News Bericht im ZDF „Deutsches Filmerbe in Gefahr“

berlin69er

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Das es offenbar schon so schlecht aussieht und erst viel zu wenig digitalisiert wurde, hätte ich nicht gedacht.
Ich dachte eigentlich, dass das Problem schon Jahrzehnte bekannt ist.
 

Baffi

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Also hör' mal, wir sind hier schließlich in Deutschland!
Nach den Brücken, den Schulen, der Bahn und dem Internetz darf der deutsche Film der Vergammelung nicht nachstehen.
 

FreaQ

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Also hör' mal, wir sind hier schließlich in Deutschland!
Nach den Brücken, den Schulen, der Bahn und dem Internetz darf der deutsche Film der Vergammelung nicht nachstehen.
Also bei einem Berliner, hätte ich jetzt noch einen Flughafen-Witz erwartet. :frown:
 

Baffi

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Hey, nichts gegen millionenschwere Fußball-Übertragungsrechte.
Da spricht, im Gegensatz zum Stummfilm, wenigstens jemand! :39:
 

Mr. THX

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Also ist das so schlimm?? Wer schaut den Stummfilme bzw. kennt da überhaupt einen einzigen Schauspieler?
 

Mr. THX

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Also ist das so schlimm?? Wer schaut den Stummfilme bzw. kennt da überhaupt einen einzigen Schauspieler?
Bitte Ironie entsprechend kennzeichnen.
Danke.
Das war es nicht, Kultfilme bzw. bekannte Schauspieler deren Filme kann man gerne retten aber nicht jeder 0815 Nischenfilm muss gerettet werden, man kann auch gerne eine Stiftung für sowas gründen
 

Baffi

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Der erste Oscarpreisträger als bester Schauspieler den es je gab, war 1929 Emil Jannings, den er für seine STUMMFILME "Der Weg allen Fleisches" und "Sein letzter Befehl" bekam!
Bis heute ist er auch der einzige deutsche Schauspieler der dafür ausgezeichnet wurde.

Die Vernichtung betrifft a) nicht nur unbekannte Stummfilme, und wenn du den Bericht wirklich gesehen hättest, wäre die klar geworden, dass b) auch Tonfilme bis in die 50er betroffen sind!
 

cvs

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Paul Temple

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Also ist das so schlimm?? Wer schaut den Stummfilme bzw. kennt da überhaupt einen einzigen Schauspieler?
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Das war es nicht, Kultfilme bzw. bekannte Schauspieler deren Filme kann man gerne retten aber nicht jeder 0815 Nischenfilm muss gerettet werden, man kann auch gerne eine Stiftung für sowas gründen
Um die braucht man sich keine Sorgen machen, um die "ewigen Geldbringer" wird sich in der Regel ausreichend gekümmert. Es ist das archäologische Filmerbe, welches Sorgen bereitet. Filme, die über die Jahrzehnte in Vergessenheit geraten sind und die gerade von einer neuen Generation wiederentdeckt werden. Selbst Material aus den 60er Jahren ist bei schlechter Lagerung inzwischen unwiederbringlich verloren. Es sind doch gerade die Nischenfilme, die noch unbekannte Geschichten zu ihrer Produktion und ihrer Entstehung zu erzählen haben. Kleine Firmen, die im Nachkriegsdeutschland gegründet wurden, um nur ein oder zwei Filme zu produzieren. Filmarchive, die bei irgendwelchen Erben im Keller schlummern. Oder eben auch die Stummfilmpioniere, deren Werke bald nach ihrer Entstehung des Tonfilms wegen in Vergessenheit gerieten und deren Material manchmal gar nur unvollständig die Wirren des Zweiten Weltkriegs überstanden hat.
 

Micha

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Das war es nicht, Kultfilme bzw. bekannte Schauspieler deren Filme kann man gerne retten aber nicht jeder 0815 Nischenfilm muss gerettet werden, man kann auch gerne eine Stiftung für sowas gründen

Auf den Stummfilmen ist die Filmgeschichte begründet und sowas sollte für die Nachwelt erhalten werden. Das sind Werke die vor fast 100 Jahren gedreht wurden. Ist dir eigentlich bewusst, dass das unwiederbringliche Schätze sind, die einen Blick auf die Menschen und die Zeit Anfang des letzten Jahrhunderts werfen?
Selbst wenn Dir Stummfilme nicht zusagen, dann solltest Du trotzdem verstehen, warum sie bedeutsam sind.
 

