Ich war heute Nachmittag im Kino und habe mir den Film angesehen. Der Saal war auch recht gut gefüllt, scheint also gut anzulaufen.
Der Film selbst ist im Prinzip so, wie es der Trailer schon erwarten lässt. Horst reist quer durch Deutschland auf der Suche nach dem Glück, das er aber nirgendwo so richtig findet. Zwischendurch gibt es immer wieder Einspieler mit seiner Lieblings-Schauspielerin Gabi Wampel, die wie so eine Art Intermezzo wirken und mit der eigentlichen Handlung nicht so wirklich was zu tun haben. Dennoch sind das recht unterhaltsame Persiflagen auf allerhand Wohlfühl-Serien, die genau so vor allem bei ARD und ZDF laufen - von "Traumschiff" bis "Tatort" geht es da einmal quer durchs Programm und in der Hauptrolle natürlich immer Gabi Wampel, gespielt von Tahnee, die man wirklich genau so in die Original-Sendungen stecken könnte. Hape spielt in diesen kurzen "Einspielern" natürlich ebenfalls mit in tels völlig absurden Rollen - ob nun als gealterte, angestaubte Lehrerin, oder als betrogene Ehefrau auf dem Kreuzfahrtschiff. Da kommen dann immer mal wieder leichte "Evje van Dampen" und "Uschi Blum"-Gefühle auf, aber es sind eben immer nur kurze Einwürfe.
Wie man an der Laufzeit von 93 Minuten schon erahnen kann, sind die verschiedenen Stationen generell immer nur recht kurz Thema. Im Prinzip hätte das genauso eine Rubrik damals bei "Hape trifft" sein können, in der man immer wieder verschiedene Einspieler an verschiedenen Orten macht. Unterschied ist eben nur, dass die Leute bei "Hape trifft" damals regelrecht überfallen wurden, ohne vorher davon zu wissen und genau das führte damals dazu, dass es so lustig war. Im Film ist das natürlich nicht so, da läuft alles strikt nach Drehbuch, wodurch der "knallhart nachjefracht"-Faktor, auf den die Leute dann spontan reagieren mussten, leider wegfällt. Hier hätte man vielleicht so ein paar "echte Reaktionen" einbauen können, wie das bei "Er ist wieder da" gemacht wurde. Das hätte vielleicht noch etwas mehr Würze reingebracht, denn so bremst sich das Ganze dann (ähnlich wie im ersten Film) leider selbst etwas aus, ebenso wie manche Stellen auch etwas weichgespült sind, wo vor 20 Jahren noch richtig reingehauen wurde. So wird das Aussehen von Horsts Kamerafrau Anna (die man nie ganz zu sehen bekommt) immer mal wieder thematisiert, weil sie wohl nicht wie das typische Mädchen aussieht. Da wird dann einmal kurz gefragt, ob sie tatsächlich eine Frau ist, was dann mit einem kurzen "Hooooorst..." abgetan wird, aber solche Sachen, wie z. B. beim Comedypreis damals mit Anke Engelke ("Wieso heißt du Ricky? Bist du ein Junge? Schicken die mir hier ne Transe auffe Bühne...") traut man sich nicht mehr und auch Horsts Bagger-Versuche sind nur noch in Ansätzen vorhanden, z. B. als er die Ärztin bei der MPU warnt, dass sie sich an seinem heißen Blut verbrennen könnte.
Nichtsdestotrotz hat mich der Film dennoch gut unterhalten und auch wenn nicht jeder Gag zündet, war es dennoch schön, Hape mal wieder in seiner Paraderolle zu sehen. Ob es da jetzt wirklich die große Kinoleinwand gebraucht hat oder ein guter Primetime-Slot in der ARD (die den Film mitproduziert hat) auch gereicht hätte sei dahingestellt. Aber der Film tut keinem weh, stellt niemanden bloß und macht gute Laune. Es ist nicht das große Comedy-Feuerwerk, sondern eher so ein nettes Filmchen für zwischendurch - gerade passend an so einem trüben Sonntagnachmittag wie heute.
6/10 Punkten würde ich ihm geben.