Bei
Ti Lung - Der tödliche Schatten des Mr. Shatter (im folgenden nur noch kurz
Mr. Shatter genannt) bin ich mir nicht so ganz sicher was ich von dem halten soll. So ganz konnte ich der komischen Handlung um Auftragskiller Shatter, dem Drogen Syndikat, afrikanischen Diktatoren und wichtigen Dokumenten nicht folgen und man muss schon aufpassen damit man weiß wer eigentlich zu wem gehört und was er von Shatter will.
Als gut würde ich den Film nicht bezeichnen, gerade wenn man ihn mit mit der Schwesternproduktion
Die 7 goldenen Vampire vergleicht. Der ist sicherlich auch kein Meisterwerk, aber bei den Vampiren weiß ich zumindest noch das ich einen Hammer-Film gucke, der hat noch dieses "Hammer-Feeling". Und da ist auch deutlich mehr los, aber zu den goldenen Vampiren kommen wir nächste Woche.
Mr. Shatter hingegen ist schon ein wenn nicht sogar der ungewöhnlichste Hammer-Film.
Aber auch als Eastern/Shaw Brothers Film ist der nicht gerade berauschend. Action, Kung-Fu und Gewalt sind zwar vorhanden und es wird auch mal blutig (Der Haken oder die blutigen Kopfschüsse), aber im Vergleich mit anderen Kung-Fu Filmen der Shaw Brothers dann doch zu wenig und zurückhaltender.
Die Darsteller machen ihre Sache aber schauspielerisch ganz gut. Stuart Whitman ist ok, auch wenn ich ihn mir ehrlich gesagt nicht als Actionheld oder eine Art Anti-Bond neben Ti Lung vorstellen kann. Ti Lung und sein Kung-Fu wird erst so ca. bei der Hälfte des Films wichtig für die Story bzw. ein Teil davon.
Und Peter Cushing hat hier seinen letzten (Film)Auftritt bei Hammer, während er bei den Vampiren noch mal richtig glänzen darf, ist das ja hier mehr ein Cameo. Trotzdem stiehlt er in seinen Szenen Whitman die Show.
Und die deutsche Synchro ist gut besetzt (bis auf Peter Cushing vielleicht) mit Erik Schumann, Randolf Kronberg etc. Und Anton Diffring darf sich sogar selbst sprechen. Man hat aber am Anfang ein paar flapsige Sprüche eingebaut.
Was die Bildqualität angeht würde ich ganz klar die der 1.85:1 Fassung bevorzugen, die schaut für mich deutlich besser aus. Laut Anolis basiert ja eine Fassung auf dem neuen 4K Master von Hammer und das andere auf dem von Shout.
Auf der Disc mit der 1.85:1 Fassung haben wir als Extras die 2 deutschsprachigen Audiokommentare. Rolf Giesen ist in seinem näher dran an der Produktion, Darsteller, Hintergründe und dem Film an sich, einige Informationen decken sich natürlich mit dem was Monte Hellman in seinem Kommentar erzählt. Er sagt am Anfang passenderweise: "Das ist eine Hammer Produktion für Komplettisten."
Interessant auf jeden Fall auch der Umgang mit dem Darsteller des afrikanischen Diktators am Set.
Rainer Czech, Alexander Iffländer und Uwe Sommerlad sind sehr abschweifend. Also genauer genommen die Herren Czech und Iffländer, Uwe Sommerlad ist eigentlich nur mit dabei. Sie schweifen dabei sehr ins Hongkong/Shaw Kino, Darsteller und Regisseure usw. ab, aber schon erstaunlich was die beiden so alles wissen. Rainer Czech geht auch auf die deutsche Synchro ein.
Im von Anolis produzierten Featurette "Globe Trotting Stuart Whitman" geht Troy Howarth auf Whitmans Film Karriere außerhalb der USA ein. Bisschen viel Aufzählung, aber nach knapp 9min geht er auf Hammer und
Mr. Shatter etwas ausführlicher ein.
Ebenfalls von Anolis stammt "Follow the Vibrations" ein Interview mit David Huckvale, der mal wieder sehr ausführlich die Filmmusik analysiert.
In "Hammer and Tongs" was als Extra bereits auf Hammers 4K VÖ drauf war, erzählt Renee Glynne die damals für die Continuity verantwortlich war auch noch einiges über die Produktion und die Dreharbeiten.
Auf der Blu-ray mit der 1.66:1 Fassung befindet sich der alte Audiokommentar mit Monte Hellman, der natürlich viel über die Produktion und seine gedrehten Szenen erzählt und dazwischen gibt es immer wieder kleine Interviewschnipsel von Stuart Whitman. Außerdem befinden sich die ganzen Trailer (schön das man auch den alten dt. Kinotrailer auftreiben konnte) und Werbematerialien auf dieser Blu-ray und die von mir bereits in einem
vorherigen Beitrag erwähnten Easter eggs.
Der Booklettext von Rolf Giesen befasst sich wie schon sein Kommentar mit Produktion, Darstellern etc.
Der deutlich längere Text von Oliver Sodemann geht ebenfalls auf die ungewöhnliche Produktion ein. Sein Text ist aber deutlich mehr Eastern/Shaw Brothers fokussiert.
Er geht dann auch noch genau auf die Kampfszenen, das Werbematerial und das Bildformat von
Mr. Shatter ein.
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Mr. Shatter an sich ist weder ein Highlight noch gut, aber die ungewöhnliche Produktion und das ganze drumherum hat mich dann doch sehr interessiert. Jetzt freue ich mich aber, das als nächstes endlich
Die 7 goldenen Vampire ansteht.
Ich finde es übrigens gut, das man für die beiden Hammer/Shaw Produktionen mit Rainer Czech und Oliver Sodemann 2 Experten des Eastern Kinos mit an Bord hat. Bei den beiden Filmen mit Hildegard Knef hatte man ja auch einen Fachmann mit dabei.