Torsten Kaiser TLEFilmsFRPS

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Also ist das so schlimm?? Wer schaut den Stummfilme bzw. kennt da überhaupt einen einzigen Schauspieler?
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Danke.
Das war es nicht, Kultfilme bzw. bekannte Schauspieler deren Filme kann man gerne retten aber nicht jeder 0815 Nischenfilm muss gerettet werden, man kann auch gerne eine Stiftung für sowas gründen

Die gibt es bereits - aber mal abgesehen von deren "failings" - wenn sich dieser "Modetrend" weiter fortführt, sind die nächsten, die keiner kennt, nicht die Stars & Größen der Stummfilmzeit, sondern Cagney, Bogart, Robinson, Raft, Rodgers, Crawford, Davis, Lupino, Astaire, Kelly, Charisse, Hayworth. Dies HAT BEREITS EINGESETZT. Und das ist das Erschreckende - nicht dass es passiert, weil wir die Filme, die es mit diesen Größen gibt, nicht retten können, sondern weil es immer mehr MEINUNGSMACHE gibt, dass sies NICHT NÖTIG SEI. Nur weil man etwas nicht kennt oder mag, heißt dass nicht, dass es (für andere ohnehin) keine GELTUNG und BERECHTIGUNG zum DASEIN hat. Keiner spricht Dir deine Berechtigung zum Leben ab, noch würde z.B. ich dies je zulassen. Es gibt viele (wirkliche) Stars und enorm wichtige (und wirkliche) Schauspieler, deren Namen und Filme heute von Leuten wie Dir gar nicht beachtet werden, weil sie nur "neues" konsumieren bzw. ihre Auffassung von Wert als DIE ULTIMATIV GÜLTIGE erachten - ein arroganter, geradezu (nicht nur Filmschaffende und ihre Werke sondern auch Menschen-)verachtender Anspruch.

Vielleicht hast Du es nicht so radikal gemeint, wie Du es geschrieben hast - und diese Post von mir ist auch bitte nicht als persönlicher Angriff zu verstehen, sondern primär als sachdienlicher Beitrag und als (auch wenn ein "lauter") Gedankenanstoß - aber darin liegt auch leider die "Krux": das schnelle/schnelllebige Herunterschreiben von Ansichten, nur um (die eigene) Meinung "kundzutun" - ohne vorheriges, genaues Studieren der Fakten und Abwägen dieser - und derer Anderer. Filme sind nicht nur Mittel zum Zweck. Diese Ansicht ist ein unsäglicher Emporkömmling, ausgesäat, gedüngt und gewachsen im Zeitalter einer (gerade der jüngeren darunter) Gesellschaft, die sich mehr mit ihrer eigenen ICH-Bezogenheit beschäftigt, und der das Ritual des Wegwerfens und die Konzentration darauf, wie toll sie (die Wegwerfgesellschaft mit all ihren Ansprüchen) ist und sie selbst sind wichtiger zu sein scheint, als DAS VON ANDEREN, WAS IST. Aber auch die Älteren tragen massiv Verantwortung mit ihrer Ignoranz und haben dies auf die Jüngeren übertragen, die es oft nicht anders kennen. Hauptsache ICH.

Wenn das so weitergeht, bleibt am Ende von unserem Erbe, unsere ganzen ENTWICKUNG als Menschen auf diesem Planeten GAR NICHTS übrig. THE TIME MACHINE von H.G: Wells - und gerade die verfilmte version von 1960, hat da vieles SEHR PRÄGNANT auf den Punkt gebracht.
Ich wünschte, einige würden mehr denken, als sich der stetig umgreifenden "Don't care" Mentalität ergeben. Die scheint ironischerweise erst aufzuhören, wenn es persönlich betrifft/wird.

