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Bewertungen Gesamtwertung (nur Käufe bzw. Sichtungen) 4,80 Stern(e) 96 Erwartungen 76% mcr

Kinofilm: Die Odyssee [Christopher Nolan] (2026) [Kino]

  • Werde ich mir anschauen

    Stimmen: 43 52,4%
  • Gesehen, für gut befunden

    Stimmen: 17 20,7%
  • Gesehen, kann man schauen, muss man aber nicht

    Stimmen: 3 3,7%
  • Gesehen, gefällt mir nicht

    Stimmen: 1 1,2%
  • Interessiert mich nicht

    Stimmen: 18 22,0%

  • Umfrageteilnehmer
    82

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Ich warte lieber auf eine South Park Version :biggrin:

Nun faselt der bekloppte Überreiche auch davon, dass Grok das machen soll... Warum nicht gleich The Asylum dran lassen? Alles nur zur Ablenkung...
 
Ich habe mir den Film gestern angesehen.

Der erste Eindruck ist fast durchweg positiv. Ich fand den Film sogar besser als erwartet.
Es ist schwierig, ein derart komplexes und natürlich auch umfangreiches Epos in 3h Film zu packen. Und so ist das vielleicht einer meiner Hauptkritikpunkte: Der Film wirkt überladen. Und das, obwohl so manches Wichtige sogar ausgespart wurde (z. B. die Station bei den Phaiaken), manches zu kurz und wenig überzeugend "mitgenommen" wurde (z. B. die Laistrygonen). Im Epos erzählt Odysseus seine Abenteuer bei den Phaiaken. Da diese eingespart wurden, hat man diese Erzählungen kurzum zu Kalypso verlagert. Geschickt gemacht!

Die beste Passage des Film ist für mich persönlich die sog. Nekyia, also der "Gang in die Unterwelt", der im Epos gar nicht stattfindet und von Nolan sehr nah an der Vorlage und überaus kreativ inszeniert wurde. Sehr beeindruckend! Ebenfalls sehr kreativ ist die Kirke-Episode.

Matt Damon ist aus meiner Sicht eine sehr gute, ja geradezu perfekte Besetzung für die Hauptfigur.

Spannend finde ich auch, dass Nolan versucht, offen gebliebene Fragen an die literarische Vorlage zu beantworten oder Handlungsmotiven der Figuren neue Aspekte abzugewinnen. Warum schließt sich etwa Odysseus dem Heer des Agamemnon an? Im Film ist das Motiv nicht (ausschließlich) Ruhm wie im Epos, sondern Zwang. Ansonsten würde Agamemnon seinen Sohn Telemachos einfordern, so Odysseus im Gespräch mit Penelope.

Odysseus reflektiert sich als Kriegsverbrecher? Sicher eine Übertragung gegenwärtiger Umstände auf Vergangenes. Das passt nicht recht zu einem homerischen Helden. Ebensowenig passt es, dass Odysseus das Ende der mykenischen Epoche und das Heraufziehen der sog. Dark Ages ahnt.

Und ein letzter, ganz subjektiver Kritikpunkt, der zigfach durchgekaut und bereits kontrovers diskutiert wurde: Die Besetzung der Helena mit einer Schwarzen Schauspielerin gefällt mir so wenig wie auch die Besetzung einiger anderer Rollen. Das ist ein heikles Thema. Die Toleranz und Vielfalt in unseren westlichen Gesellschaften soll natürlich im Film abgebildet werden. Kann man machen. Aber nach allem, was wir mit wenigen Zeugnissen belegen können, ist sehr stark zu vermuten, dass die Bewohner des antiken Griechenlands weitgehend dem Phänotyp heutiger Südeuropäer entsprachen. Man kann über Handel etc. Einflüsse anderer Kulturen vermuten. Aber gerade Helena wird ja als Tochter des Zeus bezeichnet. Hat mit Handel u. ä. nichts zu tun.
Da wir von einer fiktiven, nicht real existierenden Welt in den homerischen Epen sprechen, ist die Frage nach der biologischen Realität fast schon obsolet.
Wie gesagt: Ich tue mich damit etwas schwer, kann aber letztlich auch damit leben.

Es wurde viel geschrieben zum Film. Viel Richtiges, vieles, dem ich nicht zustimmen möchte. Das alles zu wiederholen, ergibt keinen Sinn. Filmkritiker schauen auch auf Dinge, die ich als Laie nicht sofort erkennen kann. Aber als sehr guter Kenner der Vorlage kann ich sagen, dass ich mich trotz aller Freiheiten bei der filmischen Umsetzung sehr gut unterhalten fühlte.
 
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