Muster: Was für die Wirtschaft pragmatisch und machbar ist, wird von ideologischen Verbänden pauschal als Schwächung dargestellt. Wir lassen uns davon nicht irritieren.

Warum die Familien-Partei auch zustimmen konnte:

- Kindergesundheit: Die PPWR verbietet „Forever Chemicals" (PFAS) und Bisphenol A in Lebensmittelverpackungen. Das ist ein direkter Schutz für Kinder vor hormonell wirksamen Stoffen.

- Binnenmarkt statt Flickenteppich: 27 nationale Verpackungsgesetze werden durch einen einheitlichen EU-Standard ersetzt. Gerade für Familienunternehmen und KMU ist das (zugegeben nach der Umstellung, dann aber) ein Vorteil!

- Ressourcenschonung für kommende Generationen: Reduktionsziele von 5 % bis 2030, 10 % bis 2035 und 15 % bis 2040 sind verbindlich. Das ist eine Investition in eine zukunftsfähige Wirtschaft, ohne die Familienbudgets übermäßig zu belasten. Und sehr mäßigend.

Was nach der Verabschiedung passiert:

Die Kritik im Artikel über die Bevollmächtigtenpflicht ist berechtigt. *Hier hat die Kommission jedoch bereits reagiert*!
-> Im Environmental Omnibus vom Dezember 2025 wurde vorgeschlagen, die Pflicht für EU-niedergelassene Unternehmen *bis zum 1. Januar 2035 auszusetzen*.

Das Parlament will das zumindest für Kleinst- und Kleinunternehmen beschränken.

Die finale Entscheidung ist für den 1. Oktober 2026 geplant.
Die Verordnung ist kein perfektes Gesetz (welches ist schon perfekt). Aber sie ist ein Kompromiss, der Umweltziele mit wirtschaftlicher Vernunft und Familieninteressen verbindet. Dafür hat die Familien-Partei dann auch gestimmt durch meine Person.
 
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