Beschnitte Filmformate - Falsche Seitenverhältnisse

PBechtel

Hauptdarsteller
17.04.2018
2.405
427
83
...
So leid es mir tut, aber diese Diskussion ist eigentlich müßig. Es gibt genügend Beispiele, bei denen sich das sichtbare Bild ein- und desselben Films im gleichen OAR dennoch unterscheidet, da ein anderer/falscher Bildausschnitt gewählt wurde. Nur, weil da 1,85:1 oder 2,39:1 auf der BD aufgespielt ist, heißt das immer noch nicht, daß auch der Bildausschnitt korrekt gewählt wurde.

Hier mal ein Beispiel für 1,85:1 und 1,85:1 von unterschiedlichen Scans/Bearbeitungen: https://caps-a-holic.com/c.php?d1=12456&d2=12455&c=4902


Genau darum ging und geht es mir auch.

Wir bekommen ja nur selten den kompletten Bildinhalt eines Negativs zu sehen.

Somit stellt sich auch für mich die Frage welcher Bildausschnitt “korrekt“ ist.

Aufgrund dieser Aspekte finde ich 1,78:1 anstelle 1,85: nicht dramatisch.
 

LogicDeLuxe

Laiendarsteller
03.05.2018
188
20
18
abmischung.de
Sicher geht das anders. Mann könnte bei einem Großteil der Filme das Bild sogar noch viel weiter öffnen. Das wurde zu VHS-Zeiten nahezu regelmäßig gemacht. Da fehlte bei der 4 : 3-Fassung auch nichts vom Bild. Man sah nur oben und unten wesentlich mehr.
Das ist wohl eher die seltene Ausnahme. In der Regel fehlt bei 4:3-Fassungen ein erheblicher Teil vom Bild.
Und man muss nicht zwangsläufig unerwünschte Nebeneffekte haben, wie z. B. Mikrofone, wenn schon bei der Aufnahme des Films die 4 : 3-Auswertung geplant war und man darauf geachtet hat, dass beide Formate funktionieren.
Wenn für verschiedene Formate gedreht wurde, ja. Aber auch das ist eher selten der Fall. Das kommt praktisch nur bei Super35 vor, und auch da ist das nicht immer der Fall.

Ein Öffen auf 4:3 ist noch eine ganz andere Nummer als nach 1,78:1. Bei letzteren ist in der Regel schon noch genug Sicherheitsabstand gegeben, daß keine Mikrofone etc. zu sehen sind.


Hier mal ein Beispiel für 1,85:1 und 1,85:1 von unterschiedlichen Scans/Bearbeitungen: https://caps-a-holic.com/c.php?d1=12456&d2=12455&c=4902

Das Beispiel ist doch geradezu vernachlässigbar. Da finden sich ganz andere Fälle, wenn man da mal ein bischen stöbert.
Z.B. bei Rain Man: https://caps-a-holic.com/c.php?d1=4619&d2=4618&s1=43001&s2=42952&i=0&l=0&a=1

Beschnittenes Bild hat, wie schon bemerkt wurde, nicht unbedingt damit zu tun, daß 1,78:1 statt 1,85:1 drauf ist. Mitunter hat man es sich einfach gemacht, und aus einem 2k-Transfer einfach 1920x1080 Pixel rausgeschnitten. Dadurch fehlt zwangsläufig ein kleiner Teil. Das Gleiche geht natürlich auch mit weniger Zeilen, damit es wieder 1,85:1 wird, was die Sache nicht besser macht. Zumindest kann man so nichts durch stümperhaftes Skalieren kaputt machen.
 

SonniDeluxe

Statist
26.04.2018
50
3
8
Sicher geht das anders. Mann könnte bei einem Großteil der Filme das Bild sogar noch viel weiter öffnen. Das wurde zu VHS-Zeiten nahezu regelmäßig gemacht. Da fehlte bei der 4 : 3-Fassung auch nichts vom Bild. Man sah nur oben und unten wesentlich mehr.
Das ist wohl eher die seltene Ausnahme. In der Regel fehlt bei 4:3-Fassungen ein erheblicher Teil vom Bild.
Mir fallen da jetzt spontan die 4:3-Fassungen der Police Academy-Filme ein oder auch die ganzen Cannon-Filme mit Norris, Bronson oder Dudikoff. Fehlte da wirklich seitliches Bild in den Vollbild-Fassungen? Kam mir bisher gar nicht so vor.
 

