Zuletzt gesehener Film - kurzes Fazit

kippe

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In Vorbereitung auf Teil 3 nochmals JOHN WICK 2: Hatte mich beim ersten Teil noch über diese pseudomäßig aufgebauschte persönliche Motivation der Hauptfigur geärgert, wieder zu dieser lean mean unstoppable killing machine zu werden. Teil 2 ist da wesentlich ehrlicher, es wird in einer Dialogzeile sogar thematisiert: er kann einfach das Töten nicht lassen. Es macht Spaß und er ist gut in seinem Job. Dass muss für einen Film wie diesem Grund genug sein. Diese ganzen Geschichten über die Schuld, in der man sich jemand anderem gegenüber befindet, und dieser ganze Ganovenehre-Mumpitz mit neutralen Plätzen und Kopfjagd-Ausschreibungen per SMS ist doch nur Beiwerk. JOHN WICK 2 rockt, weil nach einer längeren Expositionsphase dann in der letzten Stunde nur noch eines zählt: wie viele Henchmen kann Reeves, ohne trotz multipler Blessuren wesentlich das Gesicht zu verziehen, mit den eigenen, fremden oder improvisierten Waffen mit zielgerichteten und sauberen Durchschüssen oder mittels einiger Körperverrenkungen pro Minute in Jenseits befördern. Möglichst ohne Schnitt, möglichst mit echten squibs und ohne viel CGI-Verschlimmbesserungen (sah für mich zumindest weitgehend "echt" aus, das in alle Richtungen spritzende Kunstblut). Mal schauen, ob Teil 3 das so konsequent fortsetzt.
 

Black Smurf

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Das Haus der Verfluchten (1985; "Martin Herbert" (-> Alberto De Martino) )

Bildschirmfoto 2019-09-09 um 22.49.56.jpg

Eine reiche Frau, die als Kind von einem als Priester gewandeten Mann vergewaltigt und bei dem Vorfall so verletzt wurde, dass sie nun im Rollstuhl sitzt, verliebt sich in ihren Sportlehrer und nimmt dessen Heiratsantrag an. Ihrer besten Freundin, die bei ihr wohnt, gefällt das gar nicht. Und schon bald nach der Hochzeit erscheint ihr plötzlich eine Gestalt, die direkt aus dem Vorfall, den sie völlig verdrängt hat, entsprungen sein könnte...

Später Giallo mit allen typischen Zutaten - blutige Morde durch einen Träger schwarzer Handschuhe, blank ziehende Damen, elegante Fotografie - doch leider mit eher lahmer Handlung. Zwar gibt es eine halbwegs überraschende Wendung, aber das Ganze ist ziemlich vorhersehbar und die Interaktion der drei Hauptfiguren weniger fesselnd und öfter wenig glaubwürdig - ebenso einige der Handlungselemente.

Weil das alles aber gut inszeniert ist und David Warbeck den frischgebackenen Ehemann mit Verve gibt, ist das Ergebnis dann doch guter Durchschnitt. Somit

Rollstuhlfahrende 6/10
 

Archos

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"Blessing Bell"
Ein herrlich langsamer und poetischer Film.
Ich stell mir vor, wie Sabu wohl Geldgeber für den Film gesucht hat...
"Also, Herr Sabu, worum geht es denn in ihrem Film?"
"Naja, da ist ein Mann..."
"Wow!"
"...und der spaziert."
"Hammer! Hier ist das Geld!"
10/10
 

