Fantasy Film Fest nights 2018

silentsign

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Downrange
Nach NO ONE LIVES meldet sich der japanische Kultregisseur Ryûhei Kitamura erneut mit einer englischsprachigen Produktion zurück und setzt wie gewohnt auf beachtliche Blutfontänen. Bunt, gory und getragen von einem nihilistischen Zynismus: Over-the-top ist und bleibt sein Markenzeichen. Der atemlose Survival-Thriller um eine Gruppe junger Leute, die auf einer staubigen Landstraße im Nirgendwo gegen eine unbekannte Bedrohung kämpft, wurde in der Midnight Madness-Sektion des Toronto Filmfest prämiert.

Control
Die Antwerpener Polizei findet sechs Frauenleichen ohne Kopf und eine atemberaubende Jagd nach dem Killer beginnt. Basierend auf dem Roman von Jef Geeraerts (THE ALZHEIMER CASE) freuen wir uns, den neuen Thriller von Jan Verheyen (DOSSIER K) präsentieren zu können.

The Cured
Endlich gibt es ein Mittel gegen den Virus, der Hundertausende der irischen Bevölkerung in blutrünstige Bestien verwandelt hat. Doch den angeblich Geheilten schlägt blanker Hass und Misstrauen entgegen. Mit seiner ungewöhnlichen Erzählstruktur ein spannender neuer Ansatz fürs Zombie-Genre, eindringlich gespielt von Ellen Page und Peter Campion.

Isle Of Dogs
Fantasy in Höchstform! Das neue Meisterwerk von Wes Anderson (ausgezeichnet mit dem Preis für die Beste Regie, Berlinale 2018) ist ein völlig abgefahrenes animiertes Abenteuer mit den Stimmen von Scarlett Johansson, Bill Murray, Tilda Swinton und Edward Norton.

Pyewacket
Nervenaufreibender Okkult-Horror um ein Gothic-Teengirl, dass sich ihre Mutter (Laurie Holden aus THE WALKING DEAD) zum Teufel wünscht. Dank des gruseligen Settings und der guten Darsteller-Riege avancierte der Film seit seiner Weltpremiere in Toronto zum absoluten Festivalliebling.

BrawL in Cell Block 99
S. Craig Zahlers neuer Film erwischt uns mit ungebremster Wucht. Dabei beweist er nach BONE TOMAHAWK erneut ein großartiges Gespür für schwelende Dramaturgie und – mit Vince Vaughn als auswegloser Vollstrecker und Don Johnson als abgehalfterter Gefängnisdirektor – grandioses Casting.

Hagazussa: A Heathen’s Curse
Mutiges Genrekino aus deutschen Landen! Ästhetisch brillant und schmerzlich verstörend beweist Lukas Feigelfelds Debütfilm, wie man sich mit Talent und Verve internationale Aufmerksamkeit sichern kann. Der Film eroberte die weltweite Festivallandschaft und Zuschauerherzen im Sturm.

Revenge
Nach RAW gelingt es erneut einer Französin mit ihrem Regiedebüt ordentlich Staub aufzuwirbeln. In Coralie Fargeats in satten Farben erzähltem Rachethriller gibt die schöne Protagonisten alles und noch weit mehr im Kampf gegen drei gewissenlose Peiniger.

Ruin me
Es hätte das ultimative Gruselwochenende für Film-Geeks werden sollen. Und das wurde es in der Tat! Regisseur Preston De Francis serviert uns eine liebevoll blutige Verbeugung vor dem Slasher-Genre und dessen treuer Fan-Community.

The Strangers: Prey At Night
Kurz bevor die rebellische Tochter Kinsey (Bailee Madison) aufs Internat geschickt wird, möchte die Familie - neben Kinsey noch Mutter Cindy (Christina Hendricks) und Vater Mike (Martin Henderson) - einen gemeinsamen Urlaub im Wohnwagenpark des Onkels verbringen. Der als Versöhnungsurlaub geplante Trip endet jedoch im ultimativen Horror, als sie bei ihrer Ankunft die Leichen des Onkels und der Tante entdecken. Die hatten nämlich Besuch von den „Strangers“, und die maskierten Psychopathen werden auch die drei Gäste des Nachts besuchen…
 

silentsign

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Also ich bin so oder so seit über 11 Jahren bei den nights am Start und seit fast 7 Jahren Dauergast in Berlin.