PBechtel

Hauptdarsteller
17.04.2018
2.405
427
83
Ich kann mich noch an Bildvergleiche erinnern (4:3 Erstauflage zu anamorpher 1,85:1), wo man seitlich etwas mehr vom Bild gesehen hat, dafür war oben und unten etwas weniger zu sehen.
 

LogicDeLuxe

Laiendarsteller
03.05.2018
188
20
18
abmischung.de
Ich kann mich noch an Bildvergleiche erinnern (4:3 Erstauflage zu anamorpher 1,85:1), wo man seitlich etwas mehr vom Bild gesehen hat, dafür war oben und unten etwas weniger zu sehen.
So sieht's aus, wenn man's gründlich macht. Da sieht man, daß da häufig durchaus noch etwas Spielraum ist, was für 1:78:1 statt 1,85:1 geradezu großzügig ist.

Insgesamt kommt 4:3 bei 1,85:1-Originalformat wohl besser weg als Cinemascope-Filme. Vor allem, weil tatsächlich noch Reserve zum Erweitern vorhanden ist. Bei Cinemascope müßte man dazu schon beim Negativ ansetzen und das ganze Framing von Grund auf neu machen. Die Mühe wird sich selten jemand geben wollen, nicht mal wenn man sowieso dabei ist, einen Film zu remastern, und auch nicht mehr bei 1,85:1-Titeln. 4:3 ist da mittlerweile viel zu unbedeutend.

Ein interessantes Beispiel ist Running Man. Frühe 4:3-Fassungen, wie sie vor allem auf VHS und im Fernsehen zu sehen waren, zeigen mehr Bild als die Kinofassung, aber das Remaster, welches es in der USA als Doppel-DVD gibt, hat nur eine stark beschnittene 4:3-Fassung, die offensichtlich aus der 16:9-Fassung rausgeschnitten wurde, also vollkommen überflüssig.

Und dann gibt es natürlich auch solche Dilettanten, die einfach den Film ungemattet auf 4:3 öffnen, ohne darauf zu achten, was da so zu sehen ist. Ein unmoralisches Angebot lief mal so auf DF1. Fast in jeder Szene war ein Mikrofon zu sehen.
 

DaMikstar

UHD-/OV-Nutzer
18.04.2018
4.824
386
83
43
Düsseldorf
Das Beispiel ist doch geradezu vernachlässigbar. Da finden sich ganz andere Fälle, wenn man da mal ein bischen stöbert.
Z.B. bei Rain Man: https://caps-a-holic.com/c.php?d1=4619&d2=4618&s1=43001&s2=42952&i=0&l=0&a=1
Die Frage wäre aber, welcher Bildausschnitt da jetzt korrekt ist.

Beschnittenes Bild hat, wie schon bemerkt wurde, nicht unbedingt damit zu tun, daß 1,78:1 statt 1,85:1 drauf ist. Mitunter hat man es sich einfach gemacht, und aus einem 2k-Transfer einfach 1920x1080 Pixel rausgeschnitten. Dadurch fehlt zwangsläufig ein kleiner Teil. Das Gleiche geht natürlich auch mit weniger Zeilen, damit es wieder 1,85:1 wird, was die Sache nicht besser macht. Zumindest kann man so nichts durch stümperhaftes Skalieren kaputt machen.
Vom Negativscan wird öfters etwas weggeschnitten. Siehe z.B. bei "Terminator 3":

[attachment=6240]
Quelle: https://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=1451 (Hier gibt es auch noch weitere Vergleichsbilder.)
OK, ist jetzt natürlich ein Extrembeispiel, aber nicht immer wird die komplette Breite genutzt. Wie viel mehr noch auf dem Negativ war, werden wir aber vermutlich nie erfahren.

1.jpg
 

PBechtel

Hauptdarsteller
17.04.2018
2.405
427
83
Die Frage wäre aber, welcher Bildausschnitt da jetzt korrekt ist.
Soweit iich das verstehe, könnte es doch auch möglich sein, dass weder der eine noch der andere vollständig korrekt ist.

