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- 28.3.2019
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Die Serie schält die verdrehten Schichten von John Wayne Gacys (Michael Chernus) Leben ab, während sie die Geschichten seiner meist schwulen Opfer einflechtet, die Trauer, Schuldgefühle und das Trauma ihrer Familien und Freunde erforscht und die Systemfehler, verpassten Gelegenheiten und gesellschaftlichen Vorurteile aufdeckt, die seine Schreckensherrschaft befeuerten.
Zwischen 1972 und 1978 ermordete Gacy mindestens 33 junge Männer und Jungen in der Nähe von Chicago, Illinois, und niemand hat es gemerkt. (Filmstarts)
Link: https://youtu.be/0GN0aALClVA?si=f8cW0j4_tO50HA2O
Devil in Disguise: John Wayne Gacy besteht vortrefflich den Test, den Fettnäpfchen auszuweichen, durch die Ryan Murphy seit drei Monster-Staffeln lang schlingert. Statt Exploitation und Maximalisierung wird Gacy mit einer lange verloren geglaubten Kunst ernst genommen, der Kunst der Auslassung. Weder Gacys Morde (immerhin 33 überlieferte!) noch sein Prozess, geschweige denn seine Hinrichtung halten Einzug in die Miniserie. Um der Schaulust zu entgehen, rückt das Grauen in die Abblende, es gilt vor allem, den Opfern Gacys - junge Männer, die als Stricher verunglimpft wurden - ihre Würde zurückzugeben. Männer mit Träumen. Männer, zueinander in Freundschaft und Liebe, denen die Kapitel gehören. Die Miniserie spart dazu nicht mit Kritik an den Ermittlungsbehörden, der Staatsanwalt Bill Kunkle (Chris Sullivan) ist neben Gacys moralisch zerrissenem Anwalt (Michael Angarano) stellvertretend eine der spannendsten, da ideologisch undurchschaubarsten Figuren zwischen Eigen- und Uneigennützigkeit, Rache und Aufklärung. Michael Chernus kleidet seinen John Wayne Gacy indes in rhetorisches Konfetti, die Körperwucht und der auf Betriebstemperatur köchelnde Verstand von vier Gacys produzieren erwachsenen Thrill. {3,5/5 mit ❤️}