yastreb

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Mr. Long (2017): Nach einem missglückten Hit in Japan flüchtet ein Taiwanesischer Profikiller in ein Armenviertel, wo er sich mit einem Jungen anfreudet, dessen Mutter drogensüchtig ist. Von Sabu habe ich schon einiges gehört & gelesen, aber Mr. Long ist tatsächlich der 1. Film, den ich von ihm auch gesehen habe. Bin verhalten begeistert. Einige Szenen hätte man straffen, andere ganz weglassen können. Die Theaterszene zB, die war für mich die reinste Tortur. Auch denke ich, dass der Film im O-Ton besser funzt. Ansonsten ist das schon große Klasse, was hier geboten wird. Wie sich die Hauptfiguren annähern, wie sie die Schwierigkeiten überwinden, die kleinen Glücksmomente, die sie erleben & die ihnen die Hoffnung gibt, dass alles gut werden wird. Wird es nicht. Die Erbarmungslosigkeit, mit der das Gute dann zerstört wird, ist so intensiv, dass mir beinahe schlecht wurde. Umso befriedigender war dafür das Gemetzel, das der Killer am Ende veranstaltet. Ich kann mich auf die Schnelle an keinen Film erinnern, in dem Rache so befriedigend rüberkam wie hier. Das ist schon meisterhaft. 8,5/10


Mr. Long (2017; SABU)

Anhang anzeigen 19197

Ein taiwanesischer Killer sitzt nach einem fehlgeschlagenen Auftragsmord an einem Yakuza verletzt in Japan fest und versteckt sich in einem leerstehenden Gebäude. Dort freundet er sich mit einem kleinen Jungen, Sohn einer Drogensüchtigen, an. Und wird aufgrund seiner Kochkünste unvermutet zum Held der Nachbarschaft. Natürlich weiß keiner von denen, wer er wirklich ist.

Die Geschichte wird in der für SABU typischen langsam-entspannten Art erzählt. Dabei variiert die Tonlage gekonnt entsprechend der dusteren Grundgeschichte, der skurril-heiteren Nachbarschafts-Story sowie der vorsichtigen Annäherung zwischen dem Killer und der Mutter des Kleinen. Nur manchmal verfranzt sich die Erzählung sich ein wenig (z.B. in der Theater-Szene, die auch gollum hier moniert hat. Die ist mir wohl - wie z.B. auch die Kabuki-Szene zu Anfang von Kitanos "Dolls" - kulturell zu fremd und dann zu lang).

Das Ganze kommt schön bebildert daher und findet ein Ende, das mich gepackt hat (am meisten die - leider - vorletzte, leicht surreale Szene auf einer vielbefahrenen Straße).

Mit dem Messer zubereitete 8/10
Ich schließe mich eurer Wertung an. Das ist das Tolle an diesem Thread. Man entdeckt immer wieder Filme, die man sonst wohl eher verpasst hätte. Am Ende musste ich sogar eine kleine Träne verdrücken. Schön.
 

Archos

Legende
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Das ist das Tolle an diesem Thread. Man entdeckt immer wieder Filme, die man sonst wohl eher verpasst hätte.
Sabu ist fraglos einer der interessantesten Filmregisseure.

Kennt jemand eigentlich "Chasuke's Journey". Der liegt bei mir hier in jap. mit engl. Untertiteln rum. Der Trailer sah so untypisch für Sabu aus und deswegen trau ich mich nicht ran...
 
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Star Trek II - Wrath of the Khan (USA 1982)

Zuerst einmal: Ein Film in dem ein Khan vorkommt, MUSS einfach automatisch gut sein, Naturgesetz!
Ich liebe ja die Star Trek Filme, und der zweite Kinofilm mit der Original Crew hat sich, wie ich meine, ja erstaunlich gut gehalten, obwohl er schon gesalzene 37 Jahre auf dem Buckel hat...
Der wahsinnig charismatisch einnehmende Ricardo Montalban hat einfach eine Ausstrahlung zum Niederknien, merke: Nur mit einem waschechten Ekelpaket, welches den Zuschauer nicht kalt lässt, steht und fällt ein guter Film letztendes. Den rachsüchtigen Khan gibt er hier mit solch einer Verve, dies hat schon fast shakespearsche Züge!

