Bin nicht so ganz überzeugt. Eigentlich eine klassische Survival-Story mit Militär-Touch, wortkarg und technisch ordentlich inszeniert, zumal der Hund ja keine CGI-Kreation ist, sondern durch mehrere echte Schäferhunde verkörpert wurde. Die Szenen mit ihm und Brad Pitt funktionieren daher schon gut, sind aber eigentlich auch eine sichere Bank. Was dagegen die Dramaturgie angeht, da wäre echt noch Luft nach oben gewesen. Zunächst mal ist alles extrem vorhersehbar. An erster Stelle steht die Frage, wieso der Film mit einer Szene vom Ende anfangen muss und dann einige Tage zurückspringt – ein Survival-Film wohlgemerkt, bei dem die große Frage darin besteht, ob die beiden durchkommen oder nicht. Ich habe eine Vermutung, wieso die Macher das so gemacht haben, finde es aber trotzdem extrem ärgerlich.
Es geht aber noch weiter: Die Gefahren, die die beiden meistern müssen, entsprechen dem üblichen Repertoire solcher Filme: Kälte, Schlucht überqueren, in einen reißenden Fluss fallen, Bären und Wölfe. Wirklich spannend wird es dabei leider nie, nur einmal, als sie einen nächtlichen Verfolger haben, kommt etwas Nervenkitzel auf. Auch braucht der Film erst mal einige Zeit, um in Gang zu kommen. Das ist schon ganz stimmig alles und die Landschaft macht auch was her, aber es packt einen halt nicht. Dasselbe gilt für die regelmäßig eingestreuten, hektisch geschnittenen und in Sepia-Tönen gefärbten Rückblenden von den Kriegseinsätzen: Die wiederholen sich irgendwann, man erkennt teilweise eh kaum was und sieht eigentlich viel besser an den beiden Figuren im Jetzt, wie schlimm das gewesen sein muss.
So schleicht sich trotz der überschaubaren Laufzeit von ca. 100 Minuten hier und da sogar ein bisschen Leerlauf ein. Auch das Ende erzählt dann nochmal, was man vorher schon gesehen hat. Ich hatte mir kurz überlegt, wie es wohl wäre, wenn man zum Schluss erst die Backstory der beiden erfahren hätte. Fazit: Kann man schon mal schauen, aber Kino hätte da nicht sein müssen. Bin insgesamt doch etwas enttäuscht, der Trailer hatte für mich den Film besser erzählt. 6/10