Ich bin auf einige Filme gespannt, von "Brawl" erwarte ich (zum aktuellen Zeitpunkt) irgendwie noch nichts, aber da kann man sich ja positiv überraschen lassen. Hat ja auch was.
 

Otis

Tunichtgut
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"Brawl" läuft bei mir heute abend im Heimkino. Wenn der das Niveau von "Bone Tomahawk" hält, bin ich zufrieden.
 

Eric666

Mia san desillusioniert
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Ich finde den wesentlich besser, ich war total begeistert. "Bone Tomahawk" gefiel mir hingegen nicht.
 

El-Mago

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Der Trailer zum Film mit Vince Vaughn sieht top aus, "Brawl in Cell Block 99".
Ist auch ein sicherer Kaufkandidat.
 

Roughale

Hongo & Momo
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Downrage war OK, sehr minimalistische Story, einige hat das gestört. Mein anderer Film The Cured hat mir deutlich besser gefallen, aber auch da gab es unterschiedliche Meinungen ;)
 

videoflixx

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Dieses Jahr war ich das 10 mal in Stuttgart auf den FFFN. Leider waren mMn die meisten Filme ziemlich durchwachsen.

Downrange war solide Kost, wie man es von Kitamura erwarten konnte. Fand ich MNMT irgendwie besser.

Control war ein guter Krimi, bei dem das Ende leider (für mich) sehr vorhersehbar war.

The Cured fand ich irgendwie klasse. Mal eine relativ neue Herangehensweise an das Thema Zombie.
 
Isle Of Dogs hab ich leider verpasst, soll aber auch ziemlich gut gewesen sein.
 
Pyewacket war in meinen Augen 08/15 und eher mau.
 
BrawL in Cell Block 99 war cool.

Hagazussa: A Heathen’s Curse ist ziemlich sperrig und eher zäh. Evtl. für Freunde von Bildstörung VÖs zu empfehlen.
 
Revenge - naja. Story 0, ansonsten Bier auf und durch.
 
Ruin me in meinen Augen Grütze. Blöde Story, schlechte Schauspieler und schwache Effekte.

The Strangers: Prey At Night hatte einen coolen 80er Soundtrack und sonst 08/15.
 

silentsign

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Ich bin am WE in Berlin und freue mich schon auf die Filme. Meine Reviews folgen dann zu gegebener Zeit.
 

silentsign

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I'm back!

Ich möchte warnen, etwaige leichte Spoiler könnten in den Reviews enthalten sein, allerdings nichts gravierendes.
Fangen wir mal an:

Het Tweede Gelaat - Control - Das letzte Opfer (2017) - 7/10

Nun muss man nicht wirklich viele Worte darüber verlieren, dass "Het Tweede Gelaat" / "Das letzte Opfer" belgisches Spitzenkino ist, welches von der allerersten Sekunde bis zum letzten Bild wirklich hervorragend und spannend unterhält. Jan Verheyen präsentiert einen Polizeithriller nach allen Regeln der Kunst, was aber leider nicht über die etwas vorhersehbare Geschichte hinwegtäuscht, die auch an der Tatsache leidet, dass sie ein wenig zu sehr an "Basic Instinct" erinnert, auch wenn der Vergleich vermutlich etwas weit hergeholt ist. Aber dank der großen Aufmerksamkeit, die für die Entwicklung der Charaktere aufgebracht wurde und der wundervollen Schauspielerei von Koen De Bouw und Werner De Smedt vergisst man dies schnell und man kann nur eines zusammenfassen: man sollte sich "Het Tweede Gelaat" / "Das letzte Opfer" so schnell wie möglich ansehen.


https://cin-ex.blogspot.de/2018/05/kino-fffnights-het-tweede-gelaat.html
 

silentsign

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Brawl In Cell Block 99 (2017) - 8,5/10

Während "Brawl In Cell Block 99" also durchweg packend und unberechenbar bleibt, fühlt sich die zweieinhalbstündige Laufzeit ein wenig aufgebläht an, und der Film könnte davon profitieren, wenn er zu einem strafferen Schnitt getrimmt würde. Sein flacher Video-Look passt und Kameramann Benji Bakshi darf sich hier für einen billigen Grindhouse-Stil mit vielen düsteren, dunklen Szenen und ausgewaschenen Tönen verantwortlich zeichnen. "Brawl In Cell Block 99" ist langsam, aber nie behäbig, spannend und durchweg interessant. Diesen Film sollte man keinesfalls verpassen.
https://cin-ex.blogspot.de/2018/05/kino-fffnights-brawl-in-cell-block-99.html
 

