Nicht Ohne Meine Tochter ab 03.09.21 von Capelight

PBechtel

Hauptdarsteller
17.04.2018
4.033
2.753
51
Die Qualität der US-Blu-ray reisst laut dem Review bei bluray.com auch keine Bäume aus.

Bild ist ok und der Ton kommt besser weg.

Neben einem Behind the Scene Featurette gibt es nur den Trailer.

Hier mal der Link:

Wenn ich mir das Gesamtpaket so anschaue, ist für mich schon nachvollziehbar, dass der Film direkt in der Plastikvariante ausgewertet wird.
 

slartibartfast

Synchron-Romantiker
17.04.2018
2.866
1.322
49
München
www.synchronkartei.de
Das Buch ist eine Nacherzählung der Geschichte aus der Sicht der Mutter, wie sie die Geschehnisse erfahren hat ... und diese Subjektivität hat sie nie verleugnet, das andere Beteiligte da anders erlebt haben, bleibt so nicht aus. Gegen Gefühle kann man nichts machen. Ich hätte mir nur eine differnziertere Sichtweise auf den Islam und die iranischen Menschen gewünscht, was Betty Mahoomdy in einigen Interviews erst später zum Ausdruck gebracht hat. Mir fiel nur beim Lesen auf, das sie wohl entweder extrem liebesblind oder fürchterlich naiv war, was das Leben mit und in einer islamisch geprägten Kultur angeht .

Der Film treibt manches aus dem Buch noch auf die Spitze, ist aber für mich, jenseits der Darstellung von Sally Field, eher unteres Mittelmaß, auch formal, und lässt sich recht hübsch von geneigten Kreisen missbrauchen.
Danke, dann sind sich ja im Grunde alle einig.
Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit und schildert das Erlebte subjektiv. Solche Geschichten sollen und müssen erzählt werden.
Will man aber durch eine solche Geschichte etwas bewegen, dann muss man unbedingt verhindern, dass einem Propaganda vorgeworfen wird und da ist das Buch bzw. der Film ins offene Messer gelaufen.
Dass hier im Forum schon die bloße Erwähnung der Handlung sofort zu Whataboutismus führt ("Sowas gibt es auch bei uns" etc.), hat sich der Film allein selbst zuzuschreiben.
 
Zuletzt bearbeitet:

Holgi66

Statist
13.01.2020
42
14
55
Hab den Film damals im Kino gesehen und für recht gut befunden und auch danach gab es teils heftige Reaktionen aus dem anderen Lager soweit ich mich noch erinnern kann ("falsch dargestellt" "kann nie so gewesen sein" etc. pp.).
 

slartibartfast

Synchron-Romantiker
17.04.2018
2.866
1.322
49
München
www.synchronkartei.de
Hab den Film damals im Kino gesehen und für recht gut befunden und auch danach gab es teils heftige Reaktionen aus dem anderen Lager soweit ich mich noch erinnern kann ("falsch dargestellt" "kann nie so gewesen sein" etc. pp.).
Ob es so war, spielt ja im Grunde keine Rolle. Wichtig ist, dass man die subjektive Story so erzählt, dass man den Eindruck einer objektiven Darstellung bekommt und da versagt der Film leider. Die Figur (!) Betty handelt von Beginn an grenzenlos naiv und ist dadurch für viele unglaubwürdig.
 
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PBechtel

Hauptdarsteller
17.04.2018
4.033
2.753
51
Ob es so war, spielt ja im Grunde keine Rolle. Wichtig ist, dass man die subjektive Story so erzählt, dass man den Eindruck einer objektiven Darstellung bekommt und da versagt der Film leider. Die Figur (!) Betty handelt von Beginn an grenzenlos naiv und ist dadurch für viele unglaubwürdig.

Es ist ein Film, der sich sicher, wie jeder andere Film auch, künstlerische Freiheiten nimmt, hier und da etwas überzeichnet oder gar etwas weglässt.

Warum dies ausgerechnet hier ein Problem ist, erschließt sich mir nicht.

Als gäbe es sonst nur differenziert durchzeichnete Figuren ohne Klischees.
 

