Kino The Bride! - Es lebe die Braut 2026

Umfrage: The Bride! - Es lebe die Braut (2026) Erwartungen 57% mcr

Kinofilm: The Bride! - Es lebe die Braut (2026) [Kino]

  • Werde ich mir anschauen

    Stimmen: 3 42,9%
  • Gesehen, für gut befunden

    Stimmen: 1 14,3%
  • Gesehen, kann man schauen, muss man aber nicht

    Stimmen: 0 0,0%
  • Gesehen, gefällt mir nicht

    Stimmen: 1 14,3%
  • Interessiert mich nicht

    Stimmen: 2 28,6%

  • Umfrageteilnehmer
    7

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The Bride! ist eine trotzig seltsame Schöpfung: eine Monster-Romanze, die ihre Absichten schon nach wenigen Minuten offenlegt - und anschließend konsequent all jene vor den Kopf stößt, die etwas Sichereres, Glatteres oder Markttauglicheres erwarten. Der Film wirkt stellenweise wie Kammertheater, das heimlich in eine große Studioproduktion eingeschleust wurde. Stark stilisiert, selbstbewusst, gesellschaftlich aktuell, Meta und visuell opulent - getragen von einer grandiosen Performance von Jessie Buckley. Gleichzeitig bringt Penélope Cruz so viel verschmitzte Energie in ihre Nebenrolle, dass man das Kino schon fast mit dem Wunsch verlässt, eine ganze Spin-off-Serie zu sehen, in der sie Kriminalfälle löst.

Ganz klar: Das ist kein Film für die Masse. In der gestrigen, eher spärlich besuchten Vorpremiere konnte man nach der Vorstellung einige ziemlich ratlose oder zumindest nicht gerade glückliche Gesichter beobachten.

Ein interessanter Aspekt ist dabei der Umgang mit Erwartungen. Der zweite Trailer suggeriert im Marketing einen deutlich anderen Film - zugänglicher, konventioneller, viel Gangster, etwas Monster… Umso spannender, dass der Film diese Erwartung praktisch direkt zu Beginn selbst thematisiert und innerhalb der ersten Sätze seines Intros schon wieder zerlegt. Diese Erwartungshaltung wird also sofort und ziemlich unverblümt gebrochen. Falls Marketing und Film so bewusst miteinander gespielt haben, dann wäre das wirklich ziemlich cool.

Trotz vieler brillanter Momente und einer klaren ästhetischen Vision fühlt sich der Film insgesamt aber seltsam zerstückelt an. Vor allem in der zweiten Hälfte wirkt vieles sehr messy, das Tempo bricht immer wieder ein und die Struktur verliert an Spannung. Die Erzählweise entspricht dabei ziemlich genau dem, was @Noir020 bereits beschrieben hat. Am Ende habe ich dann eher die Ambition und Ideen des Films bewundert, als seine tatsächliche Umsetzung im Kino.

Und trotzdem: Ich finde es großartig, dass ein Studio so etwas überhaupt produziert. Kudos an Warner, dass sie einem derart eigenwilligen Projekt grünes Licht gegeben haben.

Aktuell lande ich bei wohlwollenden 3,5 von 5 Sternen, mit der leisen Vermutung, dass der Film mit etwas Abstand und angepassten Erwartungen vielleicht sogar noch wachsen könnte.

Ich lese außerdem öfter den Vergleich, dass The Bride! im Grunde das ist, was Joker: Folie à Deux gerne gewesen wäre, aber bei vielen in der Wahrnehmung nicht geschafft hat. Vielleicht wird es also wirklich Zeit, dass ich mir den endlich einmal selbst anschaue.
Klasse Beobachtungen, die ich so teile, auch wenn ich die stilistischen Spielereien offenbar mehr abgewinnen konnte, als du. Ich hab trotz des in meinen Augen nicht verleugbaren roten Faden, ich war so eingenommen des episodischen Charakters, dass ich Spannungsbögen nicht vermisst habe. Definitiv ist es ein Film der herausfordert und sich erlaubt, die ein oder andere Konvention zu dehnen ohne vollständig mit ihr zu brechen, eine kontroverse Aufnahme des Films ist wohl obligatorisch.

Ich hab noch nicht so wirklich die Rezeptions des Filmes beobachtet, aber ich würde den Aussagen bzg. Joker: Folie à Deux in der Hinsicht widersprechen, dass sich Todd Phillips ganz genau das geschaffen hat, was er wollte, The Bride aber in gewisser Weise das Sequel ist, was viele sich gewünscht hätten. Ich habe ja auch bereits den Vergleich zu Joker angeführt, denn auch die Braut wird unverhofft medial aufgegriffen und zu einen gesellschaftlichen Vor- und Idealbild hochstilisiert, dass eine Bewegung und allerlei Kopien ohne Original mit sich bringt. Auch wenn natürlich der ableistisch und klassistische Konflikt durch einen sexistischen ausgetauscht wird und die Braut im Gegensatz zum Joker nicht an sich selbst scheitert und über sich hinaus wächst. Ich finde auch das trotz ihres deutlich phantastischeren Charakters von The Bride, Gyllenhaal sich nicht den Luxus wie Phillips leistet, die Wahrhaftigkeit der Erzählung anzuzweifeln, wodurch auch die scharfe Kritik an der bohrenden Ungerechtigkeit an Standhaftigkeit gewinnt. (Ohne damit jetzt Joker meine Wertschätzung entziehen, zu wollen) Der Vergleich zu Joker drängt sich auch aufgrund des Scores auf, der auch hier von Hildur Guðnadóttir zugesteuert wird und bisher von mir in dieser Diskussion sträflichst übergangen wurde.
 
Eben im (leider leerem) Kino gesehen. Der Trailer hat mich schon angefixt und ich wurde nicht enttäuscht. Ein richtig starker Film...sowohl auf inhaltlicher als auch optischer Ebene. Irgendwo angesiedelt zwischen Guillermo del Torro und Tim Burton, dennoch mit einem eigenen Stil versehen. Die Figuren und der Storyverlauf sind ungewöhnlich schön, die Meta-Ebene funktioniert. Jessie Buckley spielt klasse, der heimliche Star des Filmes ist für mich aber Christian Bale, der einfach jede Szene dominiert, in der er auftritt.

9/10
 
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