Kurz: Du bist (dankenswerter Weise) nicht in einer Position, die darüber befindet, was überlebt und was nicht. Derarte militante Ansichten haben in anderen, extremen Fällen zu der Zerstörung u.a. von Heritage sites wie den Bamiyan Skulpturen oder auch Palmyra geführt. Kannte vor der Medienberichterstattung unter denen, die nur ihre eigene Hausschwellen kennen, auch keiner. Braucht man ja dann auch nicht. Bienen ? Maikäfer ? Marienkäfer ? Was ist das ? Werden immer weniger bzw. sind kaum noch vorhanden ? Und wenn schon ... wen interessierts ? Wie, Filme sind nicht mit dem i-phone die ganze Zeit gemacht worden ? Geht ja gar nicht ! Wie denn dann ? - Diese Aussagen (bzw. welche ähnlich wie diese) sind (leider) kein Scherz, die gab es WIRKLICH. Wird dann aber von anderen diese Position (in nur anderer Richtung) gegen diese Ansichten der "Meinungsmacher" geführt, erheben diese plötzlich den Anspruch auf Meinungsvielfalt und Erhaltung der "ihrer" Werte. How ironic this world has become... und das ist es, was mich hier dazu gebracht hat, zu antworten, und in dieser Weise.
Wie gesagt - nicht als Angriff gedacht bzw. formuliert, sondern als - schon auch sehr "klar vernehmbarer" - Gedankenanstoß, eine Art "Gong" wenn man so will...insofern: :22:

Sorry for being off-topic a little - but this is ESSENTIAL.

P.S.: Ansonsten,was den ZDF Beitrag betrifft: Interessant, gerade einige Aussagen darin (wobei der Zerfall nicht im Entferntesten nur mit dem Essigsyndrom zu tun hat). (Der Beitrag) Kommt nur ein wenig (sehr) spät...und das war jetzt nicht auf die Uhrzeit bezogen...
 
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Roy Morgan

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Die frühen Filmjahre werden in Deutschland abgesehen von Lang- und Murnau-Filmen nicht wirklich als Kulturgut angesehen.
Das sieht man auch daran, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk Filmschätze im Archiv verstauben lässt und stattdessen lieber zum siebten Mal irgendeine Rosamunde-Pilcher-Schmonzette wiederholt.
Auch wenn der örR damit nichts direkt zu tun hat, ist es trotzdem schmerzlich zu sehen, wie dort für Müll das Geld zum Fenster rausgeschmissen wird, während das Filmerbe vor sich hin bröselt.

Stummfilm ist definitiv ein Nischenthema, aber eben auch auf Celluloid festgehaltene Geschichte und der Ursprung des bewegten Bildes und der Kunstform Film.
Ich will gar nicht wissen, wieviel Leute hier im Forum nicht mal Schwarzweißfilme schauen.
Der Generation Netflix dürfte der Stummfilm sowieso am Arsch vorbeigehen und das wird sich in Zukunft auch nicht ändern. Was sehr schade ist, weil es dort viel zu entdecken gibt.
Es gibt die ausgereiften Werke, die auch heute noch beeindrucken. Und bei den Pionieren ist immer wieder eine Portion erfrischender Anarchie und die Lust am Experimentieren zu bestaunen.

Als Antwort an alle Stummfilmverächter möchte ich hier Ossi Oswalda mit einem Standbild aus Die Puppe (D 1919) zitieren:

 

berlin69er

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Offenbar gibt es ja unterschiedliche Probleme:
Zum einen, können die Archive, aufgrund der Masse an Filmen nicht so schnell alle auf Schäden kontrollieren und zudem fehlen sowohl die finanziellen Mittel, als auch die „Manpower“, bei der zügigen Restauration bzw. Digitalisierung der Filme.

Eine Förderung gibt es offenbar ja jetzt wohl, aber eben nicht frei für alle Filme verfügbar.

Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass jeder Film, unabhängig von den persönlichen Vorlieben gesichert werden muss. Natürlich sollten Prioritäten in der Abarbeitung gemacht werden, damit Meilensteine der Filmgeschichte in jedem Fall erhalten bleiben. Die Gefahr besteht natürlich, dass eine subjektive Auswahl erfolgt und das Personal, welches dem jetzigen folgt noch weniger mit den alten Schätzen anfangen kann und die Prioritäten deshalb anders legt.

Weitere Gefahren sehe ich im Ablauf der Digitalisierung! Ich hoffe, dass zumindest auch eine unbearbeitete Rohfassung erhalten wird, an der nicht schon mit digitalen Effekten „verbessert“ wird. So hätte man später die Möglichkeit immer vom ursprünglichen Original Material auszugehen.

Zudem sind auch digitale Datenträger nicht unendlich haltbar. Stellt sich mir die Frage, ob auch dort genug Sorgfalt angewandt wird, z.B. mit Mehrfachsicherungen.

Ich würde mich ja sogar freiwillig bereit erklären, Filmrollen zu sichten, wenn das ein grundsätzliches Problem der fehlenden Arbeitskräfte ist.
Warum nutzt man dazu keine Film Studenten?
 
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