@Darksaber: Ohne dem widersprechen zu wollen, wäre die interessante Frage, ob die durchschnittlichen Zuschauer, die heute genauso alt sind wie diejenigen waren, die TNG und DS9 damals in der Erstausstrahlung gesehen haben, das genauso sehen.
Zeiten ändern sich, Ansichten ändern sich, aber inwieweit ändert sich der eigene Blickwinkel innerhalb von 30 oder 40 Jahren?
Star Trek hat immer ‚aktuelle‘ Themen aufgegriffen und als Science Fiction verarbeitet, auch zu TNG- und DS9-Zeiten.
Unabhängig davon, dass sich die Rezeption von Filmen und Serien in den letzten 40 Jahren aus verschiedenen Gründen auch enorm verändert hat, bleibt es ein Phänomen, dass praktisch alle (!) Generationen irgendwann das Gefühl bekommen, dass aktuelle Werke nicht mehr den Wert hätten wie ältere.
Gründe dafür gibt es viele, von neuronalen Ursachen (‚erlernte‘ Entschlüsselungsstrategien, Prägung im Kunstgeschmack in der Jugend, ästhetischer Vertrautheitseffekt, …) bis zu soziologischen und kulturellen Konflikten (Werteverschiebungen, schwer verständliche gesellschaftliche Dynamiken).
So hat man das Gefühl, dass das kulturelle Wissen, dass man sich mühsam in der Jugend erworben hat, plötzlich an Wert verliert und lehnt neuere künstlerische Entwicklungen mehrheitlich ab.
Mit dem Wissen, dass das jeder Generation wieder so geht, kann man zumindest darüber nachdenken, sich aus diesem Spiel ein wenig herauszunehmen und zu versuchen, aktuellere Kunst aus diesem Blickwinkel heraus etwas neutraler zu betrachten. Das hilft zumindest manchmal, nicht in ein grundsätzliches ‚früher was alles besser‘ zu verfallen, sondern es als ‚früher war alles anders‘ zu betrachten und nicht automatisch negativ zu konnotieren.