Die eingespielte Ur-Crew, was soll man dazu noch groß Eulen nach Athen tragen? Scotty, Kirk, "Pille", Lt. Uhura, McCoy, Sulu, Chekov = Good times never seemed so good...
Bevor ich es vergesse: Ultrasexy Kirstie Alley in ihrer ersten, großen Filmrolle als selbstbewusste Vulkanierin Saavik, welche schon damals, ganz ohne Gehampele ob angeblich unterdrückter Frauen und ihrer Rolle in der Gesellschaft, oder hier: Sternenkommando, sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt... LECHZ! ♥ ♥ ♥

In diesem Sinne: „Revenge is a dish best served cold!“
 
Zuletzt bearbeitet:

Gollum

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Die große Versuchung - Lügen bis der Arzt kommt (2013): Brendan Gleeson ist 'ne Bank, der geht immer. Hier organisiert er ein Lügenkonstrukt in einem ehemaligen Hafenkaff, um Arzt Taylor Kitsch, der nicht ganz astrein ins Dorf gelotst wurde, dazu zu bringen, zu bleiben. Denn wenn er bleibt, siedelt sich eine große Firma an & das bedeutet endlich wieder Arbeit. Lustig, aber nicht so lustig wie gedacht, weil hier auch viel Traurigkeit, Resignation & Verzweiflung mitschwingt. Wenn man sich in die arbeitslosen Fischer hineinversetzt, die ihre Heimat nicht verlassen wollen, es aber hassen von der Stütze zu leben, dann ist das auch ziemlich deprimierend. Gott sei Dank gibt es auch einiges zum Lachen & das Ende ist happy wenn auch nicht wirklich realistisch. 7/10

 

BartSimpson

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Last Boy Scout (Amazon Prime) 9/10

"Ich glaube ich habe ein Eichhörnchen geknallt und weiss es nicht mehr"
"Glaubst du an die Liebe"?
"Ich glaube auch an Krebs"
Du hällst beides für eine Krankheit"?

Der Film ist voller zitierwürdiger Aussagen. Bruce Willis als kaputten Cop zu sehen macht einfach Spass und die Chemie zwischen ihm und Damon Wayans passt. Schade, dass da nie eine Fortsetzung gekommen ist. Das Ende hat sich quasi dafür angeboten.
 

Bumskeule

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Vigilante (USA 1982 | Regie: William Lustig) [US-BD]


Fescher Selbstjustizreißer mit mehr als lässigem Score von Jay Chattaway. Der Cast für einen Genre-Film ist ebenfalls zum Zungeschnalzen: Robert Forster, Fred Williamson, Woody Strode und Joe Spinell. Obendrauf gibt es das dreckige, winterliche New York.

8/10
 

Lauter Heinerbach

Reisender in Blei
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Vigilante (USA 1982 | Regie: William Lustig) [US-BD]


Fescher Selbstjustizreißer mit mehr als lässigem Score von Jay Chattaway. Der Cast für einen Genre-Film ist ebenfalls zum Zungeschnalzen: Robert Forster, Fred Williamson, Woody Strode und Joe Spinell. Obendrauf gibt es das dreckige, winterliche New York.

8/10
Toller Film, der leider ein wenig Schattendasein fristet, sich aber vor "Death Wish" nun wirklich nicht zu verstecken braucht. Im Lustig-Schaffen ja auch etwas stiefmütterlich behandelt.
 

fincher

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Domino (2019) 5/10

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Zumindest in den letzten 20 Minuten ist deutlich erkennbar, dass DePalma mal ein Meister seines Faches war. Kein großer Wurf aber zumindest unterhaltsamer als seine letzten Werke (Black Dahlia, Passion)
 

montana

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Aladdin (USA 2019): Meine Vorbehalte angesichts der aktuellen Flut von Realverfilmungen alter Trickfilme aus dem Hause Disney waren offen gesagt groß, umso überraschter war ich, wie unterhaltsam das Ganze geworden ist. Aladdin ist ein knallbuntes Märchen-Abenteuer in Bollywood-Optik mit sympathischen Figuren, wohldosierten Gesangseinlagen und schlagfertigen Dialogen, auch die Botschaft hinter der Story kommt gut rüber. Natürlich gibt es ein paar Anpassungen an den Zeitgeist, aber auch das erfolgt eher dezent und macht im Rahmen der Geschichte schon Sinn. Das Tempo ist recht hoch, aber nicht hektisch, es gibt keinen Overkill an Action und Effekten, was immer wieder den Figuren mehr Raum gibt. Die gut zwei Stunden sind wie im (Teppich-)Fluge vergangen. (8/10)
 