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Revenge (2017) - 7/10

"Revenge" ist ganz klar überzeichnet, anders ist der Film kaum zu erklären, anders sind die zahllosen Anschlussfehler oder offensichtlichen Goofs nicht erklärbar. Aber "Revenge" ist auch eine pure gewalttätige Fantasie, eine fiese Unterhaltung, die darauf vorbereitet ist, den Zuschauer an Grenzen zu bringen. Die redaktionelle Agenda des Films ist dabei weniger neu, dafür aber die Ausführung. Gefällt.
https://cin-ex.blogspot.de/2018/05/kino-fffnights-revenge-2017.html
 

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Downrange - Downrange: Die Zielscheibe bist du! (2017) - 6,5/10

Mit viel Blut und Gekröse hat dieser mit knapp 90 Minuten recht straffe Film, alles was man braucht, um eine spannende Abendunterhaltung zu bekommen. Einzig die recht blöden und noch dazu offensichtlichen Filmfehler stören etwas beim Genuß, denn man fragt sich das eine ums andere Mal, ob da wirklich nur ein Sniper sitzt, denn Kitamura lässt nach "No One Lives" seinen Angreifer immer genau dahin ballern, wo es gerade passt - da sind Winkel und Deckung das ein ums andere Mal egal. Sei's drum, der Film macht Spaß und eben weil er sich nicht mit Details zurückhält ist er ab und zu auch ekelig. Bis zum Finale ist es ein dann doch recht spannender Weg und Kitamura entlässt uns mit einer schwarzen, bitterbösen letzten Szene in die Endcredits. Ja, unterhaltsam.


https://cin-ex.blogspot.de/2018/05/kino-fffnights-downrange-downrange-die.html
 

silentsign

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Hagazussa: A Heathen’s Curse - Hagazussa: Der Hexenfluch (2017) - 8,5/10

Feigelfelds Werk ist in vier Akte geteilt. Mit "Schatten" wird das Leben der jungen Albrun behandelt, "Horn" und Blut" zeigen Albruns Werden und mit dem vierten Akt "Feuer" endet der Film. "Hagazussa" verlässt sich stärker auf episodische Set-Pieces als auf eine übergreifende Erzählung und inszeniert damit einige herausragende Szenen, darunter eine beunruhigend erotisierende Ziegenmelksequenz und ein lyrisches Unterwassertauchen in einen sumpfigen Teich. Ob diese erschreckenden Ereignisse tatsächlich mit Abrun geschehen sind, oder ob sie an Wahnvorstellungen und Halluzinationen leidet, ist eine Frage, die der Filmemacher im Film unbeantwortet lässt. Es gibt eine Menge Subtexte und eine endgültige Art von Auflösung, obwohl dies besser auf einer poetischen als auf einer wörtlichen Ebene funktioniert.

Aber auch wenn die Open-End-Geschichte nicht konventionellen Genre-Regeln entspricht, funktioniert "Hagazussa" sehr gut als eine faszinierende, audiovisuelle Symphonie. Meistens in langen, langsamen, hypnotischen, wortlosen Einstellungen mündend, präsentiert Feigelfeld zusammen mit seiner Kamerafrau Mariel Baqueiro eine malerische Parade von faszinierenden Bildern und fesselnden Motiven: Schädel, Kerzen, gehörnte Tiere, aufsteigender Nebel und winterliche Wälder. Die unheimliche akustische Untermalung kommt dabei von dem griechischen Avant-Rock-Trio MMMD und ist mit ihrem tiefen Stöhnen, ominösen Dröhnen und Flüsterbeschwörungen ein entscheidender Teil des Gesamtpakets. "Hagazussa" ist Poesie. Schwarze, böse, fürchterliche Poesie für Erwachsene, die sich nicht von einer minimalistischen Iszenierung abschrecken lassen. Grandios.

https://cin-ex.blogspot.de/2018/05/kino-fffnights-hagazussa-heathens-curse.html
 

silentsign

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Dazwischen habe ich auch einen kurzen Dialog mit Feigenfeld und Baquiero geführt, zu sehen und nachzulesen hier:

https://cin-ex.blogspot.de/2018/05/meet-lukas-feigelfeld-und-mariel.html
 
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