Dosenbier

Nebendarsteller
13.07.2018
750
604
Ravensburg
Nochmal: Es geht hier um einen "Unterhaltungsfilm" und nicht um eine Doku! Zudem noch um die Verfilmung eines Buches aus der Ich-Perspektive. Wie bitteschön sollte eine derart subjektive Sichtweise objektiv dargestellt werden? Manche scheinen hier besonders strenge künstlerische Kriterien anzulegen. Macht ihr das bei anderen Filmen dann konsequenterweise auch so?
Wem das zu tendenziös ist, kann ja auf den Film verzichten... An den Haaren ist es jedenfalls nicht herbeigezogen, dass es solche Typen gibt. Wieso sollte man das nicht darstellen? Es gab genug deutsche Väter und Ehemänner, die in entsprechenden Filmen als Holocaust-Vollstrecker dargestellt werden. Dann wäre diese Darstellung ja analog ebenso zu sehen, dass alle Deutschen so geartet waren.
 

PBechtel

Hauptdarsteller
17.04.2018
4.033
2.753
51
... Es gab genug deutsche Väter und Ehemänner, die in entsprechenden Filmen als Holocaust-Vollstrecker dargestellt werden. Dann wäre diese Darstellung ja analog ebenso zu sehen, dass alle Deutschen so geartet waren.

Aber das ist doch ganz was anderes :49:.

Sorry, der “musste“ jetzt sein. Vielleicht wird langsam die Absurdität der Diskussion klarer.

Einen schönen Tag für alle.
 

slartibartfast

Synchron-Romantiker
17.04.2018
2.866
1.322
49
München
www.synchronkartei.de
Nochmal: Es geht hier um einen "Unterhaltungsfilm" und nicht um eine Doku! Zudem noch um die Verfilmung eines Buches aus der Ich-Perspektive. Wie bitteschön sollte eine derart subjektive Sichtweise objektiv dargestellt werden? Manche scheinen hier besonders strenge künstlerische Kriterien anzulegen. Macht ihr das bei anderen Filmen dann konsequenterweise auch so?
Wem das zu tendenziös ist, kann ja auf den Film verzichten... An den Haaren ist es jedenfalls nicht herbeigezogen, dass es solche Typen gibt. Wieso sollte man das nicht darstellen? Es gab genug deutsche Väter und Ehemänner, die in entsprechenden Filmen als Holocaust-Vollstrecker dargestellt werden. Dann wäre diese Darstellung ja analog ebenso zu sehen, dass alle Deutschen so geartet waren.
Gerade weil die Handlung nicht an den Haaren herbei gezogen ist, darf man es nicht so tendentiös inszenieren, weil dann die Kritik vorprogrammiert ist.
Es ist schließlich bekannt, dass bei sowas mit zweierlei Maß gemessen wird. Als Unterhaltungsfilm ist er jedenfalls viel zu kitschig und als gesellschaftskritischer Weckruf gegen ein islamistisches Weltbild ist er zu angreifbar.

Wen das Thema interessiert, dem empfehle ich "Nur eine Frau" von 2019. Wesentlich aktueller und glaubwürdigere Figuren, ohne aber zu pauschalisieren.
 
Zuletzt bearbeitet:

toxie81

Hauptdarsteller
19.04.2018
2.428
3.773
Das sind schon interessante Sichtweisen, die hier geschildert werden. Unter "Unterhaltungsfilm" versteh ich was anderes, die Vorstellung finde ich bei der Thematik eher absurd. Ich finde, man hat gerade bei einer Geschichte nach wahrer Begebenheit trotzdem ein gewisse Verantwortung, gerade weil es um real existierende Menschen und Kulturen geht und ich kritisiere das auch, wenn mir das nicht schmeckt. Klar kann man sich Freiheiten rausnehmen, aber warum in die eine Richtung, so das der Propaganda-Vorwurf entsteht? Warum keine Freiheiten in die andere Richtung, ist ja keine Doku? Weil das nicht ins Weltbild passt?
Ich bin auch bei Filmen über den 2. Weltkrieg und dem Holocaust kritisch, warum sollte man das nicht sein? Gerade bei Schindlers Liste gibt es auch ein paar Punkte, die mir nicht gefallen, besonders das Interview mit Michael Haneke hat mir zu denken gegeben, aber das ist ein anders Thema und gehört nicht hier her.
 

