Die Senderfamilie aus Unterföhring bekommt Anfang 2027 Zuwachs:
In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ kündigt Henrik Pabst, Chief Content Officer der ProSiebenSat.1 Media SE, den Start des neuen Fernsehsenders Sat.2 an. Eine eher überraschende Meldung. Verantwortlich für die Entwicklung des neuen Angebots ist nach Angaben von ProSiebenSat.1 Ellen Koch, die für die Sendergruppe bereits andere Zielgruppen-Sender steuert. Sat.2 sei klar weiblich ausgerichtet, soll im Programm stark auf deutsche Serien setzen und sich dabei bei bekannten Sat.1-Marken bedienen.
„Es gibt eine hohe Nachfrage an großen fiktionalen Serien, die man noch sehr gut von früher kennt. Dazu wird ‚Der Bulle von Tölz‘ und ‚Kommissar Rex‘ gehören und viele alte Dailys wie ‚Verliebt in Berlin‘. Es kann aber auch ein paar tagesaktuelle Ausflüge geben“, kündigt Pabst im „SZ“-Interview an. In einer parallelen Mitteilung des Konzerns, die DWDL.de vorliegt, erklärt Pabst darüber hinaus: „Mit Sat.2 wollen wir unser Portfolio strategisch erweitern und insbesondere den Zuschauerinnen und Zuschauer ab 50 Jahren eine neue und zusätzliche Alternative für ihre Entertainment-Bedürfnisse bieten.“
© 7.1 Entertainment/Benedikt Müller
„Sat.1 wird vom Publikum heiß geliebt. Mit Sat.2 schaffen wir ein perfektes, zusätzliches Angebot. Getreu dem Leitmotiv ‚Wiedersehen macht Freude‘ zeigen wir die besten Sat.1-Programme aus den vergangenen zwei Jahrzehnten – mit einem klaren Schwerpunkt auf deutscher Fiktion. Gleichzeitig gehen wir völlig neue Wege: Unsere Zielgruppe fühlt sich heute zehn Jahre jünger und fitter als früher und nutzt Medien extrem flexibel – egal ob linear, im Streaming oder kostenfrei auf Drittplattformen wie YouTube“, erklärt Ellen Koch, verantwortlich für alle Zielgruppensender der ProSiebenSat.1-Gruppe, in der Pressemitteilung.
Man habe damit künftig "7+1 lineare Programme" im Angebot, so die Anspielung auf die zwei im Konzern allgegenwärtigen Nummern in der Pressemitteilung. Neben Sat.1 und Sat.2 sind das Sat.1 Gold, ProSieben, ProSieben Maxx, Kabel Eins, Kabel Eins Doku und Sixx. Es gibt dann zwar noch im PayTV die Marken Sat.1 Emotions, ProSieben Fun und Kabel Eins Classics, die aber im klar auf Werbevermarktung ausgerichteten Geschäft der ProSiebenSat.1 Media SE offenbar eine untergeordnete Rolle spielen.
Vermarktet werden soll Sat.2 in Kombination mit Sat.1 - so wie es etwa in Köln mit Vox bzw. VoxUp praktiziert wird. Für Lennart Harendza, Geschäftsführer und Chief Revenue Officer Seven.One Media ist der Start von Sat.2 auch ein wichtiges Signal für den Werbemarkt: „Mit der kombinierten Reichweite von Sat.1 und Sat.2 bieten wir für die Werbekund:innen den Zugang zu einer hochattraktiven Zielgruppe. Außerdem unterstreicht der Start von Sat.2 unseren Ansatz, konsequent auf werbefinanzierte Inhalte zu setzen.“