montana

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Toller Film, der leider ein wenig Schattendasein fristet, sich aber vor "Death Wish" nun wirklich nicht zu verstecken braucht. Im Lustig-Schaffen ja auch etwas stiefmütterlich behandelt.
Also ich finde, der ist schon ziemlich bekannt, erinnere mich auch noch gut an den Kinobesuch damals, wie da die Leute mitgegangen sind, da wurde im Stachus Kinocenter in München laut geschimpft, dass die (Kriminellen) endlich fertiggemacht werden sollen. :37:
 

Agent Smith

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Last Boy Scout (Amazon Prime) 9/10

"Ich glaube ich habe ein Eichhörnchen geknallt und weiss es nicht mehr"
"Glaubst du an die Liebe"?
"Ich glaube auch an Krebs"
Du hällst beides für eine Krankheit"?

Der Film ist voller zitierwürdiger Aussagen. Bruce Willis als kaputten Cop zu sehen macht einfach Spass und die Chemie zwischen ihm und Damon Wayans passt. Schade, dass da nie eine Fortsetzung gekommen ist. Das Ende hat sich quasi dafür angeboten.
Der Film bietet legendäre Sprüche, die für unzählige Filme reichen würden:

"Das Wasser ist Nass, der Himmel ist Blau, der alte Satan Claus ist unterwegs und er wird immer stärker."
"Du bist ausgerutscht, auf den Boden gefallen und dabei landete zufällig dein Schwanz in meiner Frau."
"Du bist ein Niemand!" - "Scht... dann verrats auch niemand!"
"He Joe, wie lange waren wir Freunde ?" - "Ich würde sagen, bis Du angefangen hast meine Frau zu vögeln..."
"Ich hab mein Glas warme Pisse verschüttet."
"Ich kann mich gar nicht entscheiden wer von euch meinem Schwanz am ähnlichsten sieht."
"Mach"s nochmal und ich schlag dich tot!" und schlägt ihm die Nase ein.
"Vielleicht könnt ich deine Tochter mal mitnehmen. Wie ist sie denn so?" - "Sie ist dreizehn, wenn du sie schräg ansiehst, steck ich dir n'en Regenschirm in den Hintern und spann ihn auf!"

Ich müsste mir echt mal die Bluray zulegen.
 

Black Smurf

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Johnny Mnemonic (1995; Robert Longo; japanische Langfassung)

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Die Geschichte um den Datenschmuggler, der sein Hirnimplantat überlädt um einen Großauftrag erfüllen zu können ist leider sehr dünn. Doch hatte der FIlm bei Erscheinen den Vorzug, einer der wenigen Cyperpunk-Filme zu sein, die es überhaupt gab. Den Vorzug hat er leider noch heute.

Ich hatte den schon lange nicht mehr gesehen, so dass ich die japanische Schnittfassung (etwas länger und teilweise andere Szenenauswahl - mehr Kitano - und von der Gibson sagt sie käme dem, was ihm und Longo vorgeschwebt war etwas näher) die ich diesmal geschaut habe nicht direkt mit dem US-Cut vergleichen kann.

Die Story ist immer noch mager und Reeves hier ein ziemlich schwacher Protagonist - was auch an der Figur liegen mag, die arg konturlos ist (in der japanischen Version noch magerer). Aber die Machart und Effekte sind durchaus in Ordnung (der Cyberspace sieht inzwischen ein wenig alt aus :wink:), der Cast der Nebenrollen illuster (Kitano, Kier, Lundgren, Henry Rollins). Vor allem aber gibt es hier Gibsons Cyberpunk-Welt mit billigen Mods, Monofilament-Peitschen, Cyberspace usw. Eine adäquate Verfilmung von Neuromancer wäre mal ein Traum (am besten als HBO-Serie).

Also viele Schwächen, aber auch recht fetzig erzählt und mit Cyberpunk-Bonus. Mir gefällt's jedenfalls.

Seuchenheilende 7/10
 
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