Dosenbier

Nebendarsteller
13.07.2018
750
604
Ravensburg
Es bleibt dabei: Es ist die Verfilmung einer Ich-Erzählung! Wieso sollte das dann im Film auf einmal objektiv dargestellt werden?
Ähnliches haben wir bei AMADEUS. Das ist keine Biographie, sondern geht auf Shaffers Theaterstück zurück. Wieso sollte Forman aus Schaffers Theaterstück ein objektives Biopic machen? Salieri hatte in Mozarts Leben nicht diese tragende Rolle, wie der Film vermittelt. Ist das alles miese Propaganda gegen Salieri?

Wir sind hier auf schwierigem Terrain. Es ist vielleicht nicht politisch korrekt, was und wie die Dame ihre Erlebnisse schildert und diese verfilmt wurden. Aber es sind ja auch subjektive Eindrücke. Wir haben es nicht mit einer zur Neutralität verpflichteten Doku der öffentlich-rechtlichen Sender zu tun.
Seltsam finde ich, dass man angesichts solcher Erlebnisse noch Neutralität erwartet. Wenn ich so was Traumatisches erlebt hätte, wäre ich wohl kaum so vernünftig, alles noch voller Verständnis ins rechte Licht zu rücken. Wenn manche das können, dann ist das toll.
 

klapper

Rohrdesigner
27.04.2018
2.433
6.202
51
Hinter den Bergen, bei den 7 Zwergen
Es bleibt dabei: Es ist die Verfilmung einer Ich-Erzählung! Wieso sollte das dann im Film auf einmal objektiv dargestellt werden?
Ähnliches haben wir bei AMADEUS. Das ist keine Biographie, sondern geht auf Shaffers Theaterstück zurück. Wieso sollte Forman aus Schaffers Theaterstück ein objektives Biopic machen? Salieri hatte in Mozarts Leben nicht diese tragende Rolle, wie der Film vermittelt. Ist das alles miese Propaganda gegen Salieri?

Wir sind hier auf schwierigem Terrain. Es ist vielleicht nicht politisch korrekt, was und wie die Dame ihre Erlebnisse schildert und diese verfilmt wurden. Aber es sind ja auch subjektive Eindrücke. Wir haben es nicht mit einer zur Neutralität verpflichteten Doku der öffentlich-rechtlichen Sender zu tun.
Seltsam finde ich, dass man angesichts solcher Erlebnisse noch Neutralität erwartet. Wenn ich so was Traumatisches erlebt hätte, wäre ich wohl kaum so vernünftig, alles noch voller Verständnis ins rechte Licht zu rücken. Wenn manche das können, dann ist das toll.
Eben: Man muß sich bei autobiografischen Dingen immer damit leben, das das eine sehr individuelle Sicht der Dinge ist und in Spielfilme immer was Fiktionales mit reinspielt, allein aus inzenatorischen Gründen ... und ich glaube sogar, das Betty Mahmoody mehr an ihrem eigenen Schicksal interessiert war als dem Islam oder islamischen Männern ans Bein zu pissen.

So was kommt immer wieder vor, sowohl bei erlebten Geschehnissen (Midnight Express, auch so ein schwieriger Fall) oder München (das bewußte Auslassen von Geschehnissen :angry-smiley:, ich mag den Film aber trotzdem), zwei von tausenden von Beispielen aus der Filmwelt und selbst Dokumentationen sind davor nicht gefeit.

Aber niemand kann es mir als Zuschauer verbieten, mich auf meine Weise mit dem Gesehenen auseinanderzusetzen und zu anderen Schlüssen zukommen als die Autorin, die Filmemacher oder andere Zuschauer, weder die eine oder andere Sichtweise wird die ultimativ Richtige sein ... und das ist auch gut so :22:.
 

nerös

Texas Ranger
28.04.2018
4.645
7.146
40
Rostock
Dass der Film immer noch wegen des Themas so hohe Wellen schlägt, finde ich äußerst interessant.

Heutzutage sorgt es doch eigentlich eher für Empörung, dass Alfred Molina als italienisch-/ spanischstämmiger Brite einen Iraner spielt.
 

Dosenbier

Nebendarsteller
13.07.2018
750
604
Ravensburg
Frau Mahmoody hat ihre Erlebnisse aufgeschrieben. Diese wurden verfilmt. Dass dabei künstlerische Freiheiten reinspielen können, ist völlig normal und legitim. Ich unterstelle weder Buch noch Film Stimmungsmache.
 
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