ich mache mal einen ganz anderen Vergleich - ein fotorealistischer Maler weit vor der Fotographie - nehme wir Vermeer. Viele Menschen empfinden besonders Vermeer als quasi "fotografisch". Das liegt nicht nur an der crazy Detailgenauigkeit, sondern vor allem daran, dass seine Bilder Eigenschaften besitzen, die wir heute mit Fotografien verbinden: natürliches Fensterlicht, glaubwürdige Perspektive, subtile Unschärfen, realistische Proportionen - wirklich sehr cool - deshalbb wird vermeer oft als der Maler bezeichnet, dessen Werke einer Fotografie am nächsten kommen .... obwohl sie natürlich vollständig von Hand gemalt wurden (17. Jahrhundert!)
Jetzt kommt’s, nehmen wir diesen Vermeer: ich mache eine Analogie: genauso wie es bei einem Gemälde von vermeer nicht korrekt wäre, für ein digitales Photo von einem seiner Gemälde due Erhebungen seines Pinselstrichs und sonstige "Artefakte" digital wegzuretuschieren oder sagen wir lieber weich zu zeichnen, weil diese nun mal in der Natur nicht vorkommen, genauso ist es im Sinne des Originals unzulässig, bei einem analogen Kinofilm, das Korn rauszufiltern. In beiden fällen sind diese Aspekte TEILE des Bildes und kein Fehler und müssen im Sinne des Kunstwerks erhalten bleiben - vor allem weil sie ja die Qualität zwar nicht nicht im Vergleich zu einem theoretischen Optimum verbessern, aber in jedem Fall im vergleich zu ihrem rausfiltern.
Ich gtehe noch etwas tiefer:
Beide Fälle betreffen
Eigenschaften des Originalmediums:
- Beim Vermeer sind Pinselstriche, Lasuren, Pigmentstruktur und Leinwandtextur Teil des physischen und haptisch angreifbaren Kunstwerks.
- Beim analogen Kinofilm sind Korn, Emulsion und deren Mikrokontrast ein teil des Originalnegativs und damit des Filmcontents.
Aufpassen: wir reden nicht mehr über das Thema. ob digitale Nativaufnahmen besser oder schlechter sind - wir reden NUJR über das:
Eine digitale Reproduktion sollte daher zunächst
den Originalzustand möglichst vollständig dokumentieren, nicht nach heutigen Idealvorstellungen "verbessern" - und bitte lasst jetzt Georgie Lucas' SW nachbesserungen aus dem Soiel ;-)
Die eigentliche Frage lautet also nicht:
Kommt es in der Natur so vor?
sondern:
Gehört es in seinem absoluten Kern zum Originalwerk?
denn sonst könnte man bei einem Gemälde auch entfernen: Pinselstruktur, Leinwandstruktur, Radierungen etc. etc. - eventuell hätte ein vermeer auch liueber gleich forograhpiert, hätte er es damals scho gekonnt - nein, er musste malen - er mjusste in dem sinn ein nicht optimales Medium nehmen - genau wie der analoge Filmemacher - in beiden Fällen sind das keine Fehler in DEM SINNE, DASS MAN SIE JETZT BEHEBEN MUSS oder SOLLTE (in rein faktischem Sinn einer suboptimalität der Voraussetzungen sind es schon Fehler - aber DARUM geht es nicht)
somit: die ganze stoßrichtung, dass nachträgliches eliminieren dieses Korn für einen nodernen Look geschmacksache wäre, ist von schon von grund auf falsch und nicht zielführend.