Vom Negativscan wird öfters etwas weggeschnitten. Siehe z.B. bei "Terminator 3":


Quelle: https://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=1451 (Hier gibt es auch noch weitere Vergleichsbilder.)
OK, ist jetzt natürlich ein Extrembeispiel, aber nicht immer wird die komplette Breite genutzt. Wie viel mehr noch auf dem Negativ war, werden wir aber vermutlich nie erfahren.
Genau. Deshalb sehe ich das alles etwas entspannter, sofern es sich um Filme im Format 1,85:1 geht.
 

Herbie_06

Laiendarsteller
19.04.2018
478
120
43
36
Ich kann mich noch an Bildvergleiche erinnern (4:3 Erstauflage zu anamorpher 1,85:1), wo man seitlich etwas mehr vom Bild gesehen hat, dafür war oben und unten etwas weniger zu sehen.
Das sähe dann z. B. so (siehe unten) aus.

Spontan muss ich gerade an den Film "Auf der Sonnenseite des Lebens" denken. (Ich hoffe ich verwechsele da jetzt nichts mit einem anderen Film.) Der war auf VHS in 4:3 und es gab eine Szene, wo ein Klappbett, beim Versuch es aufzustellen, immer wieder zusammenklappte. In der Vollbildfassung sah man am unteren Bildrand überdeutlich einen ins Bild gereckten Arm, der den Bettpfosten festhielt und immer dann losließ, wenn das Bett zusammenklappte.

bm_fs.jpg

bm_ws.jpg
 

WinstonWolfe

Statist
06.09.2018
4
0
1
Schön, dass sich mittlerweile ein reger Austausch ergeben hat.
Ich freue mich über jeden Beitrag, der der Sache oder aber der guten Laune dienlich ist. 
Also auch über die Kalauer. :D

Grundsätzlich ist schon einges Interessantes geschrieben worden, was hilfreich ist, dieses
Phänomen besser zu verstehen. Die Caps von Herbie 06 sind exakt das, was ich meine.
Meine Bibel ist Imdb, die zu nahezu jedem Film intentionierte Aspect Ratios hat.

Ein Film der in 1,85:1 von Regisseur und Kameramann komponiert wurde, ist in 1,78:1 keine integere Version
dieser Vision mehr. Verstehe nicht, wieso es auf den DVDs noch die ursprünglichen Fassungen gibt und es dann
für 16:9-Bildschirme "optimiert" werden muss. Das ist zumeist dieses furchtbare amerikanische Verständnis der Studios,
dass der Kunde keinen Sinn für Kunst und Kultur hat und ein "volles" Bild braucht. War ja bei den 4:3-Verstümmelungen
das gleiche Konzept. Auch das überscharfe Bild der ersten Blu-rays, die durch alle Filter gejagt wurden, die nicht schnell
genug deinstaliert waren, waren dieser Überzeugung geschuldet. Diese schlimme Funktionen finden ihre Fortsetzung ja
in den Einstellungen der verschiedenen Fernseher.

Die deutschen VÖs, wie z.B. von Koch Media, haben oft weiterhin das orginäre Format an Bord.
Die neue Blu-ray von Mitternachstspitzen hat sogar verschieden Breitbildformate parat. Dass es dies auf nur einer Veröffentlichung gibt, ist hierzulande nicht mal total verrückt.
Dass es immer wieder neue Ärgernisse bzgl. der herausgebenen Varianten der Filme gibt, wird für mich auf immer ein Rätsel bleiben.
Kann natürlich sein, dass man dann irgendwann groß auf neuen VÖs liest: "Jetzt im originalen Kinoformat."
So wie einst, als die Nachfolger der ärmlichen 4:3-Varianten endlich das Licht der Welt hatten. Das galt übrigens oft auch für die originalen Tonspuren.
Ich empfinde es zudem auch als ungeheuere Respektlosigkeit gegenüber den Künstlern, die diese Bilder kreieren.
Bleibt also weiterhin nur die Hoffnung auf die kleineren Labels.

Ich glaube, meine Sicht der Dinge ist mehr als deutlich und wahrscheinlich längst klar geworden.
Möchte mich nochmal für all eure Mühe bedanken und freue mich sehr, dass Herbie, mit Hilfe der Caps,
das so auf den Punkt gebracht und verdeutlicht hat. Merci.
 
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